Das Haswell-Gespenst ist weg - viele Netzteile sind kompatibel. Ein Kommentar von Marco Albert
In der allwöchentlichen Redaktions-Kolumne berichtet ein Redakteur über ein IT-Thema, das ihn in der vergangenen Woche bewegt hat. Zum Abschluss dieser Woche äußert sich Marco Albert darüber, dass die meisten Anwender keine Probleme mit Haswell-Prozessoren und alten Netzteilen haben, obwohl dies Anfang 2013 ein großes Thema war.
In der allwöchentlichen Redaktions-Kolumne berichtet ein Redakteur über ein IT-Thema, das ihn in der vergangenen Woche bewegt hat: Heute äußert sich Marco Albert darüber, wie sehr die Angst um Kompatibilitätsprobleme zwischen Haswell-Prozessoren und älteren Netzteilen Anfang 2013 geschürt wurde.
Im Mai 2013 kamen die ersten Gerüchte auf, dass einige PC-Netzteile Probleme mit Intels neuer CPU-Generation Haswell haben könnten. Zunächst berichtete VR-Zone (Intel Haswell: Für ältere Netzteile möglicherweise zu sparsam) über mögliche Schwierigkeiten: Im C6- oder C7-Energiesparmodus benötigt Intels Prozessor weniger als 0,05 Ampere und bisher lag der Minimal-Load bei 0,5 Ampere, sodass Netzteile die Stromversorgung einstellen könnten. Darauf begann auch PC Games Hardware mit der Recherche und hat mit vielen Netzteil-Herstellern gesprochen. Dies würde dann zu einer umfangreichen Kompatibilitätsliste (Haswell zu anspruchsvoll? Diese Netzteile sind laut Hersteller kompatibel).
Relativierend muss man festhalten, dass gerade bei Single-Rail-Designs die 12-Volt-Schiene nicht nur die CPU, sondern auch andere Stromverbraucher mit versorgt. Das heißt, dass die angesprochenen 0,05 Ampere in den meisten Fällen sowieso deutlich überschritten werden dürften – auch wenn die CPU in C6- oder C7-Energiesparmodi wechselt. Noch viele wichtiger sind, dass die Optionen in den UEFIs bei nahezu allen Mainboards standardmäßig deaktiviert sind. Die Gefahr von PC-Abstürzen war und ist also sehr unwahrscheinlich beim Wechsel auf ein Haswell-System. Zudem sind sehr viele Netzteile kompatibel zu den neuen C6- oder C7-Energiesparmodi. Rückblickend betrachtet, ist das Haswell-Problem-Gespenst eigentlich völlig harmlos und dürfte keinem Anwender wirklich Schwierigkeiten gemacht haben.
Redaktions-Kolumne
In der allwöchentlichen Redaktions-Kolumne textet ein PCGH-Redakteur über Hardware- oder Software-Themen, die ihn in der vergangenen Woche bewegt haben. Hierbei handelt es sich nicht zwingend um die Meinung der Redaktion, sondern um die Meinung des jeweiligen Redakteurs.


Multi Rail ist halt das Aufteilen der +12V Leitung...
99,9999% der Unternehmen kaufen Office-Rechner mitsamt Netzteil. Demensprechend sind diese nicht älter, als Haswell selbst. Sie können allenfalls noch minderwertig sein.
Das ist bauartbedingt, daran kann auch der Hersteller nichts machen - außer keine Gruppenregulierten Geräte mehr bauen...
Und jetzt gucken wir noch mal, in welcher Preisklasse wir Hersteller finden, die weiterhin Geräte fertigen, die derart alte, einfache Schaltungen in großem Maßstab einsetzen...
Multi Rail ist halt das Aufteilen der +12V Leitung...
Sorry, aber so wie DU es geschrieben hast, wars einfach nur Multi Rail bashen. Zumal du auch kein Beispiel für das, was du meintest, genannt hast.
Die EU Verordnung zum Standby Verbrauch hat hier auch rein gar nichts mit Haswellkompatibilität zu tun und DC-DC nach unten hin gibt es noch nicht wirklich...
Gruppenregulierte Netzteile sind grundsätzlich problematisch, da kann der Hersteller auch noch so gut sein, bei extremer Querbelastung, was man bei Haswell nunmal haben kann, können die Spannungen bei einem Gruppenreguliertem Netzteil auch mal die Spezifikation verlassen...
Das ist bauartbedingt, daran kann auch der Hersteller nichts machen - außer keine Gruppenregulierten Geräte mehr bauen...
Darunter fallen diverse High End...
Auch muss das Netzteil nicht unbedingt über DC-DC verfügen, es gibt da auch Schaltungen, die die +5V und +3,3V Leistung unabhängig von der +12V Leistung regeln können. Das sind dann die sogenannten Indy geregelten Netzteile.
Darunter fallen diverse High End Multi Rail Netzteile aus der Frühzeit der ATX Spezifikation wie z.B. CWT PSH basierte Geräte, aber auch Dark Power Pro P7 (eigentlich sogar P6 ab 750W)...
Das ist ja eben der Witz bei der von diversen Medien verbreiteten Panik: Mit Ausnahme einiger sehr weniger, rund ein Jahrzehnt alter, multi-rail Netzteile aus der Frühzeit der ATX-12V-Specs sind eigentlich nur Office-Systeme ohne GPU und mit minimaler Laufwerksausstattung und mit billigen nicht-DC-DC Netzteilen gefährdet. Alles andere erreicht seine 6 W @ 12 V auch dann, wenn die CPU gar nichts verbraucht und war nie in in der unglaublich brisanten Gefahr, optionale Energiesparmodi nicht nutzen zu können.
Eventuell ließe sich mit einer Radeon im Zero-Power-Modus, sehr sparsamen Mainboard und SSD (und sonst nichts) im System ein vergleichbarer Lastzustand erreichen. Aber ein derartiger Praxisfall wäre mir auch nicht bekannt. Hier im Forum haben wir durchaus Leute, bei denen würde die Lüfteraustattung schon für das nötige Lastniveau reichen.