AMD Ryzen 3000: AMD erklärt "falsche" Spannungswerte in Auslesewerkzeugen
Dieser Tage wurden ausgelesene Spannungs- und Taktwerte bei Ryzen 3000 viel diskutiert. AMD hat sich das Thema nun angeschaut und erklärt, warum viele Monitoring-Tools falsche Voltwerte für die Kerne ausspucken und teilweise den Takt falsch messen. Außerdem empfiehlt man Software, die möglichst valide Werte liefert.
Die Spannung von Ryzen-3000-Prozessoren war in den letzten Tagen ein großes Thema. Dabei ging es vor allem darum, was diverse Werkzeuge ohne Last auslesen. Viele fanden die Spannungen zu hoch angesichts der Tatsache, dass die CPU nichts zu tun hat. AMD hat sich das Thema nun angeschaut und erklärt im Reddit, was vor sich geht.
AMD hat wohl herausgefunden, dass viele Auslesewerkzeuge recht aggressiv sind und so unter anderem alle 200 ms den Kern für 20 Millisekunden wecken. Für die Firmware der CPU ist das ein Arbeitsauftrag und die Ryzen-3000-Prozessoren reagieren dann mit einem Spannungsanstieg in Erwartung auf mehr Arbeit.
Wenn nun eines dieser eher aggressiven Monitoren-Tools im Hintergrund läuft, zeigt das zwar korrekte Werte an, aber die täuschen den Nutzer, weil die CPU eben bei der Messabfrage nicht wirklich im Ruhezustand ist, sondern durch das Wecken der Kerne Arbeit erwartet. Infolgedessen werden höher als erwartete Taktraten und Spannungen angezeigt. Die Werte sind auch generell richtig, aber eigentlich als ungültig einzustufen.
Wie bekommt man richtige Werte für die Spannung?
Was kann man tun? Für Ryzen 3000 gibt es über den zu installierenden "Chipsatz"-Treiber wieder den Ryzen Powerplan unter Windows 10. Verwendet man diesen, wird die Situation etwas besser, da anstatt der pStats AMDs CPPC2 (Collaborative Power and Performance Control) verwendet wird, das schneller auf Arbeitsaufträge reagiert. AMD misst hier bis zu 5 Prozent Mehrleistung, was aber auch stark vom Szenario abhängig ist. Und es hilft auch, genauere, aber "hektischere" Daten für Auslesewerkzeuge zu bekommen.
Im Umkehrschluss lesen solche Werkzeuge auch einen ruhigeren Verlauf aus, wenn man einen Windows-Energiesparplan verwendet. Was aber schlicht daran liegt, dass hier die Frequenz mit 15 ms höher ist als über CCPC2. Viele aggressive Anfragen von Auslesewerkzeugen werden öfters verworfen und die CPU reagiert erst gar nicht unter Windows' Standard-Plan.
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AMD empfiehlt für Nutzer, die saubere Spannungswerte von Matisse haben wollen, dass sie CPU-Z verwenden. Dieses Werkzeug erledigt laut AMD einen sehr guten Job beim Auslesen der Werte, ohne die CPU zu sehr zu "verwirren". Außerdem sollten der Chipsatz-Treiber, Windows 10 1903 und ein aktuelles UEFI/BIOS/AGESA verwendet werden, weil man sonst so oder so Leistung verschenkt; sie sind aber auch wichtig für saubere Werte beim Auslesen.
Außerdem erklärt AMD, dass Ryzen 3000 sich sehr gerne in einen Powerstate namens CC6 schlafen legt. Da sind die Spannungen nahezu Null und es ist nicht möglich, einen Wert auszulesen. Zumindest keinen, der valide ist. Deshalb zeigen die meisten Auslesewerkzeuge den Wert an, der zuletzt anlag, bevor der Kern in den CC6 wechselt. Das kann 4,5 GHz mit 1,48 Volt sein. Das kann von außen dann so aussehen, als wäre der Kern in diesem Status "steckengeblieben", ist aber kein valider Messwert oder Auslesefehler, wenn man so will.
Wer diese Werte sehen will, muss aktuell auf das AMD Ryzen Master Tool zurückgreifen, bis Software von Dritten aufgeholt hat und diese Werte ebenfalls korrekt ausliest. Kurzum empfiehlt AMD zum Auslesen der Spannungen CPU-Z im Idle und das AMD Ryzen Master Tool für Sleep-States.
Quelle: Reddit

Auch das Ryzen Master Tool liest nur einen einzelnen Wert ab.
Auch das Ryzen Master Tool liest nur einen einzelnen Wert ab.