Mauspad-Materialkunde, Teil 2, und Größenübersicht
Woraus sind Mauspads gefertigt, mit welchen Maßen werden sie angeboten und was ist die optimale Höhe?
Inhaltsverzeichnis
Silikon (vulkanisiert)
Mauspads, deren Nutzfläche aus Silikon besteht, nutzen sich am wenigsten ab. Dazu bieten diese mit ihrer stoffartigen Oberfläche auch Hochleistungssensoren ausreichend Struktur. Sie fühlen sich weicher und angenehmer an als Mauspads aus Hartplastik oder Aluminium, und der Reibungswiderstand ist geringer als bei einem Stoff-Mauspad. Das schont auch die Mausfüße. Meist wird die Silikon-Nutzfläche an der Oberseite mit der Anti-Rutsch-Schicht aus Gummi auf der Unterseite vulkanisiert; das verhindert, dass sich beide Schichten primär an den Kanten wieder voneinander lösen. Ein enormer Vorteil der Mauspads aus Silikon: Sie können diese bei Verschmutzung schnell und mit Wasser und Seife reinigen oder zur Reinigung in die Wasch- oder Spülmaschine stecken.
Quelle: Roccat/Turtle Beach
Roccat Hiro (+): Die Silikon-Oberfläche und die Anti-Rutsch-Schicht des lediglich noch bei Ebay erhältlichen Mauspads sind durch das Verfahren der Vulkanisierung besonders fest miteinander verbunden.
Aluminium (poliert oder beschichtet)
Mauspads, die aus Aluminium gefertigt sind, werden zwar noch bei den Hardwarehändlern angeboten. Sie sind aber nicht mehr so populär wie früher. Zum einen hat das Material seinen Preis. Andererseits muss die Oberfläche definitiv noch nachbehandelt, also poliert oder mit einer eloxierten Beschichtung versehen werden. Egal, welche Beschichtung genutzt wird, es gilt dafür zu sorgen, dass diese nicht zu glatt ausfällt, da es der Sensor sonst schwer hat, feinste Oberflächenstrukturen auszumachen. Außerdem darf die Extraschicht keinesfalls spiegeln, da optische Sensoren mit Infrarot-LED sonst nicht genau abtasten können. Generell fällt es auf jeden Fall etwas schwerer, eine Gaming-Maus über ein dank seines Gewichts sehr rutschfestes Alu-Mauspad zu bewegen, da die beschichtete Oberfläche generell den Reibungswiderstand erhöht.
Quelle: Mod My Machine
Mod My Machine Slampad: Für geringe Widerstände ist die Oberfläche des aus Aluminium gefertigten Mauspads mit einer eloxierten Schicht versehen.
Glas
Ein Werkstoff, der spätestens seit dem hier getesteten Razer Atlas wieder eine Renaissance erlebt, ist Glas. Das Material hat eine ganz eigene Haptik, fühlt sich angenehm kühl sowie samtig an und die Reinigung eines Mauspads aus Glas, an dessen Unterseite Anti-Rutsch-Füße montiert sind, ist kein Problem. Glas-Mauspads waren bereits vor 20 Jahren schon einmal angesagt, damals mussten sie sich jedoch den Vorwurf gefallen lassen, dass Mausbewegungen auf der rauen Nutzfläche zu viel Kraft erfordern. Dass dies dank neuer Härtungstechniken und Oberflächenstrukturen längst nicht mehr so ist, beweist das hier vorgestellte Razer Atlas eindrucksvoll. Es überzeugt mit einem sehr geringen Start- und Reibwiderstand und Mikrobewegungen mit einer 35.000-Dpi-Maus sind mit dem absolut rutschfesten Glas-Mauspad ebenfalls möglich.
Quelle: Razer
Glas-Mauspads wie das Razer Atlas haben eine ganz besondere Haptik und erleben grade eine Renaissance.
Größen und Maße von Mauspads: Darf es auch eine Mausmatte sein?
Wer auf der Suche nach einem neuen Mauspad ist, der findet bei den Händlern eine nahezu unüberschaubare Zahl von Modellen in allen Größen und mit unterschiedlichen Höhen. Einerseits gibt es sehr kleine, vorrangig für den Einsatz mit einer Notebook-Maus designte Mauspads wie das Cimetech Mauspad (ca. 230 × 180 mm) oder Razer Sphex V3 Small (270 × 215 mm). Andererseits sind in den vergangenen drei, vier Jahren auch viele Mauspads auf den Markt gekommen, die schon eher als Matte bezeichnet werden können. Diese nehmen einen großen Teil des Schreibtisches ein und Sie können auf diesen auch gleich noch Ihre Tastatur abstellen.
Quelle: Corsair
Mehr Mauspad geht nicht! Mit dem 122 cm langen und 61 cm breiten MM500 3XL hatte Corsair vor einigen Jahren das größte Stoff-Mauspad im Angebot. der Nachfolger, das Corsair MM500 V2 schrumpft auf 930 × 300 mm.
Der Höhepunkt dieser Entwicklung war das damals von uns getestete Corsair MM500 mit erstaunlichen Maßen von 1.220 × 620 mm (siehe oben). Obwohl einige Hersteller bei den Größenangaben ihr eigenes Süppchen kochen, kann man den größten Teil aller Gaming-Mauspads nach den folgenden Maßangaben einteilen:
Größe S und M (ca. 270 mm bis 300 mm × 200 mm bis 230 mm):
Mauspads mit diesen Maßen kommen vorwiegend dann zum Einsatz, wenn am Notebook gearbeitet und dabei eine Maus anstelle des Touchpads genutzt wird. Sie eignen sich aber auch optimal für den Spielertyp, der mit maximaler Dpi-Zahl (High-Sense-Gamer) spielt und seine Gaming-Maus deshalb kaum bewegt.
Größe L und XL (ca. 350 mm bis 460 mm × 250 mm bis 360 mm):
Bei diesen beiden Größenangaben gibt es die meisten Variationen. "L" ist eine Standardgröße für sehr viele Mauspads, da hier auch der Low-Sense-Spieler, der seine Maus über weite Strecken bewegt, ausreichend Platz findet. Trotzdem bieten Hersteller oft noch eine größere, als XL bezeichnete Variante desselben Mauspads an. Gerade XL-Mauspads aus Stoff wie das Sharkoon 1337 RGB V2 800/900 bieten dem größten Teil des Unterarms eine angenehm weiche Ablage und man kann einen Teil der Gaming-Tastatur oder sein Handy auf das Mauspad mit Übergröße legen.
Quelle: Sharkoon
Sharkoon bietet das 1337 RGB V2 in drei Größen an: 360 (360 × 270 mm), 800 (800 × 300 mm) und 900 (900 × 425 mm).
Größe XXL und 3XL (800 mm bis 1.220 mm × 400 mm bis 620 mm):
Mauspads dieser Größe sind Luxus, denn selbst der extreme Low-Sense-Gamer, dessen Maus mit einer Dpi-Rate von 400 bis 800 Dpi abtastet, benötigt keine Mausmatte mit diesen Dimensionen. XXL- oder gar 3XL-Mauspads haben nicht von der Hand zu weisende Vorteile. Einerseits verzieren sie den Schreibtisch, decken Kratzer oder Macken auf der Tischplatte ab und bieten zusätzlich Platz für die Gaming-Tastatur und andere Peripherie wie das Gaming-Headset. Zum anderen kann man dort bequem den kompletten Unterarm ablegen, ohne dass die Kante des Mauspads bei Mausbewegungen stört.
Wie wichtig ist bei einem Mauspad die Höhe?
Geht es um die Ergonomie eines Mauspads, dann ist die Höhe ein entscheidender Faktor. Im Idealfall liegen Unterarm und Handgelenk auf derselben Höhe auf der Tischplatte oder einem Mauspad im XXL- oder 3XL-Format auf, und das Handgelenk und die Hand müssen nicht zum Führen der Gaming-Maus leicht angehoben werden.
Quelle: PCGH
Für die Ergonomie eines Mauspads ist seine Höhe entscheidend. Pads wie das Razer Shpex V2 Mini (links) sind gerade einmal 0,4 mm hoch. Das Asus Balteus (rechts) kommt dagegen auf 8 mm.
Liegt die Spielermaus aber nicht auf einer Mausmatte, sondern auf einem Mauspad, das über reguläre Maße (L) verfügt oder klein ist (S/M), dann müssen Hand und Handgelenk den Höhenunterschied zwischen der Tischplatte und dem Mauspad ausgleichen. Fällt die Höhe des Mauspads dabei gering aus und liegt zwischen 0,25 mm (Razer Sphex V3 Small) und 3 mm (Asus ROG Hone Ace Aim Lab Edition), bietet es eine ausgezeichnete Ergonomie. Kritisch wird die Höhe aber erst ab ca. 8 mm, da man bei einem solchen Mauspad durch die unnatürliche Haltung der Hand das Handgelenk ermüdet oder gar verkrampft.

Ich nutze jedoch das alte Logitech Powerplay mit der Kunststoffauflage. Kaum Widerstand, die Maus ist immer auf minimum 80% geladen. Habe keine Zeigersprünge oder ähnliches. Auch die Gleitpads der Maus nutzen sich nicht ab. Eher alles andere an der Maus. Das wird hier aber nicht propagiert 😜