Klage gegen Nvidia durch Anleger: Mining-Boom angeblich Gaming zugeschrieben
Anleger sind der Meinung, dass Nvidia ihnen verschwiegen habe, wie viel Geld sie mit dem Verkauf durch Geforce-Grafikkarten an Schürfer von Kryptowährung verdient haben. Fälschlicherweise habe man die Umsätze dem Gaming zugeschrieben, der Kurseinbruch nach Ende des Mining-Booms kam daher unverhofft, so die Investoren. Erneut wurde Klage eingereicht.
Nvidia sieht sich im Zusammenhang mit dem Mining-Boom erneut mit einer Klage konfrontiert. Wir erinnern uns: Damals gingen Grafikkarten weg wie geschnittenes Brot. In der Hoffnung auf Gewinne generierten "Schürfer" mit GPUs Kryptowährung, mitunter wurden dabei ganze Rechenfarmen mit Grafikkarten bestückt. AMD wie Nvidia hatten seinerzeit erhebliche Schwierigkeiten, die Nachfrage zu bedienen. Preise für Pixelbeschleuniger stiegen entsprechend der Nachfrage. Was Gamer teilweise ein riesiges Loch ins Portmonee riss, wirkte sich bei den GPU-Herstellern natürlich positiv auf die Bilanz auf. Anleger beklagen nun, dass Nvidia die während des Mining-Booms erzielten Umsätze nicht korrekt dem Mining zugeschrieben hat. Über das wahre Ausmaß des Booms sei man falsch informiert worden.
Konkret wird dem Konzern Folgendes vorgeworfen: Die während des Mining-Booms erzielten Umsätze hätten 2017 einen beträchtlichen Teil des Gesamtumsatzes ausgemacht. Darauf habe Nvidia allerdings nur unzureichend hingewiesen. Stattdessen soll der Eindruck erweckt worden sein, dass die Umsatzsteigerung aufs prosperierende Gaming-Geschäft zurückgeht. Offiziell habe Nvidia Mining jedoch nur als Teil des OEM-Segments ausgewiesen, obwohl der Boom in Wahrheit zwei Drittel des Gaming-Segments betroffen haben soll. Im Papier zitierte Analysten beziffern, dass dabei 1,13 Milliarden US-Dollar der Mining-Einnahmen nicht korrekt zugeordnet wurden.
Kurseinbruch laut Klage vorhersehbbar
Als der Mining-Boom im Jahr 2018 zu Ende ging und deutlich weniger Grafikkarten verkauft wurden, verloren Nvidia-Aktien 20 Prozent ihres Wertes. Risiko gehört an der Börse nun eigentlich dazu. Die Ankläger allerdings argumentieren, dass dieser Einbruch vorherbestimmt war. Hätte man die Anleger richtig informiert, hätte man sich für den Einbruch wappnen können. Anscheinend ging es ihnen mehr um kurzfristige Gewinne als um Langzeitinvestitionen.
In der Klageschrift werden übrigens CEO Jensen Huang, Chief Financial Officer Collette Kress und der damalige Senior Vice President Jeff Fisher als Verantwortliche adressiert. Als Unterfütterung der Klage dienen die Aussagen verschiedener ehemaliger Mitarbeiter, etwa ein für China zuständiger Senior Account Manager, der seit 2017 nicht mehr für Nvidia tätig ist.
Mehr zum Thema: In trauter Zweisamkeit: Nvidias DGX A100-Ampere mit Server-CPUs von AMD
Besagte Anleger hatten schon 2019 gegen Nvidia geklagt (siehe Anklageschrift), vor Gericht jedoch erst kürzlich eine Abfuhr kassiert. Der zuständige Richter befand die Anschuldigungen als unschlüssig und nicht eindeutig zu belegen. Vergangene Woche wurde eine überarbeitete Klage eingereicht.
Quelle: blbglaw.com (Klageschrift)


