30 Jahre Quake: Wie id Software aus 3D eine neue Shooter-Welt machte
Langjährige PCGH-Leser werden sich erinnern: Am 22. Juni 1996 ist ein Wendepunkt in der Shooter-Geschichte. Mit Quake 1 kommt ein Echtzeit-3D-Shooter, der Maßstäbe setzt.
Spiele mit einigermaßen realistisch wirkender 3D-Grafik gab es 1996 schon längst. Einer der Pioniere auf diesem Gebiet war Ultima Underworld von Origin, das 1992 auf den Markt kam und immerhin texturierte 3D-Wände bot. Ein anderer Pionier ist der berüchtigte Shooter Wolfenstein 3D von id Software aus dem gleichen Jahr.
Quake 1 startet - mit gewaltigen Auswirkungen
Doch eine komplett dreidimensionale Shooter-Spielwelt liefert erst id Softwares neuestes Spiel, das am 22. Juni 1996 herauskommt und in Deutschland schnell indiziert wird und das auch bis November 2011 bleibt. Der Spieler kann die mittelalterlich angehauchte Welt in Quake nicht nur aus jedem Blickwinkel betrachten und zur Decke und auf den Boden blicken, ihm stellen sich auch erstmals Gegner aus Polygonen in den Weg. Figuren und Gegenstände bestanden bis dahin eher aus simplen 2D-Bitmaps, doch erst jetzt wirken solche Elemente wirklich realistisch.
Damit ist dieser technische Meilenstein der erste "echte" 3D-Shooter der Spielegeschichte, der nicht nur alle kommenden Spiele weit über die Grenzen des Shooter-Genres hinaus prägt, sondern auch seine Engine an mehrere Titel vererbt. Auf der ersten Quake-Engine und deren Abwandlungen basieren unter anderem der Meilenstein Half-Life sowie dessen höchst beliebte Mehrspieler-Modifikation Counter-Strike, die selbst über ein Jahrzehnt später noch als meistgespielter Multiplayertitel im Internet galt. Auch in dieser Hinsicht lässt sich Counter-Strike auf id Softwares 1996er-Meisterwerk zurückführen: Der Shooter war nämlich nicht nur technisch wegweisend, er machte auch Mehrspieler-Duelle per LAN oder Internet erst richtig populär. Quake machte vollpolygonale Echtzeit-3D-Shooter, Online-Deathmatch und Engine-Lizenzierung massentauglich.
Die große Bedeutung der Quake-Engine
Die Quake-Engine ist die erste 3D-Game-Engine, die statt zweidimensionaler Sprites dreidimensionale Spielfiguren nutzte. Die komplette Spielwelt auf Basis der Quake-1-Engine bestand aus dreidimensionalen Daten; außerdem wurden Lightmaps und dynamische Lichtquellen anstatt statischer Beleuchtung verwendet. Der Entwickler der Quake-Engine, die Firma id Software, machte viele Jahre einen Großteil seines Umsatzes mit der Lizenzierung der Engine, die sie ursprünglich für eigene Spiele entwickelt hat.
Entwickler id sortiert selbst seine Spiele-Engines in das Schema id tech x ein. Während Rage auf Basis der id-Tech-5-Engine entstand, wurde Doom 3 beispielsweise mithilfe von id Tech 4 realisiert. Die bekannte Entwicklergröße bei id war John Carmack, Chefentwickler der id-Engines und in den 1990ern und 2000ern das Pendant zu Tim Sweeney (Epic Games). 2009 wurde id Software von Zenimax übernommen und ist nicht mehr selbstständig. Carmack ging 2013 zu Oculus als VR-Frontmann, zog sich dort ab 2019 aber wieder zurück. Seit einigen Jahren ist Billy Khan der Director of Engine Technology bei id Software und kümmert sich maßgeblich um die Weiterentwicklung der Engine. Bei Doom Eternal kam die id Tech 7 zum Einsatz, bei Doom: The Dark Ages die id Tech 8.
Quake 1 in weiteren Versionen
Quake wirkt zum 30. Geburtstag nicht wie ein Museumsstück. Die Quake Enhanced Edition erschien 2021 als modernisierte Fassung, unter anderem mit 4K-/Widescreen-Support, überarbeiteten Modellen, dynamischem Licht, Soundtrack von Trent Reznor, Crossplay/Multiplayer-Features sowie Erweiterungen inklusive Inhalten von Machinegames. Am 6.1.2026 folgten auch die Verifizierung für das Steam Deck und Asus ROG Xbox Ally.
Ein offizielles RTX-Remaster gibt es bisher nicht, wohl aber mit Quake: Ray Traced/vkQuake-RT von sultim-t seit 2022 einen inoffiziellen Pathtracing-Renderer auf Vulkan-/vkQuake-Basis. Die eckigen Räume bleiben, aber das Licht verhält sich plötzlich wie aus einer anderen Zeit. 2025 wurde Quake auch in die World Video Game Hall of Fame und dort explizit für 3D-Engine, Multiplayer, Modding und E-Sports-Erbe gewürdigt. Ganz frisch ist auch ein Quake-Champions-Update zum 30. Jubiläum mit kostenlosem Battle Pass und Netzwerkcode-Überarbeitung.
Die Zukunft von id und Quake
Die spannende Frage ist, wie es mit id Software und Quake weitergeht. Der Kultentwickler feierte erst im Februar seinen 35. Geburtstag. Am 1.2.1991 wurde id Software in Texas gegründet. Damals schlossen sich John Carmack, John Romero, Tom Hall und Adrian Carmack (übrigens nicht verwandt mit John) zusammen, um nach dem Erfolg von Commander Keen (Vertrieb per Shareware über Apogee) den nächsten Schritt zu gehen. Quake 1 kam erst mehr als fünf Jahre nach der Gründung heraus, vorher brachte man unter anderem Hovertank One, Catacomb 3-D, Wolfenstein 3D (den "Urvater der Ego-Shooter" laut John Romero) und Doom 1.
Ob und wann es ein Quake 5 geben wird, steht in den Sternen. Dieses Jahr jährt sich nicht nur Quake zum 30. Mal, sondern auch die Quakecon. Anfang August könnte es also tatsächlich eine Ankündigung geben, auch wenn die Chancen dafür kaum abschätzbar sind. Im Zuge der Xbox-Turbulenzen bei Microsoft stehen auch Entlassungen bei id Software im Raum. Außerdem sind die Gerüchte um ein mögliches Quake 5 teilweise 20 Jahre alt. Zuletzt kam mit Quake 4 ja 2005 der letzte Teil der Hauptreihe; damals leitete Raven Software und nicht id die Entwicklung. Seitdem gab es mit Enemy Territory: Quake Wars, Quake Live und Quake Champions zwei einige "Beben"-spezifische Auskopplungen, aber eben keine Weiterführung der Hauptserie.
Mitmachen und kommentieren: Kommt Quake 5?
Wie stehen Sie zu diesem Thema? Die PCGH-Redaktion freut sich über Ihre fundierte Meinung in den Kommentaren zu dieser Meldung. Sollten Sie noch keinen Extreme-Account haben, laden wir Sie zu einer Registrierung im Forum ein. Beachten Sie beim Kommentieren aber bitte die gültigen Forenregeln. Folgen Sie gerne PCGH bei 🔈 Youtube oder 💬 Whatsapp und erhalten Sie Neuigkeiten zu Grafikkarten, CPUs und Gaming direkt in Ihrem Feed.

Schon Quake 4 war vor 21 Jahren ein ziemlicher Flop, auch wenn es grafisch ne Bombe war und die Kampagne meiner Meinung nach Spaß gemacht hat. Ansonsten hatte das Spiel aber nur einen abgespeckten Quake 3 Multiplayer mit minimalen Veränderungen zu bieten.
Quake Champions war hingegen ein kompletter Griff ins Klo. Das Spiel war einfach nach 2-3 Stunden stinklangweilig und es gab 0 Grund es längerfristig zu spielen. Das "Neuste" UT ist ja auf die gleiche Weise gescheitert...
Das. Einfach das XD