Gründe fürs Mauspad und Materialkunde, Teil 1
Warum soll eine Gaming-Maus auf einem Mauspad eingesetzt werden und woraus sind Mauspads gefertigt?
Inhaltsverzeichnis
Eine Gaming-Maus sollte immer auf einem Mauspad zum Einsatz kommen
Obwohl Sie eine Gaming-Maus theoretisch auch auf der Schreibtischplatte oder auf anderen Unterlagen wie einem Frühstücksbrettchen, einem Stück Stoff, einem Heft oder einem dickeren Stück Karton nutzen können, ist das Mauspad stets die ideale Wahl für dieses Eingabegerät. Das gilt im Besonderen für eine Gaming-Maus, deren Abtasttechnik speziell auf die verschiedenen Oberflächen von Mauspads hin optimiert ist.
Die Sensoren aktueller Gaming-Mäuse sind hochempfindlich und tasten mittlerweile mit bis zu 45.000 Dpi ab (Razer Focus Pro 45K). Damit der optische Abtastvorgang per Infrarot-LED ohne Aussetzer, fehlerfrei sowie mit minimaler Verzögerung (Latenz) und höchster Präzision erfolgen kann, benötigt die Abtasteinheit der Gaming-Maus die passende, für die Sensorleistung optimierte Unterlage in Form eines Mauspads. Dabei ist es primär egal, ob die Mauspad-Oberfläche aus Stoff, Hartplastik, Silikon oder Glas besteht. Wichtig ist vielmehr, dass ein Mauspad dem Sensor eine bestimmte Oberflächenstruktur bereitstellt. Die muss es der Abtasteinheit ermöglichen, auch kleinste oder sehr schnelle Bewegungsänderungen mit maximaler Genauigkeit zu erkennen.
Quelle: PCGH
In Razers Synapse-3-Software befand sich noch die Option "Kalibrierung". Mit der konnte man die Abtastung auf ein bestimmtes Pad kalibrieren. In Synapse 4 wurde diese Option gestrichen und durch die erweiterten Optionen "Dynamische Empfindlichkeit" und "Rotation" ersetzt.
Nützliche Oberflächenkalibrierung
Mittlerweile steht vielen Sensoren ein Mikroprozessor (ARM-CPU oder MCU) zur Seite. Mit seiner technischen Hilfe ist es möglich, die Abtastung auf verschiedenen Untergründen zu optimieren. Daher finden Sie in der Software, beispielsweise bei Razers Synapse 3 oder Corsairs iCUE die Option Kalibrierung oder Oberflächenkalibrierung. Mit der können Sie die Abtastung Ihrer Gaming-Maus im Allgemeinen und damit auf die Nutzfläche des Mauspads, das zum Einsatz kommt, optimieren.
Unsere Tests haben gezeigt, dass der Sensor einer Maus dabei sogar auf die Tischplattenoberfläche kalibriert werden kann. Allerdings sprechen wichtige Argumente dagegen, respektive für den Einsatz eines Mauspads als ideale Unterlage für die Spielermaus. Wenn Sie Ihre Gaming-Maus auf einer Tischplatte nutzen möchten, die aus Naturholz gefertigt oder mit Kunststoff beschichtet ist, wirkt sich das schädlich auf die oft auch als Mausgleiter oder Mouse Skatez bezeichneten Mausfüße aus. Mauspads sind nämlich darauf ausgelegt, dass eine Gaming-Maus mit minimalem Widerstand und Abrieb an den Mausfüßen über die Oberfläche gleitet. Dabei erzeugen vorwiegend Mauspads mit Hartplastik einen höheren Materialabrieb an den aus Teflon, Keramik, oder anderen Kunststoffen gefertigten Mausfüßen. Dieser fällt aber trotzdem noch deutlich geringer aus als der Abrieb oder die Kratzer, die eine sehr raue Schreibtischoberfläche oder mit Kunststoff/Kunstharz furnierte Holzplatte verursacht.
Der höhere Reibungswiderstand der nicht für den Einsatz von Gaming-Mäusen geeigneten Oberflächen sorgt aber auch dafür, dass man deutlich mehr Kraft aufwenden muss, um die Gaming-Maus zu bewegen. Gerade hochwertige Gaming-Mauspads sind von den Herstellern mit Leichtlaufoberflächen bestückt, die der Gaming-Maus, respektive den Mausfüßen, den geringsten möglichen Widerstand bieten. Das spart Kraft beim Manövrieren der Maus über das Mauspad und schont gleichzeitig auch deren Gleiter.
Werkstoffkunde - aus welchem Material besteht das Mauspad?
Mit dem Erscheinen der ersten optischen Mäuse von Logitech oder Microsoft, die nur auf Oberflächen mit ausreichend Struktur präzise und fehlerfrei abtasten konnten, begann auch die bis heute ungebrochene Popularität der Mauspads. Gerade für Spieler, die auf eine störungs- und latenzfreie Abtastung angewiesen sind, ist ein Gaming-Mauspad unverzichtbar. Dabei bringen die Hersteller sehr viele Varianten auf den Markt. Die sind mal für eine Abtastung per Lasersensor optimiert, mal aus einem Material gefertigt, das sich besonders gut für optische Sensoren eignet. In der Geschichte der Mauspads haben sich die folgenden Werkstoffe für eine einwandfreie Abtastung als optimal herausgestellt:
Textilien (Stoff)
Der größte Teil der aktuell erhältlichen Mauspads ist aus Stoff gefertigt. Dabei setzen die Hersteller auf verschiedene Textilien mit unterschiedlichen Gewebearten. Damit soll die Maus mit so wenig Reibung wie möglich über das Stoff-Mauspad gleiten und ihr Sensor Bewegungsänderungen präzise erfassen. Damit der Abrieb auf dem Pad möglichst gering bleibt, werden in das Gewebe oft Mikrofasern eingearbeitet. Auf der Rückseite der Textil-Mauspads befindet sich eine Schicht aus Gummi, Kautschuk oder seltener auch Moosgummi. Die macht das Pad rutschfest. Da mittlerweile die Kanten von Mauspads aus Stoff mit einer genähten Bordüre versehen sind, fransen diese auch nicht mehr wie früher stark aus.
Quelle: Sharkoon
Sharkoon Skiller SGP1: Stoff-Mauspad mit Anti-Rutsch-Schicht aus Kautschuk auf der Unterseite.
Hartplastik mit Mikrostruktur
Mauspads, die aus einem härteren Kunststoff oder Hartplastik gefertigt sind, hat man ursprünglich für Lasermäuse entwickelt. Deren Abtastrate (Dpi-Rate) fiel früher oft doppelt so hoch aus wie die der optischen Mäuse. Um bei den damaligen High-End-Lasermäusen, die mit bis zu 8.200 Dpi abtasteten, eine präzise Sensorleistung zu erzielen, wurde die Oberfläche der Kunststoff-Mauspads mit einer Mikrostruktur versehen. Diese Mikrostruktur gehört mittlerweile bei allen Hartplastik-Pads zum Standard und wurde über die Jahre immer weiter verfeinert. So sind auch optische 35.000-Dpi-Mäuse wie die Razer Basilisk V3 Pro 35K in der Lage, präzise abzutasten, zumal es Kalibrierungsmöglichkeiten gibt. Wie die Stoff-Mauspads sind auch ihre Pendants aus Hartplastik auf der Rückseite mit einer Anti-Rutsch-Schicht aus Gummi bestückt.
Quelle: Mionix
Mionix Propus 380: Mauspad aus Hartplastik mit einer Mikrostrukturoberfläche und Unterseite aus Gummi.

Ich nutze jedoch das alte Logitech Powerplay mit der Kunststoffauflage. Kaum Widerstand, die Maus ist immer auf minimum 80% geladen. Habe keine Zeigersprünge oder ähnliches. Auch die Gleitpads der Maus nutzen sich nicht ab. Eher alles andere an der Maus. Das wird hier aber nicht propagiert 😜