Don't Kill the Disc: Petition gegen Sony knackt 100.000 Stimmen
Sony presst ab Januar 2028 keine Discs mehr für neue Playstation-Spiele: Dagegen sammelt die Petition Don't Kill the Disc binnen vier Tagen über 100.000 Stimmen. Wer Spiele lieber besitzen statt nur lizenzieren will, sollte mitzeichnen.
Der Widerstand gegen Sonys Rückzug vom physischen Datenträger bündelt sich seit dem 1. Juli 2026 an einer Stelle. Eine Petition mit dem Titel Don't Kill the Disc, die über Change.org läuft, ruft den Konzern zum Umdenken auf und trifft dabei einen Nerv, welcher noch weit über die Sammler- und Spielergemeinde hinausgeht.
Petition gegen Sonys Disc-Aus sammelt über 100.000 Stimmen
Sony hat am 1. Juli 2026 das Ende der Disc-Produktion für neue Playstation-Spiele ab Januar 2028 verkündet und damit eine breite Protestbewegung ausgelöst. Innerhalb von nur 48 Stunden trug die Petition 40.000 Unterschriften zusammen, nach vier Tagen stand der Zähler bei 100.000 verifizierten Stimmen und immer mehr Befürworter der Initiative unterzeichnen die Petition auf Change.org.
Quelle: Change.org
Mehr als 134.000 Stimmen konnte die Petition "Don't Kill the Disc" bereits auf sich vereinen.
Während Sony bereits angekündigt hat, dass die letzte Fabrik für Playstation-Discs zu einer Fertigung von optischen Mikrolinsen, sogenannter Micro Optics, umgerüstet wird und bereits 30 Millionen US-Dollar an Zuwendungen erhalten hat, will die Spielerschaft sich schlicht nicht mit dem Ende der Disc anfreunden.
Worum es bei der Petition geht
Hinter "Don't Kill the Disc" steht mit PNP Games ein kanadischer Händler, dessen Geschäft am physischen Datenträger hängt. Firmenchefin Jade Pearce fordert Sony auf, die Disc über 2028 hinaus zu erhalten, und stützt ihr Anliegen auf zwei Punkte:
- Eigentum und Arbeitsplätze. Eine Disc lasse sich verleihen, verschenken, sammeln und weiterverkaufen, eine Hülle mit bloßem Download-Code hingegen nicht.
- Für den Handel zeichnet Jade Pearce ein düsteres Bild und verweist auf die Distributoren, Presswerke, Logistik sowie den Gebraucht- und Sammlermarkt, deren Geschäft ein rein digitales Modell aushöhle und zerstöre.
Sony beendet die Disc-Produktion für alle neuen Playstation-Titel im Januar 2028; ausgeliefert werden diese danach nur noch digital über den Playstation Store oder als Code im Handel. Als Begründung nennt der Konzern im Playstation Blog verschobene Nutzergewohnheiten der Playstation-Spieler.
Das Verhältnis von digital zu physisch kletterte laut Sony von 76:24 im Jahr 2024 auf 85:15 im ersten Quartal 2026; physische Verkäufe steuern nur noch rund drei Prozent zum Gaming-Umsatz bei. Bereits erschienene Titel und alles, was vor dem Januar 2028 auf Disc erscheint, bleibt unberührt.
Den Auftakt macht ohnehin GTA 6: Der Titel von Rockstar Games kommt im November nur noch als Download-Code in der Retail-Box.
Warum die Petition einen Nerv trifft
Der Kern des Protests ist die Eigentumsfrage: Eine widerrufbare Digital-Lizenz ersetzt einen dauerhaften Besitz. Ausgerechnet Sony hatte diesen Besitz vor Jahren selbst zum Verkaufsargument erhoben und verspottete auf der E3 2013 daraufhin die Konkurrenz für deren Gebrauchtspiel-Restriktionen. Dieser streng erhobene Zeigefinger ist dabei ganz miserabel gealtert, wie Sony jetzt erfährt.
Auch aus der Branche kommt Gegenwind. Entwicklerlegende Hideo Kojima stuft das Cloud-Gaming als noch größere Gefahr ein, weil Spielern beim Streaming selbst die lokale Kopie fehlt.
Wie realistisch ein Kurswechsel ist
Ob die Petition Sony umstimmt, bleibt offen: Der Konzern hat frühere Beschlüsse zwar revidiert, das Presswerk für die Disc aber bereits umgebaut. Für einen Rückzieher sprechen Präzedenzfälle, etwa der gekippte PSN-Zwang für Helldivers 2 auf dem PC und die nach Protesten verschobene Schließung des PS3-Stores.
Dagegen steht die Faktenlage: Im österreichischen Thalgau bei Salzburg stellt Sony DADC seine letzte eigene Disc-Fabrik auf optische Mikrolinsen um und investierte dafür rund 30 Millionen Euro. Bis 2028 soll dort nur noch ein Zehntel des heutigen Disc-Volumens vom Band laufen.
Eine kleine Entwarnung bleibt: Titel, die 2027 oder früher physisch erschienen sind, dürfen Publisher über einen neuen Bestellprozess weiter nachordern.
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Quelle: Change.org

Das Preßwerk in Europa macht keine miese, sondern das Werk in Thalgau/Österreich, daß für Sony PS zu ziemlich genau 50 % Scheiben preßt, hat bereits mit dem Umbau hin zur Produktionsstätte für Mikrolinsen begonnen und die Mitarbeiter werden bereits umgeschult.
Ein zurück zur Scheibe wird es definitiv nicht mehr geben und Sony wird das aussitzen, zudem stieg der Aktienmarkt nach Kundgabe zum reinen digitalen Vertrieb sogar an.
Versteht mich nicht falsch, ich bin auch sauer, dass die EU das "Recht auf mein Spiel" nicht durchsetzen wollte.
Und ja, der Zwang zu Abos, nur um einfache Online-Funktionen zu haben, wie beim PSN, finde ich auch zum erbrechen. Ich hab daher kein PSN Abo - wodurch man für Demo-Downloads zur Kasse gebeten wird!!! Finde ich furchtbar! Hab daher keine Demos runtergeladen.
Was die reine Datenträger-Frage angeht:
Was nützen mir Datenträger, wenn ich Day 0 eh nochmal 100 GiB downloaden darf?
Eins ist auch klar: auf dem PC beherrschen reine Online-Vertriebswege den Markt seit 10+ Jahren. Da schreit auch keiner.
Extra die Internetverbindung zu unterbrechen um... um was auch immer zu erreichen muss echt Spaß machen.
Ich sollte das wohl auch mal ausprobieren. 🤔
Dass solche Geräte Strom brauchen, ist seit ein paar Jahren auch kein Problem mehr.
Haha das wär mega und Sony würde alle überraschen.