PS4 Pro im Hands-on-Test: Schönere Konsolen-Grafik zum fairen Preis
Fast genau drei Jahre nach dem Launch der Playstation 4 bringt Sony mit der Playstation 4 Pro eine leistungsfähigere Konsole auf den Markt. Kurz vor dem Release der PS4 Pro am 10. November 2016 hatten wir schon die Gelegenheit, die neue Konsole einem kleinen Hands-on-Test zu unterziehen.
Die Playstation 4 hat die Hälfte ihres Lebenszyklus erreicht und neben den bereits von der Playstation 3 bekannten Revisions- und Slim-Updates gibt es mit der Playstation 4 Pro erstmals auch ein Performance-Upgrade. Die Rechenleistung erhöht sich bei der PS4 Pro auf 4,198 TFLOPS, während die Standard-PS4 mit 1,843 TFLOPS auskommen muss (Xbox One: 1,31 TFLOPS). Die höhere Leistung nutzt Sony zur Vermarktung der 4K-Unterstützung. Zum ersten Mal ist es also technisch möglich, Konsolenspiele in der Auflösung von 3.840 × 2.160 Pixeln darzustellen. Nicht jeder besitzt aber bereits einen Ultra-HD-Fernseher und so kann die höhere Rechenleistung auch dafür genutzt werden, die Grafikqualität oder Fps in Full HD zu steigern, sofern das Spiel die neue PS4 Pro auch unterstützt. Ohne diese Unterstützung sieht ein Spiel auf der PS4 Pro so aus wie auf einer Standard-PS4. Ein Zusammenspiel aus höherer Auflösung, mehr Fps und schöneren Grafikeffekten ist ebenso möglich, wie am Beispiel von Hitman zu sehen. Wir erwarten in den nächsten Tagen viele PS4-Pro-Spiele-Patches. Sollte die Framerate nicht auf 30 oder 60 Fps begrenzt sind, ist auch eine höhere Bildrate möglich.
Quelle: PC Games Hardware
Playstation 4 Pro Hands-on-Test (13)
Playstation 4 Pro im Hands-on-Test
Quelle: PC Games Hardware
Anschlüsse im Vergleich: Playstation 4 Pro und Playstation 4
Sony hat bei der PS4 Pro auf eine kratzempfindliche Klavierlackoptik verzichtet und setzt nur noch auf angerauten, matten Kunststoff. Obwohl das Design mit den drei Schichten vermuten lässt, dass die PS4 Pro etwas höher ausfällt als die ursprüngliche PS4, ist diese nur in der Breite und der Länge gewachsen, wie Sie auch an den Vergleichsbildern in unserer Galerie erkennen können. Bei den Anschlüssen ist im Vergleich zur klassischen PS4 auf der Rückseite ein USB-Anschluss dazugekommen. Auf den optischen Digitalausgang, der bei der seit September 2016 verfügbaren PS4 Slim fehlt, hat man bei der Pro-Konsole glücklicherweise nicht verzichtet. Für den Stromanschluss wird nun der gleiche Kaltgerätestecker verwendet, den Sie schon von herkömmlichen PC-Netzteilen kennen. Die alte PS4 verfügte noch über einen DC-Stromstecker, wie man ihn auch von Notebooks kennt.
Auch beim Controller gibt es eine kleine Änderung. Die LED-Leuchte an der Controller-Rückseite war bisher vom Spieler nicht zu sehen, ein kleiner Leuchtstreifen am Touchpad ändert dies nun. An der Front der PS4 Pro findet man die altbekannten zwei USB-Anschlüsse. Die Touch-Knöpfe (Power und Disc-Auswurf) wurden durch mechanische Tasten ersetzt. Bei der PS4 Pro fühlen sich diese etwas wacklig an und machen keinen qualitativ hochwertigen Eindruck. Die meisten Spieler dürften die Konsole aber ohnehin komplett über den Controller bedienen.
Im Testlabor haben wir uns vor allem die Lautstärke und die Leistungsaufnahme angeschaut. In ausgeschaltetem Zustand verbraucht die Konsole nur 0,1 Watt. Nach dem Bootvorgang des Betriebssystems messen wir in der Standardansicht je nach Auflösung 61 Watt bei Full HD beziehungsweise 70 Watt bei Ultra HD. In Call of Duty: Infinite Warfare macht es dagegen im Spiel kaum einen Unterschied, ob Full HD (154 Watt) oder Ultra HD (157 Watt) im Menü eingestellt ist - vermutlich weil intern in beiden Fällen in UHD gerendert wird. Für die Blu-ray-Wiedergabe müssen Sie knapp 80 Watt einplanen. Zum Vergleich: Die alte PS4 benötigte für die Blu-ray-Wiedergabe 17 Watt mehr und im Hauptmenü der Konsole in Full HD 19 Watt mehr. Der Stromverbrauch in Spielen war dagegen mit 155 Watt ähnlich hoch.
Quelle: PC Games Hardware
PS4 Pro mit Wärmebildkamera aufgenommen
Mit nur 0,3 Sone bzw. 22 dB(A) ist die PS4 Pro im Betriebssystem noch etwas leiser als die klassische PS4 mit 0,5 Sone bzw. 24 dB(A). Wer dagegen Ruhe bei der Blu-ray-Filmwiedergabe liebt, muss die von 0,9 Sone auf 1,1 Sone gesteigerte Lautheit akzeptieren. In Call of Duty: Infinite Warfare schwankte der Lärmpegel zwischen 1,9 Sone und 2,8 Sone, wobei die 2,8 Sone kurioserweise in Full HD und die 1,9 Sone in Ultra HD gemessen wurden. Wirklich leise ist die PS4 Pro damit in Spielen nicht, doch die hohe 3D-Leistung und die damit verbundene Wärmeentwicklung haben natürlich auch ihren Preis. In unserer Galerie finden Sie auch PS4-Pro-Bilder, die wir mit einer Wärmebildkamera aufgenommen haben.
Das von Sony "Checkerboard" genannte Render-Verfahren ist derweil das Aushängeschild der Playstation 4 Pro. AMD hat dafür in der GPU einen ID-Buffer implementiert, in dem die Geometrie- und Z-Daten in voller 4K-Auflösung (3.840 × 2.160) hinterlegt werden. Daneben werden die Pixelshader jedoch nur in der halben Auflösung, also mit 1.920 × 2.160 Pixeln, gefüttert. Mit den Informationen lässt sich das Bild in einer bisher noch nicht dagewesenen Schärfe und Bildruhe "hochskalieren" - wenn man das überhaupt noch "skalieren" nennen möchte. Der Nachteil ist allerdings, dass das Checkerboard-Rendering explizit für ein Spiel eingebaut werden muss. Das Verfahren wird im Bestfall dann eingesetzt, wenn ein Spiel höher als 1080p auflöst und 2160p nicht erreicht. Soll ein Spiel von 1080p auf 2160p hochskaliert werden, kommt das "Geometry"-Rendering zum Einsatz, das größtenteils dem üblichen Ansatz mit einer Interpolation der zusätzlichen Pixel entspricht, aber noch die Geometry-Daten in voller Auflösung nutzt.
Mit Hilfe von Call of Duty: Infinite Warfare haben wir versucht zu veranschaulichen, wie das Bild in Full HD im Vergleich zu Ultra HD aussieht. Wird am PS4-Controller über die Share-Taste ein Screenshot erstellt, wird dieser immer in Ultra-HD-Auflösung abgespeichert, egal ob wir im PS4-Pro-Menü Full HD oder Ultra HD eingestellt haben. Daher haben wir den Monitor auch abfotografiert. Generell ist das Ultra-HD-Bild natürlich etwas schärfer und weniger verschwommen.
Playstation 4 Pro: Full HD vs. Ultra HD
Update: Screenshot-Vergleich PS4 Pro vs. PS4
Wir haben sowohl auf der Playstation 4 Pro als auch auf der normalen Playstation 4 Call of Duty: Infinite Warfare angeworfen und Screenshots erstellt. Unten finden Sie solche von der PS4 Pro in 2160p sowie von der Konsole auf 1080p herunterskaliert (in 2160p gerendert). Der Screenshot der PS4 wurde in 1080p gerendert und erstellt. Klicken Sie unten auf "Full-HD Vergleich", um die Bilder in voller Auflösung zu sehen.
Auffällig ist, dass die Bilder auf einem PC-Monitor kaum zu unterscheiden sind. Auf der PS4 ist das geringere Sichteld (FOV) am offensichtlichsten. Ansonsten fallen die Unterschiede erst wirklich in Bewegung auf, da das Spiel eine dynamische Auflösung nutzt, bei der mehrere Bilder miteinander verrechnet werden, und die PS4 in Bewegung meistens auf 900p bis 720p zurückfällt. Bitte beachten Sie, dass die Ränder in Infinite Warfare mit einer "Unschärfe-Vignette" gerendert werden, also nur der mittlere Bereich in voller Schärfe dargestellt wird.
CoD Infinite Warfare PS4 Pro vs. PS4
Folgende Titel unterstützen übrigens bereits ab dem Launch-Tag die PS4 Pro: Bound, Call of Duty: Black Ops 3, Call of Duty: Infinite Warfare, Call of Duty: Modern Warfare Remastered, Deus Ex: Mankind Divided, Driveclub VR, FIFA 17, Helldivers, Hitman, Hustle Kings, Infamous First Light, Infamous Second Son, Knack, Mafia III, Mittelerde: Mordors Schatten, NBA 2K17, Paragon, Ratchet & Clank, RIGS Mechanized Combat League, Rise Of The Tomb Raider, Robinson: The Journey, Smite, Super Stardust Ultra, The Elders Scrolls Online: Tamriel Unlimited, The Elder Scrolls V: Skyrim Special Edition, The Last Of Us Remastered, The Last Of Us: Left Behind, The Playroom VR, Titanfall 2, Tumble, Uncharted 4: A Thief's End (Update: in der Galerie finden Sie jetzt auch viele Uncharted-Screenshots), Until Dawn: Rush of Blood, VR Worlds, World Of Tanks, XCOM 2.
Erstes Fazit: Playstation 4 Pro
Wir finden es gut, dass alle aktuellen und zukünftigen PS4-Spiele sowohl auf der klassischen als auch auf der Pro-Version laufen müssen. Wie beim PC hat der Spieler so die Wahl, ob man ein "Hardware-Upgrade" durchführt und dadurch die Grafik verbessert. Nachdem gebrauchte PS4-Konsolen bei Ebay für teils über 200 Euro den Besitzer wechseln, fällt der Aufpreis für die PS4 Pro (399 Euro) relativ gering aus, sofern man die alte Konsole verkauft. Natürlich werden nur die wenigstens Anwender bereits einen 4K-Fernseher verfügen, doch viel interessanter finden wir sowieso die gesteigerte Full-HD-Qualität sowie die konstanten oder höheren Frameraten. Bei entsprechendem Sitzabstand zum Fernseher werden sowieso nur die wenigsten Anwender unterscheiden können, ob es sich um ein Ultra-HD- oder Full-HD-Bild handelt. Sehr schade finden wir es dagegen, dass der Pionier der Blu-ray Sony auf ein Ultra-HD-Blu-ray-Laufwerk verzichtet hat und trotz 4K-Support nur normale Blu-rays wiedergegeben werden können. Damit wird es für die Ultra-HD-Blu-ray sicherlich schwierig, sich durchzusetzen.
Bildergalerie
| PS4 Pro | PS4 Slim | Playstation 4 (CUH-1000) | Xbox One | |
|---|---|---|---|---|
| Grafikeinheit | ||||
| Architektur | AMD GCN Gen 4+ | AMD GCN Gen 2+ | AMD GCN Gen 2+ | AMD GCN Gen 2+ |
| Shader-/SIMD-/Textureinheiten | 2.304/36/144* | 1.152/18/72 | 1.152/18/72 | 768/12/48 |
| Rasterendstufen (ROPs) | 32* | 32 | 32 | 16 |
| maximaler GPU-Takt (Megahertz) | 911* | 800 | 800 | 853 |
| SP-Rechenleistung (TFLOPs) | 4,198 | 1,843 | 1,843 | 1,31 |
| Prozessor | ||||
| Architektur | AMD Jaguar | AMD Jaguar | AMD Jaguar | AMD Jaguar |
| Kernanzahl | 2 × 4 | 2 × 4 | 2 × 4 | 2 × 4 |
| maximaler CPU-Takt (Gigahertz) | 2,1* | 1,6 | 1,6 | 1,75 |
| Fertigungsprozess | 14 oder 16 nm | 14 oder 16 nm | 28 nm | 28 nm |
| Die-Size | ? | ? | 348 mm² | 363 mm² |
| Speicher | ||||
| Typ | 8 GiByte GDDR5 | 8 GiByte GDDR5 | 8 GiByte GDDR5 | 8 GiByte DDR3 + 32 MiByte ESRAM |
| Frequenz (Megahertz) | 3.405* | 2.750 | 2.750 | 1.067 + 853 |
| Interface (parallele Bit) | 256 | 256 | 256 | 256 + 1.024 |
| Datentransferrate (GB/s) | 218* | 176 | 176 | 68,3 + 218 |
| Festplatte | ||||
| Typ | HDD (5.400 RPM) | HDD (5.400 RPM) | HDD (5.400 RPM) | HDD (5.400 RPM) |
| Insgesamte Kapazität | 1 TByte | 500 GByte | 500 GByte | 500 GByte |
| Verfügbare Kapazität | Vmtl. ca. 900 GByte | etwa 400 GByte | etwa 400 GByte | etwa 400 GByte |
| Wechsel | ? | ? | erlaubt | nicht erlaubt, Garantieverlust |
| Leistungsaufnahme (Watt) | ||||
| Idle | ? | ? | 80 | 69 (56 ohne Kinect) |
| Spiel | Max. 310 | Max. 165 | 155 | 124 (103 ohne Kinect) |
| Blu-ray | ? | ? | 97 | 78 |
| Lautstärke (Sone/Dezibel, 0,5m) | ||||
| Idle | ? | ? | 0,5/24 | 0,6/25 |
| Spiel | ? | ? | 2,1/37 | 0,6/25 |
| Bluray | ? | ? | 0,9/28 | 1,0/28 |
| Sonstiges | ||||
| Anschlüsse | 3 × USB 3.0, 1 × AUX, Optic Out, HDMI 2.0 | 2 × USB 3.0, 1 × AUX, HDMI 1.4 | 2 × USB 3.0, 1 × AUX, Optic Out, HDMI 1.4 | 3 × USB 3.0, 1 × AUX, Optic Out, HDMI 1.4 |
| Konnektivität | Gbit-Ethernet, WLAN 802.11 b/g/n/ac, Bluetooth 4.0 (LE) | Gbit-Ethernet, WLAN 802.11 b/g/n/ac, Bluetooth 4.0 (LE) | Gbit-Ethernet, WLAN 802.11 b/g/n, Bluetooth 2.1 + EDR | Gbit-Ethernet, WLAN 802.11 b/g/n |
| Ausmaße (mm, B×H×T) | 295 × 55 × 327 | 265 × 39 × 288 | 305 × 53 × 275 | 333 × 79 × 274 |
Warum sollen sie?
Der rivale der S ist die Slim, nicht die Pro.
Die Pro ist in einer anderen Klasse unterwegs, abgesehen vom Laufwerk.
Und der Aufpreis ist nur moderat.
So sehr ich XBox mag, aber die Strategie, auch preislich, von Sony ist gut. Abgesehen vom Laufwerk xD
Vom Smartphone geschickt. Autokorrektur Fehler werden später behoben.
Da bin ich mal auf die Preisentwicklung gespannt, immerhin gab es vor kurzem die XBOS mit mehreren aktuellen Spielen für unter 300€ zu kaufen. Da sollte Sony schnell nachlegen...
@ DaStash - es kommt ganz auf das Spiel an. Ich habe hier mal Screens von mir gepostet. Playstation 4 \ Pro Screenshot Vergleiche Thread (1080p User). Aber ich habe nicht alle Spiele die Pro Patches erhalten haben, also wer auch Screens hat kann sie da reinstellen.
Also der Unterschied ist mir bei meinem FHD TV natürlich nicht gleich aufgefallen.
Erst als ich halt an passende Stellen geschaut habe, war bei der "4K" Einstellung weniger Kantenflimmern zu erkennen.
Hab´s dann auch so gelassen, aber war jetzt natürlich kein mindblow Moment.
MfG