"Keine künstliche KI-Nachfrage": Nvidia-CEO sieht keine Dotcom-Parallelen
Jensen Huang, CEO von Nvidia, hat kürzlich einen Vergleich zwischen KI-Boom und Dotcom-Blase zurückgewiesen. Parallelen sehe er dahingehend nicht.
Die anfängliche Goldgräberstimmung unter Internetfirmen zur Jahrtausendwende mit großen Investitionen und der nachfolgend große Absturz dazugehöriger Tech-Aktien kennt man als die sogenannte Dotcom-Blase. Dass es sich beim derzeitigen KI-Boom auch um eine solche Blase handeln könnte, die letztlich platzt, sieht Nvidia-CEO Jensen Huang nicht so.
Im Vergleich zur damaligen Ära soll es demnach bei künstlicher Intelligenz keine künstliche Nachfrage geben, die dafür ursächlich sein könnte. Im Gespräch mit der Financial Times und dem Format "The Minds of Modern AI" argumentierte Huang dabei mit dem damals stark vorangetriebenen Netzausbau mit Glasfaser, welcher seinerzeit in dem Umfang nicht benötigt wurde und sich dadurch nicht rentierte.
Frage: "Sagen Sie uns doch bitte, ob Sie befürchten, dass wir an einen Punkt gelangen, an dem die Menschen nicht mehr ganz verstehen, was vor sich geht, wir uns alle zu weit vorwagen und es zu einer Abrechnung kommt, bei der eine Blase platzt und sich dann alles wieder normalisiert? Und wenn nicht, was ist dann das größte Missverständnis in Bezug auf die Nachfrage im Bereich KI, das sich beispielsweise von der Dotcom-Ära unterscheidet oder das die Menschen nicht verstehen, wenn das nicht der Fall ist?"
Jensen Huang: "Während der Dotcom-Ära, während der Blase, war der Großteil der verlegten Glasfaserkabel ungenutzt, was bedeutet, dass die Branche viel mehr Glasfaserkabel verlegt hat, als sie benötigte. Heute ist fast jede GPU, die man finden kann, in Betrieb und wird genutzt."
Nvidia: KI entwickelt sich weiter, Bedarf steigt
Wie Wccftech berichtet, argumentiert Huang außerdem, dass sich KI enorm weiterentwickelt habe, während Mainstream-Verbraucher die Enddarstellung der Technologie immer noch in ChatGPT oder Bildgenerierungsanwendungen sehen. Künstliche Intelligenz habe sich aber bereits so weit entwickelt, dass sie "effektiv denken und sich durch Forschung fundieren kann", was sich erst noch in der breiten Masse durchsetzen müsse. Entsprechend steige nicht nur der Rechenbedarf von Unternehmen exponentiell, sondern auch die Anzahl der generierten Anfragen, was darauf hindeute, dass die Nachfrage keineswegs künstlich sei.
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Man wird es dann sehen, wenn es tatsächlich zu einem Crash in dieser Branche kommt.
Manche müssen endlich mal ihren Horizont auf außerhalb der "Gaming-Blase" erweitern.
Zwischen den Schwarz-/Weiss-Sehern würde mich aber eine neutrale Position interessieren, [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen], falls dir dazu eine sachverständige Stimme begegnet. Jensen macht halt Werbung, das kann man schlecht ernst nehmen.
Vorsichtig sollte man mit der Aufstellung allzu gewagter Thesen oder historischen Vergleichen sein. Jede Technologie wird in einem eigenen historischen Kontext entwickelt und wirkt auch nur in diesem. Zwar lassen sich leicht einzelne vergleichende Bestätigungen finden, aber daraus eine belastbare Theorie zu formulieren, halte ich für abwegig bis ahistorisch.
Der Einzige "Mehrwert" von KI kann es sein Millionen Arbeitsplätze unnötig zu machen. Aber der Fall EA zeigt dass KI am Ende mehr Arbeit benötigt als es vermeidlich einspart.
Manche müssen endlich mal ihren Horizont auf außerhalb der "Gaming-Blase" erweitern.
Es dürfte allen Beteiligten klar sein, dass 9 von 10 investierten Dollar weggeworfenes Geld sind. Die allgemeine Erwartung an die KI-Welt ist ein dominanter Quasi-Monopolist, wie bei den meisten bisherigen Digital-Revolutionen auch, und nur wer sich diese Gatekeeper-Funktion sichert, sahnt ab. Aktuell wird ohne Ende Geld investiert, um sich selbst zu diesem nächsten Apple/Google/Facebook/Youtube/Microsoft/Steam... zu machen. In dem vollen Bewusstsein, dass die Investitionen der versammelten Konkurrenz dann wertlos sein werden. Es geht halt jeder davon aus, dass nicht er derjenige sein wird, dessen Kapital sinnlos verbrennt. Aber auf die ganze Branche bezogen blüht genau das der Mehrheit der Firmen und damit auch der Mehrheit der Investoren.
Nur Nvidia wird weiterhin grinsen, denn wie schon geschrieben wurde: Der Schaufelverkäufer macht sein Geld direkt während des Rushs; hat seinen Gewinn also sicher. Die dann nutzlosen Investitionen in die Schaufelproduktion stehen dagegen bei TSMC rum, die wertlos gewordenen Schaufeln selbst liegen bei Microsoft, Amazon und Co. Der Beschleunigerverkäufer in der Mitte wird zwar einbrechende Aktienkurse hinnehmen müssen, er opfert aber keine Investitionen und behält die Dominanz in einem Markt, der zwar kleiner als zu Boomzeiten sein wird, aber immer noch größer als in der Vor-KI-Welt.