Gnome 51: Alpha-Version zeigt die Zukunft des Linux-Desktops
Das Gnome-Projekt hat mit Gnome 51 die erste Alpha-Version seines kommenden Linux-Desktops freigegeben und gewährt damit einen frühen Blick auf das für September geplante Release. Die Alpha dient dem Testen, nicht dem Produktiveinsatz.
Rund vier Monate nach der finalen Veröffentlichung von Gnome 50 ("Tokyo") hat das Gnome-Projekt die Arbeit an der nächsten Desktop-Generation eingeläutet. Die erste Vorabversion Gnome 51 Alpha bündelt den neuesten Entwicklungsstand und lässt sich über Gnome OS risikolos in einer virtuellen Maschine ("VM") ausprobieren.
Gnome 51 Alpha: Was der kommende Linux-Desktop mitbringt
Wer Genome 51 Alpha selbst einmal begutachten möchte, lädt am einfachsten das neuesten Systemabbild (ISO) von Gnome OS herunter und startet es in Gnome Boxes, der hauseigenen Virtualisierungsumgebung von Gnome, oder einer der bekannten Virtualisierungsprogramme wie VirtualBox. Auch lässt sich ein Speichermedium mit dem Image beschreiben und danach booten.
Quelle: Gnome
Einen einzelnen Aufhänger sucht man in Gnome 51 vergebens. Die Alpha verteilt ihre Verbesserungen über nahezu alle Komponenten und poliert den Linux-Desktop an vielen kleinen Stellen, statt eine große Neuerung in den Vordergrund zu stellen.
Das finale Release ist laut Zeitplan des Projekts für September 2026 vorgesehen; die Alpha bildet den Auftakt der 51er-Serie.
Neuerungen bei den Gnome-Apps und Systemeinstellungen
Der Dateimanager Nautilus lädt Ansichten unter Gnome 51 schneller neu, und der Bildbetrachter Loupe liest erstmals erweiterte Metadaten wie z.B. Urheber, Rechteinhaber, Copyright, Objektiv und genutzte Software aus.
In den Systemeinstellungen sortiert das Projekt die Informationsseite zu Soft- und Hardware komplett neu und ergänzt ein Widget für QR-Codes, über das sich die WLAN-Zugänge schnell und unkompliziert mit anderen teilen lassen.
Das Touchpad lässt sich künftig automatisch abschalten, sobald eine Maus angeschlossen ist. Der Webbrowser Epiphany kopiert die aktuelle Seiten-URL nun per Tastenkürzel, der Kalender rendert seine Inhalte schneller, und Gnome Maps hält erstmals Kartenmaterial für die Offline-Nutzung vor.
Gnome 51 modernisiert Screencasting und Remote-Desktop
Beim Screencasting führt Gnome Shell in Version 51 eine Ratensteuerung für den H.264-Codec per VA-API ein, was Aufnahmen effizienter und ressourcenschonender macht. Der integrierte Remote-Desktop nutzt die Hardwarebeschleunigung nun auch mit dem AMD-Grafiktreiber, nachdem diese zuvor blockiert war.
Auf der Wayland-Seite unterstützt Gnome Shell die zweite Fassung des Protokolls text_input_v3, das Eingabemethoden betrifft, während das GTK-Toolkit an mehr Stellen die Einstellung für reduzierte Bewegungen berücksichtigt und dort dementsprechend auf Animationen verzichtet.
Die Dateivorschau Sushi wechselte auf GTK4, und der Compositor Mutter erhält gleich mehrere Optimierungen und Fehlerkorrekturen.
Wann Gnome 51 auf dem eigenen Rechner landet
Gnome 51 erreicht die breite Nutzerbasis erst, sobald die großen Distributionen die stabile Version übernehmen. Vorgesehen ist die finale Fassung laut Roadmap für den September 2026, also gut ein halbes Jahr nach Gnome 50. Den neuen Linux-Desktop dürften anschließend Fedora Workstation 45 im Herbst und das Ubuntu 26.10 mitbringen, welches auf das aktuelle Ubuntu 26.04 LTS folgen wird.
Distributionen nach dem Prinzip Rolling Release, etwa Arch Linux und CachyOS, übernehmen die Pakete erfahrungsgemäß kurz nach der Freigabe.
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Quelle: Gnome via Phoronix

Aber HDR gibt es doch in GNOME übrigens?