Nobody Wants to Die im Tech-Test: UE5-Pracht trifft auf Film Noir, Cyberpunk und Bioshock

Nobody Wants to Die ist ein spannendes Ego-Adventure auf Basis der Unreal Engine 5, das eine dichte Atmosphäre mit Noir- und Art-Déco-Einflüssen mit moderner Technik und der dystopischen Zukunft eines Cyberpunk-Szenarios vermengt. PCGH lädt zum Technik-Test mit Benchmarks.

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Nobody Wants to Die im Tech-Test: UE5-Pracht trifft auf Film Noir, Cyberpunk und Bioshock

Nobody Wants to Die ist ein grafisch schickes, stilistisch markantes Detektiv-Abenteuer auf Basis der fortschrittlichen Unreal Engine 5(.3.2). Das Spiel wurde von Critical Hit Games entwickelt, einem kleinen Entwicklungsstudio mit rund 20 Angestellten im polnischen Wrocław (Breslau). Vertrieben wird Nobody Wants to Die vom österreichischen Unternehmen Plaion, das zur Embracer-Group gehört. Das Spiel wurde bereits am 17. Juli 2024 zum günstigen Preis von 25 Euro veröffentlicht, das Spieler-Feedback auf Steam ist bislang "sehr positiv" mit 86 Prozent Zuspruch. Alternativ zur Steam-Plattform kann Nobody Wants to Die außerdem bei GOG erworben werden.

Die Unreal Engine 5 stellt hohe Anforderungen, insbesondere beim Einsatz der neuen Fertigkeiten Lumen und Nanite. Ersteres ist aufgrund des Raytracings harte Arbeit für die Grafikkarte, Nanite ermöglicht extrem detaillierte 3D-Modelle und bietet ein sehr fein arbeitendes, kaum sichtbares Auto-LoD. Die hohe, dynamische Detaildichte belastet allerdings Speicher und speziell Bandbreite zwischen unterschiedlichen Speichern - die Daten müssen sehr geschwind gestreamt werden und nehmen mit hoher Mesh-Dichte viel Platz im Speicher ein.

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Entwickler müssen demnach Vorsicht walten lassen, um aktuelle Hardware nicht völlig überzustrapazieren - siehe als eine Art Negativbeispiel, wenn auch stellenweise sehr hübsch: Ark Survival Ascended. Dazu bietet die UE5 viele fortschrittliche Effekte, darunter Partikel-Effekte (Niagara) und komplexe Physik (Chaos). Gegenüber früheren Titeln und Hardware-Generationen erhöhte Systemanforderungen sind demnach nicht allzu verwunderlich, das Spiel erscheint ausschließlich für PC sowie für aktuelle, jedoch nicht zurückliegende Konsolen-Generation. Bei Nobody Wants to Die fallen die offiziellen Systemanforderungen - verglichen mit anderen UE5-Titeln sowie aktuellen "Next-Gen"-Titeln - tatsächlich niedrig aus:

  Minimale Hardware Empfohlene Hardware
Windows Windows 10 x64 Windows 10 x64
CPU Intel Core i3-8100 oder AMD Ryzen 5 2600X Intel Core i5-10400 oder Ryzen 5 3600
RAM 8 GiByte RAM 16 GiByte RAM
Grafikkarte Nvidia Geforce GTX 1660 Super oder AMD RX Vega 56 oder Intel Arc A750 Nvidia Geforce RTX 3070 Ti oder AMD Radeon RX 6750 XT oder Intel Arc A770
Festplatte 30 GiByte 30 GiByte
API DirectX 12 DirectX 12

Nobody Wants to Die - Dichte Story, cooler Style-Mix, düsteres Setting

In Nobody Wants to Die spielt die Story eine große Rolle. Diese erleben Sie als Spieler aus der Ego-Perspektive des alten und raubeinigen Detectives der "Sterblichkeits-Abteilung" James Karra. In der düster-dystopischen Zukunfts-Metropole New York des Jahres 2329 ist die Technik so weit fortgeschritten, dass das menschliche Bewusstsein in (Daten-)Banken gespeichert ist und das "Ich" darauf auf andere Körper übertragen werden kann. Der Tod ist lediglich eine Art Erinnerung, zumindest für die reiche Elite.

Umso mysteriöser erscheint der Fall, mit dem Sie sich aus den Augen des Detectives konfrontiert sehen: Ein einflussreiches Mitglied der Elite wurde ermordet aufgefunden. "Off-the-Books", also "schwarz", ohne offiziellen Auftrag, begeben Sie sich auf Spurensuche. Bei der Lösung des Falls steht Ihnen - zuerst widerwillig, der hart gekochten, altmodischen und mit inneren Dämonen kämpfenden Natur Ihres Ego-Ermittlers wegen - die junge Polizei-Liaison Sara zur Seite. Sowie - ebenfalls typisch für eine Detektivgeschichte - der sich meist in melancholischer Methapherschwere zu Wort meldende, innere Monolog des Protagonisten. Das klassische Stilmittel, der Private-Eye Inner Monologue. Max Payne und Alan Wake lassen herzlich grüßen. Zur Lösung der Fälle nutzen Sie unter anderem ein technisches Hilfsmittel, um die Zeit zu manipulieren, die Beweggründe und Geschehnisse zu rekonstruieren. Auch dieses "Werkzeug" existiert in einigen verwandten Spielen, in zumindest grob ähnlicher Form, etwa die geisterhaften Erscheinungen in The Sinking City oder Murdered Soul Suspect. Wenn Sie mehr zum Gameplay erfahren möchten, legen wir Ihnen den Test der Kollegen der PC Games ans Herz.

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Die Story dreht sich um Themen wie Transhumanismus, Unsterblichkeit, ewiges Leben. Aber auch um Themen der Moral, des Anstands, die Frage nach dem Richtig oder Falsch, in einer Gesellschaft, in der Tod, Vergänglichkeit für die Reichen und Mächtigen kaum mehr als eine Erinnerung sind. Gewaltige Firmen kontrollieren die Welt aus Penthouse-Appartments und Luxus-Suites ihrer turmhohen Wolkenkratzer, beherrschen die restliche Bevölkerung von oben herab. Der Rest darbt in den nur von schummriger Neon-Reklame erleuchteten Schluchten ein kümmerliches Dasein, gefangen in einer Art Nimbus. Zwischen Himmel und Hölle, gefangen in den endlosen Tiefen des dazwischen; ohne Hoffnung auf Aufstieg, nicht einmal der Himmel ist zu sehen - nur der endlose Abgrund, der Sturz in die schier endlose Tiefe lauert stets auf Ihr Unglück.

Dieser Aspekt des Szenarios ist klassisch Cyberpunk. Nobody Wants to Die erinnert auch deshalb stellenweise frappierend an Filme wie Blade Runner - oder natürlich auch Cyberpunk 2077, das ebenfalls auf das klassische Sci-Fi-Szenario setzt. Allerdings mischt Nobody Wants to Die weitere Stilmittel und kredenzt eine besonders interessante Stil-Melange: Stilistisch und erzählerisch sehr auffällig ist der Noir-Einfluss, der an klassische (Schwarz-Weiß-)Detektiv-Filme und die 1920er-Jahre erinnert. Auch findet sich die typische "Femme Fatale" in Nobody Wants to Die - sogar in nochmals akzentuierter Form: Traditionell kontraststark, herausstechend, im blutroten Abendkleid. Die starken Noir-Anleihen des Ego-Adventures sind selbst unter dem Neon-Schein des Cyberpunk-Settings jedenfalls kaum zu übersehen - oder zu überhören: Auch der Soundtrack stimmt mit melancholischen Jazz-Klängen das typische Noir-Flair eines klassischen Kriminal-Films an (und ein von uns erspähtes Easter-Egg bildet "In a Mist" von Bix Beiderbecke ab).

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Neben diesen Einflüssen mischt Nobody Wants to Die außerdem eine tüchtige Prise Art Déco und Bioshock mit ein. Auch dieser Stil hat seinen Ursprung im Beginn der 1900er-Jahre und erlebte seine Hochzeit in den 20ern des vergangenen Jahrhunderts. Im Gegensatz zum eher nüchternen, minimalistischeren und moderneren Jugendstil (Art Nouveau), setzt Art Déco auf schwere, üppige, elegante und geschwungene Formen, Symmetrie und starke Farben, edle und exotische Materialien wie poliertes Tropenholz, warm schimmernde Bronze, schwerer Marmor oder glänzendes Chrom. Im Gegensatz zu Jugendstil oder dem minimalistischen Bauhaus ist die Opulenz des Vergangenen jener Ton, den Art Déco besonders betont. An Bioshock erinnern dabei allerdings nicht nur grafische Stil-Elemente, sondern auch die "Gefangenheit" Ihres Protagonisten, ähnlich wie sowohl in Teil 1 & 2 als auch Bioshock Infinite, befinden Sie sich in einer Art "Dazwischen". Weder Grund noch Himmel sind sichtbar, erreichbar. Sie wandeln in einer dem krankhaften Geist des Menschen entsprungenen, künstlich erschaffenen Welt dazwischen. Kommen wir zur Technik.

Nobody Wants to Die: Technikdetails

Nobody Wants to Die basiert wie bereits angeschnitten auf der Unreal Engine 5.3.2. Dies ist die aktuell fortschrittlichste Version, die in bereits veröffentlichten Spielen zu bewundern ist, darunter etwa die Survival-Sandbox Nightingale. Die Unreal Engine 5.4 ist zwar bereits erschienen und bietet eine ganze Reihe technischer Neuerungen, darunter etwa Nanite Terrain und Nanite Tessellation, neue Animations-Tools und schicke neue Effekte (siehe auch PCGH 08/2024 oder unseren [Plus-Artikel]). Diese werden erst in kommenden Spielen zu bewundern sein, darunter etwa Marvel 1943 Ryse of the Hydra. Allerdings benötigt Nobody Wants to Die etwa Nanite Terrain nicht wirklich, aufgrund des Szenarios gibt es praktisch keine Terrain-Darstellung mit Geröll, Ästen oder andere organische Strukturen, welche von Nanite Terrain profitieren würde. Extra-feine Nanite-Meshes scheint das Spiel obendrein nicht oder nur sehr selten zu nutzen, die meisten 3D-Modelle sind sichtbar konventioneller, eher grober Struktur. Allerdings könnte Nanite als Auto-LoD zum Einsatz kommen, Pop-up ist jedenfalls nicht deutlich auffällig.

Lumen-Raytracing kommt in der Software-Variante zum Einsatz, sowohl für Globale Beleuchtung als auch die Reflexionen. Augenkundig wird für die Spiegelungen die abgespeckte, für aktuelle Konsolen-Hardware optimierte Fassung mit groben Global Distance Fields verwendet. Diese werden, wie üblich, mittels Screen Space Reflections oder Verzerrungseffekten substituiert und fallen daher nur in den seltensten Fällen auf. Erst spät im Spiel sieht man die klassischen, klaren Spiegelungen in Pfützen und kann dort zweifelsfrei das grobe Abbild der Spielwelt erkennen. Die Qualität der Raytracing-Effekte ist auf allen GPUs gleich, das haben wir exemplarisch anhand einer Radeon RX 5700 XT und Geforce RTX 4070 Super überprüft und Vergleichsbilder angefertigt (siehe oben).

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Die generelle Abtastung mit Rays wirkt gegenüber einigen anderen UE5-Titeln etwas reduziert, was in etwas gröberen Noise-Artefakten bei RT-Effekten führt - prominent sichtbar etwa bei der Ambient Occlusion. Eventuell haben die Entwickler die Strahlenmenge heruntergefahren, um den Anspruch weiter zu reduzieren, die Option existiert im Editor.

Die Entwickler haben zwar eine sehr stimmungsvolle, oft beeindruckende und grafisch ansehnliche Welt geschaffen, sich aber bei den erweiterten (und teils sehr anspruchsvollen) Fähigkeiten der UE5 vornehm zurückgehalten: Nanite wird nicht oder lediglich als dynamisches LoD für konventionelle 3D-Modelle genutzt, Lumen ist lediglich in abgespeckter Variante zugeschaltet. Auf der folgenden Seite geht's ans Eingemachte: Wie läuft das hübsche Detektivspiel auf gängigen Grafikkarten? Das erfahren Sie nach nur einem Klick ...

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  1. Seite 1 Nobody Wants to Die im Tech-Test: Übersicht
  2. Seite 2 Nobody Wants to Die im Tech-Test: GPU-Benchmarks & Fazit
    • Kommentare (35)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von PCGH_Phil BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von czk666
        Sind die Fotos bearbeitet? Auf meinen OLED sieht das Kontrastärmer aus.

        Insg. fand ich still wakes the deep schicker.
        Nein. Alles direkte Shots. Nicht mal Photo-Mode etc, geschweige bearbeitet.

        Ein HDR-Fail, vielleicht? Klingt zumindest tendenziell ein wenig danach. Du könntest es mal probehalber auf SDR stellen (bzw. HDR unter Windows deaktivieren). Dann könntest du zumindest sehen, ob es da einen gravierenden Unterschied und damit ein potenzielles Problem gibt.

        Gruß,
        Phil
      • Von PCGH_Phil BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von czk666
        Sind die Fotos bearbeitet? Auf meinen OLED sieht das Kontrastärmer aus.

        Insg. fand ich still wakes the deep schicker.
        Nein. Alles direkte Shots. Nicht mal Photo-Mode etc, geschweige bearbeitet.

        Ein HDR-Fail, vielleicht? Klingt zumindest tendenziell ein wenig danach. Du könntest es mal probehalber auf SDR stellen (bzw. HDR unter Windows deaktivieren). Dann könntest du zumindest sehen, ob es da einen gravierenden Unterschied und damit ein potenzielles Problem gibt.

        Gruß,
        Phil
      • Von Rolk Kokü-Junkie (m/w)
        Ich habe es jetzt auch mal angefangen. Der Start war etwas holprig, aber ich denke das wird jetzt besser. Ich werde es weiter spielen. Ein Umfang-Monster das viel Zeit kostet wird es ja nicht sein.
      • Von PureLuck BIOS-Overclocker(in)
        Hab es nach einer Stunde Spielzeit auch zurückgegeben. Ist für meinen Geschmack viel zu öde.

        Der Protagonist bzw. der Storyeinstieg hat mich gar nicht gehookt. Das typische melancholische Blabla mit psychischem Knacks, Hallus einer Liebelei, Drogen und einer Kollegin, die keinen Bock auf die Zusammenarbeit hat.
        Das Gameplay ist zu simpel und schon fast kindisch mit diesem Technik-Kram. Hätte man auch anspruchsvoller gestalten können. So rennt man nur rum und klickt schon vormarkierte Sachen an, um den Tatort zu 'lösen'. Hat sich schon bei der ersten Mission repetitiv angefühlt. Gefundene Hinweise/Schriftstücke haben nur Auswirkungen auf Dialog-Optionen und nicht auf die Lösung des Falls. Bei dem generischen Writing fehlt für mich leider dann leider völlig die Motivation, irgendwelche Texte durchzulesen.

        Auf der Haben-Seite stehen:

        Grafik sieht ganz gut aus.
        Läuft recht flüssig.
        Cooles Setting für den der auf so Cyberpunk steht.
      • Von Tripleh84 BIOS-Overclocker(in)
        Habs zurückgegeben.. Viel zu Viel gelaber.. Das Zerstört mir selbst die Atmo.
      • Von Gast1722676202
        Ist es normal, dass bei diesem Spiel auch die CPU fast schon wie bei einem benchmark-Tool dauerbelastet wird? Es wird ziemlich warme Luft aus dem Gehäuse geblasen. GPU (6700XT) Temperatur liegt so bei 68° C und CPU (5900X) bei 62° C. FPS auf 60 gelockt.
      Direkt zum Diskussionsende
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