Display-Messungen: Farbqualität, Helligkeit, Kontrast
Soweit die Theorie. Die Eigenschaften haben wir nachgemessen und wir prüfen, welche davon mittlerweile Vorurteile geworden sind und wie sich Stärken und Schwächen im direkten Vergleich schlagen.
Was beide gemein haben, ist ein farbstarkes Panel mit einer Farbtiefe von 10 Bit. Löblicherweise bietet Razer für mehrere Farbräume ein entsprechendes, von Calman verifiziertes Farbprofil an. Für HDR-Filme oder -Spiele sind sie daher beide gleichermaßen gut geeignet wie für farbkritische Anwendungen. Obwohl es in den einzelnen Messwerten einige Unterschiede gibt, wie wir gleich feststellen werden.
SDR-Helligkeit: LCDs sind stets etwas heller
Ist das OLED-Panel zu dunkel? Nein, sagt unser Kolorimeter: Wir messen 375 cd/m² im SDR-Modus, was ein guter Spitzenwert ist für helle Räume. Im Inneren kommt man gut mit einem halb so hellen Screen zurecht. Dennoch ist das Mini-LED-Panel in der Spitze etwas heller, also auch ohne HDR, wieder in Standard Dynamic Range erreichen wir fast 500 cd/m² in der Spitze. Mehr ist nicht unbedingt besser und auch nicht wirklich gesünder, aber damit ist das LCD-Panel etwas besser für den Außeneinsatz geeignet.
| Razer Blade 16 | OLED | Mini-LED 4K120 | Mini-LED FHD240 | |
|---|---|---|---|---|
| Max HDR-Helligkeit | 611 cd/m² | 1018 cd/m² | 1007 cd/m² | |
| Max SDR-Helligkeit | 375 cd/m² | 498 cd/m² | 490 cd/m² | |
| Schwarzwert | < | 0,01cd/m² | 0,01 cd/m² | 0,01 cd/m² |
| Kontrast | quasi unendlich | 49800:1 | 49000:1 |
LCD-Panels ohne Mini-LEDs erreichen ein niedriges Kontrastverhältnis um die 1.000:1. Jetzt kann unser Sensor den Schwarzwert gerade so noch messen und mit bloßem Auge können wir nicht unbedingt feststellen, auf welchem Panel das Schwarz wirklich schwärzer ist, sodass das Mini-LED zwar in der Messung gegen das OLED verliert, was aber kaum mit dem Auge sichtbar ist.
HDR: Beide Panels liefern
Wie erwartet, ist die HDR-Spitzenhelligkeit auch beim LCD etwas höher. Im zehn Prozent großen Fenster erreicht das Dual-Mode-Display, egal in welcher Auflösung, einen Wert knapp über 1.000 cd/m², was hochklassigen Monitoren oder Fernsehern entspricht. Das OLED-Panel erreicht in der HDR-Spitze einen deutlich niedrigeren Wert um die 600, nur muss man das etwas relativieren.
Da der Schwarzwert des OLEDs noch einmal etwas niedriger ausfällt und es ja komplett ohne Dimming-Zonen auskommt, da jeder Pixel seine eigene Lichtquelle ist. Einerseits fällt beim OLED nicht unbedingt die Helligkeitsdifferenz in der Praxis auf und andererseits sind beim Mini-LED-Panel auch keinerlei Dimming-Zonen erkennbar, der sogenannte Halo-Effekt mit nachleuchtenden Kanten, worunter LCDs mit wenigen Dimming-Zonen leiden, bleibt hier also aus.
Es ist also verdammt schwer, hier zu beurteilen, welches Panel das bessere HDR-Erlebnis abliefert, da sich die Qualität beider, erst recht die der Farben, einfach nichts geben. Ja, das OLED hat immer einen etwas besseren Kontrast und das LCD-Panel ist immer etwas heller - aber ist das wirklich besser? In der nächsten Kategorie gibt es aber einen klaren Gewinner.
Reaktionszeiten: OLED ist nahezu schlierenfrei
Kurze Pixel-Reaktionszeiten sind unumstritten die Stärke von OLEDs - da gibt es keinen Zweifel oder sonst irgendeine Relativiererei. Na, okay, höchstens eine: Schauen wir uns die Messwerte an, kann kein LCD aufs niedrige Niveau eines OLEDs kommen. Auch wenn hier die Einfärbung der Mess-Software ein etwas dramatischeres Ergebnis zeigt als tatsächlich vorhanden, sind die Reaktionszeiten von so einem hochklassigen LCD noch immer niedrig genug, um die Schlieren in Bewegungen ebenso niedrig zu halten.
| Razer Blade 16 | OLED | Mini-LED 4K120 | Mini-LED FHD240 |
|---|---|---|---|
| Reaktionszeit durchschn. | 0,3 | 7,8 | 7,6 |
| Min. Reaktionszeit | 0,01 | 0,1 | 0,1 |
| Max. Reaktionszeit | 1,0 | 49,2 | 39,3 |
Beim Dual-Mode-Display ist es übrigens für die Reaktionszeiten egal, welchen Modus man verwendet. Klar sind die 240 Hz grundsätzlich etwas schärfer als die 120 Hz, aber die Schlieren sind in beiden gleich niedrig.
Messwerte schön und gut, letztlich zählt, was man sieht, oder eben nicht sieht. Um das zu zeigen, lassen wir stets das Testufo über den Bildschirm fliegen, welches wir in der Bewegung fotografieren. Während das OLED knackscharf und schlierenfrei ist, zeichnet sich beim Mini-LED-Display ein leichtes Ghosting an der Kante ab, was vom sogenannten Pixel-Overdrive her rührt. Das ist ein leichter Überschwinger in der Spannung, welchen wir auch in der Messung festgestellt haben. Die richtige Dosis ist hier wichtig: Prinzipiell verkürzt der Overdrive die Reaktionszeit und eliminiert entsprechend etwas besser die Schlieren, sorgt aber stattdessen für Ghosting, wenn zu viel "überdreht" wurde.
Kurzum: Overdrive und Ghosting halten sich hier in Grenzen, fallen in der Praxis auch kaum auf, sind bestenfalls in hellen Bewegungen leicht erkennbar. Da wir hier aber beim Meckern auf hohem Niveau sind, wollten wir es im Vergleich mit dem OLED, der dank kurzer Reaktionszeiten ohne Overdrive auskommt, nicht unerwähnt lassen.


Beim Notebook also definitiv Mini-LED, wenn man dann bei kontrolliertem Lich zu Hause sitzt, kann man auch ein externes OLED anschließen. Dann hat man beide Vorteile!
Da reicht nen schlichter 60Hz IPS Monitor mit guter Ergonomie.
Warum Pixeldimming, perfektes Schwarz, kaum motion blur etc besser ist als LCD mit mini LED?
Warum Pixeldimming, perfektes Schwarz, kaum motion blur etc besser ist als LCD mit mini LED?
Wann MicroLED allerdings für den Normalen Consumer verfügbar sein wird, scheint noch zu dauern.
Und wenn ich mich richtig informiert habe, ist es ja so, dass hier kleiner nicht billiger ist, da bei 100Zoll+ in 4K die MicroLEDs deutlich grösser sind (und somit einfacherer herzustellen) als bei einem 32Zoll.
Auf der anderen Seite müssen sie bei Grossen Schirmen deutlich heller leuchten.
konnte aber keine Informationen finden, wo bei der Entwicklung im Moment der Sweetspot ist und mit welcher Größe wir als fertige Produkte zuerst sehen werden.