Playstation 5 im Test - Die Next Gen ist da!

Lange mussten wir warten, doch nun ist die Nachfolgekonsole der Playstation 4 in greifbarer Nähe: Die Playstation 5 kommt in Europa am 19. November in den Onlinehandel. Nachdem die PS4 über 100 Millionen Mal verkauft wurde, ist das Interesse an der neunten Konsolengeneration aus dem Hause Sony immens. Wir haben den Next-Gen-Ableger testen dürfen und berichten von unseren Eindrücken.

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Playstation 5 im Test - Die Next Gen ist da!
Quelle: Sony

Die nächste Generation neuer Spielekonsolen ist nur noch einen Katzensprung entfernt, dennoch waren die letzten Monate diesbezüglich ungewohnt aufregend und undurchsichtig. Eine überdurchschnittlich hohe Nachfrage bei einhergehender geringer Chipausbeute und natürlich die Corona-Pandemie, wegen der sich Sony erstmals entschloss, die Konsole zunächst nur Online anzubieten (dank Corona), setzen den Marktstart der nächsten Playstation genau ins richtige Licht des Jahres 2020. Aber lassen wir die erschwerten Umstände mal alle außen vor und konzentrieren uns in diesem Artikel nur auf die Konsole, das Ökosystem drumherum und was Sony für all diejenigen geplant hat, die sich in diesem Jahr noch glücklich schätzen können, solch eine Spielemaschine in die Finger zu bekommen. Der japanische Konzern ist in Sachen Home Entertainment und Spielekonsolen ja kein unbeschriebenes Blatt und konnte innerhalb der letzten 25 Jahre einige Rekorde für sich verbuchen, aber auch Innovationen voranbringen oder zur Adaption bestimmter Technologien massiv beitragen. Genau wie die Konkurrenz schickt Sony zum ersten Mal zwei Konsolen ins Rennen, die sich nur durch das Vorhandensein eines 4K-Bluray-Laufwerks unterscheiden. Ohne optisches Laufwerk kostet die "All Digital"-Version 399 Euro und damit 100 Euro weniger als die "normale" Konsole. Anders als beim Mitstreiter sind die internen Spezifikationen abseits des Laufwerks identisch, sodass man hier keine Abstriche in der gebotenen grafischen und optischen Finesse in Kauf nehmen muss.

Als Rechenschieber kommt in der neunten Konsolengeneration aus dem Hause Sony ein Ryzen-Chip mit RDNA-2-Features zum Einsatz, der auf eine extrem schnelle NVME-SSD und 16 GB GDDR6-Arbeitsspeicher zurückgreifen kann. Damit sollen die Ladezeiten der letzten Spielekonsolen der Vergangenheit angehören und Spiele in der Lage sein, Assets direkt aus dem Speicher auf den Fernseher streamen zu können, ohne das lästige Aufpoppen die Gamer-Seele malträtieren würde. Die Erwartungen an Sonys Playstation 5 sind immens, auch weil die Vorgängerkonsole sich bereits über 100 Millionen Mal verkaufte und damit die am schnellsten verkaufte Spielekonsole der Welt ist. Dank der Abwärtskompatibilität zur Playstation 4 soll der Wechsel in die neue Generation so reibungslos wie nur möglich stattfinden, Crossplay mit der alten Generation verhindert zudem eine Fragmentierung der großen Spielerschaft in Sonys Ökosystem.

Eine Frage des Designs

Während Konsolen in den letzten Jahren doch recht einheitlich ausgesehen haben und meist eine Art schwarzen Kasten in der ein oder anderen Form repräsentierten, ist das Design der neuen Playstation 5 mutig. Die Spielerschaft ist diesbezüglich gespalten, den einen gefallen die geschwungenen Linien und das futuristisch anmutende und erfrischende Äußere, während den anderen das Abseits eines rechteckigen Quaders einfach zu viel Kunst zu sein scheint. Die Konsole selber ist dagegen größer und schwerer als das Vorgängermodell und gemessen am USB-Port die größte Konsole, die jemals auf die Spielerschaft losgelassen wurde. Grund dafür ist laut Aussage des verantwortlichen Designers Yasuhiro Ootori das verbaute Kühlkonzept, mit dem ein leiser und kühler Betrieb der Konsole garantiert wird. Der Designer entschied sich bewusst für einen 120 × 45 mm großen Radiallüfter, um so beide Seiten des Mainboards richtig kühlen zu können. Die Alternative mit zwei kleinen Rotoren für je eine Seite hätte andere technische Hürden mitgebracht, sodass man mit dieser Entscheidung die bestmögliche Kühlung bei einer geringen Geräuschentwicklung realisieren konnte. Wer sich die Kühllösung der Playstation 4 Pro anschaut und deren Lautheit kennt, der wird diese Entscheidung begrüßen: Lieber etwas größer und klobiger, um eine leise Konsole während des Spielens zu haben.
Playstation 5 im Test - Konsole stehend Quelle: Sony Playstation 5 im Test - Konsole stehend
Die Next-Gen-Konsole kann dann entweder liegend oder stehend positioniert werden, bedarf aber dafür des beiliegenden Standfußes - nur so kann sie auch sicher und ohne Wackeln aufgestellt werden. Designtechnisch ist sie außerdem an den neuen DualSense Controller angepasst, soll heißen, dass der innere schwarze Block von zwei weißen Außenseiten flankiert wird, die wiederum jeweils mit blauen LEDs beleuchtet werden. Die beiden "Faceplates" können abgenommen werden, um einerseits den Radiallüfter von Staub durch dafür vorgesehene Reinigungslöcher abzusaugen und eine Zusatz-NVME-SSD einzubauen, andererseits aber auch, um der Konsole nach Launch einen persönlichen Anstrich verpassen zu können. Mit 4,5 Kilogramm wiegt die Basisversion 600 Gramm mehr als die Digital-Edition und 1,5 kg mehr als die Vorgängerkonsole. In Sachen Anschlüssen können am Kühlgerippe auf der Rückseite zwei USB-3.1-Ports ausgemacht werden, Ethernet sowie HDMI 2.1, auf der Vorderseite findet man einen USB-2.0-Anschluss sowie einen USB-C-3.1-Port.

Technisches Powerhouse

In der neuen Konsole, die uns Sony freundlicherweise zum Testen hat zukommen lassen, kommt eine Ryzen-CPU mit einer Taktfrequenz von bis zu 3,5 GHz zum Einsatz, die im 7-nm-Fertigungsprozess von TSMC gefertigt wurde. Der Achtkerner basiert auf der Zen-2-Architektur und kann simultanes Multithreading, sodass insgesamt 16 Threads bearbeitet werden können. Laut Mark Cerny, Chefentwickler bei Sony Playstation, ist die Frequenz auf 3,5 GHz gedeckelt, die Playstation 5 soll aber durchgehend mit dieser Taktrate laufen und nur unter bestimmten Voraussetzungen weniger Takt bieten. Man darf zudem davon ausgehen, dass die verbaute maßgeschneiderte CPU den mobilen AMD Renoir-Prozessoren bis zu einem gewissen Grad entspricht. Als Grafikeinheit setzt auch Sony bei der Playstation 5 auf die RDNA-2-Architektur, die sich bei den kommenden Navi-Grafikkarten von AMD finden lässt. Damit ist dann hardwarebasiertes Raytracing auch auf Konsolen möglich, sowie noch weitere Features der aktuellsten GPU-Generation. So finden sich in der APU insgesamt 36 Compute Units (CU), die mit einer Frequenz von 2,23 GHz betrieben werden und so insgesamt auf 10,28 TFLOPs kommen. Genau wie bei der CPU ist die Frequenz gedeckelt und das Limit, gleichzeitig aber auch der Standard, mit dem die Konsole betrieben wird und der nur unter bestimmten Voraussetzungen herabgesetzt wird. Die PS4 und die PS4 Pro basierten noch auf der älteren GCN4-Polaris-Architektur und kamen 1,84 respektive 4,2 TFLOPs, auch wenn der Vergleich wegen der neuen Architektur etwas hinkt. Wie dem auch sei, die Transistoranzahl ist den CUs der neuen Playstation ganze 62 Prozent höher als in den Compute Units der PS4.

Die in der APU zum Einsatz kommende Boost-Technologie darf nicht mit einem "gewöhnlichem" Boost wie etwa bei Grafikkarten oder Prozessoren im Computer-Segment verwechselt werden, denn da ist der Boost temperaturbedingt. Liegt also eine höhere Außentemperatur an, taktet die CPU oder GPU normalerweise runter. Bei der PS5 sieht das aber anders aus, da hier alle Konsolen die gleiche Leistung erbringen, egal wie die Umgebungstemperatur ist. Cerny beschreibt das so: "Anstatt mit einer konstanten Frequenz zu arbeiten und das Leistungsbudget anhand des Workloads zu verändern, verändern wir die Frequenz aufgrund des Workloads und betreiben die Playstation 5 mit einem konstanten Leistungsbudget." Damit wird also weniger die Temperatur des Chips überwacht, sondern der Workload der APU wird in Augenschein genommen und die Frequenzen entsprechend angepasst. Dabei hilft AMDs Smart Shift Technologie, die ungenutzte Reserven so verteilen kann, um noch etwas mehr Leistung zu bekommen. Die Idee dahinter ist, so einen zwar kleineren Grafikchip zu nutzen, dieses aber schneller takten zu können, was wiederum eine bessere Performance ermöglichen soll, wie man zunächst der TFLOPs-Angabe entnehmen würde.
Playstation 5 im Test - APU Boost Technologie Quelle: Sony Playstation 5 im Test - APU Boost Technologie
Mit dem festgesetzten Leistungsbudget ist zudem die entstehende Abwärme kalkulierbar und selbst im Worst-Case-Szenario würde die APU der Playstation 5 nur marginal heruntertakten, um beispielsweise den Strombedarf um mehrere Prozentpunkte zu senken. Daneben ist die GPU mit RDNA-2-Architektur und DXR-Tier-1.1 in der Lage, grafische Feinheiten namens Raytracing abzuliefern, ebenso von der Partie ist Variable Rate Shading. Genau wie bei der Konkurrenz findet die hardwarebasierte RT-Berechnung in den Textureinheiten statt, die dann entweder vier Textur- oder eben Raytracingoperationen durchführen können. Wie am Rechner bekommt man auch auf der Playstation 5 dann Reflektionen, Umgebungsverdeckung, Schatten und eine globale Beleuchtung auf die Mattscheibe geworfen. KI-technisch scheint Sony auch an einer Alternative zu Nvidias DLSS zu arbeiten, mit dem dann Spiele in geringerer Auflösung gerendert werden, schlussendlich aber augenscheinlich hochauflösende Frames ausgeben.

Wahrer Star der Next Gen wird aber nicht Raytracing sein, sondern die massiv geschrumpften Ladezeiten durch die NVME-SSD, die in der Sony Konsole total 825 GB umfasst, die einen nativen Datendurchsatz von 5,5 GB/s erlaubt. Durch eine dafür abgestellte Dekompressionseinheit mit Unterstützung für Zip (zlib) sowie Oodles Kraken Protokoll soll ein gängiger Durchsatz von 8 bis 9 GB/s erreicht werden können. Damit das auch zu bewerkstelligen ist, wurde ein extra Flash Memory Controller entwickelt, der I/O-Flaschenhälse beseitigen soll. Daneben sind noch 16 GB GDDR6 SDRAM mit einer Bandbreite von 448 GB/s verbaut.

SSD-Geschwindigkeit - das Next-Gen-Feature schlechthin

Die Playstation 5 ist die erste Sony Konsole, die mit einer SSD daherkommt und all die Geschwindigkeitszugewinne mitbringt, die der elektrische Speicher gegenüber den rotierenden magnetischen Plattern einer HDD hat. Sony hat sich viel Mühe gegeben, die schnellen Zugriffszeiten einer SSD durch einen eigens entwickelten Flash Controller auch in die Praxis umzusetzen, sodass entstehende Flaschenhälse erst gar nicht auftauchen. Darunter ist eine Anbindung über ein 12-Channel-Interface, die die SSD-Größe von 825 GB vorgibt, aber auch über vier PCIE-Lanes an die Custom-AMD-Chip angebunden ist. Wie schon auf der Playstation 4 wird als Kompressionsmethode wieder auf zlib gesetzt, aber auch Oodles Kraken Hardware Decoder kommt auf der Playstation 5 zum Einsatz und macht aus den unkomprimierten 5,5 GB/s ganze 8 bis 9 GB/s. In der I/O-Einheit ist deswegen ein hardwarebasierter Kraken Decoder verbaut, der 5,5 GB/s mit Kraken komprimierte Daten von der SSD aufnehmen kann, die dann nach der Dekomprimierung 8 oder 9 GB/s werden - theoretisch sind im besten Fall sogar über 20 GB/s möglich. Würde man das über die CPU lösen wollen, müsste man für den Datastream ganze neun Zen-2-Kerne für diese Aufgabe abstempeln. Diese bisher erzielten Werte können in Zukunft noch gesteigert werden, weil Sony neben Kraken auch Oodle Textures lizensiert hat, womit sich GPU-Texturen noch besser komprimieren lassen.
Playstation 5 im Test - SSD in Der PS5 Quelle: Sony Playstation 5 im Test - SSD in Der PS5
In der Praxis sieht das bei Playstation-4-Titeln bisher so aus, dass beispielsweise das Remake von Tony Hawks Skateboarding 1+2 auf der PS5 in 6 Sekunden geladen ist, auf der PS4 benötigt man dafür 14 Sekunden - das ist eine Reduktion um 57,1 Prozent. Bei God of War benötigt die neue Konsole dagegen 11 Sekunden, die PS4 Pro noch 15 Sekunden. Anders sieht es bei Death Stranding aus, da muss man fast zwei Minuten - um genau zu sein 115 Sekunden - warten, bis das Level geladen ist. Auf der neuen Konsole sind es dagegen nur 52 Sekunden, was einer Reduktion um 54,8 Prozent entspricht. Bei Spiderman Miles Morales, einem Titel der sowohl auf der alten Konsole als auch auf der neuen Konsole erscheint, braucht die Playstation 5 gefühlt zwei Sekunden, um ins Level zu laden - auf der Playstation 4 muss dagegen 1.000 Prozent länger warten, nämlich 22 Sekunden. Spiele laden durch die Bank deutlich schneller und so werden lange Wartezeiten beseitigt, die man sonst gelangweilt vor dem Bildschirm verbachte.

Der beste Controller aller Zeiten?

Mit dem Einzug einer neuen Konsolengeneration könnte man ja auch ein wenig an den Eingabegeräten herumspielen, quasi ein neuerdachter Controller. Bisher war die Entwicklung der Controller bei Sony immer eine ergonomische Verbesserung der Vorgänger-Iteration, die ein paar kleine neue Features bekommen haben. Für die Playstation 4 waren das noch das Touchpad und der kleine mittige Lautsprecher sowie bessere Thumbsticks, die es allesamt auch in die nächste Generation geschafft, ja zusätzlich wurde sogar noch ein Mikrofon eingebaut. Jetzt mit der neunten Konsolengeneration hat man sich nochmal ans Designbrett gesetzt und dem DualSense Controller ganze 65 g zusätzliches Gewicht verpasst - damit liegt das Eingabegerät schön schwer in der Hand und gibt beim Spielen einen guten Halt. Dieser kommt auch durch eine Aufrauhung der Oberfläche der Griffe mit klitzekleinen Playstation-Button-Symbolen zustande. Insgesamt sind die Handgriffe länger und größer und durch eine leichte konvexe Biegung sitzt der Controller insgesamt deutlich besser im menschlichen Greifapparat und füllt die Handflächen besser aus als noch der Dualshock 4. So wirkt der neue Controller größer, schwerer und ergonomisch besser an die menschliche Hand angepasst.
Playstation 5 im Test - Controller-Vergleich Quelle: PC Games Hardware Playstation 5 im Test - Controller-Vergleich
Wirklicher Star des Controllers sind aber die haptischen Trigger und der interne Vibrationsmotor, die man so noch nicht bei einer Konsole gesehen hat respektive gefühlt hat. Die Schultertasten erlauben dabei nicht nur die Energie eines dosierten Tastendrucks wiederzugeben, sondern man kann beispielsweise bis zu einem gewissen Druckpunkt - hier der Antrieb einer kleinen Rakete in Astro Boy - die Schultertaste gedrückt halten, aber erst mit mehr Kraft und dem vollständigen Durchdrücken initiiert man den Start des Raketenantriebs. In Egoshootern muss dieses Feedback sicherlich richtig Spaß machen, weil man nicht nur Waffen unterschiedlich am Controller darstellen kann, sondern auch deren Zustand: Ist die Waffe alt und gammelig, blockiert sie vielleicht oder lässt sich insgesamt schwerer betätigen. Hinzu kommt der Vibrationsmotor, der so feingranulierte Vibrationen von sich geben kann, dass damit beispielsweise in Spider-Man Miles Morales das Poltern über die Schienen in einer U-Bahn simuliert werden kann oder man im Controller fühlt, wie ein Auto an einem vorbeifährt. Das hört sich zunächst einmal unglaublich und irre an, aber genau so hat sich das angefühlt. Das wird natürlich noch gekürt, weil der kleine Lautsprecher entsprechende Sounds von sich gibt, die das Gefühl in der Hand mit dem Gesehenen auditiv unterstützt - die volle Bandbreite der Sinne wird hier gefordert, fehlt nur noch Riechen.

Kein Düsenjet mehr und bleibt kühl

Endlich sind die Zeiten vorbei, wo man die Wahl hatte: Entweder man setzt sich ein Ohr-schließendes Headset auf oder man stellt die PS4 Pro ans andere Ende des Wohnzimmers. In beiden Situationen hatte man von der Geräuschkulisse einen Quasi-Düsenjet in Form einer Playstation 4 zuhause, der in den anspruchsvollen Titeln der letzten Jahre zu Höchstleistungen auflief. Das war teilweise so schlimm, dass man Freunde über den Chat nicht mehr verstehen konnte, wenn diese zu nah an ihrer Konsole saßen. Wie dem auch sei, die Playstation 5 wurde extra so konzipiert, dass Lautheit und Hitze keine Probleme darstellen sollten und das tun sie auch nicht. Im Leerlauf ist die Konsole mit 0,1 Sone stehend oder liegend nicht hörbar, erst in dem Next Gen Spiel Spider-Man Miles Morales konnte eine Lautheit von 1,1 Sone stehend registriert werden und bei God of War, im Rahmen der PS4-Abwärtskompatibilität, wurden 0,9 Sone gemessen. Liegend lagen die Werte für beide Games 0,3 Sone niedriger. Die Disk-Version der Konsole erzeugte bei Red Dead Redemption 2 stehend Ingame 1,0 Sone und für die Installation mit einer Disk 3,6 Sone, liegend lag der Wert Ingame mit 0,3 Sone etwas höher. Wen das jetzt abschrecken mag, dem sei gesagt, dass Sony hier mit Update laufend für bestimmte Titel und im Allgemeinen nachhelfen wird.
Playstation 5 im Test - Seitliche Wärementwicklung Quelle: PC Games Hardware Playstation 5 im Test - Seitliche Wärementwicklung
Das neue Kühlkonzept, welches aus einem 120 mm starken Radiallüfter, einem riesigen Kühlkörper und Flüssigmetall für den Wärmeübertrag von APU auf Kühlgerippe besteht, erledigt hervorragende Arbeit. Die Konsole wurde im Test mit Spider-Man Miles Morales um die 25 °C warm, am Hinterausgang, wo die Kabel zu finden sind, konnten 45 °C gemessen werden. Damit bleibt die Konsole in den angestrebten und in Vorfeld kalkulierten Temperaturen und kann in Zukunft zur Not mit einem Update der Lüfterkurve niedriger gehalten werden, sofern das nötig wird. Abgesehen davon, kann man aber auch den Takt der APU minimal herabsetzen, um ein ganz anderes Temperaturbudget zu realisieren.

Raytracing oder butterweiche 60 Fps in UHD?

Bei Spider-Man Miles Morales muss man sich leider entscheiden, ob man das Spiel mit neuen Techniken wie Raytracing und einer verbesserten Beleuchtung spielen möchte oder lieber auf 4K und 60 Fps setzen will. Dabei wird im sogenannten Performance-Mode das Bild hochskaliert, während wir im Qualitätsmodus die vollen 4K bekommen. So verhält sich die Playstation 5 mit einem echten Next-Gen-Titel, aber wie sieht das bei Playstation 4 Spielen aus im Rahmen der Abwärtskompatibilität? Hier kann die Playstation 5 in die vollen gehen und die ganzen 60 Fps in 4K ausfahren, Spiele fühlen sich so butterweich und geschmeidig an. In Ghost of Tsushima musste man sich bisher in 30 Fps durch die mongolischen Gegnerhorden schnetzeln, was nun auf der Playstation mit soliden 60 Fps bei 4K möglich ist - hier hat Sucker Punch aber auch einen speziellen Patch veröffentlicht, der sich dieser Thematik widmet. War die CPU bisher in einem Playstation 4 Titel der Flaschenhals und ging die Framerate deswegen nach unten, kann die Playstation 5 auch ohne speziellen Patch oder Update für das jeweilige Spiel konstante 60 Fps abliefern und die Ryzen-CPU voll ausfahren.

Allgemein lässt sich aber festhalten, dass Spiele, die auf der Playstation 4 mittel oder schlecht performten nun wirklich glänzen können, ohne ein Update der Entwickler bekommen zu haben. Konnten Spiele aber bereits sehr gut auf der PS 4 die 30 oder 60 Fps Marke halten, dann benötigt der Titel aktuell einen Patch des Entwicklers, um so die volle Leistung der Playstation 5 nutzbar zu machen. Wer also mit einer großen Playstation-4-Bibliothek in die nächste Generation wechselt, muss sich keine Sorgen um die Perlen in der eigenen Sammlung machen. Vielleicht wird hier in Zukunft noch etwas nachgeholfen, dass nicht zwangsweise ein Update durch den Entwickler notwendig wird.

3D-Audio mit der Tempest Engine

Laut Mark Cerny wurde für die Tempest Engine eine AMD Compute Unit so modifiziert, sodass durch GPU-Parallelisierung mehr Rechenleistung als bei einer CPU vorhanden ist, aber gleichzeitig auch effizienter arbeitet als eine GPU, begründet im direkten Speicherzugriff. Die Tempest Engine schafft so eine Leistung wie alle acht Jaguar-Kerne in der Playstation 4, sodass man mit den gleichen Algorithmen wie bei PSVR auf 5.000 Geräuschquellen kommt, die gleichzeitig simuliert werden können. Sony hat hier eine Custom-Lösung implementiert, weil man gleichzeitig mehrere hundert Sound-Quellen darstellen wollte, auch für Videospiele die keine Dolby Atmos Lizenz besitzen.

Nutzt man ein Headset, kann man aktuell sehr deutlich wahrnehmen, aus welcher Richtung bestimmte Geräusche kommen und entsprechend einordnen. Das ist jetzt nicht so super neu, funktioniert aber doch ohne Kompromisse erstaunlich gut. Laut Sony soll man das auditive 3D-Erlebnis auch über Stereoboxen am Fernseher erleben können, dank der Head-Related Transfer Function, die die Frequenzen so manipuliert, dass man aus Stereoboxen 3D-Sound aufnehmen kann. Das funktioniert aktuell leider noch nicht, hier will Sony aber in nächster Zeit nachliefern.

Fazit: Aufregende Next-Gen-Konsole

Die neue Konsole von Sony liefert ein wahres Next-Gen-Erlebnis, vor allem durch den hervorragend konstruierten DualSense Controller, der im Moment noch Raytracing und hohen Auflösungen die Show stiehlt. Der Controller macht durch sein audio-haptisches Feedback Spiele lebendiger und immersiver, weil man auch den Wind oder Regen durch die Vibrationsmotoren registrieren kann. Am Controller die Schweißpunkte der U-Bahn-Schienen wahrzunehmen, während man darüber poltert, war schon sehr faszinierend - ebenso als ein Fahrzeug an einem vorbei rauschte und man den Luftzug im Controller registrieren konnte. Kombiniert mit den haptischen Triggern, bei denen man in bestimmten Situationen am Screen unterschiedlich viel Kraft aufwenden muss, sind das Next-Gen-Feature der Playstation 5.

Natürlich sind auch SSD und deren Datendurchsatz sehr beeindruckend, Ladezeiten schmelzen auch hier auf ein Minimum, sodass man nicht mehr in die Küche gehen kann, um sich noch ein Wasser zu holen oder einen Kaffee aufzusetzen. Der Unterschied wird vor allem im Vergleich zu einem Playstation 5 Spiel eklatant, da die Steigerung unglaublich ist. Aber auch alte Spiel profitieren von der neuen Hardware und lassen sich schneller laden, legt der Entwickler noch einen Patch mit oben drauf, sind sogar butterweiche 60 Fps und eine bessere Optik mit von der Partie. Der Spielekatalog aus der letzten Generation profitiert aber auch so von der neuen Konsole, denn war auf der PS4 noch die CPU der Flaschenhals, so findet man auf der Playstation 5 nun nicht mehr solche Einschränkungen.

Das 3D-Audio-Feature ist aktuell grundsolide, bedarf aber noch weiterer Updates, sodass man dann über HRTF auch am Stereolautsprecher in den Genuss von 3D-Sound und mehreren hundert Audioquellen kommen kann. Die Anpassungen am User Interface sind dahingehend gelungen, dass man nun alles einfacher findet und nicht mehr so viel mit Spielen und anderem Krimskram zugemüllt wird, wie noch auf der Playstation 4. Mit dem Release-Titel Spider-Man Miles Morales, schafft es Insomniac schon viele Features der Next-Gen-Konsole, allen voran Raytracing, schon gekonnt in Szene zu setzen, sodass selbst in der Redaktion einige Kinnladen aus dem Grafikkarten-Eck nach unten fielen.

Im Großen und Ganzen hat die Playstation 5 alle Schwächen der Vorgängerkonsole angegangen, wie man es von einem Nachfolgeprodukt auch erwartet. Vorbei sind die langen Wartezeiten, bei anspruchsvollen Titeln, vorbei ist die entstehende Geräuschkulisse eines startenden Düsenjets und die nahe an die Kernschmelze getriebene Temperatur der Playstation 4. Die neue Konsole läuft ruhig und kühl und kann dank neuer SSD-Infrastruktur viel Zeit ersparen. Dank eines halbwegs vorhandenen Launch-Line-Ups erwarten Spieler, die eine Konsole ergattern konnten und sich deswegen glücklich schätzen dürfen, auch etwas Next-Gen-Finesse in den nächsten Monaten.

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    • Kommentare (123)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Blackout27 Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von DaStash
        Also keine Kühlung, dann muss natürlich Sony sicherstellen, dass die benötigte Bandbreite von 7 GB nicht gedrosselt wird und ich denke mal das auch Riegel wegfallen werden, die beidseitig bestückt sind. Mal abwarten was da kommt, bin gespannt welche SSDs uns da erwarten.

        MfG
        Bin ich auch gespannt. Mal sehen wie die ersten Tests dazu dann ausfallen. Du kannst ja im Playstation 5 Thread lesen da geht es etwas um das Thema.
      • Von Blackout27 Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von DaStash
        Also keine Kühlung, dann muss natürlich Sony sicherstellen, dass die benötigte Bandbreite von 7 GB nicht gedrosselt wird und ich denke mal das auch Riegel wegfallen werden, die beidseitig bestückt sind. Mal abwarten was da kommt, bin gespannt welche SSDs uns da erwarten.

        MfG
        Bin ich auch gespannt. Mal sehen wie die ersten Tests dazu dann ausfallen. Du kannst ja im Playstation 5 Thread lesen da geht es etwas um das Thema.
      • Von DaStash Trockeneisprofi (m/w)
        Zitat von Blackout27
        Ich muss mich korrigieren. Der komplette M.2 Schacht ist geschlossen. Es gibt kaum Öffnungen wo Luft durch den Lüfter kommen könnte.
        Also keine Kühlung, dann muss natürlich Sony sicherstellen, dass die benötigte Bandbreite von 7 GB nicht gedrosselt wird und ich denke mal das auch Riegel wegfallen werden, die beidseitig bestückt sind. Mal abwarten was da kommt, bin gespannt welche SSDs uns da erwarten.

        MfG
      • Von Blackout27 Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von DaStash
        Scheint ja zu laufen.
        Rund 118.000 PS5 in Japan, 155.000 Exemplare von Xbox Series X/S/S in Großbritannien

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
        Meinst du das ist ein offener Kanal zum Lüfter? Sieht man schlecht.

        MfG
        Ich muss mich korrigieren. Der komplette M.2 Schacht ist geschlossen. Es gibt kaum Öffnungen wo Luft durch den Lüfter kommen könnte.
      • Von DaStash Trockeneisprofi (m/w)
        Pass ja auf.

        MfG
      • Von Blackout27 Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von DaStash
        Scheint ja zu laufen.
        Rund 118.000 PS5 in Japan, 155.000 Exemplare von Xbox Series X/S/S in Großbritannien

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
        Meinst du das ist ein offener Kanal zum Lüfter? Sieht man schlecht.

        MfG
        Ja ist er. Nehme heute die Seitenteile bei meiner ab dann kann ich es dir ganz sicher sagen.
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