DDR5 aus China: CXMT-RAM enttäuscht beim OC gegen SK Hynix
Chinesischer DDR5-Speicher von CXMT bleibt beim manuellen Overclocking hinter SK Hynix zurück: Ein Kingbank-Kit erreicht zwar DDR5-8600, skaliert aber nicht mit Spannung und lässt keine strafferen Timings zu. Auch die Chargen streuen stark.
Chinas DRAM-Aufholjagd hat in den vergangenen Wochen eine ganze Serie von Bestmarken produziert: Erst validierte MSI DDR5-8200 auf AM5-Mainboards, kurz darauf demonstrierte Colorful stabile DDR5-8600 mit CXMT-Bausteinen. Nun liefert ausgerechnet ein Ingenieur von Asus die Gegenrechnung dazu. Anwender, die in der historischen Speicherkrise auf DDR5-Kits mit China-Chips hoffen, sollte deshalb jene Einschränkungen kennen, welche abseits der reinen Speichertaktrate liegen. In einem Vergleichstest musste sich der RAM von CXMT gegen den von SK Hynix behaupten.
CXMT vs. SK Hynix: DDR5 aus China beim Overclocking
Asus' Profi-Overclocker Safedisk hat ein DDR5-Speicherkit von Kingbank mit Speicherbausteinen ("ICs") von CXMT ("ChangXin Memory Technologies") auf 8.600 MT/s getrieben und dabei drei Eigenheiten des China-Speichers dokumentiert. Zum Einsatz kamen ein Kit mit 48 GiB (2× 24 GiB) vom Typ DDR5-6000 CL36 bei einer Spannung 1,25 Volt sowie ein Crosshair-Mainboard mit X870E-Chipsatz. Die Ergebnisse veröffentlichte einmal mehr UNIKO's Hardware auf X.
Die CXMT-Speicherchips skalieren laut Safedisk weder mit höherer VDIMM, noch lassen sie sich in den Sub-Timings nennenswert straffen. Damit fallen die beiden Grundwerkzeuge des manuellen Overclockings praktisch aus: Wer mehr VDIMM anlegt, erhält keine zusätzliche Taktreserve, und die CAS-Latenz bleibt auf dem Ausgangswert oder wandert nach oben.
Der Lauf auf 8.600 MT/s gelang entsprechend nur mit eine CAS-Latenz von 44 anstatt 36 Taktzyklen ("CL44 statt CL36"), also mit deutlich lockereren Timings als mit den Werkseinstellungen des chinesischen Speicherherstellers.
Bekannt ist dieses Verhalten durchaus: Frühe DDR5-Bausteine von Micron und Samsung aus der Zeit vor der EUV-Fertigung zeigten dieselbe Spannungsresistenz. Genau daraus zogen ICs von SK Hynix seinerzeit den Vorsprung, der bis heute den Enthusiasten-Markt prägt. CXMT fertigt bislang ohne EUV-Belichter.
DDR5-8600 CL44 vs. DDR5-6000 CL36: Die Rechnung
Der Sprung von DDR5-6000 CL36 auf DDR5-8600 CL44 senkt die absolute CAS-Latenz von 12,0 auf 10,2 ns und hebt die theoretische Bandbreite um 43 Prozent. Der OC-Lauf ist also kein Nullsummenspiel, im Gegenteil. Nur bleibt der Gewinn eben vollständig ein Bandbreiten-Gewinn, während die Zugriffszeit kaum profitiert.
Für Spieler mit einem Ryzen 7 9800X3D ("Granite Ridge") oder einer vergleichsweise schnellen Gaming-CPU ist genau das die unwichtigere Hälfte, weil der 3D-V-Cache Bandbreitenmangel ohnehin abfedert.
Silicon Lottery: Die Streuung zwischen den Chargen
Die Serienstreuung zwischen verschiedenen CXMT-Chargen fällt nach Safedisks Beobachtung erheblich größer aus als bei Samsung, SK Hynix und Micron. Das ist der schwerwiegendere Befund, denn er betrifft nicht nur Overclocker.
Wer ein DDR5-Speicherkit derselben Teilenummer kauft, erhält damit nicht zwingend dieselbe Güte, und die Modulhersteller müssten entweder aufwendiger selektieren oder konservativere EXPO-Profile hinterlegen.
Was der Test nicht zeigt
Belastbare Vergleichsbenchmarks zwischen CXMT- und SK-Hynix-Kit hat Safedisk nicht veröffentlicht, weder für Bandbreite noch für Latenz oder Anwendungsleistung. Damit steht die Kernaussage, der China-Speicher sei bei identischem Takt langsamer, vorerst ohne Zahlenbasis im Raum.
Auch Tom's Hardware weist auf diese Lücke hin. Hinzu kommt, dass Safedisk für Asus arbeitet, also für einen Mainboard-Hersteller, der seine QVL-Freigaben für den CXMT-Speicher bislang nicht erteilt hat.
XenoSpectrum hat zudem nachgezählt: Der dokumentierte Stabilitätslauf dauerte rund 59 Minuten und lief auf einem BIOS, das nicht dem öffentlichen Beta-Stand entspricht. Ein Dauerbetriebs-Nachweis ist das nicht.
Deutschland: CXMT-Speicher bleibt ein Randthema
Speicherkits mit CXMT-Bestückung sind in Deutschland nach wie vor kaum regulär erhältlich. Die Frage nach dem OC-Potenzial stellt sich hierzulande also ohnehin erst dann, wenn KingBank, Lexar oder Netac ihre Kits breit in den europäischen Handel bringen. An den Preisen ändert der China-Speicher unterdessen nichts:
Auch im chinesischen Einzelhandel liegt DDR5 auf Rekordniveau, und Corsair hat seine ersten Vengeance-Module mit CXMT-Chips nicht günstiger aufgelegt. CXMTs Vorteil liegt im Volumen, nicht im Preis.
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Quelle: Safedisk / Asus via Tom's Hardware via UNIKO's Hardware

Wäre schön wenn 6000 MHz cxmt ram hierzulande verfügbar werden würde, wenn da die gleichen Nachteile mit den Latenzen durchschlagen könnten die auch durchaus über etwas niedrigere Preise nachdenken, das wäre nur fair.
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Habe ich was überlesen?
Wenn nun ein weites Kit auf dem Markt ist welches nicht teurer ist hat man nun mehr Auswahl.
Kommt dann auch auf dem Preis an (fand hierzu nichts).
Es gibt so viele Geräte, die RAM brauchen und zwar nicht den Allerbesten - einfach da einbauen und wir nehmen dann die Filetstücke
Habe ich was überlesen?
Wenn nun ein weites Kit auf dem Markt ist welches nicht teurer ist hat man nun mehr Auswahl.
Kommt dann auch auf dem Preis an (fand hierzu nichts).