Nvidia setzt Investitionen in Intel-DMI-Chipsätze vorerst aus

31
News Carsten Spille Mario Riemann Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen

Aufgrund des immer noch andauernden Lizenzstreites zwischen Nvidia und Intel hat Grafikkartenhersteller Nvidia beschlossen, das Chipsatz-Geschäft für Intel-Plattformen, die nicht auf den klassischen Front-Side-Bus (FSB) setzen, vorerst einzufrieren.

Nvidia hat sich dazu entschieden, die Entwicklung aktueller und zukünftiger Chipsätze vorerst auf Eis zu legen. Man wolle sich lieber auf Intels alteingesessene FSB-Architektur verlassen, wie sie in modifizierter Form auch in Nvidia Ion und dessen Nachfolger eingesetzt wird.

Grund dafür sei vor allem der Lizenzstreit mit Intel, welcher immer noch nicht entschieden ist. Nvidia werde von Intel derzeit nicht lizensiert, DMI-basierende Chipsätze für die Nehalem-Architektur zu entwickeln. Ein Urteil des laufenden Gerichtsverfahrens erwarte man erst nächstes Jahr, bis dahin, so Nvidia, werde man Investitionen in die weitere Entwicklung für DMI-basierte Architekturen von Intel einfrieren.

Man betont bei Nvidia außerdem, auch den AMD-Chipsatzbereich keinesfalls vernachlässigen zu wollen, verkaufe man dort doch sogar mehr Chipsätze als AMD selbst und sei besonders im unteren Preissegment stark vertreten, in dem AMD sehr wettbewerbsfähig mit Intel sei. Auch habe man interessante Produkte in Vorbereitung, die, so Nvidia wörtlich, erstaunliche, für die Industrie überraschende Durchbrüche ermöglichen werden, so wie des Geforce 9400M und Ion bereits in diesem Jahr taten und den Mark umkrempelten. Das Chipsatzgeschäft insgesamt für AMD und Intel erwarte man weiterhin auch künftig als "stark".

Hier der Kommentar Nvidias im englischen Original-Wortlaut:

We've received a number of inquiries recently about NVIDIA's chipset (MCP) business. We'd like to set the record straight on current and future NVIDIA chipset activity.
On Intel platforms, the NVIDIA GeForce 9400M/ION brands have enjoyed significant sales, as well as critical success. Customers including Apple, Dell, HP, Lenovo, Samsung, Acer, ASUS and others are continuing to incorporate GeForce 9400M and ION products in their current designs. There are many customers that have plans to use ION or GeForce 9400M chipsets for upcoming designs, as well.
On AMD platforms, we continue to sell a higher quantity of chipsets than AMD itself. MCP61-based platforms continue to be extremely well positioned in the entry CPU segments where AMD CPUs are most competitive vs. Intel
We will continue to innovate integrated solutions for Intel's FSB architecture. We firmly believe that this market has a long healthy life ahead. But because of Intel's improper claims to customers and the market that we aren't licensed to the new DMI bus and its unfair business tactics, it is effectively impossible for us to market chipsets for future CPUs. So, until we resolve this matter in court next year, we'll postpone further chipset investments for Intel DMI CPUs.
Despite Intel's actions, we have innovative products that we are excited to introduce to the market in the months ahead. We know these products will bring with them some amazing breakthroughs that will surprise the industry, just as GeForce 9400M and ION have shaken up the industry this year.
We expect our MCP business for both Intel and AMD to be strong well into the future.


Auch pcmagazine.com berichtete bereits über das Thema.
Weitere, interessante Artikel zum Thema Mainboards und Co.bei PC Games Hardware:
AMD- und Intel-Mainboards: Übersicht und aktuelle Kauf-Tipps (Oktober 2009)
Neue Roadmap zeigt AMD-CPUs und -Plattformen bis 2011
PCGH-Extreme: Sammelthreads zu spannenden P55-Mainboards von xTc
MSI P55-GD80: Mainboard ermöglicht neuen Weltrekord mit dem Intel Core i7-860
Zotac: Ion-Mainboard mit PCI-E-x16-Steckplatz
Micro ATX: Die Entstehung des Evga X58 SLI Micro

31
    • Kommentare (31)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von ruyven_macaran Trockeneisprofi (m/w)
        AW: Nvidia setzt Investitionen in Intel-DMI-Chipsätze vorerst aus

        Zitat von jelais99
        Warum sollte nvidia dann noch die Entwicklungs- und Produktionskosten sowie Kosten für den Support eines eigenen Chipsatzes auf sich nehmen?
        Weil die Gewinnspanne größer ist, als nur bei einer Lizenz und weil man dadurch die Zahl der Crossfire-tauglichen Boards verhindert
        Ambitionen wie z.B. PhysX und Cuda können auch entscheidend von IGPs profitieren, denn je mehr System zumindest kompatibel sind, desto eher macht es Sinn, Software dafür zu entwickeln.

        Aber da müssen halt auch die CPUs zu passen...
        Ein IMC reduziert die Möglichkeiten schon massiv und wenn dann noch die Grafik-Anbindung zum IMC wandert ist es ganz aus.

        Zitat von Zerebo
        Das ist zwar sicher nicht der Preis den die Hersteller zahlen,
        Klar. Das sind vermutlich die Endkundenpreise für die Millionen von Nutzern, die die Chips gerne einzeln kaufen und selber auflöten.

        Zitat
        Mir geht es nur darum das der p55 nichts anderes ist als eine Southbridge mit dmi.Das damit gesparte Geld kassiert Intel und lässt sich die umgelabelte Southbridge 40 Dollar kosten.
        Sämtliche Intel-Southbridges seit der ICH6 nutzen DMI
        Der P55 unterscheidet sich von den ICH7 bis ICH10 dadurch, dass er auch eine ganze Reihe von grundlegenden Funktionen im Bereicht Taktsteuerung und BOOT-Initierung übernimmt, außerdem bietet er zwei PCI-E Lanes zusätzlich.
        Von der Weitergabe gesenkter Herstellungskosten ist aber wirklich nichts zu spüren, da hast du recht - wie in der gesamten Intel-Produktpalette. Das ist halt das Problem, wenn ein Hersteller den gesamten oberen Marktbereich für sich hat und zeitgleich noch Wirtschaftskrise herscht. Die gesamte Intel Produktpolitik der letzten ~1,5 Jahre erweckt den Eindruck, als würde man ganz bewusst Neuerungen verzögern, Produktpreise hoch halten,... . Entweder ein Rückfall in prä-Core2-Zeiten, als man AMDs Preisdumping einfach ignoriert hat, oder die Katze spielt mit der Maus.
      • Von ruyven_macaran Trockeneisprofi (m/w)
        AW: Nvidia setzt Investitionen in Intel-DMI-Chipsätze vorerst aus

        Zitat von jelais99
        Warum sollte nvidia dann noch die Entwicklungs- und Produktionskosten sowie Kosten für den Support eines eigenen Chipsatzes auf sich nehmen?
        Weil die Gewinnspanne größer ist, als nur bei einer Lizenz und weil man dadurch die Zahl der Crossfire-tauglichen Boards verhindert
        Ambitionen wie z.B. PhysX und Cuda können auch entscheidend von IGPs profitieren, denn je mehr System zumindest kompatibel sind, desto eher macht es Sinn, Software dafür zu entwickeln.

        Aber da müssen halt auch die CPUs zu passen...
        Ein IMC reduziert die Möglichkeiten schon massiv und wenn dann noch die Grafik-Anbindung zum IMC wandert ist es ganz aus.

        Zitat von Zerebo
        Das ist zwar sicher nicht der Preis den die Hersteller zahlen,
        Klar. Das sind vermutlich die Endkundenpreise für die Millionen von Nutzern, die die Chips gerne einzeln kaufen und selber auflöten.

        Zitat
        Mir geht es nur darum das der p55 nichts anderes ist als eine Southbridge mit dmi.Das damit gesparte Geld kassiert Intel und lässt sich die umgelabelte Southbridge 40 Dollar kosten.
        Sämtliche Intel-Southbridges seit der ICH6 nutzen DMI
        Der P55 unterscheidet sich von den ICH7 bis ICH10 dadurch, dass er auch eine ganze Reihe von grundlegenden Funktionen im Bereicht Taktsteuerung und BOOT-Initierung übernimmt, außerdem bietet er zwei PCI-E Lanes zusätzlich.
        Von der Weitergabe gesenkter Herstellungskosten ist aber wirklich nichts zu spüren, da hast du recht - wie in der gesamten Intel-Produktpalette. Das ist halt das Problem, wenn ein Hersteller den gesamten oberen Marktbereich für sich hat und zeitgleich noch Wirtschaftskrise herscht. Die gesamte Intel Produktpolitik der letzten ~1,5 Jahre erweckt den Eindruck, als würde man ganz bewusst Neuerungen verzögern, Produktpreise hoch halten,... . Entweder ein Rückfall in prä-Core2-Zeiten, als man AMDs Preisdumping einfach ignoriert hat, oder die Katze spielt mit der Maus.
      • Von Zerebo Freizeitschrauber(in)
        AW: Nvidia setzt Investitionen in Intel-DMI-Chipsätze vorerst aus

        Zitat von ruyven_macaran
        Dann solltest du andere Quellen lesen. Z.B. die, die es wissen müssen:
        Eine ICH10R kostet 17$ - heute. Vor einem Jahr, als sie neu war, dürfte sie teurer gewesen sein. (wenn sie genauso im Preis gefallen ist, wie der P45 -was logisch wäre-, sollten es 28$ gewesen sein)
        Der P45 kostet heute 26$ (also 35$ für den kompletten Chipsatz), zum Launch war er laut Computerbase bei 40$.
        Genau das kostet der P55 jetzt auch, da kommt aber eben keine Southbridge dazu.
        (der X48 ist mit 56$ -d.h. 71$ für den Chipsatz- übrigens noch deutlich teurer)
        Das ist zwar sicher nicht der Preis den die Hersteller zahlen,aber das ist auch egal.
        Mir geht es nur darum das der p55 nichts anderes ist als eine Southbridge mit dmi.Das damit gesparte Geld kassiert Intel und lässt sich die umgelabelte Southbridge 40 Dollar kosten.
      • Von jelais99 Freizeitschrauber(in)
        AW: Nvidia setzt Investitionen in Intel-DMI-Chipsätze vorerst aus

        Das sich nvidia vorerst aus diesem Bereich zurückzieht war abzusehen. Immerhin wird nvidia durch die Vergabe der SLI Lizens am Umsatz aus dem Verkauf von Intelboards beteiligt. Jedenfalls gab es dazu mal eine Meldung bei Computerbase
        Nvidia und die „Power of 3“ - 23.08.2009 - ComputerBase

        Warum sollte nvidia dann noch die Entwicklungs- und Produktionskosten sowie Kosten für den Support eines eigenen Chipsatzes auf sich nehmen?
      • Von GR-Thunderstorm BIOS-Overclocker(in)
        AW: Nvidia setzt Investitionen in Intel-DMI-Chipsätze vorerst aus

        Zitat von Zsinj
        Ja und? Das steht da, in den Shops sieht man aber etwas anderes.
        Da gibt es kaum brauchbare Boards mit nv Chipsatz. Für AM3 gibt es wohl gerade mal ein lausiges Board und das wird sicher nicht soo ofzt verkauft werden das es einen nennenswerten Anteil am AM3 Markt, der wohl die nahe Zukunft bei AMD darstellt, hätte.

        Betonen können die viel, Fakt ist was dabei heraus kommt.
        Du vergisst, dass die großen PC-Hersteller nicht die Boards aus dem Retailmarkt verwenden. Im OEM-Bereich finden sich in fast jedem PC Eigenkreationen. Wie dort die Aufteilung zwischen AMD- und Nvidia-Chipsätzen ist, vermag wohl keiner hier zu sagen.

        Ich hätte mir damals wesentlich lieber ein Nvidia-Board geholt, aber die lagen preislich gute 30€ über dem Durchschnittspreis.
      • Von ruyven_macaran Trockeneisprofi (m/w)
        AW: Nvidia setzt Investitionen in Intel-DMI-Chipsätze vorerst aus

        Dann solltest du andere Quellen lesen. Z.B. die, die es wissen müssen:
        Eine ICH10R kostet 17$ - heute. Vor einem Jahr, als sie neu war, dürfte sie teurer gewesen sein. (wenn sie genauso im Preis gefallen ist, wie der P45 -was logisch wäre-, sollten es 28$ gewesen sein)
        Der P45 kostet heute 26$ (also 35$ für den kompletten Chipsatz), zum Launch war er laut Computerbase bei 40$.
        Genau das kostet der P55 jetzt auch, da kommt aber eben keine Southbridge dazu.
        (der X48 ist mit 56$ -d.h. 71$ für den Chipsatz- übrigens noch deutlich teurer)
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 07/2026 PC Games 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk