Azure Linux 4.0: Microsofts eigene Distribution als Download

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Azure Linux 4.0: Microsofts eigene Distribution als Download
Quelle: Microsoft / Montage: Sven Bauduin

Microsoft hat seine hauseigene Distribution Azure Linux 4.0 erstmals als ISO für jedermann zum Download freigegeben. Ein Desktop-Betriebssystem ist der Fedora-Ableger aber nicht: Das System zielt auf Server und Container in der Azure-Cloud.

Microsoft hat seine für die eigene Cloud-Infrastruktur entwickelte Linux-Distribution Azure Linux 4.0 ("Four") erstmals als frei verfügbares ISO-Systemabbild veröffentlicht und holt das bislang fest in der Azure-Cloud verankerte Betriebssystem auf lokale Systeme. Adressiert werden dennoch insbesondere Server und Container.

Azure Linux 4.0 ('Four') steht ab sofort für jedermann als ISO-Systemabbild zum Download bereit. Quelle: Microsoft Azure Linux 4.0 ("Four") steht ab sofort für jedermann als ISO-Systemabbild zum Download bereit. Während ein Microsoft-Ingenieur mit AnduinOS 2.0 an einer Linux-Distribution für den Umstieg von Windows auf das offene Betriebssystem arbeitet, adressiert der Konzern aus Redmond mit Azure Linux 4.0 ein gänzlich anderes Publikum: Administratoren, Entwickler und die hauseigene Azure-Cloud.

Wer sich selbst ein Bild machen möchte, benötigt lediglich eine virtuelle Maschine unter Hyper-V oder QEMU/KVM sowie rund ein GiB für den Download. Was Anwender dabei erwartet und was ausdrücklich nicht, zeigt der Blick auf die Details.

Azure Linux 4.0 als ISO: Microsofts Fedora-Distribution im Detail

Azure Linux startete 2019 unter dem Namen CBL-Mariner ("Common Base Linux Mariner") als internes Microsoft-Projekt für die eigene Cloud-Infrastruktur. Das System trägt seit 2022 Produktivlasten wie den Azure Kubernetes Service, Azure SQL und Cosmos DB, im März 2024 folgte die Umbenennung in Azure Linux.

Auch LinkedIn migrierte seine komplette Infrastruktur auf die Distribution, Databricks verlagerte nach eigenen Angaben mehr als 100.000 virtuelle Maschinen darauf. Mit der neuesten Version 4.0 stellt Microsoft die Basis grundlegend um.

Statt wie bisher jedes Paket in Eigenregie zu pflegen, baut die Distribution nun als Satz deklarativer Overlays auf einem Snapshot von Fedora 43 auf. Jede Abweichung vom Upstream dokumentiert der Konzern in der öffentlichen GitHub-Repository. Der hauseigene, abgespeckte Paketmanager tdnf weicht zudem dnf5, wie ihn auch beispielsweise Fedora und Red Hat Enterprise Linux ("RHEL") einsetzen.

Azure Linux: Kernel 6.18 LTS und Post-Quanten-Kryptografie

Azure Linux 4.0 basiert Linux 6.18 LTS und bringt Unterstützung für Post-Quanten-Kryptografie mit, während SELinux ab Werk im Enforcing-Modus läuft. Eine grafische Benutzerberfläche, ein Audio-Stack oder gar ein Desktop-Umgebung fehlen indes vollständig; selbst ein Pager wie less gehört nicht zum Basisumfang.

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Die Genügsamkeit ist Konzept: Der Preview-Download misst rund 1 GB, die Installation belegt 1,1 GB auf dem Datenträger und begnügt sich mit 359 MiB Arbeitsspeicher. Ein kleinerer Paketumfang bedeutet eine kleinere Angriffsfläche und weniger monatliche Sicherheitspatches. Parallel pflegt Microsoft mit dem Azure Container Linux eine unveränderliche Schwester-Distribution, die als reines Container-Host-System konzipiert wurde und damit den Azure Kubernetes Service adressiert.

ISO-Download: Azure Linux 4.0 in der lokalen VM ausprobieren

Die ISO-Abbilder für x86-64 und ARM64 finden sich auf GitHub nicht unter "Releases", sondern etwas versteckt im Abschnitt "ISO Installer" der Projektbeschreibung. Die Installation übernimmt der textbasierte Anaconda-Installer.

Secure Boot muss in der VM-Firmware derzeit noch deaktiviert werden, da die Vorschau-Abbilder bislang nicht offiziell signiert sind. Nach dem ersten Start landet der Anwender direkt auf einer Bash-Konsole.

Microsoft stuft Azure Linux 4.0 nach wie vor als Public Preview ein und gibt das System ausdrücklich nicht für den Produktiveinsatz frei. Offiziell unterstützt wird ohnehin nur der Betrieb in der Azure-Cloud, die Unterstützung für die ISO-Variante erfolgt über die Community auf GitHub. Die allgemeine Verfügbarkeit ist noch im späteren Verlauf des Jahres 2026 vorgesehen, wie Microsoft bestätigt hat.

Häufige Fragen zu Azure Linux 4.0

Ist Azure Linux 4.0 ein Desktop-Betriebssystem?

Nein, Azure Linux 4.0 ist eine reine Server- und Container-Distribution ohne grafische Oberfläche. Als Ersatz für Ubuntu, Fedora oder Windows auf dem Desktop-PC ist das System weder gedacht noch geeignet.

Was kostet Azure Linux 4.0?

Azure Linux 4.0 ist kostenlos und quelloffen. Microsoft pflegt die Distribution vollständig selbst und stellt Quellcode wie ISO-Abbilder frei auf GitHub bereit.

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Quelle: Microsoft Tech Community via The Register

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    • Kommentare (5)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Andreas1975 Volt-Modder(in)
        Zitat von _Oskar_
        Stimmt, da Azure Linux auf systemd setzt, gilt für mich persönlich = Nein danke.
        Immer diese Typen mit der reinen Lehre!
      • Von Andreas1975 Volt-Modder(in)
        Zitat von _Oskar_
        Stimmt, da Azure Linux auf systemd setzt, gilt für mich persönlich = Nein danke.
        Immer diese Typen mit der reinen Lehre!
      • Von _Oskar_ Software-Overclocker(in)
        Zitat von joecnstr
        Das schöne an Standards ist doch, dass es so viele gibt, dass sich jeder seinen eigenen aussuchen kann
        Stimmt, da Azure Linux auf systemd setzt, gilt für mich persönlich = Nein danke.
      • Von joecnstr Freizeitschrauber(in)
        Zitat von Tekkla
        Die sollen Windows zu einem Desktop neben KDE und Co. machen und dann den Windows Unterbau als deprecated deklarieren. Die frei werdenden Ressourcen steckt man dann noch mehr in die Entwicklung von OSS. Damit hätten wir dann die Standarisierung, die hier einige Spezies immer wieder fordern.
        Das schöne an Standards ist doch, dass es so viele gibt, dass sich jeder seinen eigenen aussuchen kann
      • Von Tekkla Volt-Modder(in)
        Zitat von EM_EN
        Der nächste Schritt wäre ein Desktop System und wäre strategisch clever
        Die sollen Windows zu einem Desktop neben KDE und Co. machen und dann den Windows Unterbau als deprecated deklarieren. Die frei werdenden Ressourcen steckt man dann noch mehr in die Entwicklung von OSS. Damit hätten wir dann die Standarisierung, die hier einige Spezies immer wieder fordern.
      • Von EM_EN Software-Overclocker(in)
        Der nächste Schritt wäre ein Desktop System und wäre strategisch clever, damit könnte man auch ein paar Linux Jünger abfangen.
        Name: Winlux, Linuw, Willi oder so. Mal sehen ob sie dann ein BSOD mitbringen und wie es dann heißt.
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