DDR5-Speicher: "RAM-Preise sind so außer Kontrolle"
Die Preise für DDR5-Speicherkits steigen aufgrund der aktuellen Speicherkrise und der enormen Nachfrage aus dem KI-Segment immer weiter. Ein Bericht von The Verge legt nahe, dass die Situation mittlerweile schier außer Kontrolle gerät.
Wie ein kurzer Blick in den PCGH-Preisvergleich von Geizhals offenlegt, werden die Speicherchips ("ICs") von Samsung, Micron und SK Hynix für DDR5-Arbeitsspeicher so stark nachgefragt, dass sich die durchschnittlichen Verkaufspreise für die populärsten DDR5-Speicherkits seit Mitte September mittlerweile teils mehr als verdoppelt haben und ein Ende ist nach wie vor nicht in Sicht. Ein Bericht von The Verge legt nahe, dass die Situation mittlerweile zunehmend schier außer Kontrolle gerät und die Einzelhändler ihren Fang des Tages wie auf dem Fischmarkt offerieren. In Computerläden werden teils gar keine Festpreise mehr ausgewiesen.
US-Einzelhändler wie Central Computers und Micro Center weisen demnach darauf hin, dass sie die Preise für DDR5-Speicherkits an ihr begrenztes Angebot und die hohe Nachfrage anpassen müssen. Kunden müssen daher "tagesaktuelle Speicherpreise" erfragen, heißt es weiter. Sean Hollister, Redakteur von The Verge, hatte vor drei Monaten die Corsair Vengeance mit 32 GiByte DDR5-6000 CL30 zu einem Einzelhandelspreis von 130 US-Dollar gekauft, während das sehr populäre Speicherpärchen heute für 440 US-Dollar im US-Einzelhandel steht.
Die RAM-Preise seien außer Kontrolle und die US-Shops verkauften ihre wenigen verfügbaren DDR5-Speicherkits "wie Hummer", schreibt Tom Warren von The Verge über den Kurznachrichtendienst Bluesky. Im Subreddit r/pcmasterrace werden Fotos von Aushängen der Händler geteilt, welche darauf hinweisen, dass die Preise erfragt werden müssen. Einige Kits haben sich demnach im Preis bereits vervierfacht.
Nachdem sowohl SSDs und HDDs, hier vorerst primär im Enterprise-Segment, als auch DDR5-Speicherkits bereits deutlich im Preis angezogen haben, soll die aktuell anlaufende Speicherkrise mit einem gewissen Zeitverzug tatsächlich auch höhere Preise bei den Grafikkarten zufolge haben. Sowohl der GDDR6 als auch GDDR7 könnten im Preis steigen, da HBM und DDR5 priorisiert werden müssen.
Am deutlichsten zeigt sich die gewaltigen Teuerungsraten an den Preisen der aktuell populärsten DDR5-Speicherkits. So sind G.Skill Trident Z5 Neo RGB mit 32 GiByte und DDR5-6000 mit einer CAS-Latenz von 30 Taktzyklen seit Mitte September von vormals 120 auf aktuell 270 Euro (+120 Prozent) gestiegen. Das ist auch kein Einzelfall, wie ein genauerer Blick in den Einzelhandel schnell klar macht.
G.Skill Trident Z5 Neo RGB mit 32 GiByte DDR5-6000 CL30
Wie aus den Berichten von The Verge, PCWorld und Moore's Law Is Dead hervorgeht, dürfte sich die historische Speicherkrise zeitnah auch auf Spielkonsolen, Smartphone, Tablets und viele weitere Geräte ausweiten.
Auch für das kommende Jahr ist demnach keine Entspannung zu erwarten. Stabile DDR5-Speicherpreise auf dem aktuellen Niveau sind das Höchste der Gefühle, denn die Nachfrage nach DDR5-Speicherbausteinen wird durch das KI-Segment auch in 2026 enorm sein, sodass weitere Angebotsengpässe zu erwarten sind, wie das internationale Marktforschungsunternehmen TrendForce berichtet hat.
Mit Blick auf 2026 wird erwartet, dass die weltweiten Serverlieferungen jährlich um etwa 4 Prozent wachsen.
In der Zwischenzeit rüsten CSPs (Cloud Service Provider) schnell auf HPC-Plattformen (High Performance Computing) um, um massive KI-Modelle zu unterstützen, was den Speicherbedarf pro Server erhöht.
Dies wird die gesamte DRAM-Bitnachfrage über frühere Erwartungen hinaus steigern und die strukturelle Angebotsengpass verlängern.
- TrendForce -
Spieler und Heimanwender müssen sich somit einmal mehr hinten anstellen und mittelfristig mit den hohen und möglicherweise noch weiter steigenden Preisen für DDR5-Arbeitsspeicher abfinden. Auch bei den PCIe-SSDs für Consumer sind die steigenden Preise mittlerweile angekommen und ziehen auch hier weiter an.
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Quelle: The Verge, PCWorld, Moore's Law Is Dead, Tom Warren

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Der wesentliche Unterschied wenn irgendwas WIRKLICH knapp ist ist, dass das Produkt in keinem Preisvergleich mehr auftaucht bzw. man nicht den Preis manuell erfragen muss sondern die Verfügbarkeit.
Problem ist, sollte das länger anhalten (4 Jahre wie prognostiziert?), dann bremst das die ganze Elektroniksparte.
AMD/Intel/(Nvidia) können dann noch so leistungsstarke neue Produkte auf den Markt bringen. Wenn die RAM/SSD/VRAM-Preise die der anderen Komponenten zusammen übersteigen, sinkt auch dort der Umsatz.
150-200€ fürs Mainboard, aber 1000+€ für den RAM?
Das könnte bitter werden für für viele Branchen die an Speicherprodukten hängen.