AMD Polaris und Vega: Details zu den GPUs mit ersten Shader-Angaben
AMD hat den Treiber-Quellcode für Linux veröffentlicht, mit dem die Unterstützung für die Polaris-Generation eingeführt wird. Daraus lassen sich neue Details zu Polaris 10 ("Ellesmere") und Polaris 11 ("Baffin") ziehen. Zudem gibt ein R&D-Manager an, dass "Greenland" (mutmaßlich Vega 10/11) 4.096 Shader haben wird.
Nachdem AMD die nach außen kommunizierten Insel-Codenamen für seine GPUs aufgegeben hat, stellte sich bislang die Frage, welchen Stern-Codenamen Baffin, Ellesmere und Greenland entsprechen. Eine Antwort darauf gibt nun AMDs aktueller Treiber-Quellcode für Linux, welcher mit der jüngsten Aktualisierung die Unterstützung für Polaris erfahren hat. Demnach entspreche Polaris 10 Ellesmere und Polaris 11 Baffin. Greenland mit dem gemutmaßten High-Bandwidth Memory wäre nur wenig überraschend Vega 10 beziehungsweise Vega 11.
Der Quellcode deutet zudem an, dass Polaris 11 vier 32-Bit-Speichercontroller und Polaris 10 acht besitzen werde. Das entspräche 128 und 256 Bit. Da eine Tabelle die Speichercontroller-IP bis hin zu Tonga (GDDR5) als "8.0" und bei Fiji (HBM) als "8.5" angibt, liegt die Vermutung nahe, dass die Polaris-Architektur mit "8.1" einen weiterentwickelten GDDR5-Controller hat - GDDR5X lässt grüßen? Über die veröffentlichten IDs lässt sich ein Eintrag in der Benchmark-Datenbank von Sisoftware indes als Polaris 10 identifizieren (67DF:C4). Genannt werden dort 36 Compute-Units mit 2.304 Shader-Einheiten. Das liegt zwischen Tonga XT (2.048) und Hawaii Pro (2.560), wobei es sich auch um eine beschnittene GPU handeln könnte. 3.072 oder 2.560 Shader klingen vom Aufbau her "schöner", möglich wäre auch die Übernahme der 2.816 ALUs von Hawaii XT. Die "3 GiB DDR3" werden offensichtlich falsch ausgelesen. Die 5,0 GHz sprechen erneut für GDDR5X, was dann 10 Gbps entspräche. Der zuvor genannte AMD-Quellcode nennt einen Zielwert von 6,0 GHz (12 Gbps bei GDDR5X).
Während der Treiber die Compute-Units bei Polaris (GCN Gen 4) genauso behandle wie bei GCN 1.2/Gen 3 (beides GFX-IP 8.0) - was Verbesserung, vor allem beim Power-Gating, nicht ausschließt -, spricht ein AMD-R&D-Manager von IP 9.0 bei Greenland. Spätestens mit Vega sollte AMD also die für Direct3D 12_1 nötigen Änderungen einbauen. Der Entwickler nennt zudem 4.096 Shader für Greenland, womit die GPU Fiji ähneln würde, bloß eben mit den diversen Architektur-Verbesserungen. Performance-Verbesserungen im höheren zweistelligen Prozentbereich sollte man da nicht ausschließen. Da ein zweiter Vega-Grafikchip quasi bestätigt ist, sollte sich der darüber positionieren und Fiji als neuer "Topdog" ablösen.
Quelle: via 3Center-Forum (Diskussion ab dort beginnend)
