Jupiter: Deutschlands Supercomputer ist die Nummer 1 in Europa
Der deutsche Supercomputer Jupiter hat seinen Vollausbau erreicht und ist jetzt mit einer Rechenleistung von 1,0 ExaFLOPS das schnellste System für das Hochleistungsrechnen, das sogenannte High-Performance Computing ("HPC"), in ganz Europa.
Der deutsche Supercomputer Jupiter, welcher am Forschungszentrum Jülich in Nordrhein-Westfalen seine Dienste verrichtet, hat seinen Vollausbau erreicht und ist jetzt mit einer Rechenleistung von genau 1,0 ExaFLOPS - das entspricht einer Trillion oder 1.000.000.000.000.000.000 Rechenoperationen pro Sekunde - das mit weitem Abstand leistungsstärkste Computersystem für das Hochleistungsrechnen, das sogenannte High-Performance Computing ("HPC"), in ganz Europa sowie der europaweit bisher erste und einzige Exascale-Supercomputer überhaupt.
- Im für die TOP500 der weltweit schnellsten Supercomputer maßgeblichen Linpack-Benchmark erzielte Jupiter eine Rechenleistung von 1 ExaFLOPS mit einer Genauigkeit von 64-Bit, wie sie etwa für viele wissenschaftliche Simulationsrechnungen erforderlich ist.
- Bei Berechnungen mit einer geringeren Genauigkeit von 8-Bit, wie sie beim Training großer KI-Modelle, sogenannter Large Language Models ("LLMs) eingesetzt werden, liegt die theoretische Leistung sogar bei über 40 ExaFLOPS.
- Bereits im November 2023 hatten Nvidia und das Forschungszentrum Jülich die endgültigen technischen Spezifikationen des Supercomputers veröffentlicht, der jetzt von insgesamt 23.752 GH200-Superchips alias "Grace Hopper" angetrieben wird.
Neben den insgesamt 23.752 GH200-Superchips wird Europas schnellster Supercomputer von dem in der EU entwickelten ARM-Prozessor, der sogenannten "Europa-CPU" angetrieben, die auf die Bezeichnung "Rhea-1" hört und über insgesamt 64 Prozessorkerne nach Arm-V1-Architektur, HBM2e und PCIe 5.0 verfügt und mit einer Taktfrequenz 3 GHz arbeiten soll. Der Prozessor wird von TSMC in 6 nm gefertigt und ist demnach auf hohe Speicherbandbreite optimiert.
Damit können zum Beispiel größte KI-Modelle, sogenannte Large Language Models (LLM) trainiert werden - bei voller Auslastung benötigt Jupiter dafür weniger als eine Woche.
- Forschungszentrum Jülich -
Neue Maßstäbe setzt Jupiter auch in puncto Energieeffizienz - mit mehr als 63 Milliarden Rechenoperationen pro Watt ist der Supercomputer der effizienteste unter den fünf leistungsfähigsten Systeme der Welt. In der prestigeträchtigen TOP500 belegt Jupiter den 4. Platz, während er sich in der Green500 auf Rang 14 wiederfindet. In Europa ist Jupiter aktuell absolut konkurrenzlos.
Jupiter bildet zugleich das Herzstück der entstehenden Jupiter AI Factory - einem zentralen Baustein des europäischen KI-Ökosystems.
Über die Jupiter AI Factory soll Jupiter künftig auch Start-ups, kleinen und mittleren Unternehmen sowie Industriepartnern offenstehen.
Eine geplante Cloud-Plattform soll die Jupiter-Infrastruktur noch ergänzen und die schnelle und sichere Nutzung trainierter KI-Modelle für Forschung und innovative Anwendungen ermöglichen.
- Forschungszentrum Jülich -
Jupiter gilt damit nicht nur in Deutschland und Europa, sondern weltweit als absolutes Leuchtturmprojekt und ist insgesamt erst der vierte Exascale-Supercomputer der Welt. Auf Platz 1 thront weiterhin AMDs Supercomputer El Capitan mit einer unerreichten Rechenleistung von derzeit 1,809 ExaFLOPS.
Weitere Informationen liefert die Pressemitteilung des Forschungszentrums Jülich.
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Quelle: Forschungszentrum Jülich


Das Projekt hat ein Gesamtvolumen von rund 500 Millionen Euro. Wenn man berücksichtigt, wie komplex die gesamte Infrastruktur ist, wie viele Hochleistungsrechner dort zusammenarbeiten und welche technischen Herausforderungen dahinterstecken, wirkt JUPITER im Verhältnis dazu sogar eher preiswert. Das klingt bei dieser Summe seltsam, aber im Bereich des Hochleistungsrechnens entspricht es tatsächlich der Realität.
Mit der oft erwähnten „KI-Blase“ hat das Ganze nur bedingt zu tun. Wenn darüber gesprochen wird, ist damit in der Regel die überhöhte Bewertung großer US-Techkonzerne wie Nvidia, Microsoft oder OpenAI gemeint. Es geht also um eine finanzielle Spekulation an den Börsen, nicht um wissenschaftliche Großforschungsanlagen.
Das bedeutet auch nicht, dass KI als Technologie wieder verschwindet. Der Begriff beschreibt eher einen Hype, bei dem die Erwartungen teilweise viel höher liegen als das, was kurzfristig erreichbar ist. Sollte diese Blase irgendwann platzen, hätte das vor allem Auswirkungen auf die Finanzmärkte. Projekte wie JUPITER, die reale wissenschaftliche und industrielle Anwendungen haben, sind davon weit weniger betroffen.