Bericht: Erneute Preiserhöhungen bei Mainboards stehen bevor
Mainboards sollen in Zukunft wieder teurer werden - behauptet zumindest das Board-Channels-Forum. Insbesondere taiwanesische Hersteller wie Asus, MSI und Gigabyte sollen die UVPs künftig anziehen.
Seit 2020 ist ein deutlicher Trend bei den Mainboards zu beobachten: Die Preise der meisten Modelle gehen steil nach oben. Wie das Portal WCCFTech berichtet, sind die UVPs von Intel-Mainboards im Vergleich zur "Vor-Corona-Ära" um rund 40 Prozent gestiegen, die durchschnittliche Preisexplosion bei AMD-Mainboards liegt hingegen bei rund 35 Prozent.
Auf Anfrage beim Preisvergleichsportal Geizhals bestätigt sich das von WCCFtech gezeichnete Bild für den deutschen Markt. Lag im ersten Quartal 2020 der durchschnittliche Bestpreis von AMD-Mainboards über alle Chipsätze hinweg noch bei 147,75 Euro, liegt dieser aktuell bei glatten 203 Euro - was eben einen Anstieg von 37,3 Prozent ausmacht. Bei Intel-Mainboards untertreibt WCCFtech zumindest im Kontext deutscher Kunden, denn hier sind die durchschnittlichen Preise im selben Zeitraum von 147,93 Euro auf 257,13 Euro angestiegen (+ 73,8 Prozent).
Ein Ende der Fahnenstange ist wohl nicht abzusehen, wie der Leaker harukaze5719 über das für gewöhnlich gut informierte Board-Channels-Forum berichtet. Demzufolge sollen die großen taiwanischen Mainboard-Hersteller - also Asus, MSI und Gigabyte - mit einer neuerlichen Preiserhöhung planen. Wann diese vonstattengehen soll und in welcher Höhe der nächste Anstieg ausfällt, lassen die Berichte nicht heraus.
Die reine Betrachtung von Preissteigerungen bei Mainboards über die Jahre hinweg greift allerdings zu kurz, wie unser Redakteur und Mainboard-Experte Torsten anmerkt. Ein komplexeres Bild ergibt sich nämlich, wenn man die Entwicklung des Leistungsumfangs über die Jahre berücksichtigt.
So verändert sich die Ausstattung von Mainboards ständig; die Namensschemen werden selten länger als zwei bis drei Jahre unverändert beibehalten. Ein Beispiel: Ein Asus Crosshair Hero mit X470-Chipsatz war vor einigen Jahren das Spitzenmodell für AMDs AM4-Plattform. Drei Generationen später ist ein Crosshair Hero mit X870E nur noch das drittbeste Angebot im Portfolio, bietet aber eine deutlich bessere Ausstattung als das frühere Topmodell. Gleichzeitig können die Features des alten X470-Modells heute teilweise sogar von günstigen A620-Platinen geboten werden.
Dies verdeutlicht das Dilemma bei der Bewertung von Preisentwicklungen: Ist der Preis für das Gebotene gesunken? Ist der Preis für diese Modellserie leicht gestiegen? Oder ist der Preis für das Spitzenmodell explodiert? Je nach gewählten Kriterien können alle drei Aussagen gerechtfertigt sein.
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Klar, es ist viel einfacher in ein pauschales Preisgenöle einzustimmen als Differenzierungen vorzunehmen und Dinge aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten.