Warum ein Paperlaunch doch nicht so schlecht ist - Die PCGH-Redaktionskolumne
In der allwöchentlichen Redaktions-Kolumne textet ein PCGH-Redakteur über Hardware- oder Software-Themen, die ihn in der vergangenen Woche bewegt haben. Zum Abschluss dieser Woche spricht Carsten Spille darüber, warum Paper Launches eigentlich doch nicht so schlecht sind.
In der allwöchentlichen Redaktions-Kolumne textet ein PCGH-Redakteur über Hardware- oder Software-Themen, die ihn in der vergangenen Woche bewegt haben. Zum Abschluss dieser Woche spricht Carsten Spille darüber, warum Paper Launches eigentlich doch nicht so schlecht sind:
Wer die PCGH-Kolumnen in Blog und Bild... äh, Print verfolgt, weiß dass ich mich schon des Öfteren über vorab durchgesickerte Informationen aufgeregt habe, heute möchte ich ein verwandtes Thema ansprechen: Den Paperlaunch. Früher, in grauer Vorzeit waren die sogenannten Paperlaunches Standard (und sind es in weiten Bereichen der IT-Industrie immer noch, beispielsweise Mobile): Ein kommendes Produkt wurde der Fachpresse präsentiert und erst einige Wochen später auf den Markt geworfen; schlechte Anfangsverfügbarkeit aussen vor. Der Redakteur hatte Zeit, sich mit dem Produkt zu beschäftigen, konnte gegebenenfalls spezielle Tests entwickeln um Unklarheiten zu beseitigen, auf die der Hersteller keine zufriedenstellenden Antworten geben wollte und es gab umfangreiche und vor allem hochqualitative Tests zum vereinbarten Zeitpunkt. Bevor das Produkt dann verfügbar war, vergingen noch einige Wochen, sodass Interessenten sich auch in Ruhe vorab informieren konnten und Zeit hatten, ihre Kaufentscheidung abzuwägen.
Inzwischen haben sich sogenannte "Hard Launches", also Produktankündigungen mit sofortiger Verfügbarkeit eingebürgert. Was auf den ersten Blick positiv scheint, wird bei einem Blick hinter die Kulissen schnell zu einer Farce. Musterverügbarkeit eine Woche vor Launch, Treiber oft noch später, Informationen über die Preisgestaltung und damit eindeutige Verortbarkeit eines Produkts meist erst am Tag vor dem Fall der Verschwiegenheitsverbeinbarung ("NDA"). Natürlich reicht die Zeit, um eine oder auch zwei Karten durch einen fest stehenden Testparcours zu prügeln. Knapp wird es indes, wenn man aufwendige manuelle und damit praxisnahe Benchmarks durchführt und nicht auf die allfälligen, integrierten "Leistungstests" setzt, auf die die Hersteller ihre Treiber einfach abstimmen können. Schlimm wird's, auch die (möglichst vielen) Vergleichsprodukte mit den dann aktuellen Treibern erneut zu testen (woran den Herstellern aus vielerlei Gründen gar nicht mal so sehr gelegen sein dürfte), um ein aussagekräftiges Leistungsbild zu erhalten.
Verstehen Sie mich nicht falsch: Natürlich haben die Hersteller jedes Recht, zu ihnen genehmen Zeitpunkten Produkte anzukündigen, verfügbar zu machen oder eben auch nicht. Ebenso kann natürlich der mündige Kunde selbst entscheiden, sich noch etwas in Geduld zu üben und neue Produkte erst kaufen, wenn sie im Preis gefallen sind. Doch ein Grund zur Freude und besonders kundenfreundlich sind die kurzfristigen Hard-Launches nicht - denn der Druck auf die Tester, zum NDA-Fall ein umfangreiches Review online verfügbar zu haben ist aufgrund der Konkurrenz groß und die Gefahr besteht, dass dabei die Qualität auf der Strecke bleibt.
Redaktions-Kolumne
In der allwöchentlichen Redaktions-Kolumne textet ein PCGH-Redakteur über Hardware- oder Software-Themen, die ihn in der vergangenen Woche bewegt haben und zwar jeden Sonntag um 13:15 Uhr.

Offiziell ist afaik nur, dass es einen Fermi-Nachfolger geben wird, der Kepler heißt. Und schneller werden soll - und diese Information gab es nicht Monate, sondern mindestens ein Jahr vor der Vorstellung und sie baut arg wenig Spannung auf.
Alles andere sind iirc Gerüchte und Leaks und somit nicht (offiziell...) Schuld Nvidias.
Richtig, das ist ein Punkt der gerne vergessen wird. Diejenigen, die hier die Stunts wie du so schön gesagt hast hinlegen sind Faker, Blogger und sonstige Leute die immer wieder mit irgendwelchen "Informationen" ans Tageslicht rücken um die Herren von NV gut oder schlecht dastehen zu lassen - NV selbst tut an sich nichts außer zu sagen "Wir bauen nen Nachfolger von Fermi der schneller ist".
Aber faktisch findet ja, gerade im CPU-Bereich (aber auch bei allen GPUs, die zwischen G92 und Kepler kamen), ein inoffizieller Launch Monate vorher statt, wenn über diverse dunkle Kanäle (die sich nunmal nicht vermeiden lassen, wenn Grafikkarten- und vor allem Mainboardhersteller auf die neuen Produkte vorbereitet sein sollen) alle Details geleaked werden.
Da wäre es mir (als Leser, Kunde - und vor allem als Mod in einem AMD vs. XY geprägtem Forum) wesentlich lieber, wenn "Monate zuvor" eine offizielle Vorstellung stattfinden würde, in der dann eben "Tests in einem Monat, Produkte in vier" angekündigt wird.
Monate vorher und hinterher mit Pech wirklich nichts als heiße luft.
Im Gegensatz zu Diablo3, zu dem Blizzard immer mal wieder ein paar Publicity-Stunts hinlegt, macht Nvidia eigentlich gar nichts mit Kepler, was nerven könnte.
Offiziell ist afaik nur, dass es einen Fermi-Nachfolger geben wird, der Kepler heißt. Und schneller werden soll - und diese Information gab es nicht Monate, sondern mindestens ein Jahr vor der Vorstellung und sie baut arg wenig Spannung auf.
Alles andere sind iirc Gerüchte und Leaks und somit nicht (offiziell...) Schuld Nvidias.
Wenn was angekündigt wird und erst in 2 Wochen auf breiter Masse verfügbar ist ist das für mich i.O.
Richtig nervig ist dagegen die akt. Karten von NV oder eben Diablo3.
Monate vorher und hinterher mit Pech wirklich nichts als heiße luft.
War es
a) wieder äußerst stressig die Tests noch mit last-minute zugestellter Hardware und unfertigen Treibern gerade noch ins Heft zu bekommen
oder war es
b) dieses Mal entspannter, weil AMD sich zu einem Paperlaunch der HD7800-Serie entschlossen hat?
Oder hat
c) die Kolumne gar keinen direkten Bezug zum aktuellen Tagesgeschehen (wie zb dem Launch der HD7800)?