Monster Hunter World Iceborne auf der E3: Jagdabenteuer in Schnee und Eis
Wenn's den Monstern zu heiß ist, gehen sie aufs Eis. Im Falle der Erweiterung Iceborne für Capcoms Bestseller Monster Hunter: World ist das wörtlich zu verstehen: Wir lassen den grünen Dschungel des Hauptspiels hinter uns, um in der Raureifweite auf die Jagd zu gehen.
Pokémon? Kinderkram. Echte Jäger fangen seit 2004 deutlich herausfordernde Monster - in Capcoms passenderweise Monster Hunter genannten Serie. 2018 erschien mit Monster Hunter: World der fünfte Teil der Hauptserie für PlayStation 4, Xbox One und PC. Und das mit Karacho: Er ist mit bislang zwölf Millionen verkaufter Exemplare das erfolgreichste Spiel in Capcoms Firmengeschichte.
Klar, dass die japanischen Entwickler emsig an einer Erweiterung des Spiels gearbeitet haben, das sie auf der E3 2019 in Los Angeles zum ersten Mal spielbar präsentierten: Monster Hunter World: Iceborn lässt Astera und die Neue Welt hinter sich. Stattdessen geht es ins ewige Eis der Raureifweite, in der Monster aus dem Hauptspiel, neue Ungetüme und Fan-Favoriten aus früheren Serienteilen ihr Unwesen treiben.
Ab auf die Jagd
Das Spielprinzip bleibt unverändert: Als mutiger Jäger gehen wir in Quests auf die Suche nach bestimmten Monstern. Wir sammeln die jeweiligen Spuren und schicken Spähkäfer auf die Fährte, wenn wir genug davon beisammenhaben. Haben sie uns ans Ziel geführt, beginnt der Kampf auf Leben und Tod - an dessen Ende wir hoffentlich das Monster in seine Einzelteile zerlegen und nicht umgekehrt.
Dann kassieren wir die Questbelohnung, verbessern mit den gewonnenen Materialien unsere Waffen und Rüstungen und erholen uns im Jägerstützpunkt. Hier dürfen wir jetzt auch die neue Dekorrüstungen herstellen, die wir über unsere anderen Rüstungsteile platzieren und uns damit ein paar zusätzliche Boni verschaffen. Und wärmer sind zwei Jacken statt einer allemal.
Noch mutigere Jäger starten eine Expedition in ein bestimmtes Gebiet, um dort lebende Monster zu entdecken und die Umgebung zu erkunden. Das ganz ohne Zielzwang und Zeitdruck. Allerdings warten die Monster nicht auf uns, sondern verschwinden möglicherweise in andere Gebiete, wenn wir sie nicht aktiv aufspüren.
Immer schön warm bleiben
Monster Hunter World: Iceborne ist weniger grün als das Hauptspiel: Wer dessen Hauptgeschichte abgeschlossen und den Jägerrang 16 erreicht hat, darf in die Raureifweite aufbrechen und sich im Stützpunkt Seliana niederlassen. Wer das Spiel noch nicht durchgespielt hat, freut sich über Updates für alle 14 Waffentypen und die Schleuder - letztere darf jetzt jederzeit geschwungen werden, auch mit gezogener Hauptwaffe.
Jäger in der Raureifweite merken schnell: Schnee und Eis sehen nicht nur kalt aus, sie sind es auch. Sie entziehen unseren Helden nämlich Ausdauer - da hilft ein Heißgetränk, das es praktischerweise im Stützpunkt gibt, wir aber auch unterwegs zu uns nehmen dürfen. Auch das Laufen durch den Schnee zehrt an unseren Kräften. Gut, dass wir jetzt auf kleineren Monstern zum "Einsatzort" reiten können - wenn wir uns nicht per Schnellreise dorthin begeben.
Bildergalerie
Haben wir ein Monster alleine oder mit bis zu drei Mitspielern gestellt, gilt es, es zu bezwingen. Dabei helfen neue Waffen- und Bewegungskombos. Und die schon erwähnte, jetzt stets verfügbare Schleuder, die Fernangriffe selbst mit Nahkampfwaffen ermöglicht.
Dazu gibt es noch eine neue Waffe: Die Klammerklaue, eine Art Greifhaken, den wir an einem Monster festmachen und es dann besteigen können, um ein paar Treffer aus nächster Nähe zu landen. Doch Vorsicht: Besonders wilde Ungetüme werfen uns schnell wieder ab. Wir revanchieren uns mit einem sogenannten Zurückschrecken-Schuss: Ein damit getroffenes Monster schreckt zurück - aha! - und kann so gegen ein Hindernis, in eine Falle und sogar auf dünnes Eis gelenkt werden.
Apropos Monster: Neben Kollegen wie dem Großjagras aus Monster Hunter: World wartet beispielsweise ein neuer gehörnter Wyvern namens Banbaro auf eine Abreibung. Er räumt mit einem Sturmangriff fast alles aus dem Weg, was ihm vor sein Geweih kommt. Ein Wiedersehen gibt es mit dem Tigrex, den es zum ersten Mal im Spin-off Monster Hunter Freedom 2 zu sehen und zu jagen gab. Und es wird gemunkelt, dass es auch in der Raureifweite einen geheimnisvollen Drachenältesten geben soll ...
Fazit
Ich bin seit Langem ein Fan von Schnee und Eis - nicht nur im wirklichen Leben, sondern auch in PC- und Videospielen. Umso mehr freut es mich gerade im Sommer, dass es in Monster Hunter World: Iceborne etwas kühler wird: Die Erweiterung bietet genug Abenteuer für erfahrene Jäger und sinnvolle Updates für solche, die in der Story des Hauptspiels noch nicht bis ans Ende vorgedrungen sind.
Und egal, ob kleiner, katzenartiger Palico-Gefährten oder riesiges Nergigante-Monster: Capcoms eigene Grafik-Engine MT Framework bringt alles in prächtiger Optik auf den Bildschirm. Blöd nur, dass wir PC-Spieler auf den "Winter 2019" warten müssen, während Konsolen-Jäger schon am 6. September in die Raureifweite ziehen dürfen. Andererseits können wir uns dann ihre Jagdberichte durchlesen und daraus lernen, wie wir länger am Leben bleiben - Waidmanns Heil!
