TRX40-Mainboards für Threadripper 3000: Zunächst 12 Modelle zu voraussichtlich hohen Preisen
Asus, Asrock, Gigabyte und MSI haben ihre jeweiligen TRX40-Mainboards zum Threadripper-3000-Launch, der Ende des Monats erfolgt, vorgestellt. 12 Hauptplatinen gibt es zunächst. Die Basis für AMDs Castle Peak-Prozessoren wird aller Wahrscheinlichkeit nach jedoch kostspielig.
Parallel zum Kauf eines neuen Threadripper-3000-Prozessors ist die Anschaffung eines TRX40-Mainboards obligatorisch. Nur mit einem solchen Unterbau ist Castle Peak nutzbar. Dass der womöglich mächtig ins Kontor schlägt, zeichnete sich bereits im Vorhinein ab. Eine kleine Resthoffnung auf moderate Preise bestand dennoch. Die scheint nun zerschlagen.
Mehrere Hersteller haben zwischenzeitlich die Hüllen fallen gelassen und zur Schau gestellt, was sie in Sachen TRX40-Mainboards zu bieten haben. Asrock, Asus, Gigabyte und MSI präsentierten ihre neuen HEDT-Machwerke mit sTRX4-Sockel und frischem Chipsatz. Damit einhergehend wurden auch erste Preise gesichtet.
Vier Gigabyte-TRX40-Mainboards von angeblich 400 bis 870 US-Dollar
So listet ein US-Händler beispielsweise bereits Preise für das Aufgebot von Gigabyte. Vier TRX40-Mainboards nimmt der Hersteller in das eigene Produktportfolio auf. Darunter findet sich auch eine der wohl vergleichsweise günstigsten Varianten mit dem Aorus Pro WiFi. Sollten sich die Preisangaben bewahrheiten, so werden knapp über 407 US-Dollar, wohlgemerkt ohne Steuern, fällig. Entsprechend abgespeckt ist die Ausstattung in einigen Bereichen. Beispielsweise bei der Stromversorgung. Das VRM-Design fällt mit 12+3 Phasen schwächer aus als bei den höherpreisigen Optionen. Auch beim LAN müssen mit lediglich einem einzelnen Anschluss, der wiederum nur 1 Gigabit/s bietet, Abstriche gemacht werden.
Quelle: Gigabyte
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Wer in beiden Punkten eine bessere Ausstattung benötigt, der muss mindestens knapp über 100 US-Dollar mehr auf den Tresen legen. Bei rund 510 US-Dollar soll das nächstbessere Modell in Form des TRX40 Aorus Master starten. Unter anderem 16+3 VRM-Phasen sowie ein 5-Gbit-LAN-Anschluss nebst Gigabit-LAN-Port sind vorhanden. Nachfolgend soll sich das Gigabyte TRX40 Designare mit gut 646 US-Dollar vor Steuern einordnen, während am oberen Ende mit rund 870 US-Dollar das TRX40 Aorus Extreme steht, welches selbstverständlich mit der üppigsten Ausstattung aufwartet. Hinzu gesellt sich im Falle der beiden letztgenannten Gigabyte-TRX40-Mainboards ein neuer Formfaktor "XL-ATX". Mit 32,5 x 27,5 cm siedelt sich dieser über E-ATX an. Weiterführende Spezifikationen können Sie den jeweiligen Produktseiten des Gigabyte TRX40 Aorus Pro WiFi, Aorus Master, Designare und Aorus Xtreme entnehmen.
Asus soll sich für Spitzenmodell fürstlich bezahlen lassen, Verwechselungsgefahr bei MSI und Asrock
Den Anfang bei den Preisgerüchten rund um die TRX40-Mainboards machte das ROG Zenith II Extreme. Dabei handelt es sich um das Spitzenmodell von Asus, das sich der Hersteller gemäß Gerüchteküche fürstlich bezahlen lasse. Bereits Ende Oktober machte ein Preis von 1.400 US-Dollar die Runde und ist damit eigentlich schon ein alter Hut. Dementieren oder bestätigen wollte der Hersteller den Kostenpunkt im Zuge der Vorstellung des eigenen TRX40-Aufgebots noch nicht. Das umfasst abseits des ROG Zenith II Extreme noch zwei weitere Mainboards, die auf den Namen ROG Strix TRX40-E Gaming sowie Prime TRX40-Pro hören.
Ebenfalls drei TRX40-Hauptplatinen kommen von Hersteller MSI und der bedient sich bei der Namensgebung dreist bei der Konkurrenz. Was schon im Vorfeld als Gerücht die Runde machte, soll sich letztlich auch bewahrheiten und so wird es zwei "Creator"-Mainboards mit TRX40-Chipsatz von zwei unterschiedlichen Herstellern geben. Immerhin ist MSI so gnädig, das "Creator" dem TRX40 im Namen voranzustellen. Verwechslungsgefahr mit dem ebenfalls nunmehr bestätigten Asrock TRX40 Creator besteht dennoch.
Abseits dessen bietet MSI noch die Mainboards TRX40 Pro 10G sowie TRX40 Pro WiFi an. Asrock liefert TRX40 mit dem TRX40 Creator und TRX40 Taichi lediglich im Doppelpack.
Quelle: Asrock
Quelle: Asrock
Quelle: MSI
Quelle: MSI
Quelle: MSI
Aktive Chipsatzkühlung, semi-passive VRM-Kühler und Konnektivität
Die aktive Chipsatzkühlung, die bei den Mainstream-Brettern mit AMDs X570-Chipsatz mehr oder minder Standard ist, wird bei TRX40 zumindest vorerst unumgänglich sein. Keines der gezeigten Mainboards kommt ohne aus. Wer den kleinen Lüftern nichts abgewinnen kann, wird auch manch VRM-Kühlung bei den TRX40-Hauptplatinen verschmähen, denn hier sind teils ebenso Lüfter verbaut. Das ist beispielsweise der Fall bei dem Asus ROG Zenith II Extreme und ROG Strix TRX40-E Gaming sowie auch bei Asrocks TRX40 Creator.
Was die generelle Ausstattung der einzelnen Mainboards betrifft, die je nach Preis verständlicherweise mal mehr und mal weniger abgespeckt ist, gibt es viel PCI-Express 4.0. Zahlreiche PCI-Express-x16-Steckplätze, diverse M.2-Slots sowie auch 10-Gigabit-LAN bedienen sich entsprechenden Lanes.
Flott ist man auch in Sachen USB unterwegs. Hier wartet die frische AMD-Plattform mit USB 3.2 Gen 2x2 auf. Geboten wird somit eine Übertragungsrate von 20 Gigabit/s. Die gibt es allerdings nicht bei allen zum Start verfügbaren Modellen. Gänzlich wird darauf bei Gigabyte verzichtet. Hier wird maximal USB 3.2 Gen 2 mit 10 Gbps geboten, während Asus einzig beim ROG Zenith II Extreme mit einer entsprechenden Lösung aufwartet. Besser wird man bei Asrock und MSI bedient, bei denen sich USB 3.2 Gen 2x2 durch das jeweils gesamte Portfolio mitsamt ASMedia-Controller ASM3242 zieht.
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Die Ausstattung hinsichtlich der Spannungswandler fällt zum Teil je nach Preisklasse unterschiedlich aus. Wie das im Falle von Gigabyte aussieht, wurde bereits vorangehend beschrieben. Am unteren Ende gibt es 12+3 Phasen und die bieten ebenso MSIs TRX40 Pro 10G sowie Pro WiFi. Am wenigstens Spaß gibt es hier beim Asrock TRX40 Creator mit lediglich acht Phasen. Das Asrock TRX40 Taichi, MSIs Creator TRX40 sowie auch das vollständige Asus Line-Up sind indessen mit 16 VRM-Phasen bestückt.
Der Startschuss für den Verkauf fällt am 25. November 2019. Dann gehen auch die ersten Threadripper-3000-Prozessoren in Form des 3970X und 3960X in den Handel.
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Für TR gab es das Versprechen nie.
Dazu kommt noch, dass keine HEDT Plattform wirklich lange hält.
Von Sockel 2011 gibt es inzwischen doch auch mehrere inkompatible Revisionen.
Wenn du lange Verfügbarkeit von Prozessoren willst, bleibt dir nur der Server Bereich.
Selbst da halten die Sockel nicht ewig.
Intel hat grad den Sockel gewechselt. Bei AMD wird er wohl noch ein, zwei Generationen halten.
Aber sicher auch nur bis DDR5 und PCIe 5.0.
Die Sache mit den Upgrade muss man immer selber abwägen. Ich selber habe von einem i7 920 auf einen Westmere-Ep 6 Kerner aufgerüstet für gerade mal 20 Euro.
Das Problem ist aber gerade in Zukunft, wie schon angesprochen, die mit Threadripper nichtmehr gegebene Überschneidung der Preisbereiche und bei Intel schon länger die Nicht-Übertaktbarkeit der Xeonplattformen, um die abgeschriebenen nicht den Consumermarkt fluten zu lassen. Soweit ich weiß ist der erwähnte E5-1680v2 der letzte wirklich übertaktbare Xeon, die v3 Versionen sind schon locked aus eben diesem Grund. Gebrauchtpreise von HEDT-Desktopcpus sind unvernünftig hoch und den guten ich nenn ihn mal "Ramsch-Xeon" höher als v2 will man nicht mehr mangels Übertaktbarkeit.
Ich sehe das aber ähnlich, wenn ich ein gutes Board und eine Custom-Wakü hätte müsste ich ja alles wegwerfen und quasi komplett neu kaufen, da würde ich schon noch aufrüsten. Den Xeon wirst du mit Sicherheit auch noch für über 100Euro los, da tut sich nicht mehr viel. Man muss nur das Betriebssystem immer öfter überreden, mitzuarbeiten, wenn man nicht gerade Default- bzw. Fallbacktreiber nutzen will(Windows 10 bekommt bei mir schon gelegentlich Schluckauf wegen der Inteltreiber).
Und btw. je nach Workload ist Speicherbandbreite in der Tat DER Grund für HEDT-Plattformen. Mit 1366 wie bei mir wäre ein Plattformwechsel auf AM4 mit OC-Ram nur latenzmäßig spürbar, aber 2011 hat ja schon Quadchannel. Die Frage ist immer "Brauchen" oder "Wollen" bei dem Zeug. Ich würde es nicht missen wollen wegen Virtualisierung und Simulationen, aber bei den neuen Preisen der TRX40-Plattform wird einem ja für den Privatpc schlecht. Müsste ich jetzt kaufen, würde ich zwischen AM4, 2066 und TR4(<3xxx) schwanken und verzweifeln, denn davon ist nichts überall gut. Ich hoffe dass die TRX40-Preise nur für die Early-Adopter so hoch sind und danach bis zum Frühjahr zumindest auf akzeptables Niveau fallen. Für den Preis kann man Serverboards mit Erweiterungskarten und Epyc kaufen.
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Aber dafür bekommt man dann eben auch ein modernes System, was ohne weiteres Feintuning die Leistung von deinem Xeon liefert, und dabei noch nicht mal zur elektrischen Standheizung mutiert - wobei letzteres im Winter vermutlich nicht so sehr stört.
Und unsere Netzteil-Spezialisten würden dann noch entgegnen, dass das neue System auch unbedingt ein neues Netzteil (min. 50€) bräuchte. Auch meine WaKü ist nicht mit dem neuen Sockel kompatibel, und da sie schon lange nicht mehr verkauft wird, gibt es auch keinen Adapter. Hier fallen dann noch einmal 100€ (soviel hat sie damals gekostet) an. Und schon sind wir bei ~550€ gegenüber im besten Fall auch nur 200€ für den 1680v2.
Wer sich damals für den Mainstream-Sockel entschieden hat, kann heute seinen alten Quad-Core nicht mal gegen einen Hexa-Core austauschen - von einem Octa-Core ganz zu schweigen. Solche "Spielchen" kannst du in der Regel eben nur dann spielen, wenn du eine HEDT-Plattform hast. Oder glaubst du auf ein aktuelles AM4-System kann man in 5 oder 7 Jahren auch noch einen (dann schon wieder alten) 24-, 32-, 64- oder vielleicht sogar 128-Kerner verbauen?
Soso, du kannst also für 250€ mit Übertakten in "Schlagweite" eines 1000er oder 2000er Ryzen kommen - eine CPU (2700X), die es bereits neu ab ~180€ gibt. Wow. Klar, da fallen dann vielleicht nochmal 100€ für ein Mainboard an, und der RAM müsste auch getauscht werden. Aber dafür bekommt man dann eben auch ein modernes System, was ohne weiteres Feintuning die Leistung von deinem Xeon liefert, und dabei noch nicht mal zur elektrischen Standheizung mutiert - wobei letzteres im Winter vermutlich nicht so sehr stört.
Auch hier gilt eben: Was nichts kostet, ist nichts wert. Die Xeons sind nur so billig, weil man vergleichbare Leistung mittlerweile im 200€ Mainstream bekommt. So funktioniert Marktwirtschaft nunmal. Folgerichtig ist dein angepeiltes 64 Kerner Upgrade genauso sinnfrei, denn wenn die Dinger tatsächlich mal bezahlbar werden, dann nur weil der CPU Markt mittlerweile neu zu ähnlichen Preisen vergleichbare Leistung bietet - womit das Update sinnfrei wird.
Aber genau so hatte ich auch eine neue HEDT-Plattform ins Auge gefasst, hier primär AMDs neue Threadripper-Plattform - aber schon ab einer CPU mit 16-Kernen. Gehofft habe ich dabei natürlich auch auf den ggü. AM4 möglichen doppelt so großen L3-Cache, aber genauso Quad-Channel (einfach nur weil ich mit meinem PC schon seit 8 Jahren 60GB/s RAM-Bandbreite habe, was mehr ist als die 51GB/s eines 3950X mit Dual-Channel DDR4-3200!), oder am besten sogar noch Hexa- oder Octa-Channel (was heute eigentlich nicht so viel teurer als Quad-Channel vor fast 10 Jahren sein sollte), sowie natürlich mehr PCIe-Lanes (um das nervige Sharing nach Möglichkeit gar nicht mehr zu haben, sowie eine bessere Anbindung der verbauten PCIe-Steckplätze).
Und am Ende logischerweise auch wegen der Möglichkeit, später (in Jahren) nach Belieben auch noch 24-, 32-, oder sogar 64-Kerner (und vielleicht auch noch 128-Kerner!) vielleicht auch gebraucht (und damit deutlich günstiger) kaufen bzw. verbauen zu können.
Alles Punkte die mit einer Mainstream-Plattform gar nicht, oder nur sehr eingeschränkt möglich sind.
Zur Info: Auf meinen Sockel 2011 hatte ich damals einen (500€) Hexa-Core verbaut, als es im Mainstream (und auch bis 2017!) nur Quad-Cores gab. Heute könnte ich auf diese fast 8 Jahre alte Plattform auch noch einen gebrauchten Xeon E5-1680v2 (offener Multi!) stecken, der neu auch mal 1800€ gekostet hat, der 8 Kerne und 16 Threads hat, sowie 25MB L3, und der damit übertaktet in die Reichweite der 1000er und 2000er Ryzen 8-Kerner kommt, und sie in manchen Spielen sogar noch überflügelt - für ~250€. Und ehrlich gesagt überlege ich aktuell auch dies zu tun, und dann in einem Jahre noch mal zu schauen, wie die Preise sind. Durch den Preisverfall spare ich dann beim Neukauf mehr als die 250€, die ich heute für den 1680v2 ausgeben müsste.
Wer sich damals für den Mainstream-Sockel entschieden hat, kann heute seinen alten Quad-Core nicht mal gegen einen Hexa-Core austauschen - von einem Octa-Core ganz zu schweigen. Solche "Spielchen" kannst du in der Regel eben nur dann spielen, wenn du eine HEDT-Plattform hast. Oder glaubst du auf ein aktuelles AM4-System kann man in 5 oder 7 Jahren auch noch einen (dann schon wieder alten) 24-, 32-, 64- oder vielleicht sogar 128-Kerner verbauen?
Die HEDT-Plattformen sind nicht nur für Kunden eine interessante Alternative, die 2-3x so viel wie für eine Mainstream-Plattform ausgeben wollen! (es geht nur um wollen, nicht um können!). In der Vergangenheit war es immer möglich, ein solches System auch für nur unwesentlich mehr Geld ggü. einer Mainstream-Plattform kaufen zu können. Und zumindest bei AMD ist diese Möglichkeit jetzt Geschichte.
Es gibt bei AMD jetzt nicht nur keinen Schnittpunkt mehr zwischen Mainstream und HEDT, es klafft sogar (und auch wenn der 3950X am Start ist) eine relativ große Lücke, nämlich von max. 750€ Mainstream bis min. ~1500€ "HEDT". Und ich verstehe auch beim besten Willen nicht, warum man diesen Umstand nicht kritisieren darf - genau wie die augenscheinlich um ~50% teurer gewordenen Einstiegs-Mainboards.