AMD: Patent für automatische Speicherübertaktung

34
News Maximilian Hohm Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
AMD-CPU
Quelle: AMD

Grafikkarten und Prozessoren laufen mittlerweile auch ohne Nutzereingaben mit relativ guter Leistung. Um die Leistung des verbauten Arbeitsspeichers zu optimieren, müssen jedoch einige Stellschrauben genutzt werden, die gerade weniger erfahrene Nutzer vor Hürden stellen. AMD hat nun ein Patent eingereicht, das auch dieses Problem lösen könnte und für eine automatische Speicheroptimierung sorgen soll.

Moderne CPUs und auch GPUs passen ihren Kerntakt bereits seit einigen Jahren dynamisch an. Einflussfaktoren dafür sind die Leistungsaufnahme, Temperaturen, Lastzustände und viele weitere. Arbeitsspeicher dagegen unterliegt anderen Gesetzmäßigkeiten. Hier sind zumeist XMP- bzw. DOCP-Profile hinterlegt, die einen festen Takt bei gesetzten Latenzen und fixer Spannung bieten und von den meisten Spielern aktiviert werden. Abgesehen davon gibt es nur noch die Möglichkeit für händische Optimierungen wie schärfere Latenzen bzw. höheren Takt.

Das könnte sich laut eines neuen Patents von AMD bald ändern. Die Kalifornier haben dieses beim US-Patentamt eingereicht und bezeichnen die Funktion mit "Automatic Memory Overclocking". Dabei soll der Speichertakt der Module automatisch weiter erhöht werden, bis ein Speicherstabilitätstest abbricht. Dadurch werden die Grenzen des verbauten Arbeitsspeichers ausgetestet und können automatisiert in Profilen gespeichert werden. Auch bei den Timings soll die Vorgehensweise ähnlich sein und mehrere Möglichkeiten sollen abgespeichert werden.
Automatische Speicherübertaktung AMD Quelle: United States Patent and Trademark Office Automatische Speicherübertaktung AMD AMD verspricht sich davon nicht nur eine Arbeitserleichterung für Enthusiasten, die diese Eingaben ansonsten in stundenlang andauernden Übertaktungssessions selbst austesten müssten, sondern kann dadurch auch die Performance der eigenen Hardware optimieren und je nach Anwendungen zwischen höherem Takt und schärferen Latenzen abwiegen.

Da die Technik aus dem neuen Patent eine automatische Optimierung der Leistung des Computers eines Endkunden vornehmen könnte, scheint hier seitens des Nutzers kein Vorwissen mehr bestehen zu müssen und es bestünde kein Bedarf mehr, Speicherprofile zu aktivieren, um die bestmögliche Leistung zu erreichen. Leider ist noch bekannt, ab wann diese Technik marktfertig ist und auf einer Endkundenplattform zum Einsatz kommen kann.

Quelle: United States Patent and Trademark Office

34
    • Kommentare (34)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Incredible Alk
        Das ist mir schon klar (da hab ich vor langer Zeit sogar mal nen Blog zu geschrieben, wenn auch für GPUs, https://extreme.pcgamesha...). Ich hatte allerdings gehofft, dass es beim RAM da auch zumindest situationsbedingt mal Richtung (optionales) "knallhartes übertakten" wie dus nennst gehen könnte - da hier in aller Regel die Limits in Sachen Leistungsaufnahme, Temperatur usw. lange nicht erreicht sind.
        Das wäre natürlich toll, aber eben gerade weil es eine ganz andere Herausforderung als das Abschalten einer Stromsparfunktion bei hinreichender Kühlung und Stromversorgung ist. Das kaum Mögliche möglich machen wäre oft toll, aber ebenso oft ist es unmöglich.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Incredible Alk
        Das ist mir schon klar (da hab ich vor langer Zeit sogar mal nen Blog zu geschrieben, wenn auch für GPUs, https://extreme.pcgamesha...). Ich hatte allerdings gehofft, dass es beim RAM da auch zumindest situationsbedingt mal Richtung (optionales) "knallhartes übertakten" wie dus nennst gehen könnte - da hier in aller Regel die Limits in Sachen Leistungsaufnahme, Temperatur usw. lange nicht erreicht sind.
        Das wäre natürlich toll, aber eben gerade weil es eine ganz andere Herausforderung als das Abschalten einer Stromsparfunktion bei hinreichender Kühlung und Stromversorgung ist. Das kaum Mögliche möglich machen wäre oft toll, aber ebenso oft ist es unmöglich.
      • Von SimonG Software-Overclocker(in)
        Was ist da die Erfindung? Auto-OC für RAM ist nicht neu.
      • Von Incredible Alk Flüssigstickstoff-Guru (m/w)
        Zitat von PCGH_Torsten
        Vielleicht wird der Unterschied klarer, wenn man das ganze mal historisch betrachtet: Turbo-Modi sind ja keine zusätzlichen Leistungssteigerer, die Übertakten ersetzen sollen. Es handelt sich vielmehr um Verbrauchs-Optimierungen und Marketing-Tricks, weil die CPUs mit dauerhaft maximalem Takt auf allen Kernen schlicht zu heiß wurden.
        Das ist mir schon klar (da hab ich vor langer Zeit sogar mal nen Blog zu geschrieben, wenn auch für GPUs, https://extreme.pcgamesha...). Ich hatte allerdings gehofft, dass es beim RAM da auch zumindest situationsbedingt mal Richtung (optionales) "knallhartes übertakten" wie dus nennst gehen könnte - da hier in aller Regel die Limits in Sachen Leistungsaufnahme, Temperatur usw. lange nicht erreicht sind.
      • Von Jaffech BIOS-Overclocker(in)
        Ich denke nicht dass dieses Auto OC vernünftig bei RAM funktionieren wird. Dass der RAM stabil läuft bei Micron E Dies z.b. von 3200 auf 4000 ist in den seltensten Fällen ein Problem. Und auch die sekundär sowie tertiärtimings anpassen ist auch nicht wirklich ein Problem - schlägt Aida, Kharu, TM5 etc fehl nimmt man Takt/Timings weg. Das wird so ne Auto OC funktion optimistisch betrachtet schaffen.
        Größere Probleme sehe ich bei Spannungen und WHEAs. Bei Ryzen CPUs kann man oberflächlich vSoC, VDDP, VDDG IOD und CCD anpassen, darüber hinaus vref, p8 voltage und noch viel mehr. Diese Werte müssen alle stimmen damit ein System WHEA frei am Maximum läuft und das ist ne Excel Tabelle mit 800 zeilen an Spannungskombinationen. Und jetzt noch den ganzen Spaß mit den CAD Widerständen, Proc ODT, 1T, 2T, GDM on usw kombinieren... No way

        Was ich damit sagen will: Auto OC wird problemlos hohe Taktraten und brauchbare Timings erreichen können. Aber WHEAs wegzubekommen (v.a. die 101er Pakete) halte ich für nicht möglich bei einer automatischen Übertaktungsfunktion. Und Ryzen CPUs sind so gut wie immer WHEA limitiert sofern man kein wish RAM hat.

        Daher bin ich der Meinung man kann auch bei den normalen XMP Profilen bleiben und diese stattdessen erweitern. Z.b. indem man Sekundär und Tertiärtimings ebenfalls regelt. Eventuell 2, 3 XMP Profile mehr, die höher takten bzw straffere Timings haben und die CPU spannungen auf "übliche OC Werte" mit keiner Garantie auf Erfolg enthalten. So kann man die Profile durchschalten, schauen ob die CPU das mit diesen "normalen OC Spannungen" mitmacht ohne gleich nen voltage overshoot zu haben.

        Und wem das nicht reicht, der kann sich immernoch nen RAM OC Guide anschauen und selbst optimieren. Solange es nicht um die letzten 0,1% geht ist es auch garnicht so schwer wie man denkt - aber eventuell sehe auch nur ich das so weil ich RAM OC seit Kindheitstagen betreibe
      • Von Quake2008 Volt-Modder(in)
        Zitat von Schak28
        Eine gewisse Leistung haben sie und das sollten sie. Werden sie aber außerhalb der Spezifikation betrieben können gefahren entstehen. Und darüber sollte man sich im Klaren sein. Nutze ich solche Funktionen einfach stumpf ist es pure Faulheit! Da brauchen wir garnicht zu diskutieren.

        Will ich etwas richtig machen beschäftige ich mit der Materie.

        Ich könnte ja auch einfach die Auto OC Funktion benutzen was mir asus bereitstellt.
        Ist halt nur doof das die mir 1,6V auf die CPU knallt….

        Aber naja ich hab Zeit gespart und mehr Leistung …. LOL

        Aber naja ich lasse mich überraschen was da jetzt auf einmal neues an Automatischer Übertaktung gezaubert wird.
        Wäre natürlich klasse wenn’s halbwegs funktioniert um einen Groben Anhaltspunkt zu haben bevor man selber Hand anlegt.
        Ich glaube nicht das es so extrem ist. Die Option wird ein reguläres feature und bestimmt von der Garantie ab gedeckt. Anders wäre es grob fahrlässig sowas zu implementieren.

        Wie gesagt, ich glaube nur das AMD seine Karten einen Tick besser darstellen wird dadurch. Ähnlich wie Intel mit seinem Powertargets und dem Turbotakt der recht lange gehalten werden kann, wenn die Kühlung es hergibt. Dadurch steigt auch der verbrauch aber der benchmark Balken sieht etwas besser aus.

        Das man sich an OC wagen sollte, nur wenn man bereit ist sich mit der Materie auseinander zusetzen sollte jedem Klar sein. Oder man hat genug Geld das man in Erfahrung umwandelt^^ aka Lehrgeld^^ . Ich tune auch nicht einfach so mein Auto.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 08/2026 PC Games 07/2026 play5 08/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk