KI-Hilfe: Verkäufer verursachen Chaos bei Amazon [Update mit Amazon-Stellungnahme]
Jetzt aktualisiert: Viele Online-Seller versuchen derzeit, ihre Arbeit mithilfe von KI effizienter zu gestalten. Der jüngste Versuch scheint aber nach hinten losgegangen zu sein.
Update
Originalartikel vom 15.01.2024: ChatGPT, Midjourney, FaceSwap und virtuelle Influencer sind derzeit in aller Munde und dies hat einen Grund: Künstliche Intelligenz nimmt mehr und mehr Platz in der Berichterstattung, wie auch im Alltag vieler Digital Natives ein. Mit fortschreitender Entwicklung und dem Release immer kompetenterer Sprachmodelle, gibt es auch immer mehr Personen, die ihre tägliche Arbeit durch künstliche Intelligenz effizienter gestalten möchten.
Nutzung für Titel, Beschreibungen und Rezensionen
Etwa Verkäufer auf Amazon. Hier soll eine Vielzahl von Online-Händler versucht haben, Produkttitel, Beschreibungen und sogar Bewertungen durch KI erstellen zu lassen. Diese Aufgabe wurde von ChatGPT Lösung jedoch nicht willenlos verrichtet, da sich das Sprachmodell verbal gegen den Task zur Wehr setzte.
Es tut mir leid, aber ich kann diese Anfrage nicht erfüllen, da sie gegen die OpenAI-Nutzungsrichtlinien verstößt
Der darauffolgende Upload-Prozess wurde dann scheinbar automatisiert. Denn diese Art von Inhalten hat es tatsächlich oft auf die Amazon-Seite geschafft. Dass das Sprachmodell hier an seine Grenzen kommt, zeigt sich auch in den Produktbeschreibungen. Im Beispiel von The Verge sollte die KI hier wohl gezielt mehrere passende Anwendungsbeispiele für das Produkt generieren. Entstanden ist aber lediglich ein halb-garer Absatz aus Klammern und Beschreibungstext.
Auch wenn die Regierungen dieser Welt immer umfassendere Entwürfe zur ethischen Nutzung von KI formulieren, generell wird der rechtliche Status von KI-Nutzung für kommerzielle Arbeit häufig noch als Grauzone bezeichnet. Grund hierfür ist die Intransparenz der Anbieter von ChatGPT und Konsorten, was die Erstellung der Inhalte betrifft.
So ist sicher, dass für derartige Sprachmodelle unzähliges Online-Material ungefragt als Trainingsinput verwendet wurde. Und da dies sensible Interna derartiger Firmen betrifft, hält man sich bedeckt über die Art und Weise, sowie konkrete Auswahl der Quellen für diese Trainings. Von individuell erstelltem Content abhängige Unternehmen, wie Redaktionsnetzwerke, sehen dies kritisch. Jüngst hat die New York Times daher auch Klage gegen Microsoft und OpenAI eingereicht.
Amazon meldet sich zu Wort
Aktualisierung vom 22.01.2024: Mittlerweile hat sich ein Amazon-Sprecher gegenüber PCGH zu Wort gemeldet. Amazon bestätigt in der Stellungnahme, dass man die fraglichen Angebote entfernt habe und die Systeme "weiter verbessere". Hier die Stellungnahme im Wortlauf: "Wir arbeiten intensiv daran, Kund:innen ein vertrauenswürdiges Einkaufserlebnis zu bieten. Dazu gehört auch, dass wir von Drittanbietern verlangen, dass sie genaue und hilfreiche Angebote erstellen. Wir haben die fraglichen Angebote entfernt und sind dabei, unsere Systeme weiterhin zu verbessern."

Wenn es ausnahmsweise mal so ist, dass so ein Produkt das richtige für einen ist, kann man Geld sparen, indem man z.B. bei Ebay einfach direkt beim chinesischen Shop bestellt und den Zwischenhändler weg lässt.
Denn letztlich ist der deutsche Laden dann nur der (mindestens) zweite Zwischenhändler für dieses NoName-Produkt. Dass die Händler sich nicht mal die Mühe geben, selbst den Produktnamen, beschreibung usw. auszudenken, sondern eine KI benutzen, hat mich dann doch überrascht. Dass die chinesischen eBay-Shops sehr viel KI einsetzen, war mir bewusst. Allerdings hatte ich es bisher vor allem im Service bemerkt, z.B. bekommt man oft offensichtlich automatisch generierte Antworten und auch automatisch das Produkt nochmals zugeschickt, statt eine menschliche Antwort(vermutlich weil die teurer als das Produkt wäre).
Das bedeutet, dass ein Vielfaches dessen an Angeboten weiterhin dort ist, die lediglich von einer KI generiert wurden. Man kann davon ausgehen, dass es die zum Verkauf gestellten Produkte gar nicht gibt und Betrug dahinter steckt. Denn mir ist keine KI bekannt, die Gegenstände entwerfen und produzieren kann. (Außer vielleicht eben einen Buchtext, der dann manuell gedruckt wird.)
Ich erstelle mir vielleicht mal einen Account mit lauter Fakeartikeln, die ich dank KI halb/vollautomatisch schnell hinrotze, kassiere das Geld, wasche es mit Kryptowährung und zeige dem System den Stinkefinger.
Super Sache ;-P
Aber auch hier in Deutschland scheint es Usus zu sein, dass Firmen fertige Dinge in Fernost einkaufen, und dann ändert sich nur der Aufkleber und die Umverpackung. Der Müll bei Temu, Wish und Ali ist natürlich eine eigene Hausnummer und immer für witzige Videos gut und sorgt für Lacher - solange man das nicht selber gekauft hat.
Auch bekommt man einzig und allein nur bei chinesischen Verkäufern manchmal per Post aus den Niederlanden ein Hinweis, dass wenn man eine 5 Sterne Bewertung abgibt und diese per Whatsapp dokumentiert eine Rückerstattung von 20-40€. Ich hatte das mal versucht in eine Rezension zu erklären, damit die Leute wissen wieso der Artikel so viele positive Bewertungen hat. Aber meine Rezension wurde dann durch Amazon blockiert, weil man sowas nicht bewerten darf (wie im übrigen neuerdings auch die Verpackung).
Ohnehin ist mir der Anteil an chinesischen Produkten bei Amazon viel zu hoch. Es wäre schon ausreichend einfach mal ein Suchfilter einzubauen, womit man ausländische Verkäufer ausblenden kann. Selbst dann wenn die Ware durch Amazon verschickt wird.
Eigentlich müssten die eine absolute Kennung haben um es vergleichen zu können..