Sapphire Nitro+ B850A im Test: Leistung, Tabelle, Wertung und Fazit
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Wenig enthusiastisch zeigt sich das Nitro B850A selbst, wenn es an unsere Leistungs-Benchmarks geht. Zwar stellt die Platine in keiner Einzelkategorie und auch in der Summe nicht das Schlusslicht der bislang getesteten Platinen dar, mit Ausnahme der Cyperpunk-P1-Fps ist die Leistung aber durch die Bank unterdurchschnittlich. Ob einen dies privat stört, muss jeder für sich entscheiden - es gibt sicherlich Schlimmeres als 2-4 Fps weniger in Baldur's Gate 3. Aber PCGH-Leser haben sich ausdrücklich harte Noten gewünscht, und gemessen am geringen Einfluss, den Mainboards auf die Systemleistung haben, ist Sapphires Rückstand signifikant.
Immerhin scheint er nicht aus verbuggten, sondern aus grundsätzlich zahmen Einstellungen zu resultieren. Parallel zu eher niedrigen Benchmark-Ergebnissen liefert das Nitro B850A nämlich auch ausgesprochen niedrige Verbrauchswerte ab. Erneut werden keine absoluten Rekorde gebrochen, aber unter 70 W Leerlauf und unter 500 W Volllast für das komplette Testsystem inklusive Ryzen 9 9950X und RTX 4080 sind sehr gut. Entsprechend können sich die Temperaturen sehen lassen - maximal 76 °C (normiert auf 20 °C Umgebung) ermitteln wir an den Spannungswandlern. Auch das können High-End-Modelle besser, aber mit dem bewusst knappen Luftzug im Test-Parcours haben wir schon mehrfach Werte in den mittleren 80ern bei Platinen über 200 Euro gemessen und teils dreistellige Temperaturen bei Billig-Designs.
UEFI: Anders und (noch) nicht besser
Wer vorhat, Leistungsrückstand und Kühlungsvorsprung mittels Overclocking gegeneinander einzutauschen, der wird bei Sapphire mit den nötigsten Einstellmöglichkeiten, also PBO und Curve-Optimizer bedient. Nach (!) Aktivierung von XM-/EXPO-Profilen lassen sich auch gängige Latenzen einstellen. Viel mehr sollte man aber nicht erwarten. Während die Lüftersteuerung noch üblichen Standards genügt (5-Punkt-Kurve mit nur zwei Sensoren, Ansteuerung generell nur über PWM), bleiben beispielsweise Spannungsoptionen spürbar hinter anderen Marken zurück und tiefergehende Detailmenüs, einschließlich der kompletten AGESA-Suite aus AMD PBS, AMD CBS und AMD OC, fehlen komplett.
Sapphire UEFI
Letzteres könnte auch an Sapphires eigenwilligem, aber innovativem Layout liegen: Ohne alten Ballast nutzt man die Möglichkeiten moderner FHD-UEFIs aus und stellt Einstellungen in drei Spalten neben- statt in langen Scrolllisten untereinander dar. Dies dürfte den 1:1-Import der vorgefertigten AMD-Menüs verhindern, ist aber übersichtlicher - prinzipiell. Im Detail muss Sapphire noch nachbessern, so stehen untergeordnete Optionen oft als normale Zeile unter dem Muttereintrag, ohne dass der Zusammenhang durch die Namensgebung oder eine Einrückung gekennzeichnet wäre.
Fazit: Akzeptable Marktbereicherung, jetzt kommt es auf den Preis an
Quelle: PCGH
Sapphire Nitro+ B850A WiFi7: Der knappe Packungsinhalt passt zu einem Preis-Leistungs-Angebot.
Insgesamt präsentiert sich das Nitro B850A als echtes Mainstream-Produkt. Insbesondere Asus hat sein B850-Portfolio mittlerweile bis an die 300 Euro gestreckt, man muss den Begriff also bewusst anwenden - wer ein Strix B850-F nicht schon als "Oberklasse" wertet, der muss beim Nitro B850A noch ein "Untere" vor "Mittelklasse" setzen, denn es duelliert sich eher mit Platinen vom Schlage Asrock B850 Pro RS oder Gigabyte B850 Elite. Diesen Kampf kann Sapphire aber durchaus für sich entscheiden. Knapp, sodass die optimale Kaufentscheidung je nach persönlichen Ansprüchen leicht in die eine oder andere Richtung kippt, aber deutlich genug, um sich eine Position am Markt zu erkämpfen, wenn der Preis stimmt.
Und das tut er: Obwohl das Nitro B850A vorerst die Speerspitze des Sapphire-Portfolios darstellt (je ein X870- und X870E-Design wurden bereits gezeigt, haben aber noch kein Europa-Startdatum), wird es ähnlich günstig platziert, wie seine kleineren Geschwister. Mit knapp 180 Euro stellt es, neben dem gerade genannten Asrock-Modell, die günstigste bislang von uns getestete AMD-800-Platine dar. Wie alle Preis-Leistungsangebote steht Sapphire aber bis auf Weiteres vor dem Problem B650(E): PCGH-Empfehlung bleibt, solange die Verfügbarkeit anhält, die pro Euro noch einmal spürbar mehr bietende Vorgängergeneration in Form von Asus' TUF B650-Plus und Strix B650E-F.
Mehr Bilder und Eindrücke zum Sapphire Nitro+ B850A
| Hersteller (Webseite) | Sapphire (www.sapphiretech.com) |
|---|---|
| Preis/Preis-Leistungs-Verhältnis | Ca. € 180,-/Note 2+ |
| Link zum PCGH-Preisvergleich | www.pcgh.de/preis/3603183 |
| IOH | UEFI- | Board-Revision | AMD B850 | V101 | keine Angabe |
| Gehäuse-Format | Höhe × Breite | ATX | 305 × 244 mm |
| Ausstattung (20 Prozent) | 3,04 |
| Speicherslots | 4× DDR5 |
| PCIe-Standard | 5.0/–/–/4.0/–/–/4.0 |
| PCIe-Verteilungsoptionen, CPU-Lanes | ×16/–/–/–/–/–/– |
| PCIe-Verteilungsoptionen, IOH-Lanes | –/–/–/×4/–/–/×2 |
| SATA | 4× 6 GBit/s (4× B850) |
| NVMe, Anbindung | 1× M.2 m-Key, PCI-E-5.0-×4 | 1× M.2 m-Key, PCI-E-4.0-×4 | 1× M.2 m-Key, PCI-E-4.0-×4 (deaktiviert PCI-E ×4) |
| Onboard-LAN & Wireless | 1× 2,5 GBit (Realtek 8125BG) & Wi-Fi 7 („be“) | Bluetooth 5.3 (Mediatek MT7925) |
| Monitor-Anschlüsse | HDMI/Displayport |
| USB extern/intern | 4×/0× USB 3.1 (davon 1× Typ-C extern) | 0×/3× USB 3.0 (davon 1× Typ-C-Header intern mit 3.0-Geschwindigkeit) | 4×/2× USB 2.0 |
| Legacy-Schnittstellen extern/intern | COM-Header |
| Sound-Chip | Rear-Audio-Aus-/zusätzliche -Eingänge | Realtek ALC897 | 7.1/2× Stereo |
| Lüfteranschlüsse | 5× 4-Pin PWM (keine Leistungsangabe) |
| Sonstige Anschlüsse & sonstige Ausstattung | 1× RGB-LED-Streifen | 3× adressierbare LED-Streifen (5 V) & Status-LEDs | Clear-CMOS-Jumper |
| Beiliegend | 2× SATA-Kabel |
| Eigenschaften (20 Prozent) | 3,14 |
| Dokumentation | Handbuch Deutsch/Treiber nur online |
| Abstand CPU zu 1./2. RAM-Slot | zu Spannungswandlerkühler links/oben | 54/63 Millimeter | 59/62 Millimeter (max. Höhe 43/43 mm) |
| Abstand CPU zu PCIe-×16 | 72 Millimeter |
| Multiplikator-CPU/FCLK/IGP/aktive Kernzahl/BCLK | Anheb- und absenkbar/einstellbar/nicht einstellbar/nicht einstellbar/nicht einstellbar |
| Vcore adaptiv/Offset nach oben/nach unten | Nein/nein/nein. Bereich: 0,0 bis 2,8 Volt | Offset: -0 bis +0 Volt | Curve-Editor: -50 bis 50 |
| MISC-/SoC-Spannung/DDR5-SPD-Setup | Nicht einstellbar/einstellbar/nicht vorhanden |
| Wählbarer RAM-Takt | -Spannung | Bis DDR5-10000 | 1,10 bis 1,60 Volt |
| Lüftersteuerung | 5-Punkt-Kurve | 5 Kanäle | 2 Temperatursensoren | min. 0 Prozent (PWM, kein DC) | max. 100 °C |
| Max. Package Power @ UEFI-Default | 200 W |
| Stabilitäts- & Praxis-Probleme | Keine |
| Leistung (60 Prozent) | 2,66 |
| Realer Referenztakt (CPU-Z) | 99,80 MHz |
| Cyperpunk 2077, 1080p DLSS Q (≙720p) | Ø: 88,4 Fps | P1: 68,1 Fps |
| Baldur’s Gate 3, 1080p | Ø: 98,8 Fps | P1: 68,0 Fps |
| 7-Zip, 10 GiB komprimieren | 109,0 Sekunden |
| 3D Mark Storage Benchmark | 3.696 Punkte | 625 MB/s & 48 µs Ø |
| PCGH-Kopiertest | 31,3 s (50.000 Dateien)/48,1 s (143 GiB) |
| AIDA Memory Bench – Kopierrate | 63.781 MB/s |
| Boot-Zeit Desktop Windows 11 | 24,9 Sekunden |
| Temp. Spannungswandler l./o./Promontory Upstream/Downstream | 74/68/35/– °C (CPU+GPU-Last) | 64/69/40/– °C (CPU-only) |
| Stromverbrauch Soft-Off/Leerlauf/Last/CPU-Last | 1,4/66,4/499/318 Watt |
| Fazit | + Relativ sparsam & kühl | viel Analog-Audio |
| - Performance mäßig | wenig internes USB |

Hört sich bisher aber max. mittelmäßig an, ob der Preis da alles rausreißen kann weiß ich nicht.
Hat bei mir zwar schon mal geklappt und ich habe es gewagt ein Biostar zu kaufen, das zwar nicht das schönste UEFI hat aber bisher keinerlei Probleme macht. Allerdings habe ich mir vor dem Kauf angeschaut wie der BIOS-Support ist. Dank der "Pflicht"-Updates wie das AGESA für AMD und Microcode für Intel kann man mit anderen Board-Herstellern vergleichen. Das sah für Biostar ganz gut aus, das hatte ich von früher anders in Erinnerung.
Leider ist bei Biostar die Auswahl für AM5 sehr bescheiden, aktuell kein einziges ATX-Board. Wenn Sapphire das ausgleichen könnte wäre gut.
Aber erst mal abwarten wie gut der BIOS-Support von Sapphire ist.
Ja da hat sich in der Zwischenzeit doch mehr am Markt getan. Zum Zeitpunkt als ich mein AM5 System zusammengestellt hatte (Ende 2024) war das noch anders. Muss zugeben nicht genügend geschaut zu haben vor meiner Aussage.
Kritisch ist das Verschweigen von Lane Sharing, das muss Sapphire ändern. Stellt euch vor, man kauft das Board, speziell deshalb weil man PCIe 4x Slot und 3x M.2 gleichzeitig nutzen will, und dann stellt sich heraus das PCIe-Slot und M.2_3 sich die Lanes teilen. Ein Mangel den der Händler auch nicht beheben kann, bliebe nur Geld-zurück oder ein Preisnachlass anbieten.
Das müsste daher ein deutlicher Kritikpunkt in der Wertung sein.
Letztes Jahr wurde das Ende von B650E bekannt gegeben, und Anfang diesen Jahres auch das Ende von B650 - komisch das Sapphire nochmal B650er gebracht hat. Daher werden diese bald vom Markt verschwinden.
X670 ist schon weg, aber war eh unbeliebt. X670E könnte sogar tatsächlich noch eine Nische bedienen, für Kunden die kein USB4 brauchen und auch nicht mitkaufen wollen. Die Auswahl an X870(E) bei denen man den USB4 zugunsten eines M.2 deaktivieren bzw. auf je 2 Lanes beschränken kann, ist auch relativ klein.
Bisher hab ich auch nicht gehört - und auf die schnelle nichts gefunden - das auch die X670(E) seitens AMD als EOL gelten. Da die Chips sich jedoch nicht geändert haben, und noch immer der gleiche Promontory 21 genutzt wird ...
Jedenfalls gibs bei X670E auch überwiegend nur noch Restposten, bei den wenigen die noch von mehreren Händlern geführt werden, sind das überwiegend höherpreisige Modelle. Nur eines bildete von Anfang an einen günstigeren Einstieg in X670E, bei dem man sich zudem lediglich damit zufrieden geben musste, das der zweite über die CPU angebundene M.2 nur PCIe 4.0 anstatt 5.0 erlaubt - aber besser als die Lanes ungenutzt zu lassen (viele B650(E) / B8x0).