Flight Simulator 2020: Benchmarks
Auf der zweiten Seite des Benchmark-Tests zum Flight Simulator 2020 finden Sie unsere Messwerte zu Prozessoren und Grafikkarten, die PCGH gewohnt akribisch ermittelt hat.
In diesem Artikel
Flight Simulator 2020: Prozessor-Benchmarks
Wie bei jedem PCGH-Techniktest üblich, haben sich vor den Messungen mehrere Redakteure an verschiedenen Systemen mit dem Spiel vertraut gemacht. Da uns buchstäblich die ganze Welt offen liegt, war die Auswahl der Testszenen alles andere als einfach. Ob riesige Wälder, ganze Metropolen oder gigantische Ozeane: Die Vielfalt sucht ihresgleichen - und dementsprechend auch die CPU-Anforderungen im neuen Flight Simulator. Glücklicherweise ist das Spiel kein schneller Shooter, wo es auf gute Reflexe und eine möglichst hohe Bildrate ankommt. Sie können den Flugsimulator auch noch mit eher gemächlichen 20 bis 30 Fps "flüssig" spielen.
Quelle: PCGH
Die CPU-Teststrecke
Unser CPU-Benchmark findet an der Westküste Amerikas statt: Wir fliegen von Portland International (KPDX) nach Los Angeles International (KLAX) in einem der schnellsten verfügbaren Flugzeuge in der Standardversion des Spiels, eine Cessna Citation CJ4 von Textron Aviation. Da sich die Detaileinstellungen in den Grafikoptionen massiv auf die CPU-Last auswirken, testen wir alle Prozessoren im Test mit einem angepassten High-Preset (ohne AF und SSAA) und nur die leistungsfähigeren Modelle in maximierten Ultra-Preset. Wir verzichten allerdings auch hier auf AF und SSAA, da dies GPU-exklusive Effekte sind, belassen die anderen Effekte jedoch auf der Stufe, die das Preset auswählt.
Die Ergebnisse könnten deutlicher nicht sein. Es gibt keinen erkennbaren Grund, warum gerade Microsoft hier nicht die Direct-X-12-API genutzt hat. Die CPU-Performance ist gelinde gesagt katastrophal. Aus diesem Grund haben wir diesmal drei extrem übertaktete Modelle mit antreten lassen. Doch selbst ein Intel Core i9-10900K mit 5,2 GHz Allcore, 4,7 GHz Die CPU-Performance ist gelinde gesagt katastrophal.
Cache und DDR4-4400 hat große Schwierigkeiten ein flüssiges Bild unter der höchsten Detailstufe zu generieren. Der geringe Unterschied von nur zwei Prozent zum übertakteten Intel Core i9-9900K zeigt zudem ein weiteres Problem der Engine auf: Sie ist nicht dazu in der Lage, zusätzliche CPU-Kerne in höhere Performance zu verwandeln. Nicht einmal niedrige Inter-Core-Latenzen haben einen fühlbaren Einfluss, vergleichen Sie dazu AMDs 16-Kerner mit Intels 10-Kerner. Das einzige was Wirkung zeigt, ist ein potenter L3-Cache. Das zeigt ein AMD Ryzen 3 3300X sehr deutlich, da dieser sogar Intels Core i7-8700K überflügelt, wenn auch mit minimal höheren Frametimes. Zukünftige Prozessoren dürften wenig an der schlechten Performance ändern, es liegt jetzt an den Entwicklern das Spiel zu patchen, zu erweitern und im besten Fall eine Low Level API zu integrieren. Andere Spiele haben bereits bewiesen, dass der Wechsel von Direct X 11 zu Direct X 12 wahre Wunder vollbringen kann.
Ganz nach dem Motto "Warum eigentlich immer Ultra-Details", widmen wir uns CPU-seitig nun dem nächst kleineren Preset. Unter High entspannt sich die Lage deutlich. Ist unter dem Ultra-Preset nicht mal mit einem übertakteten Intel Core i9-10900K an flüssiges Spielen zu denken, erreicht diese Leistung im High-Preset bereits ein AMD Ryzen 5 3600 oder Intel Core i5-10400F. Da die Engine ohnehin nur sechs Kerne (selbst ohne SMT) optimal adressieren kann, gewinnt die empfohlene Intel-Empfehlung der Entwickler an mehr Bedeutung. Interessant sind in jedem Fall auch die erreichten Frametimes, welche wir als Klickvergleich unter diesen Zeilen präsentieren. Dort befinden sich in grau jeweils alle CPUs im jeweiligen Preset, während rot jeweils das schlechteste und blau das beste Ergebnis zeigt.
Die graue Masse, in welcher sich die meisten CPUs aufhalten, liegt bei höchsten Grafikoptionen im Bereich zwischen 40 und 50 ms und bei dem High-Preset in wesentlich flüssigeren Bereichen zwischen 20 und 30 ms. Abseits der jeweils langsamsten CPU (rot markiert) muss man dem Flight Simulator zumindest zugestehen, dass die Frametimes keine großen Sprünge machen. Das ist die Erklärung dafür, dass sich das Spiel bei eher gemächlichen Frameraten noch flüssig anfühlt. Unter dem Strich lässt sich eines klar festhalten: Fast jeder Gaming-PC wird im Flight Simulator ein mehr oder minder ausgeprägtes Prozessorlimit zeigen. Dieses ist vor allem bei Drawcall-schwangeren Städten zu beobachten, während Wälder und Wolken traditionell eher die GPU belasten. Wir empfehlen Ihnen auf Basis der Ergebnisse mindestens in einen flotten Hexacore wie AMDs Ryzen 5 3600 oder Intels Core i5-10400F zu investieren. Alternativ müssen Sie sich mit dem Optionsmenü anfreunden und experimentieren, welches Setting für Ihre Hardware die beste darstellt.
Flight Simulator 2020: Grafikkarten-Benchmarks
Nachdem die (sehr hohen) CPU-Anforderungen geklärt sind, möchten wir auch die Grafikkartenleistung abklopfen. Das ist beim Flight Simulator 2020 gar nicht so einfach. Wir standen vor der Wahl, die GPUs mit der gleichen Szene zu testen. Dann hätten wir allerdings bei fast allen Modellen die gleichen Bildraten zu Gesicht bekommen - Grafikkarten-Tests mit einem dominanten CPU-Limit im Rücken ergeben keinen Sinn. Daher haben wir viel Wasser, Wälder und Wolken, das sind die großen
Zeit damit verbracht, die Erde nach grafikintensiven Arealen abzufliegen. Am Ende ergaben sich mehrere Optionen, von denen wir die GPU-lastigste aussuchten. Die Bildraten fallen hier signifikant höher aus, da es anstelle von Gebäuden nur Natur darzustellen gilt: Wir fliegen mit demselben Flugzeug via Autopilot zur Mittagszeit vom Antonio Maceo International (Kuba) in Richtung Punta Cana International (Dominikanische Republik) und aktivieren dabei stürmisches Wetter - bei Verfolgerkamera, um mehr der sehenswerten und GPU-lastigen Objekte im Blickfeld zu haben. Wasser, Wälder und Wolken, das sind die großen "W" im Flight Simulator, welche Grafikkarten Wehwehchen bereiten. Dementsprechend skaliert unsere Testszene ordentlich mit der GPU-Leistung, wenngleich die schnellsten Modelle zumindest in Full HD doch das CPU-Limit berühren.W
im Flight Simulator, welche Grafikkarten Wehwehchen bereiten.
Quelle: PC Games Hardware
Flight Simulator: Die GPU-Benchmarkszene verzichtet bewusst auf urbane (CPU-)Last und setzt stattdessen auf Natur(gewalten).
Wie immer kommen die zum Testzeitpunkt aktuellen Grafiktreiber von AMD und Nvidia zum Einsatz, in diesem Fall der Geforce GRD 452.06 WHQL und die Radeon Software Adrenalin 2020 Edition 20.8.2. Beide Treiber werden von ihren Herstellern für den Flight Simulator 2020 empfohlen. Im Falle der Geforce-Grafikkarten lassen wir Hardware-Accelerated GPU Scheduling, kurz HAGS, aktiviert. Da es bislang keinen neuen AMD-Treiber gibt, der Support für alle neuen Spiele sowie HWS bietet, verwenden wir die RSAE 20.8.2 anstelle der alten Version 20.5.1 mit HWS. Alle Messungen werden mittels CapFrameX durchgeführt.
Wie immer bieten wir Ihnen die Ergebnisse in den vier verbreiteten Auflösungen Full HD, WQHD, UWQHD und Ultra HD, welche Sie im folgenden Benchmark auswählen können. Ab WQHD wird das GPU-Feld optimal aufgetrennt, während in Full HD noch ein partielles Prozessorlimit greift.
Sieht man von der schwachen Vega-Performance ab, die an Horizon Zero Dawn erinnert, liegen alle Grafikkarten in etwa auf dem bekannten Niveau. RDNA 1 alias Navi schneidet gut ab, allerdings machen Geforce-GPUs mit steigender Auflösung und somit Grafiklast Boden gut. Der Flight Simulator ist somit auch GPU-seitig anspruchsvoll, praktisch genügen aber Mittelklasse-Grafikkarten (in Kombination mit einer möglichst starken CPU), um Spaß zu haben. Wer GPU-Leistung über hat, investiert diese am besten in spielinternes Supersampling mittels Renderskalierung.
Die Grafikkarten-Messmethodik der PCGH
Basierend auf Leser-Feedback verwendet PC Games Hardware für Spiele-Benchmarks seit einigen Jahren keine Referenz-Grafikkarten mit Standard-Taktraten mehr. An ihre Stelle treten Herstellerdesigns samt werkseitiger Übertaktung, wie sie von einem Großteil unserer Community verwendet werden. Hierbei handelt es sich um typische Modelle, wenngleich "typisch" gar nicht so einfach zu definieren ist. Die Auswahl richtet sich nicht nur daran, welche Grafikkarten noch im PCGH-Testlabor anwesend sind, sondern auch, ob sie repräsentativ für das jeweilige Modell sind: Wir nutzen nach Möglichkeit weder unübertaktete, sich wegen Überhitzung drosselnde oder enorm schnelle Herstellerdesigns, sondern "Vernunftversionen", wie wir sie auch in den PCGH-Grafikkartentests meistens empfehlen. In Einzelfällen, etwa bei besonders anspruchsvollen Spielen, weichen wir von diesem Credo ab und testen besonders flinke Varianten. Beachten Sie bitte, dass wir nicht sämtliche Modelle am Markt testen können, sondern uns auf eine Auswahl beschränken müssen. Auch behalten wir uns vor, einzelne hier herangezogene Herstellerkarten in anderen Tests auszutauschen, beispielsweise dann, wenn sie das Testlabor verlassen müssen.
Jede Grafikkarte wird vor den Benchmark-Durchläufen einer Aufheizperiode unterzogen, während derer sich der Kerntakt (Boost) auf ein bestimmtes, von Modell zu Modell unterschiedliches Niveau absenkt. Auf diese Weise vermeiden wir unrealistisch hohe Werte: Eine gerade aus dem Regal genommene Grafikkarte, noch kalt vom Nichtstun, boostet höher als im normalen Betrieb nach einiger Zeit unter Last. Die durchschnittliche, automatisch gesetzte GPU-Taktfrequenz beim Test der jeweiligen Karten finden Sie in den Benchmarks. Die tatsächliche Frequenz ist wichtig und kann angesichts der großen möglichen Unterschiede nicht einfach unter den Tisch fallen, denn "RTX 2080 Ti" ist nicht "RTX 2080 Ti" respektive "GTX 1080 Ti" ist nicht "GTX 1080 Ti" - je nach Herstellerdesign können zehn Prozent Differenz dazwischen liegen. Hinterfragen Sie daher Messwerte im Internet, die ohne jegliche Taktangabe veröffentlicht werden. Dem gegenüber stehen wenige Grafikkarten, von denen keine übertakteten Versionen existieren. Die prominentesten sind AMDs Radeon VII und die ältere R9 Fury X, welche wir jeweils im Referenzdesign testen - gäbe es OC-Versionen, würde eine solche in den Benchmarks mitmischen.
Flight Simulator 2020: Fazit
Der Flight Simulator 2020 ist ein wahrlich beeindruckendes, wegweisendes Stück Software. Erstmals ist es möglich, unseren wunderschönen blauen Planeten lebensnah und mit konfigurierbarem Wetter abzufliegen. Egal ob ein Ausflug in die alte Heimat oder in ferne Länder, das Spiel sieht bei alldem fantastisch aus - einen entsprechend starken PC vorausgesetzt. Hardware, die alle Details konstant mit mehr als 30 Fps darstellen kann, existiert nicht. Unter der aktuellen Last bricht jeder handelsübliche und auch extrem übertaktete Prozessor zusammen. Es gibt somit nur eine Sache, die wir ernsthaft ankreiden müssen: Microsoft respektive Entwickler Asobo wäre gut beraten gewesen, die alten DirectX-11-Zöpfe abzuschneiden und das Spiel voll auf die Lower-Level-Schnittstelle DirectX 12 zu trimmen. Ein entsprechender Patch befindet sich in Entwicklung, allerdings schreit ein derart prächtiges, aufwendiges Spiel wie der Flight Simulator 2020 danach, voll auf die neuen Möglichkeiten getrimmt zu werden. Wir halten riesige Leistungssprünge durch DX12 im Bereich des Faktors 2-3 im harten CPU-Limit nicht für unrealistisch.

Übrigens habe ich die CPU-Benchmarks gemacht. Und ja, die standen auf dem jeweiligen Preset-Standard-Setting. Wir haben nur das AF und das Texturen-SSAA angepasst.
ich hab eben den Benchmark mit euren Setting mit meinem 5950X nachgestellt und hatte -- trotz 1080 Ti -- um den dreh 60fps gehabt. Also kein CPU Limit
Kann das sein? Ist der Ryzen so viel stärker oder hab ich was vergessen?
Ich würde es jedenfalls begrüßen, wenn ihr das Game noch mal mit den neuen Ryzen testen könntet.
Die Welt sieht so toll aus... in der Tat kann ich VFR fliegen und kenne mich in bekannten Umgebungen gut aus. Wenn ich ununterbrochen flegen kann, ist es wunderbar. Auch die Flugmodelle sind sehr gut, auch wenn noch nicht so genau wie in andere Spiele.
ABER
Crash, crash, crash und nochmals crash.
Es ist viel zu selten, dass ich einen Flug von Anfang bis Ende fliegen kann.
Das ist ............. sehr entäuschend.
AAAAber einen Crash hatte ich noch nie. Das ist toll.
Hintergrund - mein PC ist ziemlich gut, hat viel RAM und eine hochwertige Grafikkarte und alle Treiber sind auf dem neuesten Stand.
Updates? Addons? Halt! Erstens - mache das Spiel stabil!
Die Welt sieht so toll aus... in der Tat kann ich VFR fliegen und kenne mich in bekannten Umgebungen gut aus. Wenn ich ununterbrochen flegen kann, ist es wunderbar. Auch die Flugmodelle sind sehr gut, auch wenn noch nicht so genau wie in andere Spiele.
ABER
Crash, crash, crash und nochmals crash.
Es ist viel zu selten, dass ich einen Flug von Anfang bis Ende fliegen kann.
Das ist ............. sehr entäuschend.
Wenn Sie bereits mit einem anderen Simulator fliegen, dann warte ein halbes Jahr oder mehr und dann lese im Internet ob MSFS besser geworden ist.