PS5-Linux: Playstation 5 wird dank RPCS3 zum PS3-Emulator
Die Experten von Digital Foundry verwandeln die Playstation 5 mithilfe von PS5-Linux und des populären PS3-Emulators RPCS3 in eine Playstation 3. Killzone 3, MotorStorm und Ridge Racer 7 laufen sogar in 4K - GTA 4 versagt dagegen kläglich.
Linux trifft RPCS3: Digital Foundry macht die PS5 zur PS3
Was im März 2026 mit dem ersten Linux-Loader für die Playstation 5 begann, erlebt jetzt seinen vorerst spektakulärsten Höhepunkt: Die versierten Hardware-Analysten von Digital Foundry haben Sonys aktuelle Spielkonsole mithilfe der bekannten Open-Source-Software RPCS3 in einen vollwertigen Playstation-3-Emulator verwandelt. Die Ergebnisse, welche das Team in einem 30-minütigen Video präsentiert, sind dabei gleichermaßen faszinierend wie ernüchternd.
Möglich gemacht hat diesen Test, welcher ein bezeichnendes Bild davon zeichnet, warum Sony selbst es bis heute nicht geschafft hat, die PS3-Bibliothek auf die PS5 zu bringen, der bekannte Sicherheitsforscher Andy "TheFlow" Nguyen, dessen PS5-Linux die Playstation 5 in eine waschechte Steam Machine verwandelt. Eine spannende Entwicklung, über die PCGH bereits mehrfach ausführlich berichtet hatte.
Erst kürzlich gelangen den britischen Kollegen von Digital Foundry mit dieser Methode auch die ersten ernsthaften Linux-Benchmarks auf der PS5. Nun also der nächste Schritt: PS3-Klassiker auf Sonys Current-Gen-Konsole.
RPCS3 auf der PS5: So läuft der PS3-Emulator auf der Konsole
Die technische Grundlage bildet weiterhin Nguyens Linux-Implementierung auf Basis des Byepervisor-Exploits, die ausschließlich auf älteren PS5-Revisionen mit den Firmware-Versionen 3.xx, 4.xx, 5.50, 6.00 und 6.02 funktioniert.
Sobald Ubuntu 26.04 LTS auf der Spielkonsole läuft, stehen dem System alle acht Zen-2-Prozessorkerne mit 16 Threads und mit bis zu 3,5 GHz Boost sowie die volle RDNA-2-GPU mit 36 Compute Units bei bis zu 2,23 GHz zur Verfügung - exakt jene Hardware-Ressourcen, die die PS5 auch unter ihrem nativen Betriebssystem nutzt.
Auf dieser Basis installiert Digital Foundry den auf dem PC seit Jahren etablierten Open-Source-Emulator RPCS3, welcher die PS3-Architektur inklusive des berüchtigten Cell-Prozessors mit seinen sieben Synergistic Processing Units auf der x86-Hardware nachbildet. Hier beginnt auch das Hauptproblem der PS3-Emulation auf der PS5.
Killzone, MotorStorm und Ridge Racer 7 laufen in 4K auf der PS5
Die Liste der von Digital Foundry getesteten Titel liest sich wie ein "Best of" aus der PS3-Ära: Killzone 2 und Killzone 3, die komplette MotorStorm-Trilogie, Ridge Racer 7, Resistance: Fall of Man, Metal Gear Solid 4, GTA 4 sowie God of War: Ascension.
- Ridge Racer 7 läuft auf der PS5 unter Linux mit stabilen 60 Fps bei nativen 4K/UHD - eine vierfache Auflösungssteigerung gegenüber dem Original.
- Resistance: Fall of Man zeigt sich überwiegend flüssig, kämpft aber stellenweise mit Frame-Pacing-Problemen.
- MotorStorm erreicht 1440p bei 30 Fps, MotorStorm: Pacific Rift sogar 4K/UHD bei 30 Bildern pro Sekunde.
- MotorStorm: Apocalypse und Killzone 3 rendern in 1440p bis nativem 4K/UHD bei 30 Bilder pro Sekunde - allerdings nur, nachdem das auf den Cell-Prozessor optimierte Morphological Anti-Aliasing (MLAA) deaktiviert wurde.
Wer die PC-Version von GTA 5 bereits via Linux-Jailbreak auf der PS5 laufen sah, wird sich an dieser Stelle nicht wundern: Solange die GPU die Hauptlast trägt, ist die Playstation 5 im Linux-Modus eine erstaunlich potente Gaming-Plattform.
GTA 4 und Metal Gear Solid 4 scheitern am Cell-Prozessor
Sobald jedoch der Cell-Prozessor der PS3 mit seinen SPUs intensiv genutzt wird - und das war bei vielen späten PS3-Spielen der Fall -, knickt die PS3-Emulation regelrecht ein. Das prominenteste Beispiel ist GTA 4: Rockstars Open-World-Klassiker stottert auf der RPCS3-PS5 mit gerade einmal 17 Fps bei 720p vor sich hin. Auch MGS 4 sowie God of War: Ascension zeigen massive Performance-Einbrüche, sobald leistungshungrige Engine-Routinen die SPUs intensiver ansprechen.
Die Erklärung liefert Digital Foundry gleich mit: Es handelt sich um keinen klassischen GPU-Engpass, sondern um einen handfesten CPU-Flaschenhals. Die Zen-2-Architektur der PS5 verfügt schlicht nicht über die nötige IPC sowie rohe Single-Thread-Leistung und die spezifischen Architektur-Eigenheiten, um die parallele SPU-Struktur eines altehrwürdigen Cell-Prozessors in Echtzeit präzise nachbilden zu können.
Selbst eine vierfache Auflösungssteigerung auf 1440p ändert an der Framerate von Killzone 2 in dieser Konstellation rein gar nichts - ein klassisches Indiz für eine ausgeprägte CPU-Limitierung. Eine Lösung ist vorerst nicht in Sicht.
Lösung: Erst die PS6 könnte PS3-Klassiker flüssig emulieren
Das Fazit von Digital Foundry fällt dementsprechend eher nüchtern aus: Für eine flächendeckende, native PS3-Emulation auf Current-Gen-Hardware fehlt schlicht die CPU-Leistung. Erst die kommende Playstation 6 mit Zen 6 und RDNA 5 wird mit ihrer deutlich potenteren x86-Architektur die Reserven mitbringen, um auch besonders anspruchsvolle Spiele der PS3-Ära in Echtzeit wirklich flüssig zu emulieren.
Dass Sony selbst bislang keine native PS3-Emulation für die PS5 nachgereicht hat und PS3-Klassiker ausschließlich per Cloud-Streaming über PS Plus Premium verfügbar macht, erscheint vor diesem Hintergrund nun deutlich nachvollziehbarer.
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Quelle: Digital Foundry via VideoCardz

Die 6 Spu sind so krass speziallisiert, das die 24 Threads gleichzeitig bearbeiten können.
Schon interessant, wie unterschiedlich das so alles funktioniert.
Tatsächlich gibt es für die PS3 sogar öffentliche BIOS Downloads von Sony (gedacht für die Konsole selbst), also gewissermaßen kommt man da entgegen.
Auch was Klagen an geht scheint man sich definitiv zurück zu halten. Das Gegenbeispiel liefert nämlich Atlus, die von der RPCS3 Kompatibilitätsliste getilgt wurden.
GTA 4 und MGS4 sind da aber auch echt die Ausnahmen. Games die damals auf der PS3 als technisch fordernder galten, laufen größtenteils deutlich besser und bei der PC Version ist das ohnehin irgendwie "witzig" mit einem alten i7 4770k, ordentlich übertaktet, läuft es teils besser, als auf aktuellen CPUs. Ich vermute Mal, das der Emulator, das Spiel selber und auch die PC Version mit so einem Prozessor, der viele Kerne hat und dann auch noch in leistungs- und effizienz Kernen unterteilt ist, zu viel für GTA4 sind und eher weniger umgekehrt.
Damals hätte für solche FPS schon ein alter i7 ausgereicht, das Spiel nutz zudem praktisch nur ein Kern, wenn ich mich rech erinnere?