PCGH antwortet: Warum lassen sich High-End-Wärmeleitpasten schwerer auftragen?
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Hochwertigere Wärmeleitpasten bieten eine höhere Kühlleistung, sind aber oft auch schwieriger aufzutragen. Doch woran liegt das eigentlich?
Diverse User, Frage per Mail und im Extreme-Forum:
"Es gibt Berichte, dass sich PCGH Carbonite [Anm. d. Red.: Gemeint ist die Wärmeleitpaste Carbonite Ultra von PCGH Gear] schlecht verteilen ist. Kann man denen trauen?"
Die Antwort von Torsten Vogel (Fachgebiet Kühlung):
"Die Carbonite Ultra lässt sich, wie andere Hochleistungs-Wärmeleitpasten auch, nicht ganz so einfach auftragen. Zur Erklärung: Wärmeleitpaste besteht oft aus Silikonölen mit beigemischten Metallpartikeln. Wärmeleitpasten mit höherem Metallanteil haben eine bessere Wärmeleitfähigkeit, sind aber tendenziell auch zäher beim Auftragen. Erwärmt man Heatspreader und Paste, beispielsweise mit einem Fön, bessert sich das aber deutlich und die Paste wird dünnflüssiger. Allgemein lohnt es sich, zähe Pasten langsam und mit einem gewissen Druck zu verstreichen. Eine breite Auftragehilfe wie eine Scheckkarte oder dicke, beschichtete Pappe (im Falle der Carbonite Ultra z.B. die beiliegende Gutscheinkarte) können die gleichmäßige Verteilung über große Flächen gegenüber einem einfachen Spatel erleichtern"
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Wie man so etwas wirklich belastbar vergleichen sollte, ist mir aber spontan schleierhaft. Natürlich könnte man versuchen, mit einer Präzisionswage die effektiv aufgebrachte Wärmeleitpastenmenge konstant zu halten – aber das wäre schon ein ziemlicher Scheißjob, denn beim verstreichen bleibt immer auch etwas am Spatel hängen. Man kann also erst nach der ganzen Arbeit wiegen und wenn es dann mehr oder weniger als beabsichtigt ist, muss man es noch einmal versuchen. Und noch einmal. Und nochmal. Solange, bis man zufällig den Sollwert trifft – was man je Auftragemethode wenigstens fünfmal machen muss, ehe man auf ±0,2 K belastbare Mittelwerte bekommen kann. Aber der Optimalwert für ein Verstreichen entspricht dabei gar nicht dem Optimalwert für Klecksen – bei letzterer Methode breitet sich die Wärmeleitpaste kreisförmig aus und damit sie den Heatspreader bis in die Ecken bedeckt, muss man soviel nehmen, dass in der Mitte der Längskanten was rausquellen kann. Aber wieviel ist "soviel"? Wie viele Stunden/Tage/Wochen/Monate muss man bei welcher Nutzung/Nichtnutzung warten, bis die Verteilung abgeschlossen ist und man die Temperatur ermitteln kann? Und wie sieht die Sache bei einem Kreuz oder einer Linie aus?
*: Nach acht Jahren intensiver Nutzung als Kühlungsfachredakteur kann ich mit EKL Permafrost 1 bessere Temperaturen als mit Thermal Grizzly Extreme erzielen. Garantiert nicht weil erstere die bessere Paste ist, sondern einfach weil ich verdammt viel Übung damit habe.
**: D.h. für Tests ist Klechsen nichts und für Temperaturrekorde auch nicht, aber für Rechner welche die nächsten fünf Jahre nur noch einstauben? Wieso nicht. Die meisten Hersteller arbeiten so.
Hier gibts einen Test zum Thema Auftragen und seine Meinung zum Kreuz erwähnt er in seiner doch recht eigenen Art im Forum.
Besonders, dass der Strich bei jeder Chipgröße funktionieren soll, finde ich auch nicht überzeugend.
Und Fotos vom Abdruck wären auch interessant. Nicht, dass man sich Hotspots auf das Package holt, die einfach nur nicht gemessen werden, weil am Rand kein Temperatursensor ist (vermutlich unwahrscheinlich, weil dann eher der ganze Heatspreader wärmer wird - dennoch wäre das Ergebnis bei der Verteilung eigentlich ein Muss gewesen).
[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
Edit: Was mit gar nicht gefällt an Igors Test: Er hat nicht eine bestimmte Menge an Wärmeleitpaste festgelegt, mit der er dann verschiedene Muster gezogen hat. Natürlich sind die Ergebnisse dann nicht vergleichbar, weil vielleicht je nach Methode einfach nur die Dosierung falsch war.
Ist am Ende aber das gleiche. Es lohnt sich nicht, das zu zerdenken. Entweder einem ist es wichtig, also macht er das beste. Oder es ist nicht so wichtig und macht alle möglichen Muster drauf.
Nimm doch einfach die beste Methode, dann stellt sich gar nicht mehr die Frage wie weit die anderen voneinander abweichen.
Interessant wär es mit einer CPU, ob es da Unterschiede gibt.
Nimm doch einfach die beste Methode, dann stellt sich gar nicht mehr die Frage wie weit die anderen voneinander abweichen.