Nachgefragt: Wann gibt es DDR5-RAM für Alder Lake wieder zu kaufen?
Schon kurz nach dem Launch von Alder Lake war die DDR5-RAM-Verfügbarkeit schlecht - und die Situation hat sich weiter verschlechtert. Wann erwartet die Hersteller, dass sich die Verfügbarkeit für Kunden in Mitteleuropa spürbar verbessert? PCGH hat bei G.Skill und Adata nachgefragt. Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenEs könnte so schön sein für Intel: Die neuen Alder-Lake-CPUs für Sockel 1700 sind gut verfügbar und auch die passenden Z690-Mainboards lassen sich problemlos bestellen. Nur DDR5-RAM spuckt Intel quasi in die Suppe.
Intel kann liefern, die RAM-Hersteller nicht
Es mag für Intel vielleicht nur ein halbes Problem sein, dass der Next-Gen-Arbeitsspeicher DDR5 so schlecht verfügbar ist, aber ärgern dürfte es den CPU-Entwickler doch. Der Kunde hat bei Alder Lake zwar die Möglichkeit, weiter auf DDR4 zu setzen, muss sich dafür aber für das passende Mainboard entscheiden und kann nicht mehr so einfach auf DDR5 upgraden. DDR5 dürfte für Early Adopters der Maßstab sein, denn wenn man schon die neueste Technologie kauft, dann richtig. Problem ist die weiter maue Verfügbarkeit. Schon zum Release der ersten Core-i-1200-CPUs prüfte PCGH, wie gut sich DDR5-RAM kaufen lässt. Fazit vor gut zwei Wochen: "DDR5-RAM ist kaum zu haben". Zwar befanden sich im PCGH-Preisvergleich damals 19 entsprechende Kits zwischen 65 Euro (8 GB, Adata, DDR5-4800) und 450 Euro (64 GB, Crucial, DDR5-4800), doch lieferbar war kein einziges davon.
Am heutigen 19.11. sieht die Lage nicht besser aus. Zwar wurde das Angebot minimal ausgebaut, so gibt es nun 21 Kits von theoretisch 66,90 Euro bis 449,99, aber sobald man den "Lagernd"-Filter aktiviert, herrscht gähnende Leere im Angebot. Grund genug, die beiden RAM-Anbieter G.Skill und Adata mit einigen Fragen rund um DDR5 zu konfrontieren. Wir wollten von Miles Liu (G.Skill) und Christian Schenkel (Adata) unter anderem wissen, wann die Firmen mit einer spürbaren Verbesserung der Verfügbarkeit für Kunden in Mitteleuropa rechnen. G.Skill ist hier deutlich optimistischer. Man gehe davon aus, dass sich die Verfügbarkeit von DDR5 schon ab Ende November bis Dezember verbessern werde. Bei Adata schielt man bei der besseren Lieferbarkeit eher auf das erste Quartal 2022.
Spannend ist auch die Frage, worin die beiden Firmen die Hauptgründe für die derzeitige Nichtverfügbarkeit sehen - ist es eher das begrenzte Angebot an DDR5-Chips, die unerwartete Nachfrage oder sind es weltweite Lieferengpässe? Adata gibt zu Protokoll, dass im Moment "alles von der IC-Verfügbarkeit und den Lieferanten abhängt". Man habe frühzeitig Bauteile bestellt und gute Beziehungen zu mehreren Lieferanten, sodass eine Verbesserung bis zum 1. Quartal 2022 möglich sein soll. Bei G.Skill hängt die schlechte Verfügbarkeit in erster Linie am begrenzten Angebot von Komponenten.
Bleibt die Frage: Ist das Phänomen der Verfügbarkeit auf Einzelhandelskunden beschränkt oder betrifft es auch den OEM-Markt und schränkt die Produktion von DDR5-basierten PC-Systemen ein? Hier gibt es unterschiedliche Signale. G.Skill ist klassisch im Retail unterwegs, deshalb ist man sich hier nicht sicher, inwieweit der OEM-Markt betroffen ist. Bei Adata wird es da schon konkreter: Eigentlich seien alle Kunden von der Verknappung von DDR5 betroffen, aber das sei nur "eine vorübergehende Situation". Die Verfügbarkeit von DDR5 werde "sich bald verbessern und im ersten Quartal 2022 stabil sein".
G.Skill haben wir noch eine Bonusfrage gestellt. Für den Fall, dass sich die Situation bessert: Wird sich dann die gesamte angekündigte DDR5-Produktpalette verbessern oder sollte man zuerst Verbesserungen im Niederfrequenzbereich erwarten - und Produkte wie die Trident Z5 DDR5-6000+ Kits würden mit einer Verzögerung folgen? Laut G.Skill rechnet man, dass das komplette Line-up besser verfügbar sein soll.
Kommentare (55)
Zur Diskussion im Forum-
Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)"Merklich " ist abseits einer angemessenen GPU beinahe nichts. Viele Leute stellen die Grafiksettings so ein, dass sie irgendwo zwischen 60 und 100 Fps landen – das scheitert garantiert nicht am RAM. Aber wenn man sich ein System kaufen wollte, dass nur dafür ausreicht, dann müsste man nach einem gebrauchten Skylake umsehen. Maximal nach einem Zen-2- oder Coffee-Lake-Hexacore. Mit DDR4-2666.
Will man dagegen das Maximum aus Alder Lake rausholen, damit der in sechs Jahren eben noch genauso brauchbar ist, wie besagter Skylake heute, dann braucht es guten DDR5. Aber die Betonung liegt auf gut – und der ist nicht verfügbar und wenn dann nicht bezahlbar. Also sollte man warten, denn sowohl DDR4-+DDR4-Board- als auch mäßiger-DDR5-im-finalen-Board-Übergangslösungen, bei denen man später Hardware zum Ex-Kaufpreis von ettlichen 100 Euro wieder austauschen muss, sind einfach zu teuer.
Will man dagegen das Maximum aus Alder Lake rausholen, damit der in sechs Jahren eben noch genauso brauchbar ist, wie besagter Skylake heute, dann braucht es guten DDR5. Aber die Betonung liegt auf gut – und der ist nicht verfügbar und wenn dann nicht bezahlbar. Also sollte man warten, denn sowohl DDR4-+DDR4-Board- als auch mäßiger-DDR5-im-finalen-Board-Übergangslösungen, bei denen man später Hardware zum Ex-Kaufpreis von ettlichen 100 Euro wieder austauschen muss, sind einfach zu teuer.
Ich würde auch eher eine Zukunftstechnologie wählen, um dann wenigstens beim nächsten Upgrade eine Komponente weniger tauschen zu müssen.
Die Frage ist, wieviel Aufpreis ist es einem Wert. 30%? 50%? Spätestens bei den aktuellen 100% wäre ich da raus.
Aber ich warte eh lieber auf Zen 4. Neuer Sockel, neuer RAM, neues Mainboard, neues Netzteil 1000W+ (12 Pin), und Lovellace, und man hat Zukunft eingekauft^^
Bis dahin sollte DDR5 günstiger + schneller sein^^
- Professionelle Anwender, die für Medien, etc. hohe Transferraten brauchen: DDR5 bringt schon jetzt deutlich was.
- Spieler mit einem DDR4-System der letzten Jahre: Es gibt entweder überhaupt keinen Zwang, jetzt auf eine neue Plattform zu wechseln, weil die alte noch bis weit nach 2022 (wenn nicht 2025) hinein reicht oder aber weil es innerhalb der vorhandenen Plattform weitaus bessere CPUs zum nachrüsten gäbe. (Ryzen 1000 => Ryzen 5000)
- Spieler mit einem DDR3-System: Es muss sowieso neuer RAM gekauft werden. Da ist ein Zwischenstopp bei DDR4 dann nur sinnvoll, wenn man entweder allgemein niedrige Anforderungen an das Mainboard und im Moment auch an den RAM hat (=> bei einem späteren Wechsel auf eine DDR5-Platine entstehen maximal 300-400 Euro Verlust) oder wenn die Anforderungen an den RAM umgekehrt so groß sind, dass man passende Module jetzt einfach noch gar nicht bekommt. Letzteres sollte aber eigentlich nicht vorkommen, denn sonst hätte man ja schon lange keine DDR3-System mehr.
Ich sehe eigentlich nur zwei Ausnahmen von der Regel, für die DDR4 jetzt die bessere Alternative zu auf-DDR5-warten ist: Leute, die aus Spaß an der Freude jetzt mit neuer Hardware spielen wollen. Aber denen kann man keine objektiven Empfehlungen geben. Und Leute, die ein Skylake- oder Kaby-Lake-System haben, darin sehr guten DDR4 und keine Lust, sich die Bastelei mit einem CFL-Upgrade anzutun. Für die ist es natürlich genauso attraktiv, bei einem CPU-Upgrade den bestehenden Speicher weiter zu nutzen, wie für AM4-Nutzer mit gutem RAM, aber im Gegensatz zu letztgenannten hat man keine leichte Möglichkeit auf mehr als vier Kerne und gegebenenfalls keine Lust, mit einem i7-6000/7000 oder gar einem i5 und kleiner noch 1-2 Quartale rumzusitzen, wenn jetzt gerade die ganzen Blockbuster rauskommen.
Okay...
Die Studie fällt immer so aus, wofür der Auftraggeber bezahlt.