Die Ouya vorgestellt: Hardware, Spiele-Erwartungen und Release-Politik
Das Jahr 2013 scheint das Jahr der neuen Technik zu sein: Playstation 4, Google Smartglass, Project Shield und Oculus Rift. Während es von diesen Beispielen nur Prototypen oder vage Vorstellungen gibt, könnte eine weitere technische Neuheit bald in unserem Wohnzimmer stehen. Die Android-Konsole Ouya brach bei Kickstarter alle Rekorde und soll bereits diesen März für einige Unterstützer erscheinen. PCGH hat sich die Konsole einmal genauer angeschaut, Hardware sowie Software-Angebot knallhart analysiert und eine Prognose zu der neuen Konsolenhoffnung abgegeben.
Was kann die Konsole eigentlich? - Die Hardware-Spezifikationen der Ouya
Betrachtet man die Spezifikationen der Ouya, wird man als echter Hardware-Fan wohl kaum glücklich werden. Der verbaute Quadcore-Prozessor stammt aus Nvidias Tegra-3-Baureihe, die erstmals im November 2011 vorgestellt wurde. Die einzelnen Kerne werden bei 1,5 Ghz getaktet sein, durch die integrierte GPU soll laut Hersteller Grafik in Konsolenqualität möglich sein. HTC One X, LG Optimus 4X und einige Tablets setzten bereits auf die Technologie von Nvidia, allerdings ist der Tegra-3-Prozessor eigentlich schon veraltet.
Unlängst stellte Nvidia mit dem Tegra-4-Prozessor einen leistungsstarken Nachfolger vor, in diesen Tagen sollen auf der MWC bereits die ersten Geräte mit der neuen Technik präsentiert werden. Dazu veröffentlicht Nvidia selber mit Project Shield in diesem Jahr ein Handheld mit der neueren Technologie. Auch der mit 1 GiByte besetzte Arbeitsspeicher und der 8 GiB große interne Speicher erscheinen im Vergleich mit anderen Konsolen recht schwach. Grafische Wunder kann man von der Ouya also kaum erwarten, viel mehr wird die Konsole wohl die Grafik bieten, die wir schon von den etablierten Smartphones her kennen. Für eine 1080p-Auflösung auf dem Fernseher sorgt der integrierte HDMI-Anschluss, USB 2.0 dient zur Datenübertragung mit externen Festplatten, dazu gibt es 5.1 Surround-Sound und einen Wireless-Controller.
Dieser wurde erst kürzlich überarbeitet und soll nun genauere Eingaben per Steuerkreuz, eine rutschfestere Oberfläche auf den Sticks und ein empfindlicheres Touchpad bieten. Darüber hinaus soll es möglich sein, sowohl Xbox 360-, Playstation 3- und Wii-Controller, als auch das exotische Logitech G25 Lenkrad an der Ouya anzuschließen. Darüber hinaus wird die Ouya für jeden Technik-Fan reichlich Umbaumöglichkeiten bieten, immerhin sollen normale Schrauben verbaut werden, die ein leichtes Aufschrauben und Modifizieren ermöglichen.
Konsolenuntypische Release-Politik: Neue Ouya im Jahreszyklus?
Nicht nur die Hardware der Ouya orientiert sich augenscheinlich eher am Smartphone- als am Konsolen-Markt, auch die Release-Politik erscheint sehr ungewöhnlich für stationäre Plattformen. Nach der Aussage Uhrmanns soll die Ouya jedes Jahr mit verbesserter und neuer Hardware erscheinen, ähnlich zu neuen Smartphones. Die erste Ouya wird also im Gegensatz zur neuen Playstation 4 nur gut ein Jahr aktuell sein, bevor sie von der nächsten Generation abgelöst wird.
Das Versprechen der Entwickler, dass alle Konsolen abwärtskompatibel seien, erscheint deshalb wie eine Selbstverständlichkeit, viel mehr Sorgen bereitet uns aber die Aufwärtskompatibilität: Sind Spiele, die für die zweite oder dritte Ouya entwickelt werden, überhaupt noch mit der ersten Ouya abspielbar? Oder muss man nach einem Jahr mit der Ouya schon Angst haben, dass man nicht mehr mit der aktuellen Software versorgt wird? Bislang gibt es zu diesen Sorgen noch keine konkreten Aussagen, aber es bleibt abzuwarten, wie sich die jährlichen Hardware-Updates auf die alten Ouya-Versionen auswirken werden.
Die Ouya als offener Spielplatz der Entwickler: Software, DevKits und der Ideenreichtum der Spieler
Die Hardware der Ouya verspricht also kaum Neuheiten, die große Innovation der Konsole stellt viel mehr die Software, oder genauer, das Betriebssystem dar. Android-Version 4.1 Jelly-Bean ist für die meisten Smartphones schon Standard und auch die Ouya wird auf dieser Basis laufen. Für die Entwickler der Android-basierten Spiele ist die Ouya also ein willkommenes Geschenk: Wird ein Titel sowieso für den Smartphone-Markt produziert, dürfte es kaum Probleme bereiten, die Spiele für die Ouya zu optimieren. Die Konsole profitiert ebenfalls von dieser Verbindung, immerhin entstehen jedes Jahr tausende neue Spiele für die mobilen Geräte, da werden einige ihren Weg auf die Konsole finden.
Der eigene Ouya-Shop steht für alle neuen Games bereits, eine direkte Verbindung zum Google-Play-Markt scheint nach aktuellen Meldung unwahrscheinlich zu sein. Wie jede Konsole steht und fällt auch die Ouya mit der angebotenen Software, die sich allerdings sehen lassen kann. Neben der großen Affinität der Smartphone-Entwickler haben sich im Laufe der Zeit auch AAA-Entwickler dazu entschieden, für den Newcomer zu produzieren. Square Enix will Final Fantasy III als Launch-Titel veröffentlichen, andere Rollenspiele aus dem breiten Portfolio des Software-Riesen dürften folgen. Namco Bandai hat seine Mitarbeit angekündigt, sehen wir also bald das erste Tekken, Ridge Racer oder Soul Calibur auf der Ouya? Tripwire Interactive, bekannt durch Red Orchestra oder Killing Floor, wollen genauso wie Robert Bowlings Robotoki für die Ouya entwickeln. Diese kleine Auswahl zeigt nur die bekanntesten Entwickler für die neue Konsole, eine schier endlose Liste an Titeln wird derzeit im Internet angezeigt.
Eine genaue Zahl der derzeit bestätigten Spiele ist schwierig festzustellen, immerhin werden täglich neue Titel für die Ouya vorgestellt. Das liegt vor allem an der offenen Plattform der Konsole: Um für die Ouya zu entwickeln brauchen Sie nämlich nicht mehr als die Ouya selber. Mit jeder Konsole wird ein DevKit gleich mitgeliefert, keine extra Kosten durch das Entwicklerprogramm, die Lizenzgebühren für die Veröffentlichung auf der Ouya entfallen ebenso. Die kostenlose und offene Oberfläche der Ouya ist perfekt für alle Indie-Entwickler, die gerade in letzter Zeit schon starken Aufwind erlebt haben. Plattformen wie Steam oder der Xbox Market Place fördern schon seit einiger Zeit ausgewählte Projekte, die Ouya dürfte aber für einen ganz neuen Schwung an frischen Spielen sorgen.
Da quasi jeder Spieler auch Entwickler für die Ouya sein könnte, ist dem Ideenreichtum an der neuen Konsole eigentlich keine Grenze gesetzt. Die kreativen Meisterleistungen der Cryengine-3-, Skyrim- oder GTA-Modding-Community (nur um ein paar Beispiele zu nennen), aber auch die Projekte der Trackmanina-, Shootmania- oder Minecraft-Spieler gibt einen kleinen Vorgeschmack darauf, zu welchen Leistungen Spieler und kleine Entwickler in der Lage sind, solange man ihnen die richtige Plattform für ihre Ideen bietet. Die Ouya könnte genau diese Plattform bieten und für zahlreiche neue Gameplay-Spielereien als Testobjekt dienen. Selbst große Entwickler könnten wegen der billigen Produktionskosten neue Gameplay-Ideen erst einmal auf der Ouya innerhalb eines Minispiels testen, bevor diese für große AAA-Titel entwickelt wird. Es bleibt abzuwarten, ob durch die Ouya nur die Sammlung an Minispielen anwächst oder auch länger andauernde und anspruchsvolle Titel ihren Weg auf die Ouya finden.
Wollen Sie wirklich Angry Birds und Doodle Jump in 1080p auf Ihrem Fernseher spielen, oder lieber die Möglichkeit haben, das für die Ouya angekündigte The Cave zu spielen? Die große Frage der Ouya wird sein, ob die neue Konsole innovative Spielkonzepte wie vorher Portal, Dota, Frozen Synapse, Super Meat Boy, The Binding of Isaac, Geometry Wars, N+ oder Magicka hervorbringen kann, oder ob die Spieler mit Portierungen von bereits bekannten Marken konfrontiert werden. Die Spieler müssen sich übrigens keine Sorgen um irgendwelche Fehlkäufe machen, denn jedes Spiel muss laut Ouya-Hersteller einen Free-to-Play-Zugang haben.
Entweder ist das Spiel komplett kostenlos, wird durch einen Ingame-Shop finanziert oder bietet eine Free-to-Play-Demo an. Zu dieser Regel soll es keine Ausnahme geben, Sie können also jedes Spiel auf der Ouya erst einmal testen, bevor Sie es kaufen. Das Potential zu neuen und innovativen Spielideen besitzt die Ouya also auf jeden Fall, und genau diese Hoffnung macht unserer Meinung nach den großen Reiz an der neuen Konsole aus: Die Hoffnung auf innovative und neue Spielkonzepte, die durch die offene Plattform gefördert werden, überwiegen die Sorgen über veraltete und jährlich erneuerter Hardware bei weitem.

Was haben die spieleentwickler mit den handheld produzenten zu tuhen?
Auf meinem Note 2 ging es auch ohne Probleme(auch wenn das Handy das zeitliche gesegnet hat, total schaden
Aber gerade SNES lief wie butter und PSX mit nem Controller ging auch 1a.
Auf meinem Tegra 3 Tablet garkein Problem.. also sollte es auf dem Teil auch laufen
Mal wieder schön die alten Spiele durchzocken
Dann lieber Text.