GE-Proton 11-3: OptiScaler-Integration, FSR 4 und Haptik für den DualSense
GE-Proton 11-2 und der Hotfix 11-3 sind erschienen. Das Doppel-Release verankert OptiScaler fest in der Kompatibilitätsschicht, erlaubt die Auswahl bei FSR 4 und bringt Haptik für DualShock 4 sowie DualSense.
Thomas ("GloriousEggroll") Crider hat am 25. Juli 2026 gleich zwei neue Ausgaben seiner Proton-Abwandlung veröffentlicht. GE-Proton 11-2 ist das mit großem Abstand umfangreichste Release seit dem Rebase auf Proton 11 im Juni, GE-Proton 11-3 folgte nur wenige Stunden später und beschränkt sich dabei auf exakt drei Korrekturen.
GE-Proton 11-2 und 11-3: Zwei Releases an einem Tag
Wer den Fork bereits einsetzt, greift direkt zur 11-3: Sie enthält sämtliche Neuerungen der 11-2 und behebt zusätzlich einen Fehler, durch den das virtuelle Desktop-Gerät von Steam bei aktiviertem Wine-Wayland weiterhin im Spiel erkannt wurde. Die Folge waren falsche Belegungen und doppelte Eingaben am Controller.
Der Hotfix 11-3 räumt drei Baustellen ab
Nur eine der drei Korrekturen in GE-Proton 11-3 betrifft Spieler am Schreibtisch, die beiden anderen sind reine Baufehler auf AArch64. Crider stellt in den Release Notes klar, dass das Steam-Overlay unter Wine-Wayland nie funktioniert hat und damit auch Steam Input ausfällt, weil die Profilzuweisung das Overlay voraussetzt.
Neu ist lediglich, dass das globale Desktop-Profil nicht mehr dazwischenfunkt und der Controller sich so verhält, wie es natives Wine erwartet. Bei einer Deaktivierung von Wine-Wayland trat das Problem ohnehin nicht auf.
Die beiden übrigen Fixes betreffen die Arm64-Baukette: Der Patch zur Entkopplung von WineOpenXR, welcher VR-Spiele auch außerhalb von Steam ermöglicht, ließ sich auf AArch64 nicht übersetzen. Gleiches galt für die neuen Nvidia-Bibliotheken, die sich ausschließlich für x86_64 bauen lassen und auf AArch64 jetzt deaktiviert sind.
OptiScaler wandert fest in GE-Proton
Download, Injektion und die Anbindung an die Protonfixes laufen in GE-Proton 11-2 erstmals in einem Zug ab, statt wie in 11-1 über den Schalter PROTON_USE_OPTISCALER=1 zugeschaltet zu werden. Dazu kommt eine Versionsauswahl für FSR 4 respektive FFX4 sowie eine aktualisierte Unterstützung der AMD-Scaler über die neuere Patchserie von EM 11.
Damit zieht der Fork bei einem Thema nach, welches Proton-CachyOS seit Mai besetzt hält: Die CachyOS-Entwickler hatte die OptiScaler-Parameter bereits mit der Version 11.0-20260506 eingeführt, im Juni den Umweg über DLSS-Bibliotheken automatisiert und Anfang Juli FSR 4.1.1 ganz ohne Startoption freigeschaltet.
Für Besitzer von Radeon-Grafikkarten bedeutet die Integration in GE-Proton konkret: FSR 4 lässt sich auch in Spielen erzwingen, die ausschließlich DLSS oder eine ältere FSR-Generation anbieten, ohne dass OptiScaler von Hand ins Spielverzeichnis kopiert werden muss. Das vereinfacht die Nutzung von FSR 4 noch einmal deutlich.
GE-Proton 11-2 bringt mit NVAPI, CUDA, NVENC, NVML und OptiX fünf Kompatibilitätsbibliotheken mit, die zuvor nicht Teil des Builds waren. Ergänzt werden sie um mehrere Vulkan-Layer samt korrigierter Submodul-Verweise. Genau diese Ergänzung ist der Grund für den Hotfix: Die Bibliotheken lassen sich nur für x86_64 übersetzen und ließen den Arm64-Build scheitern.
DualSense und DualShock 4: Haptik jetzt per USB-Kabel
Kabelgebundene USB-Haptik unterstützt der Fork erstmals für DualShock 4, DualSense und DualSense Edge, getestet und bestätigt hat Crider das in Stellar Blade und Spider-Man Remastered.
Hinzu kommen die Audioausgabe über den Mono-Lautsprecher des Controllers und eine Pulseaudio-Weiche, welche den Ton auf das korrekte Lautsprecherprofil der Sony-Eingabegeräte legt.
Aufgeräumt wurde außerdem beim Hotplug: Das Wechseln zwischen DualShock 4, DualSense und DualSense Edge im laufenden Betrieb funktioniert ebenso wie die Tonausgabe nach wiederholtem Ab- und Anstecken.
Technisch setzt Crider dafür auf frisch registrierte Endpunkte, stabile Endpunkt-Kennungen und eine Filterung doppelter Udev-Geräte. Die Implementierung steht nun einheitlich auf Pulseaudio, statt ALSA-Endpunkte direkt freizulegen.
Videowiedergabe: HLS-Streams und ein Dutzend Spielekorrekturen
Der Medien-Stack aus FFmpeg und Winedmo sitzt in GE-Proton 11-2 auf einer neueren Wine-Basis und verarbeitet erstmals entfernte HLS-Adressen. Verbessert wurden zudem Zustandswechsel der Mediensitzung, Spulen, Wiederholung, Stream-Ende und Formatwechsel des Decoders.
Profitieren sollen davon VRChat mit HLS- und Youtube-Wiedergabe inklusive Warteschlange, GTA San Andreas mit zuvor schwarzen MPEG-Videos und korrigierter Synchronisation, Yakuza 5 Remastered mit Abstürzen beim Startvideo sowie Dragon's Dogma 2 und Riddle Joker mit grünen Rändern im Videobild. Cyberpunk 2077 bekommt kürzere Audioverzögerungen.
Crider weist allerdings selbst darauf hin, dass ihm für einen gründlichen Regressionstest der Videowiedergabe die Zeit fehlte. Wer auf Videosequenzen angewiesen ist, sollte die Vorgängerversion daher vorerst behalten.
Diablo 4 und Marvel Rivals: Upstream-Fixes im Fork
Aus dem offiziellen Proton übernimmt GE-Proton 11-2 die Korrekturen für Diablo 4 und Marvel Rivals, die Valve zuvor über den Proton Hotfix und den am 23. Juli 2026 veröffentlichten Release Candidate von Proton 11.0-2 ausgeliefert hatte.
Diablo 4 war mit dem Patch zu Season 14 unter Linux und SteamOS nicht mehr startbar. Der Fork setzt damit auf dem seit Anfang Juli finalen Proton 11 auf.
Star Citizen erhält seine Vulkan-Anbindung über WineOpenXR und die externe VR-Unterstützung zurück. Battle.net und Warframe starten mit einer angepassten Behandlung von --in-process-gpu unter den Wayland-Startern, der weiße Bildschirm des Blizzard-Clients unter Wine-Wayland ist ebenfalls erledigt. Hinzu kommen Korrekturen für Killing Floor 3, MapleStory und den Installer von Gears 2 Hollow.
Unterbau: Wine, DXVK, VKD3D-Proton und FEX aktualisiert
Sämtliche Übersetzungsschichten liegen in GE-Proton 11-2 auf neuem Stand: DXVK, DXVK-NVAPI, VKD3D-Proton, D7VK, die Vulkan-Header und FEX für x86-Anwendungen auf Arm64-Systemen unter Linux. Wine selbst wurde auf frischere Bleeding-Edge-Revisionen gehoben, der EM-11-Patchsatz für Wine-Wayland neu aufgesetzt.
Dessen Verbesserungen betreffen geschichtete Fenster, fraktionale Skalierung, Zeigersprünge, Tastaturbelegungen, IME-Eingaben, exklusiven Vollbildmodus, Monitorzuordnung und die Wiederherstellung von Fenstern.
So kommt GE-Proton 11-3 auf das System
Der Download liegt in getrennten Archiven für x86_64 und AArch64 vor, deren Auswahlskripte Crider mit diesem Release ebenfalls korrigiert hat. Wer manuell arbeitet, entpackt das Archiv nach ~/.steam/root/compatibilitytools.d/ und startet den Steam-Client neu. Deutlich bequemer geht es mit Verwaltungswerkzeugen wie ProtonPlus oder ProtonUp-Qt, die auch Heroic Games Launcher, Lutris und Bottles bedienen.
Eine Einschränkung bleibt: Für Steam-Titel mit direkter Unterstützung ist Valves offizielles Proton weiterhin die bessere Wahl, weil es den Support-Pfad offen hält. Seine Stärken spielt GE-Proton außerhalb von Steam aus, etwa bei Spielen aus dem Epic Games Store oder von GOG. Das gilt auch für Besitzer der Steam Machine, auf der SteamOS 3.8 mit dem regulären Proton ausgeliefert wird.
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Quellen: GE-Proton 11-3 auf GitHub via GamingOnLinux
