"Problem wird nur verschoben": Microsoft wegen Windows 10 weiter unter Beschuss [Update]

52
News Oliver Jäger Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
"Problem wird nur verschoben": Microsoft wegen Windows 10 weiter unter Beschuss
Quelle: DALL•E; Microsoft, Amazon; PCGH

Jetzt aktualisiert: Der Verbraucherzentrale Bundesverband äußert Kritik an Microsofts Vorgehen bezüglich der Sicherheitsupdates für Windows 10 und sieht die Europäische Union in der Verantwortung, klare Regeln aufzustellen.

Original-Artikel vom 1. Oktober 2025: Ursprünglich wollte Microsoft die offizielle Unterstützung für Windows 10 durch Sicherheitsupdates ab dem 14. Oktober 2025 einstellen. Danach hätte für Interessenten nur die Möglichkeit bestanden, am kostenpflichtigen ESU-Programm teilzunehmen, um die Versorgung mit Sicherheitsupdates für Windows 10 zu verlängern. Vergangene Woche machte Microsoft aber eine Rolle rückwärts und verlängert den kostenlosen Zugriff (in Europa) um ein Jahr. Der Verbraucherzentrale Bundesverband sieht dieser Entscheidung positiv entgegen, seine Kritik an Microsofts Vorgehen bleibt dennoch bestehen.

Der VZBV kritisiert Microsoft und fordert klare EU-Regelungen

Konkret kritisiert die Geschäftsbereichsleiterin Verbraucherpolitik des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Michaela Schröder, dass für Nutzer, deren Hardware nicht mit Windows 11 kompatibel ist, Mehrkosten entstehen, wenn sie sich nach Support-Ende für Windows 10 potenziell einen neuen Rechner zulegen müssen. Mit der aktuellen Maßnahme zur Sicherheitsupdate-Politik für Windows 10 verschiebe Microsoft das Problem nur um ein Jahr.

Michaela Schröder fordert in ihrer Stellungnahme: "Verbraucherinnen und Verbraucher brauchen verlässliche Systeme, die über viele Jahre hinweg aktuell bleiben. Das vermeidet das Wegwerfen von an sich funktionierender Technik und schont den Geldbeutel der Menschen." Nicht Microsoft selbst sollte darüber entscheiden dürfen, wie lange ein Betriebssystem sicher und funktionsfähig ist, sondern die Unterstützung durch Sicherheitsupdates sollte sich an der Nutzungsdauer des Endgeräts orientieren, erklärt Michaela Schröder.

Hier sieht der Verbraucherzentrale Bundesverband die Europäische Union in der Pflicht, innerhalb eines Jahres klare Regeln im Rahmen dieser Problematik zu schaffen. So ermögliche es etwa der Cyber Resilience Act der EU-Kommission, Mindeststandards für den Support digitaler Geräte festzulegen.


US-Verbraucherschützer machen Druck auf Microsoft

Update vom 2. Oktober 2025: Nicht nur der Verbraucherzentrale Bundesverband äußert scharfe Kritik Richtung Microsoft. Zusätzlich wurde eine Petition von einer US-Verbraucherschutzorganisation aufgesetzt, um ebenfalls zu erwirken, dass Microsoft die Unterstützung für Windows 10 nicht willkürlich aussetzt, der Vermeidung von massivem Elektroschrott und Zusatzkosten für Verbraucher zuliebe.

"Dieses Wegwerfsystem zerstört unseren Planeten, verletzt unsere Rechte als Verbraucher und ist einfach nur nervig. Es ist Zeit, das zu ändern", sagt der Senior Vice President und Chief Operating Officer bei U.S. PIRG, der Verbraucherschutzorganisation, die die Petition aufgesetzt hat. In einer Pressemitteilung ist die Rede von 590 Unternehmen, die unterzeichnet haben, sowie bislang über 16.300 Verbrauchern. Unter den Unterzeichnern sollen sich 83 gewählte Staats- und Kommunalbeamte, 382 Reparaturbetriebe und gemeinnützige Organisationen aus aller Welt, 19 Bibliotheken und Schulbeamte sowie 49 Umwelt- und Verbraucherorganisationen befinden.

Vonseiten PIRGs heißt es dazu, dass Hardwareforscher 2022 herausgefunden haben sollen, dass 43 Prozent aller Computer mit Windows 10 betrieben werden. Das habe vor drei Jahren etwa 400 Millionen Computern entsprochen, welche aufgrund inkompatibler Hardware nicht auf Windows 11 aktualisieren können. Die Maßnahme von Microsoft, in Europa ein Jahr länger kostenlose Sicherheitsupdates für Windows 10 auszurollen, erachten "Reparaturrechtler" aus Europa zudem als ersten Schritt in die richtige Richtung. Doch am Ende lautet deren Forderung: "Was wir wollen, ist ganz einfach: dass funktionierende Computer weiterhin funktionieren und nicht von Microsoft zurückgelassen werden."

Wie stehen Sie zu diesem Thema? Nutzen Sie die Kommentarfunktion und teilen Sie uns Ihre Meinung mit. Zum Kommentieren müssten Sie eingeloggt sein. Sollten Sie noch keinen Account haben, könnten Sie über eine Registrierung nachdenken, die viele Vorteile mit sich bringt. Beachten Sie beim Kommentieren bitte die gültigen Forenregeln. Folgen Sie uns außerdem für Neuigkeiten in der Hardware-Welt oder unsere exklusiven Inhalte gern auf Whatsapp und X. Unsere Video-Inhalte (oftmals gewürzt mit einer Prise Humor) finden Sie bei Youtube, Instagram und Tiktok.

Quelle: Verbraucherzentrale Bundesverband, PIRG

52
    • Kommentare (52)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        "Schon immer" 5+5 Jahre bei Microsoft-Endkunden-Betriebssystemen?
        DOS 1/2/3/4/5/6: Entweder "0 Jahre" (keine Security-Patches für einzelne Versionen) oder "13 bis 14 Jahre" (kostenpflichtige) Weiterentwicklung.
        95: 6 Jahre
        98: 8 Jahre
        ME: 6 Jahre
        XP: 13,5 Jahre
        Vista: 10 Jahre
        7: 13,5 Jahre
        8: 13,5 Jahre (6, wenn man bei .0 bleiben wollte)
        10: tbd
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        "Schon immer" 5+5 Jahre bei Microsoft-Endkunden-Betriebssystemen?
        DOS 1/2/3/4/5/6: Entweder "0 Jahre" (keine Security-Patches für einzelne Versionen) oder "13 bis 14 Jahre" (kostenpflichtige) Weiterentwicklung.
        95: 6 Jahre
        98: 8 Jahre
        ME: 6 Jahre
        XP: 13,5 Jahre
        Vista: 10 Jahre
        7: 13,5 Jahre
        8: 13,5 Jahre (6, wenn man bei .0 bleiben wollte)
        10: tbd
      • Von jacen2021 Schraubenverwechsler(in)
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] Zu Punkt 3: Die Supportzeiträume sind bei Microsoft schon immer von Anfang an festgelegt Desktop Systeme, die auch von Privatnutzer gekauft werden können (Home und Pro) haben immer einen Support Zeitraum von 10 Jahren (5 Jahre Mainstream und danach 5 Jahre Security Fixes), auch wenn Windows XP und 7 da Ausreißer sind.
        Die Support Lifecyles für Microsoft Produkte können hier eingesehen werden: https://learn.microsoft.c...

        Die Firmen und Behörden hatten zum Beispiel genug Zeit auf Windows 11 oder ein anderes Betriebssystem (Linux Distris) zu migrieren. Das gleiche gilt auch für die Hersteller von Spezialsoftware und Fachanwendungen.
      • Von Viper_CH PC-Selbstbauer(in)
        Solange weltweit mehr als 5 % der Nutzer es verwenden, sollten die Sicherheitslücken geschlossen werden, ohne dass man sich registrieren muss, einfach wie die Updates, die auch in den Jahren davor bereitgestellt wurden.

        Das sollte für alle Firmen gelten, die derartiges anbieten.
      • Von zetzet13 Schraubenverwechsler(in)
        Zitat von BxBender

        Der ganze Hickhack und Hatespeech geht mir einfach nur noch auf den Sack.
        Microsoft ist ein gewinnorientiertes Unternehmen wie alle anderen auch.
        Jeder kann und darf sich alles erlauben und absolut miese Vertragsbedingungen stellen.
        Hallo Google und Android? und und und und und ....
        Nur bei Microsoft gehen alle auf die Barrikaden?
        Damals gab es grob gefühlt alle 3 Jahre neue Betriebssystemvarianten udn ein neues teures Office-Paket.
        Da konnte man dann meinetwegen 600 Euro oder so für Retailversionen mit Packung loswerden.
        Jetzt gibt es das Betriebsysystem sogar teilweise gratis und sehr viel längere Unterstützung und Support, und anstatt sich darüber positiv zu äußern, fängt die Meute an zu geifern und die Zähne zu fletschen?
        Und wenn Microsoft dann völlig genervt aus Kulanz(!) und quasi aufgezwungener Kundenfreundlichkeit Laufzeiten auf eigene Kosten(!) verlängert, dann hört das Gejammere, Gemeckere und das Geschrei nicht einmal auf, nein, es wird sogar immer noch lauter?
        Am besten kostenlos für die Ewigkeit und für alle Rechner, die es gibt. Grööööl.
        Hallo?! Denkt einmal darüber nach, was da eigentlich abgeht.
        Und die Nummer vom Verbraucherschutz ist wirklich jämmerlich und peinlich.
        Meine Empfehlung an Microsoft: drauf geschissen! Jetzt im Oktober die Lichter ausknipsen, dann hört das alles endlich auf.
        Wer sich bis heute über Jahre hinweg nicht schlüssig geworden ist, was er überhaupt mit seinem Computer vor hat, obwohl mit Kauf bereits alles klar war, wie es laufen wird, dem kann man einfach nicht helfen, oder dem soll nicht geholfen werden.
        Das sind alles Jammerlappen ohne Rückgrat und ohne jedwede Einsicht, die die Gegenseite überhaupt nicht wahrnehmen und verstehen wollen oder können, so sieht es aus. Quasi der typische AFD Wähler, so ist es und nicht anders.
        Das hier muss einfach mal gesagt werden, egal, ob sich jetzt jemand schlecht fühlt, dann hat er es auch nicht anders verdient, weil er sich nämlich erwischt und schuldig fühlt.
        Zum Schluss noch ein dicker Spoiler-Alarm: mit einem Windows 12 ist man auch in 5-10 Jahren dann zum Upgrade oder Wechsel aufgerufen.
        Und wer natürlich erst einmel 3-5 Jahre wartet, ehe er sich das neue Betriebssystem draufbügelt, oder mit einem neuen PC erwirbt, der weiß doch schon genau zu diesem zeitpunkt, dass die LAufzeit komplett abgezogen werden muss, und vielleicht in einem Jahr schon die Abkündigung angesagt wird.
        Das weiß man und muss man wissen, weil es überall in allen Bereichen so ist und schon immer war.
        Unwissenheit schützt vor Schaden nicht. Und Dummheit auch nicht.
        Willst du den Autoverkäufer verklagen, nur weil der Hersteller ein halbes Jahr später ein komplett neues Modell vorstellt und das eigene Auto somit optisch zum alten Eisen gehört?
        Ich habe einen TV gekauft, der 1 Jahr später "Müll" war, weil Dolby Video und Sound Klimbims auf den Markt kam, was der alles nicht mehr konnte. Mein persönliches Pech.
        Selbst wenn es dann (natürlich noch teurere) Jahresabos geben sollte (Abos dienen ja der Gewinnmaximierung durch mehr Geldeinnahmen pro Zeitintervall) , die automatische Upgrades auf neue Versionen beinhalten, irgendwann kommt die Meldung wegen Mindestvoraussetzungen dann trotzdem.
        Es ist halt so, lebt damit, Aufregen ist sinnlos, Vorderungen unangebracht und rechtlich nicht haltbar, der einzig Schuldige sitzt vor dem Bildschirm.
        Basta.
        So, ich habe fertig.


        Gegenfrage: was ist mit allen anderen Produkten auf dem Weltmarkt, wo es noch viel schlimmer ist?
        Ich habe eben gerade einige Dinge genannt.
        Mir fallen auch Navigationssysteme ein, wo man ein paar JAhre Updates bekam, dann konnte man den Rotz wegschmeißen, weil unbrauchbar.
        Ist mit Smartphones und TV's heute noch.
        Grafikkarten, Grafikkarten.
        90% der User hier feiern Nvidia ab, nach dem Kauf kann man aber schon wieder Geld sparen, weil nach 5 gespielten Spielen eine neue Kartengeneration kommt, die ausdrücklich nur damit neue Features bringt, und von neuen Spielen verlangt wird.
        Nennt mir eine handvoll Leute hier im Forum, die sich nach 1 mal kaufen so tierisch aufgeregt haben, wie es bei Microsoft der Fall ist?
        Es gibt keine einzige Seele weit und breit, nein, die kaufen gierig sogar für das Doppelte und feiern das hier ab mit Bildern, dass Sie eine Karte bekommen haben, obwohl die überall ausverkauft ist.
        Verkehrte Welt.
        Ich lasse den Grundgedanken natürlich zu, dass man sich als Kunde einen besseren oder längeren Support etc. wünscht (wer will das nicht?), aber das geht dann aber auch mit höheren Kosten für das gekaufte Produkt Hand in Hand. Support ist teuer und kostet den Unternehmen Gewinn.
        Aber das wollen die Leute, die am lautesten den Mund auftun dann aber auch auf keinen Fall.
        Es geht also um die Sache mit zweierlei Maß messen und so weiter, und einfach immer weiter fordern, ohne auch was dafür geben zu wollen, oder sich mal zu fragen, wie das vorher immer war, wie das woanders läuft, oder warum das so sein muss oder kann.
        Damals nannte man das u. a. auch kackendreist.
        Heute scheint es selbstverständlich geworden zu sein.
        Vielleicht werden die Kinder heute wirklich falsch aufgezogen, alles verwöhnte Einzelkinder, die alles bekommen und von allen Seiten bemuttert werden.
        Wer am lautesten schreit, der bekommt am meisten.
        Ist jetzt natürlich eine blöde Behauptung von mir und grundlegend absolut nicht haltbar, aber wer solche Behauptungen in den letzten Jahren losgelassen hat, liegt wohl doch nicht zu 100% daneben?
        Zumindest tun Leute auch nicht viel dagegen, dass solche unfairen Meinungsbildungen entstehen.
        Ich lese viel Frust über die Dauerdebatten zum Windows-10-Support. Dass Support Geld kostet und Produktzyklen geplant werden müssen, ist unstrittig. Diese Punkte sind wichtig.

        Gleichzeitig geht es vielen hier nicht um „für immer gratis“, sondern um Sicherheit, Planbarkeit und Übergänge bei heterogener Hardware und Budgets. Das sind legitime Interessen.

        Vielleicht hilft es, die Diskussion auf ein paar Sachfragen zu bündeln:
        • Wie lange sollte Sicherheits-Support für ein noch weit verbreitetes OS mindestens laufen?
        • Welche Übergangsmodelle (z. B. bezahlbare ESUs) wären fair für Privatnutzer, Schulen und kleine Betriebe?
        • Welche Transparenz braucht es zu End-of-Support, damit Upgrades rechtzeitig planbar sind?

        Wenn wir uns auf diese Punkte konzentrieren, kommt die Debatte ohne persönliche Zuschreibungen aus und bleibt für alle nutzbar. Deine Hinweise zu Kosten und Lebenszyklen sind dabei ein guter Ausgangspunkt.
      • Von Viper_CH PC-Selbstbauer(in)
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] Das Thema bewegt dich sehr, und es ist auch verständlich, dass du eine eigene Ansicht hast. Andererseits haben andere ebenfalls ihre Ansichten. Ganz nüchtern betrachtet ist es jedoch mehr als schade, nicht vor allem die Umwelt im Blick zu haben, wenn der Support endet und so viele PCs betroffen sind.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 08/2026 PC Games 08/2026 play5 08/2026 N-Zone 08/2026 Linux Magazin 08/2026 LinuxUser 08/2026 Raspberry Pi Geek 09/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk