Asus NitroPath: Analyse von Roman "der8auer" Hartung [Bericht]

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Asus NitroPath: Analyse von Roman "der8auer" Hartung
Quelle: Asus

Roman "der8auer" Hartung hat sich die Asus NitroPath DRAM-Technologie im Detail angesehen und festgestellt, dass vor allem leere RAM-Steckplätze von den deutlich kürzeren Pins in den Slots profitieren.

Der deutsche Extrem-Overclocker Roman "der8auer" Hartung hat sich jetzt die Asus NitroPath DRAM-Technologie einmal im Detail angesehen und seine sehr interessanten Beobachtungen in einem ausführlichen YouTube-Video geteilt. So hat der Hardware-Profi beispielsweise festgestellt, dass vor allem leere RAM-Steckplätze von den deutlich kürzeren Pins in den Slots profitieren. Das bestätigen auch die von Asus zur Verfügung gestellte Querschnitte, die einen herkömmlichen Steckplatz gegenüber einem solchen mit NitroPath DRAM-Technologie vergleichen.

Asus NitroPath DRAM-Technologie
Regulär
Regulär NitroPath

Entsprechende Messungen von Roman "der8auer" Hartung belegen, dass die Stabilität bei hohem Speichertakt insbesondere dann profitiert, wenn wie für gewöhnlich zwei der vier RAM-Steckplätze frei bleiben. Durch die 39 Prozent kürzeren Pins, die sogenannten "Gold Finger", fungieren diese so nicht mehr als Antennen.

Asus NitroPath DRAM-Technologie
DDR5-6400
DDR5-6400 DDR5-10000

Vereinfacht ausgedrückt, hat der Hersteller die vergoldeten Pins, die sogenannten "Gold Finger", innerhalb der RAM-Steckplätze nicht zuletzt deshalb so deutlich gekürzt und im Layout geändert, damit diese nicht mehr "antennenartig" nach oben aus den Slots herausschauen. Bei herkömmlichen Speichersteckplätzen fungieren die konventionellen Pins wie Antennen und sorgen somit für Interferenzen.*

*) mehrere Signale, die sich nach dem sogenannten Superpositionsprinzip überlagern.

Wenn man ein Mainboard wie das Asus ROG Crosshair X870E Hero mit den neuen NitroPath-Steckplätzen sowie das Asus ROG Strix B650E-F Gaming WIFI mit den altbekannten RAM-Slots übereinander legt, lassen sich die deutlich kürzeren Verbindungspins deutlich erkennen bzw. eben nicht erkennen.

Mit der Asus NitroPath DRAM Technologie, welche vorerst exklusiv für die neuen AM5-Mainboards wie das Asus ROG Crosshair X870E Hero eingeführt wurde, will der taiwanische Hersteller laut eigenen Angaben die RAM-Steckplätze für DDR5-Speicher nicht weniger als "revolutioniert" haben. Eine höhere Speichergeschwindigkeit, eine verbesserte Signalübertragung ("Topologie") vom RAM zur CPU sowie eine noch längere Lebensdauer werden versprochen. Zumindest bei äußerst hohen Speichergeschwindigkeiten könnte das durchaus der Fall sein.

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Die NitroPath-Steckplätze wurden von Lotes, einem taiwanischen Technologieunternehmen, entwickelt und dürfen ab dem kommenden Jahr auch von anderen Mainboardherstellern eingesetzt werden.

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Quelle: der8auer via YouTube

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    • Kommentare (5)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Birdy84 Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von Penman
        Das erkenne ich. Klar, wenn man 4 RAM Riegel ansteuert, dass die Wahrscheinlichkeit deutlich geringer ist, dass das Signal sauber genug bleibt. Was mir immer noch nicht klar ist: Warum nimmt man die RAM Slots (A2+B2), die weiter weg sind, wenn man nur 2 von 4 belegen will? Ich hätte doch eher gesagt, dass man näher zu CPU geht für ein besseres Signal. Der Pfad dahinter ist dann mehr oder weniger elektrisch tot.
        Bis ins kleinste Detail kann ich es nicht erklären, grob gesagt entstehen am Ende des Slots deutlich störendere Reflektionen als bei Slots, die weiter vorne in der Daisy Chain sind. Bei Slots, die mit T-Topology angebunden sind, ist das nicht der Fall. Diese bieten mit zwei Modulen aber insgesamt eine schlechtere Signalübertragung.

        Zitat von Penman
        Meinst du wegen geringerer Fertigungsgüte oder Materialwahl oder woran machst du das fest?
        Günstige Boards haben häufig weniger Layer im PCB und weniger Kupfer in den Leiterbahnen. Außerdem sind insgesamt schlechtere Komponenten verbaut, die theoretisch eher für Intereferenzen sorgen können.
      • Von Birdy84 Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von Penman
        Das erkenne ich. Klar, wenn man 4 RAM Riegel ansteuert, dass die Wahrscheinlichkeit deutlich geringer ist, dass das Signal sauber genug bleibt. Was mir immer noch nicht klar ist: Warum nimmt man die RAM Slots (A2+B2), die weiter weg sind, wenn man nur 2 von 4 belegen will? Ich hätte doch eher gesagt, dass man näher zu CPU geht für ein besseres Signal. Der Pfad dahinter ist dann mehr oder weniger elektrisch tot.
        Bis ins kleinste Detail kann ich es nicht erklären, grob gesagt entstehen am Ende des Slots deutlich störendere Reflektionen als bei Slots, die weiter vorne in der Daisy Chain sind. Bei Slots, die mit T-Topology angebunden sind, ist das nicht der Fall. Diese bieten mit zwei Modulen aber insgesamt eine schlechtere Signalübertragung.

        Zitat von Penman
        Meinst du wegen geringerer Fertigungsgüte oder Materialwahl oder woran machst du das fest?
        Günstige Boards haben häufig weniger Layer im PCB und weniger Kupfer in den Leiterbahnen. Außerdem sind insgesamt schlechtere Komponenten verbaut, die theoretisch eher für Intereferenzen sorgen können.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zur Ansteuerung von 4 RAM-Riegeln sagt Roman nichts direkt. Da er aber Verbesserungen innerhalb eines bestückten Slots ausdrücklich verneint und nur in freigelassenen bespricht, sollte sich da nichts ändern.

        Das Asus-Marketingmaterial macht übrigens eine exakt gegenteilige Aussage und bespricht nur Verbesserungen in bestückten Slots. Allerdings zeigt das Marketingmaterial auch eine signifikant andere Pin-Form (keine überstehenden Enden) als die von Roman genutzten Fotos und auf denen wiederum sehe ich nicht die von Roman mündlich genannte "40 Prozent" Kürzung der Pins, sondern eher so ~20-25 Prozent. Anfrage an Asus, was denn nun Sache ist und ob wir einen kompletten Satz Augendiagramme zum selbst interpretieren bekommen können, ist draußen.

        Bzgl. entfernteren Slot: Die paar Millimeter Pfadlänge auf dem PCB, die A1 und B1 gegenüber A2 und B2 einsparen würden, machen keinen großen Unterschied in der Signalqualität. Der Verlust an den Pin-Kontakten in Sockel und Slot ist deutlich größer und auf dem letzten Stück unmittelbar unter den DIMMs gibt es auch nichts in der Nachbarschaft, das übersprechen könnte. (Vergleiche die Augendiagramme von Kanal A und B in Romans Video: Da liegen sogar zwei Slot-Breiten zusätzliche Leiterbahnlänge dazwischen.) Umgekehrt ist es aber, wie Roman schildert, wünschenswerte den offen verbleibenden Abgang so kurz wie möglich zu halten. Das ungenutzte Ende ist nämlich leider nicht elektrisch tot, sondern sorgt für Reflektionen. Je kürzer die Sackgasse ausfällt, desto kleiner ist dabei der Phasenversatz zwischen eigentlichem Signal und dem reflektierten Phantom. Von der Verzweigungsstelle aus hat man in Slot A1/B1 nur die eigentlich Pin-Länge innerhalb des Slots, in Slot A2/B2 aber zusätzlich noch ein Stück Leiterbahn auf dem Mainboard => Echos aus einem offenen A2/B2 kämen später und damit störender als die aus einem leeren 1/B1.

        Früher, als Gummistiefel noch aus Holz waren und RAM mit 200 MT/s taktete war das übrigens egal, weil die Taktlänge so viel größer als der Phasenversatz des Echos war, dass die Reflektion praktisch betrachtet gleichzeitig eintraf. Damals wurden auch tatsächlich die sockelnäheren Slots zuerst bestückt. Bei Dual-Channel-AMD-Systemen war sogar die Slot-Reihenfolge A1/B1/A2/B2 weit verbreitet, man hat also die Kanäle vermischt und so innerhalb eines Kanals den Abstand zum leerbleibenden Slot verdoppelt (was egal war), um die ersten beiden Module so nah wie möglich an den Sockel zu bringen (was bei den damaligen Signalströmen und Leiterbahnenqualitäten möglicherweise mehr Vorteile brachte als heute).
      • Von Penman PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von Jaffech
        Jep, aber nicht weiter schlimm, da 2 DIMM Boards sowieso höhere Taktraten* können als 4 DIMM Boards, daran ändert auch NitroPath nichts. Es entschärft die Differenz nur etwas.
        Das erkenne ich. Klar, wenn man 4 RAM Riegel ansteuert, dass die Wahrscheinlichkeit deutlich geringer ist, dass das Signal sauber genug bleibt. Was mir immer noch nicht klar ist: Warum nimmt man die RAM Slots (A2+B2), die weiter weg sind, wenn man nur 2 von 4 belegen will? Ich hätte doch eher gesagt, dass man näher zu CPU geht für ein besseres Signal. Der Pfad dahinter ist dann mehr oder weniger elektrisch tot.

        Zitat von Jaffech
        *Natürlich gilt das nicht für nen 50€ billig Board mit 2 DIMMs vs einem Asus Hero oder so.
        Meinst du wegen geringerer Fertigungsgüte oder Materialwahl oder woran machst du das fest?
      • Von Jaffech BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von doc-snuggles
        So wie ich es verstanden betrifft es nur die Boards mit 4 Ramslots mit 2 Rambestückung .
        Alle die nur 2 Ramslots haben keine verbesserung von NitroPath.
        Jep, aber nicht weiter schlimm, da 2 DIMM Boards sowieso höhere Taktraten* können als 4 DIMM Boards, daran ändert auch NitroPath nichts. Es entschärft die Differenz nur etwas.

        *Natürlich gilt das nicht für nen 50€ billig Board mit 2 DIMMs vs einem Asus Hero oder so.
        Zitat von doc-snuggles
        Ich finde für eine Gamingrechner langen 2 Slots . 64GB oder 96GB sind für die nächsten Jahre ausreichend .
        Nur hast du mit 64 GiB oder 96 GiB aufgrund der DR Problematik garnicht die Möglichkeit solche Taktraten überhaupt zu erreichen bei denen das NitroPath auch einen wirklichen nutzen bringt.
        Zumindest nicht mit den heutigen IMCs.

        Bei SR Modulen und damit Entlastung für den IMC und bei Nutzung von >8000 MT/s sieht das anders aus. Aber da ist man, mangels 32 Gbit ICs, auf 32/48 GiB beschränkt
      • Von Gast1729717802
        So wie ich es verstanden betrifft es nur die Boards mit 4 Ramslots mit 2 Rambestückung .
        Alle die nur 2 Ramslots haben keine verbesserung von NitroPath.
        Ich finde für eine Gamingrechner langen 2 Slots . 64GB oder 96GB sind für die nächsten Jahre ausreichend .
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