Asus TUF Gaming FX505DV im Test: Das kleine Schwarze [Update zum Black Friday]
Jetzt aktualisiert: Überteuert, schwer und laut sollen Gaming-Notebooks sein. Das waren sie vor mehreren Jahren auch noch alle, aber die technische Entwicklung macht hier nicht halt. Auf den ersten Blick erscheint das Asus TUF Gaming FX505DV als idealer Kompromiss: Für circa 1.400 Euro gibt es einen 15-Zöller mit einer RTX 2060 - der Einstiegs-GPU in die Raytracing-fähige Oberklasse-Grafik. Perfekter Mittelweg oder kaputtgesparter Kompromiss?
Hinweis: Der uns uns getestete Laptop Asus TUF Gaming FX505DV ist bei Alternate im Rahmen der Black Friday-Angebote für aktuell 1.169 anstatt 1.399 Euro verfügbar.
"The Ultimate Force" - kurz TUF - das ist die Asus-Produktserie für günstige Modelle, die eher mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis anstatt High-End-Leistung auffallen sollen. Die TUF-Serie ist demnach unterhalb der ROG-Produktlinie ("Republic of Gamers") angesiedelt. Das kann, muss aber nicht heißen, dass hier nur Billigheimer mit einem schönklingenden Marketingnamen versehen werden. Schon bei anderen TUF-Geräten haben wir festgestellt, dass hier durchaus die bezahlbare und gleichzeitig solide Mittelklasse zu finden ist.
Zwischen TUF und ROG gibt es keinen klaren Schnitt - zumindest bei Notebooks nicht: Das Asus ROG Strix Scar haben wir im Frühjahr mit einer RTX 2070 getestet, das Modell ist nun aber auch schon mit einer RTX 2060 erhältlich, in etwa zum ähnlichen Preis des hier getesteten Asus TUF Gaming FX505DV. Das ist mit gleicher Grafikeinheit zwar nochmal etwas günstiger, dafür hat Asus hier an der nicht unwesentlichen Ausstattung gespart: Allen voran das Display: statt 144 Hz gibt es hier nur gewöhnliche 60 Hz. Und bei der CPU handelt es sich um den günstigeren und schwächeren AMD-Vierkerner Ryzen 7 3750H anstelle des Intel-Sechskerners i7-9750H, was auch für die Spieleleistung relevant ist, wie wir feststellen werden. Die SSD ist ein schnelles PCI-Express-Modell, eine Intel 660p. Der günstige QLC-Speicher aber kommt mit großen Datenmengen nicht zurecht. Wer etwa große Spieleordner schaufelt, wird merken, dass die Transferrate auf HDD-Niveau einbricht, wenn der Cache voll ist.
Bildergalerie
Gehäuse und Ausstattung
Mittelklasse heißt Kompromisse in der Ausstattung. Statt Metalloberflächen ist das Gehäuse der TUF-Gaming-Notebooks ausschließlich aus Kunststoff. Das ist an sich nicht minderwertiger, ja sogar etwas leichter. Man merkt dem Gehäuse aber die Preisklasse an. Immerhin: Die gebürstete Optik ist gelungen und vermittelt zumindest den Eindruck von behandeltem Metall. Aber abgesehen von der Tastatur gibt es hier keinerlei RGB-Spielereien, wie etwa beim ROG Strix Scar II mit dem beleuchteten Logo oder dem LED-Streifen an der Unterkante.
Asus wirbt zwar mit der US-Militärnorm MIL-STD-810G, die hat aber keinerlei Aussagekraft, da die Norm keinerlei verbindliche Eigenschaften vorschreibt. Ganz im Gegenteil zu den IP-Klassen, welche eindeutig elektronische Geräte als staub- oder wasserdicht definieren. Wo immer man die Militärnorm bei Unterhaltungselektronik auch liest, ignoriert man also besser solches billige Marketing.
Kurios ist allemal die Anschlussausstattung: Mit drei USB-Buchsen (zwei davon USB 3.0), HDMI, Ethernet und einen Audio-Klinkeneingang ist die Ausstattung erwartungsgemäß nicht gerade üppig. Außerdem befinden sich alle Anschlüsse ausschließlich an der linken Seite. Eine USB-C-Buchse ist heutzutage eigentlich flächendeckend vorhanden, auch in dieser Preisklasse. Glücklicherweise kommen die meisten externen SSDs heutzutage mit einem USB-A-Adapter.
Kleinere Abzüge in der B-Note gibt es auch für das etwas ältere WLAN-Modul, welches nur den ac-Standard unterstützt. 2019er Notebooks haben gerne schon ein neueres Funkmodul, welches ax-WLAN (Wi-Fi 6) schon bietet.
Spieleleistung: Nichts für Triple-A
Quelle: PC Games Hardware
ASUS TUF Gaming (FX505DV-BQ016T) (15)
Die Nvidia Geforce RTX 2060 ist die günstigste Grafikeinheit, die Raytracing unterstützt. Nvidia hat das im Frühjahr zwar schon auf ältere Pascal und schwächere Turing-Chips treiberseitig freigeschaltet, doch viele Grafikchips sind dafür einfach zu schwach. Und selbst die RTX 2060 erfordert noch große Kompromisse in den Grafikdetails, wenn die Bildrate ein spielbares Niveau erreichen soll. Von den potenteren RTX-Modellen unterscheidet sich die 2060 nicht nur in der Grafikleistung, auch der Videospeicher ist mit 6 GiByte für anspruchsvolle Spiele mitunter etwas knapp, sodass die 8 GiByte der 2070 oder 2080 gelegentlich einen Flaschenhals weniger darstellen. Die RTX 2060 ist insgesamt näher an der schwächeren GTX 1660 Ti als an der stärkeren RTX 2070.
Wir haben bereits mehrere Modelle mit einer RTX 2060 getestet, jedoch alle ausschließlich mit einem deutlich stärkeren i7-Sechskerner. Nun variiert schon die Grafikleistung je nach Modell, da die Power Limits jeweils an die individuelle Kühlleistung angepasst wird. Im TUF Gaming FX505 testen wir erstmals den Ryzen 7 3750H zusammen mit einer Nvidia-GPU. Die Spielebenchmarks zeigen, dass in fordernden Spielen, etwa Battlefield 5 mit DX12 oder Assassins Creed Odyssey, die Leistung von der CPU limitiert wird. In älteren Spielen wie Overwatch oder The Witcher 3 macht ein stärkerer Intel-Prozessor keinen Unterschied. In Battlefield können wir in Full HD mit zahlreichen Kompromissen bei den Grafikreglern noch die 60 Fps hinschrauben. Assassins Creed aber bleibt eine Ruckelpartie, was unser CPU-Benchmark in 720p bereits zeigt. Man braucht sich also nicht der Illusion hingeben, dass wirklich jedes aktuelle Triple-A-Spiel auf einem Notebook mit aktueller aber zu schwacher Hardware läuft.
Während AMD mit den Ryzen-Prozessoren den Desktop-Markt ordentlich aufmischt, erscheinen die mobilen Ryzen-APUs nur wie ein zaghafter Versuch, um überhaupt wieder auf dem Notebook-Markt vertreten zu sein. Die Vierkerner der Picasso-Generation mit der Speerspitze Ryzen 7 3750H ist eine Neuerscheinung in diesem Jahr. Das Intel-Pendant wäre der i5-9300H, ebenfalls mit vier Kernen und acht Thread, da aber Takt und TDP etwas höher sind, ist dieser auch einen Hauch stärker.
Bildschirm: IPS, aber mickriger Farbraum
Full HD ist mittlerweile die standardmäßige Auflösung bei Gaming-Notebooks - und zwar in jeder Preisklasse. Optional ist hier und da in teuren Modellen 4K/UHD zu sehen, was aber auf der kleinen Bildschirmdiagonale kein großer Mehrwert ist und außerdem zu viel Grafikleistung erfordert. Außerdem handelt es sich beim Display hier um ein blickwinkelstarkes IPS. Die Spreu trennt sich vom Weizen heutzutage in der Bildfrequenz: 144 Hz ist in der Oberklasse schon üblich, ja selbst IPS und 240 Hz erhältlich, wenn auch mit dickem Aufpreis. Hier aber werden nur die schnöden 60 Hz geboten.
Quelle: PC Games Hardware
ASUS TUF Gaming (FX505DV-BQ016T) (16)
IPS wird stets als Panel für Bildbearbeiter empfohlen, wegen der hohen Farbraumabdeckung und Farbtreue. Dass die Paneltechnik an sich kein Qualitätsgarant ist, erleben wir hier: Subjektiv vermissen wir zwar hier keine Farben, aber die Messung mit dem Kolorimeter beweist, dass der Farbraum doch etwas klein ist und den sRGB-Farbraum nur zu 60 Prozent abdeckt. Für den Gamer ist das irrelevant, aber für etwas ambitioniertere Ansprüche dann doch zu wenig.
Die Maximalhelligkeit mit 330 cd/m² ist hingegen gut und auch das Kontrastverhältnis von circa 1.000:1 nicht schlechter als bei teureren Modellen. Im Gegensatz zur Farbraumabdeckung sind diese Messwerte nicht nur fürs "Photoshoppen" relevant, sondern für jeden Nutzer.
Geräuschentwicklung: Laut unter Last
Wir messen stets die Lautheit in zwei Szenarien. Einmal beim anspruchslosem Surfen auf dem Windows-Desktop (2D-Betrieb) und einmal nach circa 15 Minuten bei voller Spielelast (3D-Betrieb, The Witcher 3). Wir wechseln dabei das Lüfterprofil jeweils, so wie es auch ein Nutzer tun würde, also ein leises und ein leistungsfähiges Profil. Im 2D-Betrieb läuft das Gerät nie komplett passiv, in absoluter Stille ist noch ein leises Pfeifen eines Lüfters zu hören, das aber nicht stört. Wir messen hier gute 0,2 Sone. Unter Spielelast drehen die Lüfter auf maximal 4,1 Sone auf. Damit ist das Notebook unter 3D-Last knapp das lauteste unserer gemessenen Modelle mit einer RTX 2060.
Fazit: Ein Mittelweg mit Kompromissen
Das Asus TUF Gaming FX505DV ist wie erwartet kein Preis-Leistungs-Wunder, aber ein solides Mittelklasse-Gerät für all jene, die nicht mehrere Monatsgehälter in ein Gaming-Notebook stecken möchten, nicht zwanghaft alle Grafikregler in Spielen nach rechts drehen müssen oder sowieso genügsamere und ältere Titel zocken.
In der Spieleleistung aber ist das Notebook deutlich begrenzt: Für flüssige Raytracing-Sessions ist die RTX 2060 mit ihren 6 GiByte noch immer etwas zu schwach. Oder aber die Ryzen-CPU limitiert, wenn Sie sie mit einem zu fordernden DX12-Titel quälen. Für High-End-Games ist das Notebook aber ohnehin nicht gedacht.
144 Hz müssen nicht unbedingt teuer sind, hier aber wurde daran gespart. Dabei ist der Unterschied zwischen 60 und 144 Hz noch gewaltig, während der Mehrwert darüber nicht unbedingt direkt proportional mit steigender Frequenz zunimmt. Das Display ist dank IPS zwar blickwinkelstabil, gut ausgeleuchtet und kontraststark, aber kein Geheimtipp für Grafikarbeiten.
Für aktuell circa 1.400 Euro liefert das Notebook einen mittelmäßigen Kompromiss ab. Ein Vergleich der j eweiligen Konfigurationen des TUF Gaming FX505DV lohnt sich, da der Preis mit Arbeitsspeicher- und SSD-Kapazität durchaus variiert.
