Bundesnetzagentur bemängelt schlechte reale Bandbreite

130
News Claus Ludewig Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Bundesnetzagentur bemängelt schlechte reale Bandbreite (1)
Quelle: Bundesnetzagentur

Auch im Jahr 2019 hat sich die Lage zum schnellen Internet in Deutschland kaum gebessert. Dass zahlende Nutzer tatsächlich die volle Bandbreite ihres vertraglich abgeschlossenen stationären Internetanschlusses bekommen, sei eher die Ausnahme denn die Regel.

Mit dem Breitband-Monitor gibt es eine offizielle Möglichkeit zu sehen, wie schnell das Internet in Deutschland tatsächlich ist. Wie die Bundesnetzagentur nun vermeldet, habe sich auch im veröffentlichen Jahresbericht kaum eine Verbesserung für die Nutzer ergeben. Noch immer erreichen die stationären Internetleitungen selten die vertraglich festgehaltenen Übertragungsraten. Im nun veröffentlichten Jahresbericht sind die Geschwindigkeitsmessungen zwischen dem 01.10.2018 und 30.09.2019 dargestellt, die über die Webseite breitbandmessung.de sowie über entsprechende offizielle Apps erfolgt sind. Von 829.426 Messungen von stationären Anschlüssen aus haben 70,1 Prozent der Nutzer mindestens die Hälfte der vertraglich gebuchten Datenrate erhalten. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 71,3 Prozent. Allerdings können sich nun 16,4 Prozent der Festnetz-Nutzer über die volle Datenrate freuen, während dies in der Vorperiode nur 12 Prozent der Kunden vergönnt war.

Mobilfunk-Nutzer nur sehr selten mit maximaler Datenrate

Beim mobilen Internet hingegen sieht das Bild noch schlechter aus. Nur bei 14,9 Prozent aller beteiligten User konnte mindestens die Hälfte der vertraglichen Datenrate gemessen werden. Somit ist hier eine Verschlechterung im Vergleich zur Vorjahresperiode eingetreten, da damals dieser Wert noch bei 16,1 Prozent lag. Lediglich 1,5 Prozent der Teilnehmer haben die beworbene Maximalrate auch tatsächlich messen können, was auf dem Vorjahresniveau liegt. Die Werte für Festnetz-Internet und mobiles Internet gelten jeweils für die Downloadrate, beim Upload verhält es sich ähnlich.

Es bleibt also dabei, dass in Deutschland massiv in den Netzausbau investiert werden müsste. Bis zum Jahr 2025 soll es gar eine flächendeckende gigabitfähige Infrastruktur in Deutschland geben, so die Zielsetzung der Bundesregierung. In Zeiten der Coronakrise jedoch stockt der Ausbau, etwa in Mecklenburg-Vorpommern. Schließlich kommen hier etwa rund 80 Prozent der beteiligten Baufirmen aus Polen, die jedoch wegen Reisebeschränkungen erschwerte Bedingungen haben. Zudem ist fraglich, wie viel Geld die Bundesregierung in den Netzausbau investieren kann, da es nun erstmal Wirtschaftshilfen geben wird, um kleine und mittelständische Betriebe durch die COVID19-Pandemie zu bringen. Wer seine eigene Internetleitung messen möchte, kann dies mit dem von der Bundesnetzagentur erstellten Portal namens Breitband-Monitor tun. Bereits im letzten Jahr verbrauchte ein Haushalt in Deutschland durchschnittlich monatlich 137 GiByte an Datenvolumen über die stationäre Internetleitung. Über jede Mobilfunk-SIM-Karte wurden monatlich durchschnittlich 2,5 GiByte an Daten verbraucht im letzten Jahr in Deutschland.

Empfohlener redaktioneller Inhalt [EMBED_URL] An dieser Stelle finden Sie externe Inhalte von [PLATTFORM]. Zum Schutz Ihrer persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn Sie dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigen: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Externe Inhalte Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Ebenfalls lesenswert: Festnetz-Internet verlässlich aber langsamer als beworben

Fakten zur realen Internet-Bandbreite in Deutschland:

  • Die Bundesnetzagentur vermeldet in ihrem Jahresbericht, dass es kaum Nutzer gibt, die die tatsächlich beworbenen maximalen Datenraten mit ihrer Internetleitung erhalten. Immerhin können sich 16,4 Prozent der Teilnehmer über die maximale Datenrate bei ihrem stationären Internetanschluss freuen.
  • Beim mobilen Internet hingegen können nur 1,5 Prozent der Teilnehmer die Maximalrate im Download auch tatsächlich erreichen.
  • Als Datengrundlage dienen mehr als 800.000 Messungen über die Webseite Breitband-Monitor.de und den entsprechenden Apps der Bundesnetzagentur.

Quellen: Bundesnetzagentur, Bundesregierung, Breitband-Monitor, NDR, VATM

130
    • Kommentare (130)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von wuselsurfer Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von cryon1c
        Keine Angst, da drüben ist das Netz bereits wesentlich besser ausgebaut als hier und das auch noch wesentlich günstiger.
        Na dann los!
      • Von wuselsurfer Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von cryon1c
        Keine Angst, da drüben ist das Netz bereits wesentlich besser ausgebaut als hier und das auch noch wesentlich günstiger.
        Na dann los!
      • Von cryon1c Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von keinnick
        Wolltest Du nicht eh umziehen? Ich weiß, Madeira ist nicht Südkorea, aber eventuell kannst Du ja umbuchen?!
        Was hat mein Umzug denn damit zu tun. Ich habe nen Haufen an Kunden hier die ebenfalls alles nutzen und Freunde und Familie. Keine Angst, da drüben ist das Netz bereits wesentlich besser ausgebaut als hier und das auch noch wesentlich günstiger.
      • Von keinnick Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von cryon1c
        Und da hoffe ich auch das wir irgendwann SüdKorea einholen und überholen was die Digitalisierung angeht in allen Bereichen. Inklusive normaler Leute die davon profitieren und entsprechend Geld reinstecken damit sich das entwickeln kann.
        Wolltest Du nicht eh umziehen? Ich weiß, Madeira ist nicht Südkorea, aber eventuell kannst Du ja umbuchen?!
      • Von DKK007 Trockeneisprofi (m/w)
        Zitat von cryon1c
        Oder man schmeißt das einfach über das Mobilfunk rüber und man hat es da UND gesichert eher man daheim ist.
        Ich hab mein Backup lieber lokal, als bei der NSA. Da kommt man immer so schlecht wieder ran.
      • Von cryon1c Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von DKK007
        Wobei es da wohl deutlich schneller geht, wenn man einfach die Speicherkarte in den PC steckt.
        Kann man machen. Oder man schmeißt das einfach über das Mobilfunk rüber und man hat es da UND gesichert eher man daheim ist. Jeder arbeitet wie er will, das schöne ist - moderne Technik erlaubt es uns eben dies zu tun.
        Und da hoffe ich auch das wir irgendwann SüdKorea einholen und überholen was die Digitalisierung angeht in allen Bereichen. Inklusive normaler Leute die davon profitieren und entsprechend Geld reinstecken damit sich das entwickeln kann.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 07/2026 PC Games 06/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk