Xbox-Entlassungen treffen id Software hart: id-Tech-Zukunft offenbar ungewiss
Das Beben bei Xbox hat auch die Entwickler von Quake und Doom, id Software, erreicht. Die Entlassungen dürften Auswirkungen auf Spiele und die id-Tech-Engine haben.
Die Woche war für die Gaming-Industrie ein Schock. Die massiven Stellenstreichungen bei Xbox umfassen gut 20 Prozent der bisherigen Mitarbeiter. Besonders id Software leidet Berichten zufolge stark unter den Sparmaßnahmen.
"Brutale Entlassungen"
Im Fokus der offiziellen Meldung von Microsoft standen eher die Firmen, die Microsoft sicher verlassen - Compulsion Games, Double Fine Productions, Ninja Theory und Undead Labs. Wo die übrigen Einsparungen herkommen sollen (kurzfristig 1.600 Stellen), wird erst allmählich klar. Dramatisch ist die Lage bei id Software. Der Erfinder von Wolfenstein, Doom und Quake hat erst diese Woche den DLC Doom: The Dark Ages Revelations (PCGH-Test) veröffentlicht und muss sich nun deutlich verschlanken.
Meldungen der Gewerkschaft von id Software zufolge verliert der Entwickler mindestens 92 von ca. 185 Vollzeitkräften, vor allem am Standort Texas. Unklar ist, was mit dem Studio in Frankfurt am Main passiert, wo vor allem die id-Tech-Engine weiterentwickelt wird. Für Aufsehen sorgt derweil unter anderem ein Linkedin-Posting von Derek Best, bisher VFX Artist bei id Software. Er sei "immer noch schockiert darüber, wie brutal die Entlassungen waren". Durch die Maßnahmen seien "jahrzehntelange Kenntnisse" aus dem Studio gelöscht worden, so Best.
Die ganze Arbeit für Doom: The Dark Ages wäre demnach umsonst gewesen, weil sie niemand weiterführen kann. Nichts sage "mehr über den Business-Erfolg von Microsoft, als ein Team in den Staub zu werfen und es auf Support-Studio-Größe zu schrumpfen". Bei Gamesbeat zitiert man einen ungenannten ehemaligen Mitarbeiter, der von einem "Blutbad" spricht. Das Ausmaß der Entlassungen sei nicht absehbar gewesen.
Wie geht es weiter?
Die neue Situation wirft viele Fragen auf für das Traditionsunternehmen, das erst im Februar 2026 seinen 35. Geburtstag feierte und dafür die originalen Gründer wie John Carmack und John Romero zu Wort kommen ließ. Laut Gamesbeat war id Software "verwundbar", weil man mitten zwischen zwei Großprojekten war. So probierte man sich unter anderem an einem John-Wick-ähnlichen Spiel, einem neuen Titel der Perfect-Dark-Reihe sowie einer Multiplayer-/Koop-Version von Doom.
Da sich 2026 nicht nur Quake, sondern auch die Quakecon zum 30. Mal jährt, gab es berechtigte Hoffnungen auf ein neues Quake-Spiel oder ein anderes Projekt. Doch was id Software Anfang August zeigen will, steht in den Sternen. Noch steht die Webseite zur Quakecon und es wird viel Programm zwischen dem 6. und 9. August geboten. PCGH hat Microsoft um Stellungnahme gebeten.
Zukunft der id-Tech-Engine wackelt
Auch die Zukunft der id-Tech-Engine dürfte nach dem offenkundigen Aderlass ein wichtiges Thema sein. Der oben genannte VFX Artist Derek Best glaubt, dass alles auf die Unreal-Engine umgestellt wird. Das Engine-Team wurde "stark dezimiert". Wie ThisWeekInVideogames berichtet, gehen die Apogee-Gründer Scott Miller und George Broussard, beide gut vernetzt mit id Software, davon aus, dass "die meisten (wenn nicht sogar alle) Programmierer" von den Entlassungen betroffen seien. Auch das Quake-Champions-Team sei weg. Auf der Liste der Entlassenen soll sogar der bekannte Director of Engine Technology, Billy Khan, stehen, der PCGH schon Fragen zur Engine beantwortet hat.
Laut der Webseite gebe es aber Quellen bei Xbox, die auch eine Zukunft der Engine sehen. So arbeite neben id Software auch Machinegames mit der id Tech; Wolfenstein 3 soll nach bisherigen Berichten auch weiterentwickelt werden. Beim Halo-Entwickler 343 Industries habe man die eigene Slipspace-Engine aber zugunsten der Unreal-Engine aufgegeben. Andere Studios nutzen ebenfalls noch proprietäre Engines (Forza-Tech-Engine und Creation Engine).
Eine Stellungnahme zu den Entwicklungen gibt es von id-Software-Mitgründer John Romero. Er bedauere die Entlassungen und sorge sich unter anderem darum, dass die vielen historisch bedeutsamen Werke von id Software konserviert werden. Die Geschichte von id sei für die Geschichte der Videospiele "von entscheidender Bedeutung". Er hoffe, dass das jetzt nicht zu kurz komme, um das Erbe des Unternehmens zu schützen.
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Wie das ganze langfristig aussiehst wird man sehen. Eins sollte man aber nicht vergessen was gut fürs Geschäft ist ist nicht unbedingt gut für die Spieler und umgedreht. Einen tot muss man also ohnehin sterben.