Steam: Linux "explodiert" und "pulverisiert" sein Allzeithoch
Getrieben von SteamOS und den immer beliebter werdenden Gaming-Distributionen wie CachyOS sind die Marktanteile von Linux auf Steam quasi "explodiert" und haben sich zuletzt mehr als verdoppelt. Das Allzeithoch wurde "pulverisiert".
Getrieben durch das Steam Deck und dessen SteamOS sowie die konstant populärer werdenden Gaming-Distributionen, wie CachyOS, Bazzite, PikaOS und Nobara Linux ist das quelloffene Betriebssystem Linux auf der Spiele-Vertriebsplattform Steam weiter klar im Aufwind, doch Windows dominiert in der Gunst der Spielerschaft weiterhin deutlich, wie aus der aktuellen Steam-Hard- & Softwareumfrage hervorgeht.
Linux etabliert sich auf Steam
Während Linux im Dezember 2025 mit 3,2 Prozent seinen bisherigen Zenit erreicht hatte, wird dieses Allzeithoch jetzt förmlich "pulverisiert". Die Marktanteile des freien Betriebssystems "explodieren" im Vergleich zum Vormonat um mehr als 3,1 Prozent und notieren demnach aktuell erstmals überhaupt oberhalb von 5 Prozent.
Quelle: GamingOnLinux
Wie die Auswertungen der Website GamingOnLinux, die auf den Resultaten der neuesten Steam-Hard- und Softwareumfrage für März 2026 basieren, belegen können, konnte sich Linux auf Steam zuvor stabil rund um die "Dreiprozenthürde" etablieren, welche im Dezember 2023 erstmals überschritten wurde. Jetzt hat das offene Betriebssystem noch einmal einen ganz gewaltigen Sprung gemacht.
Quelle: GamingOnLinux
Noch beeindruckender fallen die Ergebnisse aus, wenn einzig die englischsprachigen Spieler auf Steam berücksichtigt werden und somit die große Anzahl an chinesischen Spielern aus der Betrachtung ausgeschlossen wird. In diesem Fall kommt Linux inzwischen auf einen Marktanteil von 11,3 Prozent auf Steam.
Quelle: GamingOnLinux
Auch die Verteilung der Spieler auf verschiedene Distributionen wird immer diverser und so wurde die Dominanz von SteamOS, welches im Mai 2024 noch 45 Prozent aller Linux-Spieler auf sich vereinen konnte, gebrochen. Inzwischen hat sich dieser Anteil deutlich reduziert und beträgt nur noch rund 25 Prozent, während Distributionen, welche auf Basis von Arch, Fedora und Ubuntu basieren, zulegen konnten.
Dominanz von Windows ist ungebrochen
Dennoch ist die Dominanz von Windows auf Steam ungebrochen. Das Betriebssystem aus Redmond kommt dabei auf einen Marktanteil von 92 Prozent auf Steam, wobei Windows 11 mit 67 Prozent nach wie vor auf Platz 1 vor Windows 10 liegt, das momentan auf rund 25 Prozent der Systeme installiert ist. In der aktuellen Gesamtwertung sieht die Verteilung unter den Spielern wie folgt aus:
- Windows: 92,33% (-4,28%)
- macOS: 2,35% (+1,19%)
- Linux: 5,33% (+3,10%)
Gerade auf dem Desktop hat Linux als Gaming-Betriebssystem nach wie vor einen sehr langen Weg vor sich, macht mit Gaming-Distributionen wie Nobara Linux 43, Bazzite 43, PikaOS, CachyOS und Nitrux aber immer weitere Fortschritte. Die quelloffenen Betriebssysteme sind auf Handheld-PCs klar die erste Wahl.
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Quelle: Steam via GamingOnLinux


Wenn eine Anwendungssoftware auf macOS nicht verfügbar ist, dann ist nicht Apple, sondern deren Hersteller schuld, weil er sie nicht an das Betriebssystem anpasst.
Wenn eine Anwendungssoftware auf Linux nicht verfügbar ist, dann ist nicht deren Hersteller, sondern die Linux-Community schuld, weil sie das Betriebssystem nicht an die Anwendungssoftware anpasst?
Was denn nun?
Was mich aber noch viel brennender interessiert: Warum sollte die Linux-Community in genau dem Punkt, um den es hier geht – Kernel-Level-Anticheat – überhaupt nachgeben?
Wenn es auf macOS wunderbar ohne Kernel-Level-Zugriff funktioniert, warum wird es dann auf Windows erzwungen und bei Linux ist es ein Ausschlussgrund? Die Tatsache, dass weiter gecheatet wird, spricht nicht gerade für die Wirksamkeit.
Um Cheater wirksam zu bekämpfen, braucht man keinen Kernel-Level-Zugriff, sondern letztendlich eine konsequente Verfolgung und Sanktionierung aufseiten des Spielanbieters. Wunderbar funktioniert neben klarer Kennzeichnung und Ausschlüssen auch Shadowbanning, indem man die Cheater im Matchmaking nur noch mit anderen Cheatern zusammenwürfelt, gern auch auf dedizierten Servern, wo sie sich dann vom Rest abgeschottet gegenseitig das Leben zur Hölle machen können. Das lässt sich bis zu einem gewissen Grad automatisieren, eine Moderation kann dies aber nicht ersetzen. Dafür braucht man halt Personal, und das kostet bei Spielen mit tausenden, wenn nicht gar Millionen Spielern, Geld. Was machen Publisher, die kumuliert im Jahr mehr Umsatz machen als alle anderen Unterhaltungsindustrien (Film, Fernsehen, Musik, Literatur, Veranstaltungen...) zusammen, stattdessen? Sie zwingen uns, Rootkits zu installieren (nachdem macOS gezeigt hat, dass es auch ohne ginge) und unsere Systeme so angreifbarer zu machen. Mal ganz abgesehen von dem Scheiß, den sie damit anrichten können, externalisieren sie die Kosten für die Cheaterbekämpfung auf uns, die Spieler, die für die Spiele Geld bezahlen. Eine Branche, die dicke Klopse wie Bobby Kotick zu Multimilliardären macht, welche sich für ihre Kundschaft genauso wenig interessieren wie für die Produkte, die sie vertreiben, ist nicht in der Lage, Leute dafür zu bezahlen, dass sie Cheater bannen, ohne dafür Hintertüren in unsere Computer einzubauen.
Warum lässt man sich das überhaupt bieten, nur um ein einziges Videospiel zu spielen, das nichts zum Lebensunterhalt beiträgt oder in sonst einer Weise, objektiv betrachtet, notwendig ist? Und warum sollte die Linux-Community sich darauf einlassen, diese Hintertüren jetzt auch noch in Linux-Systeme zu implementieren bzw. dies zuzulassen, wo man sich nicht zuletzt aus Sicherheitsgründen für Linux entscheidet? Das bringt mich zu meiner ursprünglichen Aussage zurück: Wenn du willst, dass Linux so unfrei wird wie Windows und so unsicher wie Windows; dann bleib einfach bei Windows. Das Letzte, was ich sehen will, ist, wie die Errungenschaften und die Kernkompetenzen von Linux zerlegt werden, nur wegen einer Handvoll übergriffiger Publisher und deren Kundschaft, die weder fähig, noch gewillt ist, auch nur einigermaßen vernünftig Prioritäten zu setzen.
Sowohl Davinci Resolve als auch REAPER zeigen, dass man erfolgreich sein kann, ohne seine zahlende Kundschaft erst durch zwanzig brennende Reifen springen und barfuß auf Glasscherben drei Kilometer sackhüpfen zu lassen, bevor sie die bezahlte Software auch benutzen darf, und Linux daher auch kein Hindernis sein muss. Und zumindest hinter REAPER steckt eine verhältnismäßig kleine Bude, die für das, was sie bietet, fast schon unverschämt günstige Preise nimmt. Warum sind die in der Lage, ohne DRM und mit Linux-Entwicklung profitabel zu wirtschaften, und Größen wie Adobe oder AVID mit ihrer ebenso verbuggten wie teuren Software sind es nicht? Und warum ist iLok nicht imstande, seinen verschissenen Client für Linux zu adaptieren, damit man seine versilberten USB-Dongles dort verwenden kann, was wiederum eine Voraussetzung für etliche teure Audio-Plugins oder für Pro Tools ist? (Andererseits sind viele Pro-Tools-User von der Mentalität her mit Linux ähnlich inkompatibel wie Gamer™, die sich Kernel-Level-Anticheat wünschen, um Battlefield zocken zu können.)
Aber es gibt Hoffnung: Steinberg scheint den Schuss so langsam gehört zu haben, denn seit letztem Herbst sind sowohl ASIO als auch VST3 quelloffen (GPLv3 bzw. MIT-Lizenz). Das dürfte ihnen den Weg auf Linux ebnen und damit für einen Schub an Geräte- und Plugin-Unterstützung sorgen. Fehlt mir nur noch eine Möglichkeit, auf Linux in Dolby Atmos zu mischen.
Der Hersteller muss seine Software an das Betriebssystem anpassen und nicht anders herum.
Du gehst gehst ja auch nicht mit nem Tennisschläger zum Golfen und beschwerst dich, daß der Golfplatz sich anpassen soll.
Oder anders:
Manche Spiele funktionieren nicht auf Linux. Daran ist aber nicht Linux schuld. Auch die verschiedenen Linux-Versionen sind nicht schuld. Und die Linux-Community ist ebenfalls nicht schuld.
Die Schuld liegt allein bei den Spiel-Herstellern. Sie sorgen dafür, dass ihre Spiele nicht auf Linux laufen.
Wenn die Community sich weigert, die üblichen Anticheat Möglichkeiten einzubauen und eine (oder mehrere) Distros so anzupassen, das diese möglich werden - dann wird das auch nix.
Und dasselbe passiert bei der restlichen Software. Einige Programme die ich habe, erfordern spezielle Software zur Aktivierung. Selbst wenn die Software in Bottles rennt, so kriegt man die da nicht legal aktiviert. Bei Plugins dasselbe. Kannste knicken weil OS keinen Support dafür hat.
Die müssen mit dem Fakt leben, dass deren Distros auf dem Desktop für viele Nutzer als untauglich bewertet werden, weil teure Software und Spiele dort nicht laufen.
Oder anders:
Manche Spiele funktionieren nicht auf Linux. Daran ist aber nicht Linux schuld. Auch die verschiedenen Linux-Versionen sind nicht schuld. Und die Linux-Community ist ebenfalls nicht schuld.
Die Schuld liegt allein bei den Spiel-Herstellern. Sie sorgen dafür, dass ihre Spiele nicht auf Linux laufen.