[Update] Pono Player: Kickstarter-Kampagne zum "besten Digitalmusik-Player" startet überragend
Die Kickstarter-Kampagne zur Finanzierung des Pono Players startete fast schon außerirdisch gut. Nicht einmal ein Tag hat es gedauert und die 800.000 USD Minimum waren eingespielt - der Pono-Player ist finanziert. Hinter dem Projekt steht übrigens der Musikstar Neil Young. Der Pono Player soll der iPod für Audiophile werden. Die Chancen stehen nicht schlecht.
Update: Wie wir bereits gestern orakelt haben, steigt der Zähler auf der "Spenden"-Uhr stetig an. Waren es am ersten Tag noch 830.000 US-Dollar, hat sich der Pono Player an Tag 2 noch stärker herumgesprochen und noch einmal 1,3 Millionen US-Dollar eingespielt. Erst an Tag 3 sind Abnutzungserscheinungen beim Interesse nicht mehr zu übersehen. Das ist auch kein Wunder, denn neben dem Early-Bird-Tarif für 200 US-Dollar sind nun auch bereits einige Künstler-Special-Editions ausverkauft. Noch sind 33 Tage Zeit, um den bisherigen Rekordhalter bei Kickstarter, die Pebble-Uhr (10,2 Mio.) und die Android-Konsole Ouya (8,5 Mio.) zu schlagen. Spannend wird sein, auf welchen Niveau sich das Ganze im Mittelteil der Kampagne einpendelt. Aktuell steht der Zeiger bei 2,38 Mio.
-------
Neil Young, 1945 in Troronto geboren, dürfte vor allen Lesern ein Begriff sein, die ihre Twen-Zeit hinter sich gelassen haben. Das mit Abstand erfolgreichste Album von Young ist "Harvest". Musikalisch machte Young zuletzt mit "Crazy Horse" wieder von sich reden und die nun gestartete Kickstarter-Kampagne für den Pono Player (ohne r!) ist so erfolgreich gestartet wie einst Harvest. 800.000 US-Dollar hat Young für das Projekt als Minimum angesetzt und die sind schon am ersten Tag mehr als gesichert. Es fällt schwer, Zahlen zu nennen, da die Summen derzeit weiter nach oben schnellen. Am besten sehen Sie selbst auf der Kampagnen-Seite zum Pono Player nach. Noch sind über einen Monat Zeit für den Abschluss der Finanzierung. Es stehen aber nicht mehr alle Kaufoptionen zur Verfügung. So ist der Early-Bird-Tarif mit 50 Prozent Rabatt (200 anstatt 400 US-D) schon weg, außerdem die Neil-Young-Edition für 400 US-D. Von den limitierten Künstler-Editionen (Lasergravur, Ledercase, 2 Alben vorinstalliert) gibt es zumindest im Falle von Tom Petty, Pearl Jam, Beck, Willie Nelson, Patti Smith, Beck sowie Crosby, Stills & Nash noch einige Exemplare. Auch die Versionen für 300 US-D mit einer Ersparnis von 100 US-D sind verfügbar, da unlimitiert.
Quelle: Pono Music
Pono Player Kickstarter-Kampagne startet grandios (1)
Aber für was geben Menschen binnen kürzester Zeit so viel Geld aus? Youngs Bekanntheitsgrad hat gewiss beim Anschieben der Kampagne geholfen, aber auch das Produkt überzeugt scheinbar. Der Pono Player soll der iPod für Audiophile werden. Das sind Menschen, denen die klangliche Qualität besonders am Herzen liegt. Hinter dem Hersteller Pono Music steht unter anderem Neil Young, der als Initiator gilt. Young ist gemeinhin als besonders audiophil bekannt, um es möglichst neutral zu formulieren. Der Player soll im Gegensatz zu vielen Billigprodukten und auch hochpreisigen Modellen wie dem iPod eine deutlich bessere Klangqualität abliefern. Im Idealfall kauft man dazu die Musik im Pono Store, der Audio-Tracks im FLAC-Format vertreibt, die mit bis zu 9.216 kbps (192 kHz/24 bit) vom Master-Ausgangsmaterial gerippt werden. Das ist besser als CD und deutlich besser als übliche MP3-Musik, die mit 192 kbps oder 256 kbps daherkommt. Man kann aber natürlich auch sein eigenes Archiv auf dem Pono Player anhören – auch wenn das dann nicht so brillant klingen wird. Wunder sind auch dem Pono Player nicht möglich.
Die Stars sind jedenfalls begeistert: Tom Petty, Eddie Vedder, Jack White, Elton John und Dave Grohl bezeugen, dass dies der beste "MP3-Player" auf der Welt werden wird. Der Pono Player soll später 400 US-Dollar im Handel kosten, wenn er im Oktober 2014 erscheint. Die Webseite ist schon erreichbar. Interessant wird sein, wie die Musikindustrie das Projekt unterstützt. Laut der Projektbeschreibung werden alle Majors Pono Music unterstützen und entsprechend hochweriges Material zur Verfügung stellen - mit Indie Labels sei man im Gespräch. High-Res-Albums sollen zwischen 15 und 25 US-Dollar kosten.
Natürlich brauchen FLAC-Dateien in hoher Qualität auch entsprechend Speicherplatz. Der Pono Player kommt mit 128 GByte Speicher, wovon 64 fest verbaut und 64 per entfernbarer Micro-SD-Karte nutzbar sind. User können dann weitere, maximal 64 GB große Micro-SD-Karten als alternative Medien nutzen. Hier eine Übersicht, wie viele Songs auf den Pono Player drauf passen:
• CD Lossless 1.411 kbps (44.1 kHz/16 bit): 5.000 Songs
• High-Resolution 2.304 kbps (48 kHz/24 bit): 3.200 Songs
• Higher-Resolution 4.608 kbps (96 kHz/24 bit): 1.600 Songs
• Ultra-high Resolution 9.216 kbps (192 kHz/24 bit): 800 Songs
Neben FLAC werden aber auch ALAC, mp3, WAV, AIFF und AAC unterstützt. Der Player selbst wiegt übrigens 128 Gramm und wird per Micro-USB geladen und mit Mac/PC synchronisiert. Die Abmessungen betragen 12,7 cm (H), 5 cm (B) und 2,5 cm (T). Ein Lithium-Ionen-Akku soll acht Stunden Laufzeit ermöglichen. Die Garantie soll ein Jahr betragen. Wer mehr Details z. B. über den verbauten DAC wissen will, sollte das FAQ auf der Kickstarterseite bemühen.

Hrmm, einerseits sicherlich ein interessanter Player mit einem edlen Ziel (artist driven project to bring back awesome music quality). Andererseits geht das alles kaum auf die Wissenschaft hinter Audioträgern ein, sondern wirbt mit viel Aha!-Erlebnissen von schönen, erfolgreichen Musikern in sonnigen Gegenden. Zum Aufriß der Masse bestimmt das richtige, aber was ist mit den Details? - Könnte es sein, dass das Projekt dadurch auf einmal weniger interessant werden könnte?
Dann wird ständig auf der "bösen" MP3 rumgehackt und der Pono dagegen gehalten - der bekanntlich verlustlose FLAC Dateien bevorzugt. Aber FLAC gibts ja schon länger und wird auch stark verbreitet unterstützt, nicht nur vom Pono. Daneben gibts auch noch weitere Codecs, die nachgewiesenermaßen besser als MP3 sind, zB. AAC, OggVorbis oder hastenichgesehen. Klar, dennoch sind verlustlose Formate besser für die Musik, aber das ist nicht verwunderlich.
Was ich kurios fand (ich glaub auf der Kickstarter Seite) war ein Hinweis auf Under-Water-Listening, welches erst 192KHz als "über Wasser" bezeichnet und damit als das Nonplusultra.
Bin sicherlich kein Audio-Wissenschaftler, aber habe gelernt, dass das menschliche Ohr über 22Khz bereits nur stark begrenzt einen Unterschied ausmachen könne. Ausnahmen bestätigen die Regel, aber der Sprung von 44KHz zu 192KHz erscheint mir doch etwas übertrieben. Kann mich wer aufklären?Steht bereits schon viel darüber hier in der Diskussion, danke dafür.Alles in allem bestimmt ein supi Player, mir gefällt auch das Toblerone Design mit dem großen Klinkenstecker sehr gut, aber 400 Dollar (Endkunden Preis!) erscheint mir derb übertrieben und macht das Ding doch eher zum Luxus-Objekt , bzw. eventuell sogar nur zum Statussymbol, als zu einer Audio-Bewegung. Zumal die Boxen des im Video zu sehenden Cadillacs bestimmt nicht vom Discounter sind, sonst könnten sie auch die besten Audioformate nicht anständig wiedergeben.
Vielleicht reicht also dem Durchschnitts-Audiophilen demnach bereits ein preiswerter FLAC-Player mit ordentlichen Kopfhörern, bzw. nem guten Audio-Dock inkl. entsprechenden Boxen um seine guten Aufnahmen zu genießen?
Die Kampagne überzeugt mich bisher also eher nicht, Geld würde ich erst reinwerfen, wenn mich ein Test überzeugt.
Das ist Signaltheorie und kann nachgerechnet werden.
Passiert das nicht bekommst du Jitter. Aber auch das kann man umgehen, indem man das digitale Signal auf ne höhere Abtastfrequenz konvertiert.
Und bei der Ausgabe sackt das Signal zwischen 2 Punkten nicht aufeinmal weg. Der Pegel bleibt konstant, bis er wieder neu angepasst wird.
Hier kommt aber die Crux. Nur eine sehr gute Elektronik kann den Pegel auch konstant halten. Deswegen gibts so großen Klangunterschiede, obwohl die meisten DA-Wandler mit z.B. 24/96 wiedergeben können.
EXAKTE Rekontruktion des Schallfeldes ist nicht Notwendig. Messgeräte sagen dir, dass es Frequenzen jenseits derer gibt, die du hören kannst. Aber dein Ohr hört nur bis zu einer bestimmten Frequenz, fungiert also als Tiefpass. Es is also Schnitte, ob es höhere Harmonien gibt oder nicht. Macht für dein Ohr kein Unterschied.
Gruß
Aber genau davon reden wir ja bei einem Audiosignal, nämlich von einem bandbreitenlimitierten Signal. Die höheren Frequenzanteile werden zur Verhinderung von Aliasing herausgefiltert, was, zugegebenermaßen, ein Eingeständnis an die begrenzte Abtastrate ist. Ob das im Hinblick auf die Verminderung von höhere Intermodulation sinnvoll oder aufgrund der nicht perfekten Rekonstruktion (fehlende Harmonien) des Signals schlecht ist, möchte ich nicht diskutieren und ganz sicherlich nicht entscheiden. Dort darf von mir aus jeder seine eigene Meinung besitzen, bisher ist soweit ich weiß aber noch Niemandem in einem Doppelblindtest eine Unterscheidung gelungen.
Es wird mir aber Niemand widersprechen, wenn ich behaupte, dass mit besseren Aufnahmen und besserem Mastering wesentlich frappierendere Unterschiede möglich sind, als mit höheren Samplingraten. Selbiges gilt natürlich auch, wie du bereits sagtest, für bessere Schallwandler. Dynamik und Pegel wie in einem Live-Konzert, würden sich auf jeden Fall ebenfalls, wesentlich stärker bemerkbar machen, nur besitzt kaum eine Privatperson eine Anlage um das zu realisieren.
Bezüglich der In-Ears:
Die (große) Bühne und Körperschall fehlt, das wird Niemand bestreiten. Im Bezug auf Auflösung müssen sich In-Ears sicherlich nicht verstecken, höhere Pegel als bei den meisten Heimanlagen sind auch möglich.
Xiph.Org Video Presentations: Digital Show & Tell
[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
Nur als Antwort auf meine Aussagen passen sie leider nicht
An einem einzigen Punkt geht das Video darauf ein, dass alternative analoge Lösungen für eine gegebenes, digitales Signal möglich sein könnten - und schließt diese in 0,5 Sekunden aus, weil derartige Lösungen ein Signal mit höherfrequenten Anteilen bedeuten würde, als Nyquist.
Nur: Genau das ist doch der Fall. Wir haben ein hochkomplexes Wellenfeld aus einer Vielzahl sich überlagernder Quellen mit z.T. sehr weit nach oben reichenden Harmonien. Wenn wir das jetzt mit einer Frequenz samplen, die dieser Komplexität nicht gerecht wird, dann ist eine exakte Reproduktion eben keine nach Nyquist zulässige Lösung des digitalen Signales, weil das ursprüngliche Sampling nach Nyquist überhaupt nicht zureichend war. (wie ja dann auch später bei den Rechteckprofilen deutlich wird, wo er aber merkwürdigerweise nicht mehr darauf eingeht, sondern nur noch auf die nicht-Akkumulation von Verarbeitungsfehlern
Man kann sich jetzt sicherlich darüber streiten, wo die sinnvolle Grenze dessen liegt, was für eine ausreichend genaue Wiedergabe nötig ist. Und jeder HiFi-Enthusiast, der LPs als Referenz sieht, sollte sich die eigenen Ohren langziehen, ehe er höchste Samplingraten fordert. Aber im Gegensatz zu dem absolut unangemessenen Augen-Vergleich im zweiten Link (d.h. mit einem System dessen Empfindlichkeit von einem bestimmten, klar definierten Molekül abhängt) gibt es einige Argumente dafür, deutlich über die normalen Hörschwellen hinauszugehen - wenn man auf der Suche nach dem ultimativen Sound ist. Denn spätestens durch den inidividuellen Aufbau eines jeden Ohres entstehen Harmonien bei verschiedenen Frequenzen, die auch durch Töne in eigentlich unhörbarer Höhe angeregt werden können. Fehlen diese Töne im reproduzierten Signal, dann fehlt auch ein Teil dessen, was bei Live-Konsum wahrgenommen worden wäre.
Für die Bedürfnisse normaler Menschen sind die Sicherlich ausreichend, aber imho nicht für die Versprechungen, die die Entwickler dieses Players hier abgeben. Und fest steht, ungeachtet der im letzten Absatz angesprochenen Strittigkeit: Es macht keinen Sinn, in höchster Qualität zu samplen, zu speichern und mit viel, viel Aufwand wieder in elektrische Signale umzuwandeln, wenn dann die Schallwandlung nicht ausreicht. Und da wäre, ausgehend von aktuellen Player/Höhrer-Kombinationen sicherlich wesentlich mehr rauszuholen, als bei den vorangehenden Schritten.