DRAM-Preise: Sammelklage gegen Samsung, Hynix und Micron
Die Speicherhersteller Samsung, Hynix und Micron sehen sich in den USA mit einer Sammelklage konfrontiert. Grund dafür sind die hohen DRAM-Preise. Die Urheber der Anklage werfen den Herstellern vor, das Angebot künstlich knapp zu halten und sich dadurch höhere Margen zu sichern.
Seit Jahren kennen DRAM-Preise nur eine Richtung und die geht mehr oder weniger steil nach oben. Das zwingt beispielsweise die Hersteller von Grafikkarten dazu, Speicherchips teurer einzukaufen, was diese natürlich an ihre Kunden weitergeben. Dabei setzt der Mining-Boom PC-Spielern bereits ordentlich zu, doch das ist ein anderes Thema. Wegen der hohen DRAM-Preise hat sich vor allem auch Arbeitsspeicher in den letzten Jahren stark verteuert. Als Grund führen die Speicherriesen Samsung, Hynix und Micron den Boom des Mobile-Marktes an. Alles zusammen überfordere einfach deren Kapazitäten. Manch Kunde hat jedoch den Eindruck, es gehe nicht mehr mit rechten Dingen zu. So auch die Urheber einer Sammelklage, die das Speichertrio nun der Preisabsprache bezichtigen.
Die in Kalifornien vor einem US-Gericht eingerichtete Klage bezieht sich in ihrer Argumentation unter anderem auf die Preisentwicklung. Zwischen dem 1. Juli 2016 und dem 1. Februar 2018 habe sich 4 GB DRAM um 130 Prozent verteuert. Die Angeklagten hätten offiziell verlautbart, dass sie die Kapazitäten nicht so stark erhöhen würden, wie dies notwendig sei. "Zum Beispiel haben Angeklagte die anderen Angeklagten durch öffentliche Äußerungen darüber informiert, dass sie die Wafer-Kapazitäten niedrig halten würden, um das Wachstum der DRAM-Versorgung zu begrenzen. Sie würden das DRAM-Angebot nur um 15 bis 20 Prozent im Jahr 2017 erhöhen, sogar als die Nachfrage nach DRAM um 20 bis 25 Prozent zunahm. Und man würde es unterlassen, einander Marktanteile abzunehmen."
Zudem werfen die Kläger den Herstellern vor, dass, obwohl sich der Preis in der angesprochenen Periode mehr als verdoppelt habe, keine Steigerung bei den Produktionskosten festzustellen sei. Auch gab es keine größeren Änderungen beim Herstellungsprozess, der diese Preisentwicklung rechtfertigen würde.
Die zuständige Anwaltskanzlei Hagens Berman ist keine Unbekannte beim Thema Preisabsprachen und Speicher. Diese hatte bereits Mitte des letzten Jahrzehnts Samsung und Hynix erfolgreich verklagt. Damals ging es allerdings noch um das Thema Rambus. Ob deswegen auch die aktuellen Vorwürfe gerechtfertigt sind, wird sich jedoch erst zeigen müssen.
Quelle: Hothardware

Wie auch immer, diese Klage werde ich mit Sicherheit ganz genau auf dem Radar beobachten
Natürlich werden Preisabsprachen gemacht!!! Seit Ewigkeiten wird das regelmäßig gemacht. Es geht um Geld und nicht um Stolz oder Ehre. Zusätzlich bereiten die möglichen Strafen auch keinem Konzern Sorgen. Kapitalismus nennt man das. Sicherlich gibt es in manchen Branchen Ausnahmen, aber die Masse der Global Player ist sich da einig. Da braucht es auch keine Beweise. Da, wo Geld ist, ist auch Korruption. Punkt. Alles andere sind niedliche Märchengeschichten.
Kritisiert wird der Preis der Arbeitsspeicher, der sich erhöht hat, ohne dass die Produktionskosten erhöht wurden.
Darum ging es und das steht im Artikel. Wie Du selber schreibst,
"Allerdings kann man in einer Marktwirtschaft den Preis eines Produktes selbst bestimmen"
Der Vergleich zur Software passt sehr gut, weil das Teure die Entwicklung ist. Steht die Anlage, fallen die Chips
hinten raus. Kostet immer noch mehr als eine DVD zu brennen für Windows, es ist aber vergleichbar. Eh Alter,
haste das echt nicht verstanden?
Wo gibt es denn eine Unterversorgung? Bisher habe ich keinen einzigen Tag erlebt, an dem man keinen DDR4
RAM kaufen konnte,, Es wird also scheinbar genug produziert. Nachfrage und Preis hängen bei RAM extrem
eng zusammen. Wir würden alle eine RAM Vollbestückung haben, wäre er billiger. Ich haben meine 32GB DDR3
für 120,-€ gekauft. Mehr hätte ich aber auch nicht ausgegeben. Ob jetzt 16 oder 32 ist wirklich nur ein Luxus-
problem, geht es um den Spielerechner. Die Hersteller verknappen keine Produktion, wie Du behauptest, sondern
kommen nicht hinterher, den Bedarf zu decken. Aber warum sollten sie sich den Markt kaputt machen? Die Kunden
zahlen die Preise doch, oder ist der Absatz an RAM eingebrochen? Viel wichtiger wäre die Frage, was beim Handel
hängen bleibt. Da sehe ich den großen Reibach.
Kommen wir zur Absprache. Es gibt nur Verdächtigungen, von Beweisen habe ich nichts gelesen. Normalerweise
wird zuerst ermittelt, dafür haben wir Kartellbehörden mit unfangreichen Möglichkeiten und dann wird Anklage
erhoben. Warten wir ab, was passiert. Meine Prognoise ist, dass es im Sande verlaufen wird. Aber ich kann mich
irren.
Wer in NSA Abhörzeiten, in denen jedes Smartphone eine Wanze ist so blöd wäre, und Preisabsprachen macht,
hätte es allerdings verdient, auseinander genommen zu werden. Bleibt dann nur die Frage, was von den möglichen
"Beweisen" gerichtsverwertbar ist.