Linux-Erfinder Torvalds: "Es bringt nichts, über KI-Schrott zu reden"

45
News Jusuf Hatic Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Linux-Erfinder Torvalds: "Es bringt nichts, über KI-Schrott zu reden"
Quelle: perfectiongeeks.com

Linus Torvalds lehnt eine Auseinandersetzung mit KI-generierten Beiträgen innerhalb der Linux-Dokumentation strikt ab. Eine solche Debatte ist laut dem Linux-Erfinder "sinnlos".

Die Debatte rund um "KI-Schrott" hat längst auch die Linux-Welt erreicht: Seit November 2024 arbeitet laut Phoronix ein Team daran, ein klar definiertes Regelwerk für Kernel-Änderungen mittels LLM-Unterstützung aufzubauen. Auch Linus Torvalds mischt sich immer mal wieder in zugehörige Diskussionen ein: Kürzlich erklärte der Linux-Erfinder, dass "Vibe-Coding in Ordnung ist, solange es nicht für kritische Systeme verwendet wird". Nun reagiert Torvalds in einer Diskussion auf die Aussage, dass "KI nur ein weiteres Werkzeug" sei und zeigt sich dabei von einer pragmatischen Seite.

Empfohlener redaktioneller Inhalt [EMBED_URL] An dieser Stelle finden Sie externe Inhalte von [PLATTFORM]. Zum Schutz Ihrer persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn Sie dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigen: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Externe Inhalte Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

"Wer das glaubt, ist entweder naiv oder will ein Zeichen setzen"

Konkret äußerte sich in dieser Debatte zunächst der Kernel-Entwickler Lorenzo Stokes: "Zu glauben, dass KI nur ein weiteres Werkzeug ist, impliziert auch, dass der [Linux]-Kernel davon unberührt bleibt." Diese Position betrachtet Stokes als "albern" - wogegen sich Torvalds klar dagegenstellt und die Position des Kernel-Entwicklers als die alberne bezeichnet.

Es hat überhaupt keinen Sinn, über "KI-Schrott" zu reden. Das ist einfach dumm.

Warum? Weil die Leute, die solchen KI-Schrott benutzen, ihre Patches nicht entsprechend kennzeichnen werden. Das ist so offensichtlich, dass ich nicht verstehe, warum irgendjemand dieses Thema überhaupt anspricht.

Die Kennzeichnung innerhalb der Linux-Dokumentation könne laut Torvalds also nicht das grundsätzliche Problem lösen, dass KI-generierte Code-Beiträge in den Kernel fließen könnten. Stattdessen sei die Dokumentation für "gutwillige Akteure" gedacht - das Vorgaukeln einer anderen Realität sei schlicht Getue, das keinem helfen würde. Die Kernel-Dokumentation solle entsprechend nicht für die Positionierung in der Debatte zwischen KI-Befürwortern und -Skeptikern genutzt werden.

Schließlich lasse sich dieses Dilemma nicht mit einfachen Kennzeichnungen in der Dokumentation selbst lösen - wer etwas anderes glaubt, ist laut Torvalds "entweder naiv oder will ein Zeichen setzen".

Wie The Register unter Berufung auf diese Beiträge analysiert, bleiben die Formulierungen des Linux-Erfinders etwas schwammig im Kontext seiner tatsächlichen Position zum KI-Thema. Eine Sache scheint jedoch auch in der Linux-Community klar zu sein: Ein absolutes Verbot von KI-Assistenten führt nicht dazu, dass diese nicht verwendet werden - es führt nur dazu, dass sie verschwiegen werden.

Wie stehen Sie zum Einsatz von KI-Tools für Code-Beiträge? Nutzen Sie die Kommentarfunktion und teilen Sie uns Ihre Meinung mit. Zum Kommentieren müssten Sie eingeloggt sein. Sollten Sie noch keinen Account haben, könnten Sie über eine Registrierung nachdenken, die viele Vorteile mit sich bringt. Beachten Sie beim Kommentieren bitte die gültigen Forenregeln. Folgen Sie uns außerdem für Neuigkeiten in der Hardware-Welt oder unsere exklusiven Inhalte gern auf Whatsapp und X. Unsere Video-Inhalte (oftmals gewürzt mit einer Prise Humor) finden Sie bei Youtube, Instagram und Tiktok.

45
    • Kommentare (45)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Die Anforderungen der meisten Open-Source-Lizenzen inklusive GPL betreffen nur Kopien oder Weiterentwicklungen, die Teile des Codes verwenden. Das dürfte bei trainierten KIs nicht der Fall sein. Diese arbeiten nicht mit dem lizenzierten Code, sondern sie lernen davon. Etwas zu Lernzwecken zu benutzen ist aber eher eine Verwendung und "benutzen" wird unter GPL vollkommen freigestellt. Bei kommerziellen Werken ist das unüblich, die Lizenzierung erfolgt oft zweckgebunden (wer z.B. Nutzungsrechte an einem Foto für seine Webseite erwirbt, darf keine Poster mit dem Motiv verkaufen) und in jedem Fall nutzergebunden. Trotzdem wurden die KI-Betreiber bislang nicht für die Verwertung von online geklautem Material verurteilt.

        Wo man eine Überlappung zwischen kommerziellen Werken und Open-Source-Code hätte: Wenn die KI den Code am Ende 1:1 wieder ausgibt. Dann hätte sie nicht nur davon gelernt, sondern eine Kopie intern abgespeichert und eine Vervielfältigung fällt wieder unter GPL. Aber kleinskalig ist Code oft generisch, ein paar Zeilen aus Programm A können sich 1:1 in Programm B wiederfinden und sind somit nicht eindeutig einem geschützten Werk zuzuordnen, wie beispielsweise ein Absatz aus einem Buch, der dank Namen & des viel komplexeren Vokabulars der meisten Schrift- im Vergleich zu Programmiersprachen oft eindeutig wiedererkannt werden kann. Aber selbst für letztere gilt: Es gibt nur Klagen, keine Verurteilungen.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Die Anforderungen der meisten Open-Source-Lizenzen inklusive GPL betreffen nur Kopien oder Weiterentwicklungen, die Teile des Codes verwenden. Das dürfte bei trainierten KIs nicht der Fall sein. Diese arbeiten nicht mit dem lizenzierten Code, sondern sie lernen davon. Etwas zu Lernzwecken zu benutzen ist aber eher eine Verwendung und "benutzen" wird unter GPL vollkommen freigestellt. Bei kommerziellen Werken ist das unüblich, die Lizenzierung erfolgt oft zweckgebunden (wer z.B. Nutzungsrechte an einem Foto für seine Webseite erwirbt, darf keine Poster mit dem Motiv verkaufen) und in jedem Fall nutzergebunden. Trotzdem wurden die KI-Betreiber bislang nicht für die Verwertung von online geklautem Material verurteilt.

        Wo man eine Überlappung zwischen kommerziellen Werken und Open-Source-Code hätte: Wenn die KI den Code am Ende 1:1 wieder ausgibt. Dann hätte sie nicht nur davon gelernt, sondern eine Kopie intern abgespeichert und eine Vervielfältigung fällt wieder unter GPL. Aber kleinskalig ist Code oft generisch, ein paar Zeilen aus Programm A können sich 1:1 in Programm B wiederfinden und sind somit nicht eindeutig einem geschützten Werk zuzuordnen, wie beispielsweise ein Absatz aus einem Buch, der dank Namen & des viel komplexeren Vokabulars der meisten Schrift- im Vergleich zu Programmiersprachen oft eindeutig wiedererkannt werden kann. Aber selbst für letztere gilt: Es gibt nur Klagen, keine Verurteilungen.
      • Von G4mest3r BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Olstyle
        Ein großer Teil ja, aber die GPL wie sie der Linux Kernel nutzt ist Copy Left, da müsste ein darauf trainiertes Modell eigentlich auch unter GPL gestellt werden.
        Auch Open-Source-Lizenzen, sind Lizenzen. So gesehen steht das Meiste unter Lizenz.
        Genau, wie Du sagst, müssen diese Lizenzen auch rechtlich geachtet werden.
      • Von Olstyle Trockeneisprofi (m/w)
        Zitat von PCGH_Torsten
        Ein relativ großer Teil des Open-Source-Codes steht tatsächlich unter Lizenzen, die eine beliebige Verwendung erlauben und aktuell kämpfen schon die Anbieter von streng urheberrechtlich geschütztem Closed Content vor Gericht darum, dass ihre Texte/Bilder/Videos für die Verwendung als Trainingsmaterial geklaut werden, ohne einen Cent zu zahlen.
        Ein großer Teil ja, aber die GPL wie sie der Linux Kernel nutzt ist Copy Left, da müsste ein darauf trainiertes Modell eigentlich auch unter GPL gestellt werden.
      • Von ChrisMK72 Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von G4mest3r
        Moooment ... DU bist ja auch n' Tier
        Ähm ...
        Aha.

        Ja, jetzt wo du's sagst ...
        Hab nach 3 Stunden meinen Drucker ans Laufen gekriegt. Wird wohl stimmen.

        Zitat von Waylinkin
        Linus möchte aus gutem Grund KI-Generierten Programmcode draußen halten. Weil eben nämlich viele faul sind und nicht ausreichend kontrollieren, was die KI da so zusammenschreibt. Das bleibt dann natürlich an Linus hängen und ich verstehe sehr gut, dass er darauf keinen Bock hat.
        Ja, das kann ich auch sehr gut nachvollziehen.

        Wer will schon "sein Baby" durch random halluzinierende KI, völlig chaotisch und nicht ausreichend menschlich kontrolliert ("wird schon stimmen"), versaut kriegen?
      • Von Waylinkin Software-Overclocker(in)
        Egal welches OS man nimmt, sie haben alle ihre Stärken und Schwächen. Ich hatte mit Linux schon viel Ärger, ich hatte aber auch mit Windows schon viel Ärger. Wenn ein Mensch klug ist, schaut er was er will und braucht, und was er nicht will. Dann kann er eine Entscheidung treffen.
        Aber darum gehts in dem Topic hier nicht. Es geht um KI. Und die ist in jedem OS gleich. Linus möchte aus gutem Grund KI-Generierten Programmcode draußen halten. Weil eben nämlich viele faul sind und nicht ausreichend kontrollieren, was die KI da so zusammenschreibt. Das bleibt dann natürlich an Linus hängen und ich verstehe sehr gut, dass er darauf keinen Bock hat.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 08/2026 PC Games 07/2026 play5 08/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk