Gefährliche Wärmeleitpaste: Amech STG-4 ätzt CPU und Kühler an

32
News Valentin Sattler Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Gefährliche Wärmeleitpaste: Amech STG-4 ätzt CPU und Kühler an
Quelle: Amech (Amazon)

Die südkoreanische Wärmeleitpaste Amech STG-4 ist zwar vergleichsweise günstig, hat dafür aber offenbar ein großes Problem: Sie setzt Essigsäure frei. Dadurch können die anliegenden Metallflächen dauerhaft in Mitleidenschaft gezogen werden.

Wenn es um den Kauf von Wärmeleitpaste geht, achten Kunden normalerweise auf typische Eigenschaften wie eine hohe Wärmeleitfähigkeit, dass sich die Paste gut verstreichen lässt oder sie auch nach Jahren nicht eintrocknet. Bei manchen Produkten gibt es aber noch weitere Fallstricke, wie ein aktueller Bericht von Igor's Lab zeigt. Dort wurde bereits im vergangenen Jahr die südkoreanische Wärmeleitpaste Amech STG-4 getestet und als problembehaftet eingeordnet. Moniert wurden damals ein deutlicher Essiggeruch beim Auftragen und im Betrieb. Als Ursache wurde enthaltenes Acetoxy-Silikon vermutet, das bei Kontakt mit Feuchtigkeit Essigsäure freisetzt und die Wärmeleitpaste aushärten lässt.

Wärmeleitpaste gegen Metalloberflächen

Jetzt, ein Jahr später, gibt es ein Update zu dem Thema - und zwar aus Südkorea. Igor's Lab hat ein Forenthema der südkoreanischen Website Quasar Zone ausfindig gemacht, in dem Nutzer über beschädigte Kühler und Heatspreader berichten - und das im Zusammenspiel mit der Amech SGT-4. Offenbar wurde tatsächlich Essigsäure freigesetzt, die die jeweiligen Metalloberflächen angegriffen hat. Auf den Kupferoberflächen der fotografierten Wasserkühler sind deutliche Beschädigungen zu erkennen, und vom Heatspreader eines verwendeten Prozessors wurde offenbar die Beschriftung weggeätzt. Ein Foto eines vernickelten Luftkühlers zeigt zwar keinen negativen Einfluss, das dürfte aber schlicht an der chemisch stabileren Oberfläche liegen.

Die Wärmeleitpaste hat sich offenbar in die Kupferoberfläche dieses Kühlers gefressen. Quelle: 귀요밍1221ㅎ (Quasar Zone) Die Wärmeleitpaste hat sich offenbar in die Kupferoberfläche dieses Kühlers gefressen. Der Hersteller der Wärmeleitpaste hat zwar keine offizielle Adresse, konnte aber offenbar trotzdem kontaktiert werden. Auf entsprechende Berichte wurde laut Igor's Lab aber uneinsichtig und mit Gegenangriffen reagiert. Unter anderem wurde auf die EU-Verordnungen RoHS und REACH verwiesen, die die Amech STG-4 angeblich einhält. Diese treffen aber gleichzeitig keine Aussagen über die Beimischung von Acetoxy-Silikon - die Wärmeleitpaste kann also trotzdem Essigsäure freisetzen. Die Fronten scheinen damit verhärtet, einen Rückruf dürfte es wohl nicht geben.

Auch spannend: Pure Rock Slim 3: Neuer Kompaktkühler mit besserer Montage und mehr Effizienz

Betroffenen Kunden bleibt damit wohl nichts anderes übrig, als mit dem Risiko zu leben oder - besser - die Wärmeleitpaste zu entfernen und gegen ein etabliertes Produkt auszutauschen. Die Amex SGT-4 wird zwar vergleichsweise günstig angeboten. Der niedrige Preis sollte angesichts der bestehenden Probleme aber nicht dazu verlocken, die Paste trotzdem einzusetzen. Der potenzielle Schaden dürfte die Ersparnis schließlich deutlich übersteigen.

Welche Wärmeleitpaste nutzen Sie, und wie lange ist sie schon im Einsatz? Nutzen Sie die Kommentarfunktion und teilen Sie uns Ihre Meinung mit. Zum Kommentieren müssten Sie auf PCGH.de oder im Extreme-Forum eingeloggt sein. Sollten Sie noch keinen Account haben, könnten Sie über eine Registrierung nachdenken, die viele Vorteile mit sich bringt. Beachten Sie beim Kommentieren aber bitte die gültigen Forenregeln.

Quelle: Igor's Lab via Tom's Hardware

32
    • Kommentare (32)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von igorsLAB Komplett-PC-Käufer(in)
        Ich würde erst mal das Statement lesen, denn es beinhaltet drei Dinge die man vorher kennen sollte. Die Firma wusste seit 2024, was sie da verkaufen. Denn die Additive hat sogar der deutsche Lieferant des Siloxans bestätigt. Ich habe mit Hilfe eines Anwalts den Mailverlauf aus 2024 so umformuliert, dass er nicht gegen die DSGVO verstößt. Man hat mich 2024 am Schluss gebeten, möglichst nichts mehr dazu zu schreiben, um die Firma am Leben zu erhalten, deshalb habe ich auch den damaligen Test nicht noch einmal geupdatet. Mein Fehler. Aber dass sie mich jetzt dermaßen vors Loch schieben, um den geschädigten Kunden keinen Schadensersatz leisten zu müssen, ist perfide. Die haben nicht wegen mir geschlossen, sondern wegen der angerichteten Schäden. Ich denke mal, Naver hat den Laden wegen der ganzen Beschweren geschlossen, da kann ich überhaupt keine Akte dran haben. Denn das ist bereits vor meinem zweiten Artikel und dem Video passiert und ich war noch gar nicht im Visier. Den Aufwand für den Test hätte sich der Kollege auf Reddit bzw. Quasarzone übrigens komplett sparen können, denn er hat nach dem Falschen gesucht (und natürlich nichts gefunden). Schade, dass ihm AMeCh die Amino-Gruppen vorenthalten hat, die Unterlagen haben sie seit 2024.

        Ich hoffe, man nimmt es mir nicht krumm, wenn ich das Statement hier mal ausnahmsweise verlinke: Stellungnahme

        Warum ich den Großteil der Kommentare auf YT gelöscht habe, liest Du ebenfalls dort in den ersten Absätzen, denn für so etwas würde man hier wahrscheinlich lebenslangen Bann mit anschließender Sicherungsverwahrung bekommen. Es gibt einfach Grenzen. Reddit ist auch schon grenzwertig, aber die ignoriere ich.

        Mal noch ein kleines Edit:
        Ich bin mit genau dem Chemiker in Kontakt, der den auf Reddit geposteten Test erstellt hat. Wir wollen am Montag mal einen Testaufbau besprechen, um die Amine auch zu quantifizieren. Dass welche drin sind, hat der Hersteller ja zugegeben.. Nur kommt es noch darauf an, wie viele in der Masse. Außerdem werde ich am Montag mal mit Bertrandt sprechen, das ist das einzige Labor, das mir noch einfällt. Bleibt nur die Frage, was die mit 1 Gramm anfangen können.

        Generell:
        Wie kann ich eigentlich eine Firma in den Ruin treiben, die bereits offiziell im April 2024 geschlossen wurde? Das war noch lange vor meinem ersten Test. Die angeblichen Räume in Pohang stehen schon seit Juni 2024 leer, das lässt sich doch einfach nachprüfen. AMeCh hat Paste in der EU ohne Dokumentation und Registrierung verkauft und bereits 2023 und 2024 gegen die Vorschriften verstoßen. Wo hat AMeCh denn die Paste nun hergestellt? Ich wüsste wirklich gern, wessen Produkt da wirklich verkauft wurde. Chinesische Paste? Vielleicht sollte man mal die Augen öffnen. Die aktuelle Geschäfts-ID war eine Naver Händler-ID. Nehmt doch bitte mal die nationalistische Brille ab und prüft das Unternehmen selbst.
      • Von igorsLAB Komplett-PC-Käufer(in)
        Ich würde erst mal das Statement lesen, denn es beinhaltet drei Dinge die man vorher kennen sollte. Die Firma wusste seit 2024, was sie da verkaufen. Denn die Additive hat sogar der deutsche Lieferant des Siloxans bestätigt. Ich habe mit Hilfe eines Anwalts den Mailverlauf aus 2024 so umformuliert, dass er nicht gegen die DSGVO verstößt. Man hat mich 2024 am Schluss gebeten, möglichst nichts mehr dazu zu schreiben, um die Firma am Leben zu erhalten, deshalb habe ich auch den damaligen Test nicht noch einmal geupdatet. Mein Fehler. Aber dass sie mich jetzt dermaßen vors Loch schieben, um den geschädigten Kunden keinen Schadensersatz leisten zu müssen, ist perfide. Die haben nicht wegen mir geschlossen, sondern wegen der angerichteten Schäden. Ich denke mal, Naver hat den Laden wegen der ganzen Beschweren geschlossen, da kann ich überhaupt keine Akte dran haben. Denn das ist bereits vor meinem zweiten Artikel und dem Video passiert und ich war noch gar nicht im Visier. Den Aufwand für den Test hätte sich der Kollege auf Reddit bzw. Quasarzone übrigens komplett sparen können, denn er hat nach dem Falschen gesucht (und natürlich nichts gefunden). Schade, dass ihm AMeCh die Amino-Gruppen vorenthalten hat, die Unterlagen haben sie seit 2024.

        Ich hoffe, man nimmt es mir nicht krumm, wenn ich das Statement hier mal ausnahmsweise verlinke: Stellungnahme

        Warum ich den Großteil der Kommentare auf YT gelöscht habe, liest Du ebenfalls dort in den ersten Absätzen, denn für so etwas würde man hier wahrscheinlich lebenslangen Bann mit anschließender Sicherungsverwahrung bekommen. Es gibt einfach Grenzen. Reddit ist auch schon grenzwertig, aber die ignoriere ich.

        Mal noch ein kleines Edit:
        Ich bin mit genau dem Chemiker in Kontakt, der den auf Reddit geposteten Test erstellt hat. Wir wollen am Montag mal einen Testaufbau besprechen, um die Amine auch zu quantifizieren. Dass welche drin sind, hat der Hersteller ja zugegeben.. Nur kommt es noch darauf an, wie viele in der Masse. Außerdem werde ich am Montag mal mit Bertrandt sprechen, das ist das einzige Labor, das mir noch einfällt. Bleibt nur die Frage, was die mit 1 Gramm anfangen können.

        Generell:
        Wie kann ich eigentlich eine Firma in den Ruin treiben, die bereits offiziell im April 2024 geschlossen wurde? Das war noch lange vor meinem ersten Test. Die angeblichen Räume in Pohang stehen schon seit Juni 2024 leer, das lässt sich doch einfach nachprüfen. AMeCh hat Paste in der EU ohne Dokumentation und Registrierung verkauft und bereits 2023 und 2024 gegen die Vorschriften verstoßen. Wo hat AMeCh denn die Paste nun hergestellt? Ich wüsste wirklich gern, wessen Produkt da wirklich verkauft wurde. Chinesische Paste? Vielleicht sollte man mal die Augen öffnen. Die aktuelle Geschäfts-ID war eine Naver Händler-ID. Nehmt doch bitte mal die nationalistische Brille ab und prüft das Unternehmen selbst.
      • Von zerogott Freizeitschrauber(in)
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Wer konnte nur damit Rechnen das Igor, mal wieder, Schwachsinn verbreitet.

        Und sein Kommentar auf Youtube welches er vor 7 Stunden gepostet hat, bevor er natürlich die Kommentare dicht gemacht hat und alles aktuelle gelöscht hat, ist natürlich ein Mimimi das er das Opfer ist.
      • Von Pokerclock Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Sesambrötchen
        Doch, die Pasten werden in Deutschland hergestellt. Steve von Gamers Nexus war vor Ort und hat mit Roman Paste gefertigt.

        Hier gibts sogar ein Video dazu:

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
        Nein, noch einmal. Angesichts der großen Mengen wird in China gemixt und abgefüllt. Ausnahme Flüssigmetall.

        Darfst dir gerne die Produktliste von TG geben lassen. Da steht die Herkunft noch einmal drin.

        Tut mir leid dir deinen Made in Germany Mythos von TG zerstören zu müssen, aber was du da im Video siehst ist bestenfalls für die Produktentwicklung bzw. für das Flüssigmetall.

        EDIT
        Noch einmal ganz offiziell vom Aushängeschild von TG: https://www.handelsblatt....

        Und noch einmal von Igor: https://www.igorslab.de/c...
      • Von Sesambrötchen Freizeitschrauber(in)
        Zitat von Pokerclock
        Nein, jedenfalls nicht die Pasten, Pads und Putties.
        Doch, die Pasten werden in Deutschland hergestellt. Steve von Gamers Nexus war vor Ort und hat mit Roman Paste gefertigt.

        Hier gibts sogar ein Video dazu:

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
      • Von Pokerclock Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Sesambrötchen
        Thermal Grizzly fertigt doch in D
        Nein, jedenfalls nicht die Pasten, Pads und Putties. Keine Fertigungskapazitäten dafür. Gemixt wird in China und zuweilen einfach zugekauft, siehe das PTM.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 07/2026 PC Games 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk