16 GiByte RAM im DDR3-1866-Modus nutzen: Woran scheitert es? Leserbrief der Woche
Tag für Tag erhält PC Games Hardware Anfragen, Vorschläge und Kritik von Lesern. In der Rubrik "Leserbrief der Woche" stellen wir Ihnen wöchentlich einen ausgewählten Leserbrief und bei Bedarf die Antwort eines Fachredakteurs vor. Beachten Sie, dass der Leserbrief der Woche nicht zwangsläufig in der Woche an die Redaktion geschickt wurde, in der er Ihnen an dieser Stelle präsentiert wird.
PCGH-Leser Dennis K. hat sich bei seinem neuen PC für 16 GiByte DDR3-2400-RAM entschieden. Leider kommt es bereits zu Problemen, wenn der Takt von DDR3-1600 auf DDR3-1866 angehoben wird.
Der Leserbrief von Dennis K.:
"Es geht um meinen Haupt-Spiele-PC:
Gehäuse: Corsair Graphite 600T White
Mainboard: Asus M5A99FX Pro R2.0
Prozessor: AMD FX-8350
Prozessorkühler: Be quiet Dark Rock 2
RAM: Kingston Beast Series XMP 4 x 4 GiByte
Grafikkarte: Gigabyte PCX GV-N770OC-2GD
Netzteil: Corsair TX850 ATX 2.3
SSD: Samsung 830 Serie 256GB
Storage-HDDs , Blu-ray-Brenner etc.
Monitor: Asus 1440p 27 Zoll
Betriebssystem: Win 8 64 BitLeider hab ich zum Zeitpunkt des Kaufs der Komponenten über eine RAM-Kompatibilitätsliste vom Mainboard nicht nachgedacht, obwohl mir dieses Thema durchaus geläufig war. Wo wir auch gleich beim Thema wären. Der oben genannte Arbeitsspeicher hat folgende Kennung: Kingston Beast series XMP KHX24C11T3K2/8X (Timing 11-13-11-31). Davon stecken 4 Riegel mit je 4 GiB in meinem Rig. Die Spezifikationen des Mainboards geben mit meinem installierten Prozessor DDR3-1866-Takt her - theoretisch.
Nun kommt die Kompatibilität ins Spiel. Eigentlich hatte ich mir den "scharfen" Arbeitsspeicher geholt, um ein wenig OC-Potential zu haben. Leider erreiche ich nicht mal den Standardtakt von DDR3-1866, weil der Beast-Speicher nicht in der Liste ist. Aktuell läuft der Speicher mit automatisch eingestellten 800 MHz (DDR3-1600). Jede Änderung lässt ein Starten des PCs nicht zu. Wegen der mannigfaltigen Einstellmöglichkeiten im UEFI-Menü des Asus-Mainboards glaube ich jedoch, dass sich auch dafür Möglichkeiten ergeben, und bitte Sie um Hilfe. Mein Problem ist, dass ich die Latenzen und Spannungswerte nicht kenne, die ich eingeben müsste. Wenn ich im UEFI-Menü danach sehe, stehen da gefühlte 300 Werte, die ich nicht zuordnen kann."
Die Antwort von Stephan Wilke (Fachbereich Arbeitsspeicher):
"Welche Timings die Module im DDR3-1866-Betrieb verkraften, lässt sich nicht sicher vorhersagen. Das müsste ausgetestet werden. Stabil sollten aber zumindest die Latenzen sein, die vom Hersteller für den DDR3-2133-Modus garantiert werden. Die XMP-Werte gibt Kingston für das Kit KHX24C11T3K2/8X mit 11-12-11 bei 1,6 Volt an, über die RAS-Latenz haben wir leider keine Information zur Hand. Daher würden wir diese zurückhaltend mit über 30 einstellen, Sie könnten den Wert aber ggf. mit einem Programm wie Aida 64 auslesen. Bei Vollbestückung kann eine angehobene Command Rate die Stabilität erhöhen.
Die Einstellungen im UEFI-Menü wären also folgende:
DRAM CAS# Latency --> 11
DRAM RAS# to CAS# Delay --> 12
DRAM RAS# PRE Time --> 11
DRAM RAS# ACT Time --> 32
DRAM Command Rate --> 2T
DRAM Voltage --> 1.60000 Volt
Memory Frequency: DDR3-1866MHzDamit müsste ein stabiler Betrieb im DDR3-1866-Betrieb möglich sein. (Es kann bisweilen helfen, erst Timings und Spannung umzustellen und den Takt erst nach einem erfolgreichen Neustart anzuheben.) Klappt es dennoch nicht, gibt es im Wesentlichen zwei Möglichkeiten:
- Der Arbeitsspeicher erfüllt die Herstellervorgabe nicht und wird bereits im DDR3-1866-Modus instabil. Testweise könnten Sie in diesem Fall die Speicherspannung "DRAM Voltage" auf 1.65000 Volt erhöhen. Diese Spannung liegt innerhalb der Herstellervorgabe (für DDR3-2400).
- Der RAM-Controller der CPU ist der Vollbestückung und der hohen Speichermenge im DDR3-1866-Betrieb nicht gewachsen und erfordert eine angehobene RAM-Controller-Spannung. In diesem Fall empfehlen wir, die CPU-NB-Spannung testweise in 0,050-Volt-Schritten anzuheben. Setzen Sie hierfür die Option "CPU & NB Voltage" auf "Offset Mode", wählen Sie das positive Vorzeichen bei "CPU/NB Offset Mode Sign" und stellen Sie bei "CPU/NB Offset Voltage" 0,05000 Volt ein. Führt dies nicht zum Erfolg, kann der Wert im nächsten Versuch auf 0,10000 Volt erhöht werden. Es gilt: Je niedriger die Spannungserhöhung, desto besser für das System. Bleiben Sie bei der Anhebung auf jeden Fall unterhalb von 0,20000 Volt - der minimale Leistungsvorteil ist das Defektrisiko nicht wert! Eine Anhebung der CPU-NB-Spannung wird nicht von der Gewährleistung/Garantie gedeckt.."
Leserbriefe können Sie an redaktion@pcgameshardware.de senden. Der Leserbrief der Woche wird jeden Samstag um 15:30 Uhr vorgestellt. Der Leserbrief gibt nicht die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich außerdem vor, Leserbriefe zu kürzen.
