Linux-Erfinder Torvalds: "Es bringt nichts, über KI-Schrott zu reden"
Linus Torvalds lehnt eine Auseinandersetzung mit KI-generierten Beiträgen innerhalb der Linux-Dokumentation strikt ab. Eine solche Debatte ist laut dem Linux-Erfinder "sinnlos".
Die Debatte rund um "KI-Schrott" hat längst auch die Linux-Welt erreicht: Seit November 2024 arbeitet laut Phoronix ein Team daran, ein klar definiertes Regelwerk für Kernel-Änderungen mittels LLM-Unterstützung aufzubauen. Auch Linus Torvalds mischt sich immer mal wieder in zugehörige Diskussionen ein: Kürzlich erklärte der Linux-Erfinder, dass "Vibe-Coding in Ordnung ist, solange es nicht für kritische Systeme verwendet wird". Nun reagiert Torvalds in einer Diskussion auf die Aussage, dass "KI nur ein weiteres Werkzeug" sei und zeigt sich dabei von einer pragmatischen Seite.
"Wer das glaubt, ist entweder naiv oder will ein Zeichen setzen"
Konkret äußerte sich in dieser Debatte zunächst der Kernel-Entwickler Lorenzo Stokes: "Zu glauben, dass KI nur ein weiteres Werkzeug ist, impliziert auch, dass der [Linux]-Kernel davon unberührt bleibt." Diese Position betrachtet Stokes als "albern" - wogegen sich Torvalds klar dagegenstellt und die Position des Kernel-Entwicklers als die alberne bezeichnet.
Es hat überhaupt keinen Sinn, über "KI-Schrott" zu reden. Das ist einfach dumm.
Warum? Weil die Leute, die solchen KI-Schrott benutzen, ihre Patches nicht entsprechend kennzeichnen werden. Das ist so offensichtlich, dass ich nicht verstehe, warum irgendjemand dieses Thema überhaupt anspricht.
Die Kennzeichnung innerhalb der Linux-Dokumentation könne laut Torvalds also nicht das grundsätzliche Problem lösen, dass KI-generierte Code-Beiträge in den Kernel fließen könnten. Stattdessen sei die Dokumentation für "gutwillige Akteure" gedacht - das Vorgaukeln einer anderen Realität sei schlicht Getue, das keinem helfen würde. Die Kernel-Dokumentation solle entsprechend nicht für die Positionierung in der Debatte zwischen KI-Befürwortern und -Skeptikern genutzt werden.
Schließlich lasse sich dieses Dilemma nicht mit einfachen Kennzeichnungen in der Dokumentation selbst lösen - wer etwas anderes glaubt, ist laut Torvalds "entweder naiv oder will ein Zeichen setzen".
Wie The Register unter Berufung auf diese Beiträge analysiert, bleiben die Formulierungen des Linux-Erfinders etwas schwammig im Kontext seiner tatsächlichen Position zum KI-Thema. Eine Sache scheint jedoch auch in der Linux-Community klar zu sein: Ein absolutes Verbot von KI-Assistenten führt nicht dazu, dass diese nicht verwendet werden - es führt nur dazu, dass sie verschwiegen werden.
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Wo man eine Überlappung zwischen kommerziellen Werken und Open-Source-Code hätte: Wenn die KI den Code am Ende 1:1 wieder ausgibt. Dann hätte sie nicht nur davon gelernt, sondern eine Kopie intern abgespeichert und eine Vervielfältigung fällt wieder unter GPL. Aber kleinskalig ist Code oft generisch, ein paar Zeilen aus Programm A können sich 1:1 in Programm B wiederfinden und sind somit nicht eindeutig einem geschützten Werk zuzuordnen, wie beispielsweise ein Absatz aus einem Buch, der dank Namen & des viel komplexeren Vokabulars der meisten Schrift- im Vergleich zu Programmiersprachen oft eindeutig wiedererkannt werden kann. Aber selbst für letztere gilt: Es gibt nur Klagen, keine Verurteilungen.
Genau, wie Du sagst, müssen diese Lizenzen auch rechtlich geachtet werden.
Aha.
Ja, jetzt wo du's sagst ...
Hab nach 3 Stunden meinen Drucker ans Laufen gekriegt. Wird wohl stimmen.
Wer will schon "sein Baby" durch random halluzinierende KI, völlig chaotisch und nicht ausreichend menschlich kontrolliert ("wird schon stimmen"), versaut kriegen?
Aber darum gehts in dem Topic hier nicht. Es geht um KI. Und die ist in jedem OS gleich. Linus möchte aus gutem Grund KI-Generierten Programmcode draußen halten. Weil eben nämlich viele faul sind und nicht ausreichend kontrollieren, was die KI da so zusammenschreibt. Das bleibt dann natürlich an Linus hängen und ich verstehe sehr gut, dass er darauf keinen Bock hat.