Asus ROG Swift OLED PG27AQWP-W: Was ist Tandem-OLED?
Auf dieser Seite beleuchten wir die technischen Neuerungen und Vorzüge der genutzten Tandem-OLED-Technologie.
Inhaltsverzeichnis
RGB-Tandem-OLED - auch unter den Namen Primary-RGB-Tandem-OLED oder schlicht Tandem-OLED geführt - wird vom Panel-Hersteller LG entwickelt. Dieser vermarktet die Technik zudem unter der Bezeichnung Meta 3. Streng genommen handelt es sich bei LGs Tandem-OLED allerdings nicht um ein "echtes" RGB-OLED: Das Bild wird nicht direkt von roten, grünen und blauen OLEDs erzeugt, sondern prinzipiell weiterhin von WOLED (White Organic Light Emitting Diodes), da - wie bei bisherigen WOLED-Panels von LG - Farbfilter zum Einsatz kommen. Die Technik wurde jedoch umfassend überarbeitet und modernisiert und nutzt nun vier mehrfarbige OLEDs, um weißes Licht zu erzeugen. Bei LGs neuer OLED-Technik kommt außerdem kein Microlens-Array (MLA/MLA+) zum Einsatz. Was anfangs etwas verwirrend wirkt, ist im Kern recht einfach. Beginnen wir mit dem entscheidenden Element, den organischen Leuchtemittern (OLEDs).
WOLED bis Tandem-OLED
Bei WOLEDs bis einschließlich der dritten Generation kommt ein weißes OLED-Backlight zum Einsatz, das von einem dreischichtigen OLED-Layer erzeugt wird. Dieses Licht wird durch vier Farbfilter (Rot, Grün, Blau plus ein weißer Farbfilter) geleitet, um den jeweiligen Pixel einzufärben. Da die Farbfilter einen nicht unerheblichen Teil (bis zu 25 Prozent) des vom OLED-Layer emittierten Lichts absorbieren, nutzt LG den vierten, weißen Farbfilter zur Steigerung der Effizienz. Ab WOLED-Generation 3 verbaut LG zusätzlich ein Microlens-Array (MLA, MLA+). Dabei handelt es sich um winzige Linsen, die das Licht des OLED-Layers bündeln, bevor es auf die vier Farbfilter trifft, um Effizienz und maximale Leuchtstärke weiter zu erhöhen. Gleichzeitig sinkt durch die höhere Effizienz die Leistungsaufnahme.
Quelle: LG Display
Die Entwicklung der LG-(W)OLED-Generationen. Ab Gen 3 kam das Microlens-Array zum Einsatz (MLA, MLA+), eine zusätzliche Schicht winziger Linsen, welche Effizienz und Leuchtstärke durch Bündelung des vom OLED-Layer abgegebenen Lichts vor Auftreffen auf die Farbfilter (RGBW bei Gen 2, RWGB bei Gen 3) erhöhte.
Mit Tandem-OLED verschwindet dieses Microlens-Array zugunsten einer vierten OLED-Lage. Die Farbzusammensetzung wurde obendrein und ebenfalls zwecks Erhöhung der Effizienz sowie Leuchtstärke verändert.
Die aufgenommene Leistung und die daraus resultierende Wärme beschleunigen wiederum die Oxidation der organischen Leuchtemitter und damit deren ungleichmäßige Alterung - sichtbar in Form von Einbrennartefakten. Je mehr Energie ein OLED aufnimmt und je mehr Wärme entsteht, desto schneller schreitet diese chemische Abnutzung voran. Die Effizienz von OLED-Displays ist daher insbesondere bei PC-Monitoren, die häufiger statische Inhalte anzeigen und eine vergleichsweise kleine Fläche besitzen, von zentraler Bedeutung. Genau hier setzen neue OLED-Technologien - ob WOLED oder QD-OLED - an.
Quelle: LG Display
Die zusammen weißes Licht emittierenden OLED-Schichten bis einschließlich WOLED Gen 3 und die ebenfalls zusammen weißes Licht emittierenden vier Schichten des Primary RGB Tandem OLED (LGs 4th Gen OLED).
In bisherigen WOLED-Generationen besteht das OLED-Modul, das das weiße Licht erzeugt, aus insgesamt drei Schichten: Zwei blaue und eine dazwischenliegende gelbe OLED-Schicht werden von der Elektronik angesteuert, um weißes Licht zu generieren. Dieses Licht wird bei WOLED-Generation 3 zunächst durch die Mikrolinsen gebündelt, bei allen anschließend durch die vier Farbfilter geleitet (in unterschiedlicher Anordnung bei verschiedenen Generationen), bevor es als Pixel auf der "Mattscheibe" erscheint. WOLED bis Gen 3 nutzt also eine 3-Stack-OLED-Struktur, bestehend aus drei OLED-Layern, die gemeinschaftlich weißes Licht erzeugen, das anschließend per Farbfilter in farbige Pixel aufgeteilt wird. WOLED sowie die neue Tandem-OLED-Technik sind als "bottom-emitting" bekannt, da das Licht von hinten durch die Farbfilter austritt.
Quelle: Sammobile
Grundlegend verschieden: Bei LGs WOLED und Tandem-OLED wird vom mehrschichtigen OLED-Layer insgesamt von unten ("bottom emitting") weißes Licht durch Farbfilter projiziert.
Bei Samsungs QD-OLED gibt ein mehrschichtiger, blauer OLED-Layer blaues Licht an unterschiedlich große Quantum Dots ab. Diese nehmen das blaue OLED-Licht in Form von Energie auf und beginnen darauf selbst je nach Größe und chemischer Zusammensetzung in unterschiedlichen Farben (RGB) zu strahlen. Es sind keine Farbfilter nötig, Sie sehen das reine Licht der Quantum Dots. Das sichtbare Licht entsteht in der überliegenden QD-Schicht ("top emitting").
Die Konkurrenz aus dem Hause Samsung setzt bei QD-OLED dagegen auf ein einzelnes OLED-Modul, bestehend aus vier (ältere Generationen) bzw. zwei Module aus fünf OLED-Schichten (ab Generation 4). Das von diesen emittierte blaue Licht ist nicht direkt sichtbar, sondern dient als Energieträger: Es regt eine darüberliegende Schicht aus Quantum Dots an, also winzige, doch verschieden große, nur wenige Nanometer kleine Partikel aus verschiedenen anorganischen Salzen (unter anderem Indium-, Selen- und Tellurverbindungen; bei Samsung explizit frei von toxischem Cadmium), die daraufhin selbst zu leuchten beginnen. Die Quantum Dots werden in gelöster Form per zunehmend verfeinertem und genauerem sowie fortschreitend günstigerem (Pico-)Inkjet-(Pro)-Verfahren auf Glasplatten gedruckt.
Quelle: Samsungdisplay
Je nach Größe und chemischer Zusammensetzung geben die vom blauen OLED-Layer erregten Quantum Dots Licht in unterschiedlichen Wellenlängen - also Farben - ab. Da keine Filter, keine zusätzlichen Schichten nötig sind, können QD-Panels Farben häufig besonders rein und klar darstellen.
Bei QD-OLED sehen Sie also nicht das vom OLED-Layer direkt abgegebene Licht, sondern das der angeregten, leuchtenden Quantum Dots. QD-OLED der vierten Generation nutzt eine 5-Stack-OLED-Struktur und emittiert blaues Licht in unterschiedlichen Wellenlängen, welches die Quantum Dots zum Leuchten bringt. QD-OLED wird als "top-emitting" bezeichnet, da das sichtbare Licht von den darüberliegenden QDs und nicht direkt vom OLED-Layer stammt.
Samsungs QD-OLED hat mit der vierten Generation Taktfrequenzen von bis zu 500 Hertz in WQHD erreicht. PC-Monitore mit diesen Panels sind - allerdings weiterhin hinter den deutlich leuchtstärkeren TVs - obendrein außerdem in der Lage, sich für den VESA-Standard Display HDR 500 True Black zu qualifizieren - die Spitzenhelligkeit ist allerdings weiterhin auf 1.000 cd/m² beschränkt, bei PC-Monitoren auch bei QD-OLED der vierten Generation. Während TV-Geräte mit 4th-Gen-QD-OLED mit bis zu 4.000 cd/m² strahlen dürfen und bisherige LG-WOLED-TVs in puncto Helligkeit übertreffen konnten, reagiert LG nun mit dem Tandem-Vorstoß zur Steigerung von Effizienz und Leuchtkraft. Einen PC-Monitor mit 4th-Gen-QD-OLED-Panel haben wir bereits vor einigen Monaten getestet. Sie finden einen Einzeltest des Asus ROG Strix OLED XG27AQDPG frei verfügbar auf PCGH.de.


Die Kontraste und Schwarzwerte sind schon echt ein Riesenunterschied. Geiles Teil so far...
Ich hätte aber eine Frage bzgl. OLED Care. Macht der Monitor die Pixelbereinigung eigentlich automatisch oder muss ich das immer manuell machen? Weil lieber wäre es mir, wenn er es automatisch macht. Muss ich da iwas beachten?
Gruß,
Phil
Gruß,
Phil
Ich hätte aber eine Frage bzgl. OLED Care. Macht der Monitor die Pixelbereinigung eigentlich automatisch oder muss ich das immer manuell machen? Weil lieber wäre es mir, wenn er es automatisch macht. Muss ich da iwas beachten?
Gruß,
Phil