Deepin 25: Chinas neues Vorzeige-Betriebssystem ausprobieren
Deepin, die populärste Linux-Distribution Chinas, basiert auf Debian und erhält in der neuesten Version 25 neben dem bereits etablierten hauseigenen Desktop, dem Deepin Desktop Environment, eine eigene KI und verbesserte atomare Updates.
Deepin, die populärste Linux-Distribution Chinas, basiert auf Debian GNU/Linux und erhält in der neuesten Version 25 neben dem bereits etablierten hauseigenen Desktop, dem Deepin Desktop Environment ("DDE"), ihr eigenes Paketformat sowie atomare Updates und einen eigenen unabhängigen Upstream. Die Linux-Distribution ist zwischenzeitlich so erfolgreich, dass selbst das ministerielle staatliche Betriebssystem Unity Operating System ("UOS") darauf basiert.
Quelle: Deepin
Deepin 25 (2)
Auch in dem auf dem Interesse, gemessen an der Anzahl der Seitenaufrufe, basierenden Ranking der bekannten Website DistroWatch, welche mittlerweile mehr als 270 Linux-Distributionen auflistet, platziert sich das Vorzeige-Betriebssystem der Volksrepublik China zwischenzeitlich bereits auf dem 32. Platz und die Tendenz ist nach wie vor weiter steigend. Doch was steckt eigentlich in Deepin 25? Wir schauen uns dieses Derivat von Debian GNU/Linux einmal im Detail an.
Hinweis: Mit Deepin 25 Alpha ist jetzt die erste öffentliche Testversion der neuen Distribution erschienen, welche als auf AMD64 optimiertes Systemabbild ("Image") für jedermann zum Download (.ISO) bereitsteht.
Als Benutzeroberfläche kommt die neueste Version des ursprünglich auf WebKit und HTML5 basierenden hauseigenen Deepin Desktop Environment ("DDE") zum Einsatz, welches schon 2015 auf Qt 5 portiert worden ist und auch anderen Distributionen zugänglich gemacht wird. Der Desktop ist sehr modern gehalten und weiß mit konsistentem Design zu gefallen. Auch die starke Anpassbarkeit und der konfigurierbare Launcher stehen KDE Plasma und Gnome bei den Konfigurationsmöglichkeiten und Features in nichts nach.
Quelle: Deepin
Deepin 25, welches bereits 2022 offiziell angekündigt worden ist und damit für eine Linux-Distribution eine vergleichsweise lange Entwicklungsphase hinter sich hat, bietet jetzt auch erstmals eine optional "schwebende" Taskleiste an und ist hinsichtlich seiner Bedienbarkeit auf dem Niveau westlicher Systeme.
Quelle: Deepin
Neben weiteren funktionalen und dekorativen Optimierungen am hauseigenen Desktop wird mit Deepin 25 Alpha auch der neue App Store "Linyaps" eingeführt, welcher mittlerweile mehr als 3.000 kuratierte Anwendungen bereitstellt und die automatische Konvertierung von DEB-, AppImage- und Flatpak-Paketen in das hauseigene Linyaps-Paketformat unterstützt. Auch die eigene grafische Installationsroutine, der Browser und die KI wurden verbessert.
Ein weiterer äußerst interessanter Aspekt von Deepin 25, welches jetzt in einer ersten Vorschau erschienen ist und werkseitig den Betriebssystemkernel Linux 6.12.9 nutzt, sind die Technologie-Partnerschaften, welche die Entwickler eingegangen sind und die neben den Optimierungen für Intel Core Ultra und KI-Workflows jetzt auch die neuesten China-CPUs von Loongson sowie RISC-V-Systeme unterstützen. Im Mittelpunkt stehen zudem die mit Deepin 23 eingeführten KI-Features des Betriebssystems, welche dem Copilot von Microsoft ähnlich sind.
Das freie Betriebssystem kommt zudem mit hauseigenen Apps, deren Anzahl sich mittlerweile auf mehr als 50 beläuft. Dazu gehört der Deepin Browser und der Deepin Mail-Client, der Deepin System Monitor und das Deepin Terminal sowie das neue und auf FFmpeg basierende Deepin Movie. Die systemeigenen Anwendungen erhöhen außerdem noch einmal die Konsistenz durch ein einheitliches UX-Design. Auch Künstliche Intelligenz steht im Fokus und so hat Deepin 25 seinen eigenen Assistenten mit Large Language Model ("LLM") à la Copilot mit an Bord.
Der hauseigene Upstream soll das Betriebssystem unabhängiger machen, während Software zukünftig über neue Repositorien im selbst entwickelten Paketformat "Linyaps" ausgeliefert wird. Das hauseigene Paketformat soll dabei helfen, Kompatibilitätsprobleme zu lösen, die durch komplexe Abhängigkeiten althergebrachter Formate wie DEB und RPM verursacht werden.
Einfach und sicher als Live-System ausprobieren
Mit einem geeigneten Tool wie Ventoy oder Rufus lässt sich das rund 6 Gigabyte große Systemabbild des neuen Deepin 25 Alpha auf ein USB-Speichermedium schreiben und testen. Auf Wunsch lässt sich die Linux-Distribution anschließend mit einer komfortablen grafischen Installationsroutine auf einer SSD installieren.
Weitere Informationen liefern die offiziellen Release Notes zu Deepin 25 Preview. Die Entwickler stellen sämtliche Features der Distribution in einer ausführlichen Vorstellungstour vor.
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Quelle: Deepin


Ich kann mich noch an das hysterische Geschrei erinnern, wenn die achso bösen Facebook und Microsoft User ausspionieren und Daten sammeln. Aber wenn es die Chinesen und Russen tun ist es ja nicht so schlimm.
Falls Du mich damit meintest, da kann ich Dich beruhigen. Freund bin ich keinesfalls. Im Gegenteil.
Meine Wahrnehmung ist aber eine andere. Es gibt mehr Menschen, die Datenschutzmängel hinnehmen und relativieren. Die Nutzung von Microsoft, Facebook, Amazon usw. ist ja weitestgehend normalisiert - leider.
Geht es bei der Diskussion tatsächlich um Datenschutz und dann (recht) egal gegenüber welchen Geheimdiensten und Unternehmen oder geht es nur um das Äußern von Vorbehalten, Ängsten o.ä. gegenüber nichtwestlichen Ländern und Unternehmen sowie um das Vortragen von Westzentrismus (d.h ähnlich dem Eurozentrismus, eine Perspektive einnehmen, in dem der Westen das unhinterfragte Zentrum bildet, von dem mensch aus anderes betrachtet und bewertet - und eventuell mit zweierlei Maß misst. In diesem Falle eine Distro aus China ablehnt/verurteilt, während mensch bspw. Post-Prism Windows von Micorosoft nutzt).
Ich kann mich noch an das hysterische Geschrei erinnern, wenn die achso bösen Facebook und Microsoft User ausspionieren und Daten sammeln. Aber wenn es die Chinesen und Russen tun ist es ja nicht so schlimm.
Ich würde auch liebend gerne mein Handy "degooglen", aber leider laufen da weder GrapheneOS noch LineageOS drauf. Und schon wieder ein neues kaufen, obwohl es erst zwei Jahre alt ist? Nö. Ich bin kein Geldscheißer.
Um Googlemaps komme ich persönlich gut herum. Nutze Openstreetmap oder besondere APPs beim Bewegen durch die Natur.
Ja, beim Kauf muss mensch den Aspekt mit bedenken, dass es nachträglich zu entgooglen ist (hatte mir mal ein gebrauchtes gekauft und ein paar Jahre genutzt, ehe die Unterstützung wegfiel) oder bereits eines mit entgoogleten Betriebssystem kaufen. Letzteres gibt es mittlerweile ja auch zum Glück.
Allgemeine Info: Mit etwas Glück gibt es Vorort Initiativen, die helfen können, Smartphones zu entgooglen. Hier z.B.:
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Um mal den Bogen zurückzuschlagen - wegen Datenschutz kann mensch einiges mehr machen, als nur auf eine Distro aus China zu verzichten ...
Alternativen gibt es ja - z.B. degoogled Android-Alternativen für Smartphones wie GrapheneOS oder LineageOS ... oder für PCs Linux (von ein paar Foristen weiß ich es ja von dem, was sie hier so schreiben) oder BSD ... Ach, und wie war das noch mit "Smart-TVs" ...
Ich würde auch liebend gerne mein Handy "degooglen", aber leider laufen da weder GrapheneOS noch LineageOS drauf. Und schon wieder ein neues kaufen, obwohl es erst zwei Jahre alt ist? Nö. Ich bin kein Geldscheißer.
Deswegen keine Software von denen und auch keine Hardware.
Geht es bei der Diskussion tatsächlich um Datenschutz und dann (recht) egal gegenüber welchen Geheimdiensten und Unternehmen oder geht es nur um das Äußern von Vorbehalten, Ängsten o.ä. gegenüber nichtwestlichen Ländern und Unternehmen sowie um das Vortragen von Westzentrismus (d.h ähnlich dem Eurozentrismus, eine Perspektive einnehmen, in dem der Westen das unhinterfragte Zentrum bildet, von dem mensch aus anderes betrachtet und bewertet - und eventuell mit zweierlei Maß misst. In diesem Falle eine Distro aus China ablehnt/verurteilt, während mensch bspw. Post-Prism Windows von Micorosoft nutzt).