Zen 3, Big Navi, Ampere und Next-Gen-Konsolen: Scalper haben schon viel Geld verdient
Wie viel verdienen Scalper eigentlich mit dem Weiterverkauf von Ryzen-5000-CPUs, Big Navi- und Ampere-Grafikkarten sowie der Playstation 5 und Xbox Series X? Ein Programmierer hat das Ganze einmal überschlagen - und liefert interessante Zahlen.
Scalper sind aktuell vielen Menschen ein Dorn im Auge. Sie haben Gamern diverse, ohnehin schon knappe Produkte weggeschnappt, nur um sie dann selbst überteuert auf Plattformen wie Ebay weiterzuverkaufen. Einer der um ihr Produkt gebrachten Spieler liefert nun interessante Zahlen zu den Verkäufen und Gewinnen der sogenannten Scalper. Dazu hat er ein Script geschrieben und ausgewertet, für welches Geld Ryzen 5000, die Radeon RX-6000- und Geforce-RTX-30-Serie sowie Playstation 5 und Xbox Series X auf Ebay den Besitzer wechseln.
Einige Dinge musste der Programmierer grob abschätzen. Beispielsweise nahm er an, dass erfahrene Scalper mit eigenem Shop und hohen Umsätzen günstiger an die Produkte gelangt sind als kleinere Händler, die selbst vermutlich Retail-Preise zahlten. Bei Letzteren ermittelte er zum Beispiel, dass sie beim Ryzen 5 5600X (UVP: 299 Dollar) erst bei einem Verkaufspreis von 375 US-Dollar die Gewinnschwelle nehmen - kundigere Scalper aber schon bei 304 Dollar. 728 Exemplare wurden von Scalpern verkauft, der Medianpreis beträgt 428 Dollar.
Eine weitere interessante Erkenntnis ist, dass Scalper ihre ursprünglichen Mondpreise im Zusammenhang mit Zen-3-Prozessoren nicht halten konnten. Hier werden sich die Preise wohl als Erstes wieder normalisieren. Bei Big Navi sind die Aussichten nicht ganz so rosig. Scalper haben die Preise zwar schon moderat gesenkt, rufen für die Radeon RX 6800 XT aber immer noch einen Betrag auf, der 75 Prozent oberhalb der UVP liegt. Bei der Radeon RX 6800 sind es immerhin noch 50 Prozent. Gute Scalper sollen bei der Radeon RX 6800 auch schon bei einem Verkaufspreis von 589 Dollar Gewinn machen (UVP: 579), die Casual Scalper erst bei 720 Dollar. Derweil steht der Medianpreis bei 859 Dollar.
PS5 kostet bei Scalpern das Dreifache
Obwohl die RTX-30-Serie länger verfügbar ist und nicht mehr ganz so schlecht lieferbar wie die RX-6000-Serie, steht es um deren Preise bei Scalpern nicht besser. Die Geforce RTX 3060 Ti ist 60 Prozent teurer, die 3070 70 Prozent und die RTX 3080 80 Prozent. Bei der Geforce RTX 3090, für die Nvidia bereits 1.499 Dollar aufruft, haben Scalper anscheinend nicht mehr so viel Spiel, da sie dort nur 40 Prozent mehr kostet.
Die Xbox Series X beziehungsweise Series S sind bei Scalpern sehr viel gefragter als die neuen Grafikkarten und Prozessoren. Sie wechseln dort auch weiterhin zu über 50 Prozent höheren Preisen den Besitzer. Erstaunlich ist, dass die Playstation 5 noch für den dreifachen Preis über die virtuellen Ladentheken geht und selbst die Version ohne Laufwerk das Doppelte kostet.
Ebenfalls interessant: PS5, RTX 3080 und Co.: Wie Scalper den Marktwert von aktueller Hardware stören
Nimmt man alle Produkte zusammen, haben Scalper über Ebay seit September 82 Millionen Dollar umgesetzt und dabei - grob überschlagen - einen Gewinn von 39 Millionen Dollar erzielt. Man darf an der Stelle natürlich nicht die Gebühren unterschlagen, die Paypal und Ebay aufrufen. Vor dem Hintergrund sei es sogar wahrscheinlich, dass Scalper in Wahrheit ein Vielfaches dieser Summen eingenommen haben: etwa auf anderen Marktplätzen, über Foren oder Discord. Alle Details mit vielen weiteren interessanten Zahlen und Tabellen finden Sie in der Auswertung von Michael Driscoll.
Quelle: dev.to

Ich hoffe weiterhin, dass Nvidia und AMD das bewusst und durchdacht machen. Zuerst verknappt man und verkauft an Zwischenhändler und dann kommt, wenn die alten Karten der 2000er Serie weitestgehend verkauft sind, einmal ein riesiger Schwung und die Preise sind da, wo sie hingehören.
Genau dann schauen die privaten Zwischenhändler ganz dumm aus der Wäsche. Wenn Handel so einfach wäre und das Geld auf der Straße läge, würde es jeder machen.
Ryzen 5000 wurde von den Shops in der ersten Welle für UVP verkauft, bei den GPUs haben sie aber "draus gelernt" und selbst schon 25-30% aufgeschlagen.
Bei einem Iphone kann man ja noch streiten, ob Apple einem das Geld aus der Tasche zieht oder ob das Smartphone wirklich annähernd 1000€ Gegenwert liefert, aber wer die aktuellen Grakas deutlich über der UVP kauft, muss eindeutig zu viel Geld haben.
Was hat eine UVP mit dem tatsächlichen Wert/Gegenwert zu tun? Und was ist ein tatsächlicher Wert überhaupt? Den kann man mit Geld gar nicht messen, weil Geld keinen Wert besitzt
Verdient haben die gar nichts, die nutzen nur die Dummheit anderer aus mehr nicht.
Bei einem Iphone kann man ja noch streiten, ob Apple einem das Geld aus der Tasche zieht oder ob das Smartphone wirklich annähernd 1000€ Gegenwert liefert, aber wer die aktuellen Grakas deutlich über der UVP kauft, muss eindeutig zu viel Geld haben.