Blackview MP50 im Alltagstest: Mini-PC mit großer Leistung?
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Der Blackview MP50 verspricht eine starke Alltagsleistung im kompakten Paket. Wir haben den Mini-PC im Praxistest genauer unter die Lupe genommen.
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Mini-PCs präsentieren sich als vollwertige Rechner auf kleinstem Raum. Damit stellen sie eine platzsparende Alternative zu voluminösen Tower-PCs dar, die sich besonders für begrenzte oder aufgeräumte Arbeitsplätze eignet. Dass das Prinzip funktionieren kann, hat Apple mit dem Mac Mini bereits gezeigt. Doch wie schlägt sich ein deutlich günstigeres Modell eines weniger bekannten Herstellers?
Ich hatte die Möglichkeit, den Blackview MP50 im Alltagstest unter die Lupe zu nehmen. Mehrere Wochen ist er nun schon im Einsatz und das Preis-Leistungs-Verhältnis kann sich durchaus sehen lassen. Zwar ist die unverbindliche Preisempfehlung mit 599,99 Euro etwas hoch angesetzt. Allerdings gibt es ihn bei Amazon häufig für um die 350 bis 400 Euro im Angebot.
Größe und Ausstattung
Der Blackview MP50 fällt zunächst durch seine extrem kompakten Abmessungen auf. Mit gerade einmal rund 10 cm Breite, rund 10 cm Länge und einer Höhe von etwas über 3 cm nimmt er kaum Platz auf dem Schreibtisch ein. Zudem wird eine VESA-Halterung mitgeliefert, mit der es möglich ist, den Rechner für ein noch aufgeräumteres Set-Up hinter einem kompatiblen Bildschirm zu montieren.
Quelle: PCGH
Der Blackview MP50 wird mit viel Zubehör geliefert.
Trotz der geringen Größe handelt es sich beim MP50 um einen vollwertigen Office-PC. Den Angaben auf der Amazon-Produktseite zufolge kommen ein AMD Ryzen 5 mit Radeon Vega 8 Grafik, 16 GB DDR4-2666-RAM und eine 512 GB große M.2-NVMe-SSD zum Einsatz. Direkt beim Hersteller ist davon aber nichts mehr zu lesen. Dort ist nur noch von einer 512-GB-M.2-SSD die Rede.
Auch der auf Amazon nicht näher spezifizierte Prozessor wird dort als AMD Ryzen 5 3500U genannt. Dabei handelt es sich um einen Vierkernprozessor, den AMD bereits im 1. Quartal 2019 auf den Markt gebracht hat. Das ist nichts Ungewöhnliches. In vielen anderen preiswerten Mini-PCs kommen ältere Ryzen-CPUs zum Einsatz. Denn diese können älteren DDR4-RAM nutzen, welcher deutlich günstiger ist als DDR5-RAM.
Im Lieferumfang sind eine Bluetooth-Maus und eine Bluetooth-Tastatur enthalten. Die Eingabegeräte wirken zwar nicht unbedingt hochwertig und die Tastatur hat ein englisches Layout, dennoch ist praktisch, dass man damit direkt loslegen kann - zumindest theoretisch.
Einrichtung und Leistung
Die Einrichtung des PCs kann damit nämlich nicht vorgenommen werden, da weder Maus noch Tastatur über einen eigenen USB-Transmitter verfügen. Dadurch lassen sie sich beim ersten Start nicht direkt mit dem Rechner verbinden, sodass man auf kabelgebundene Eingabegeräte oder alternatives Bluetooth-Zubehör angewiesen ist.
Ist diese Hürde aber genommen, startet das vorinstallierte Windows 11 Pro problemlos und präsentiert sich in einem angenehm aufgeräumten Zustand. Bloatware ist nicht vorinstalliert. Beim Einrichtungsprozess wurden in meinem Fall aber keine Updates installiert, sodass ich dies danach manuell machen musste.
Nun möchte ich eine Sache überprüfen, die mich schon länger beschäftigt: Treffen die Hardware-Angaben zu? Gerade bei Herstellern günstiger Hardware ist das nicht immer der Fall. So wird manchmal etwa beim Arbeitsspeicher mehr beworben, als wirklich verbaut ist. Der Blick in die Systemeinstellungen des Blackview MP50 zeigt aber, dass zumindest diese Sorge unberechtigt ist. Es sind wirklich 16 GB DDR4-2666-RAM verbaut - der aber nur mit einem DDR4-2400-Takt betrieben wird. Der Grund dafür ist, dass der Prozessor offiziell maximal DDR4-2400 unterstützt.
Quelle: PCGH
Der Blick ins Innere zeigt, dass eine SATA-SSD des Modelltyps G537N3 512G verbaut ist.
Auch bei der SSD gab es Unklarheiten - handelt es sich nun um eine M.2-NVMe-SSD oder nicht? Da die Seitenverriegelung geöffnet werden kann, um die SSD bei Bedarf zu wechseln - es werden SSDs mit einer Kapazität von bis zu 2 TB unterstützt - werfe ich einfach einen Blick hinein. Dort zeigt sich eindeutig, dass eine M.2-SSD mit SATA-Interface zum Einsatz kommt. Für den Alltagseinsatz mag diese zwar ausreichen, dennoch ist das SATA-Protokoll deutlich langsamer als NVMe.
Weniger gravierend, aber ebenfalls zu beachten: Die SSD ist in zwei Partitionen unterteilt, von denen sich eine auf 200 GB bemisst, die andere auf 275 GB. Um den gesamten Speicherplatz nutzen zu können, habe ich die beiden Partitionen mit dem kostenlosen Tool MiniTool Partition Wizard zusammengeführt. Grundsätzlich lässt sich die Anpassung auch über die Windows-Datenträgerverwaltung durchführen, für weniger erfahrene Nutzer könnte das aber etwas umständlich sein.
Im nächsten Schritt habe ich ausprobiert, wie sich der Mini-PC im Alltag schlägt. Office-Anwendungen, mehrere Browser-Tabs, Videostreaming über YouTube sowie einfaches Multitasking stellen keine Probleme für den kleinen Rechner dar. Programme starten flott und zwischen mehreren Anwendungen lässt sich flüssig wechseln.
Beim ersten Start von Google Chrome fiel mir allerdings auf, dass der Browser standardmäßig auf Englisch eingestellt war. Zudem erschien in den Einstellungen der Hinweis "Your browser is managed by your organization". Vermutlich wurden im vorinstallierten Windows-Image bestimmte Richtlinien hinterlegt. Im Alltagseinsatz hatte dies für mich aber keine spürbaren Auswirkungen. Auch die Sprache ließ sich problemlos umstellen.
Gaming-Leistung
Blackview bewirbt den MP50 zwar nicht als Gaming-Gerät, sondern ganz klar als Office- und Streaming-Rechner, dennoch interessierte mich, wie sich der Mini-PC beim Spielen schlägt. Wohlwissend, dass dies die Hardware vermutlich an ihre Grenzen bringen würde, startete ich Horizon Zero Dawn. Das Spiel ist zwar bereits einige Jahre alt, stellt aber noch immer gewisse Anforderungen an die Hardware.
Quelle: PCGH
Persona 5 Royal kann der Blackview MP50 nur mit Einschränkungen wiedergeben.
Der Titel ließ sich zwar starten, spielbar war er aber nicht. Selbst mit den niedrigsten Grafikeinstellungen glich das Spiel einer Diashow. Für moderne AAA-Spiele und viele ältere Triple-A-Titel ist der Mini-PC damit nicht geeignet.
Deutlich besser sah es dagegen bei weniger anspruchsvollen Spielen aus. Persona 5 Royal lief in den niedrigen Grafikeinstellungen mit rund 20 Fps. Mit einer auf 75 Prozent reduzierten Render-Qualität waren sogar um die 30 Fps möglich. Das Bild wirkt dadurch allerdings verwaschen und ist bei weitem kein Augenschmaus.
Mit weniger hardwarehungrigen Titeln hatte der Mini-PC aber keine Probleme. So lief der 2D-Rätsel-Plattformer Animal Well selbst in den höchsten Grafikeinstellungen flüssig und auch das "2D-Sekiro" Nine Sols lief butterweich.
Verbrauch, Hitzeentwicklung und Lautstärke
Blackview zufolge liegt der Stromverbrauch des MP50 bei 15 W und damit deutlich unter dem, was herkömmliche Desktop-PCs benötigen. Das macht sich nicht nur durch die geringere Wärmeentwicklung bemerkbar, sondern kann sich langfristig auch positiv auf die Stromkosten auswirken.
Das Kühlsystem wirkt durchdacht. Frische Luft wird über die Unterseite angesaugt, während die warme Abluft über Öffnungen an den Seiten entweicht. Kleine Gummifüße sorgen dafür, dass der Mini-PC nicht direkt auf der Oberfläche aufliegt. Allerdings ist der Abstand dennoch gering, wodurch sich Staub vergleichsweise schnell an den Ansaugöffnungen ansammeln könnte. Im Test kam es aber nicht zu solchen Problemen. Das Gehäuse wurde auch bei längerer Nutzung zwar spürbar warm, aber nie unangenehm heiß.
Die Lautstärke hält sich in Grenzen. Im normalen Alltagseinsatz arbeitet der Mini-PC nahezu geräuschlos. Erst bei mehreren gleichzeitig geöffneten Anwendungen, vielen Browser-Tabs oder anspruchsvolleren Aufgaben wie Bildbearbeitung dreht der Lüfter etwas hörbar auf, ist dabei aber immer noch nicht störend.
Anschlüsse
Die Anschlussmöglichkeiten fallen trotz der kompakten Abmessungen überzeugend aus und können die Ausstattung von so manchem teureren Notebook in den Schatten stellen. Es sind zwei USB-3.2-Ports, zwei USB-2.0-Ports, ein HDMI-2.0-Anschluss, ein DisplayPort 1.4, ein RJ45-Gigabit-LAN-Slot und eine 3,5-mm-Audio-Klinke verbaut.
Quelle: PCGH
Die Anschlüsse des Mini-PCs sind über die Vorder- und die Rückseite verteilt.
Damit stehen genügend Anschlüsse für schnelle Datenübertragung, USB-Peripherie und den Betrieb mehrerer Monitore bereit. Sogar der Anschluss von zwei 4K-Displays gleichzeitig wird unterstützt. Einzig das Fehlen von USB-C fällt negativ auf.
Kabellose Verbindungen können über WLAN 5 und Bluetooth 4.2 hergestellt werden. Im Praxistest war das problemlos möglich und auch alle physischen Anschlüsse verrichteten tadellos ihre Aufgaben.
Immer wieder bei Amazon zum Sonderpreis
Der Preisverlauf zeigt, dass der Blackview MP50 bei Amazon häufig günstig erhältlich ist. Laut dem Amazon-Preistracker Keepa wurde der Mini-PC seit seiner Listung am 4. März 2026 nur kurzzeitig für 699,99 Euro angeboten.
Der tatsächliche Preis liegt deutlich niedriger. So verlangen Drittanbieter in der Regel weniger als 500 Euro und im Sonderangebot fällt der Preis oft sogar unter 400 Euro. Aktuell gibt es den MP50 bei Amazon für nur 379,99 Euro. Außerdem kann auf der Produktseite ein Rabattcoupon in Höhe von 35 Euro aktiviert werden. Damit sinkt der Preis auf 344,99 Euro. Durch eine weitere Rabattaktion werden letztendlich sogar nur 341,99 Euro fällig.
Fazit: Kompakter Alltags-PC mit Schwächen
Beim Blackview MP50 handelt es sich um einen kompakten Mini-PC, der sich gut für alltägliche Office- und Multimedia-Aufgaben eignet. Neben der guten Alltagsleistung fallen auch die vielen Anschlussmöglichkeiten und der leise Betrieb positiv auf. Tatsache ist aber auch, dass der Prozessor nicht mehr taufrisch ist und USB-C fehlt. Gleichzeitig zeigt sich, dass es auf Amazon zahlreiche vergleichbare Mini-PCs zu teilweise niedrigeren Preisen gibt. Auch, dass in der Amazon-Produktbeschreibung ungenaue Angaben gemacht werden, fällt negativ auf.
Stärken:
- überzeugende Alltagsleistung
- kompakte Bauweise
- leiser und sparsamer Betrieb
- viele Anschlussmöglichkeiten
- Zubehör im Lieferumfang enthalten
Schwächen:
- Zubehör nur zweckmäßig
- CPU aus 2019
- USB-C fehlt
- unnötige SSD-Partitionierung
- für AAA-Gaming ungeeignet
- Ungenaue Produktangaben auf Amazon
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