Arc A770 16GB und Arc A750 im Test: Lautheit, Verbrauch, Effizienz
Die Leistungsaufnahme der Arc A770 16GB und Arc A750 geprüft: Wie viel Strom benötigen die Karten und wie steht es um die Effizienz?
In diesem Artikel
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Wie bereits erwähnt, wird es die Arc A770 und A750 sowohl als "Limited Edition"-Referenzkarten und in diversen Farben und Formen von Partnerfirmen geben - welche und wie viele das in den kommenden Wochen und Monaten werden, ist unklar. Bis dahin können Interessenten zum Intel-Design greifen, welches laut unseren Tests nicht nur haptisch gelungen ist, sondern auch gute Temperaturen bei moderater Lautstärke erzeugt. Da Bilder mehr sagen als tausend Worte, verweisen wir bezüglich des Aussehens erneut auf unser Unboxing-Video:
Auffällig sind die abgerundeten Ecken des Intel-Designs, auch das matt-schwarze Antlitz mit einer ebenso matt-schwarzen Blende sowie einer Backplate hinterlässt einen edlen Eindruck. Der Kühler beschränkt sich mit einem schmalen Dual-Slot-Design und zweifacher Axialbelüftung. Unter dessen Haube arbeitet unter anderem eine Vapor-Chamber nebst schwarz lackierter Lamellen. Letztere sind so ausgerichtet, dass die Abwärme konsequent im Gehäuse verwirbelt wird - der rechte Winkel zur Blende verhindert es, dass Abwärme hier herausdringt.
Quelle: PC Games Hardware
Intel Arc A770 16GB Limited Edition Beleuchtung
Während die Arc A750 Limited Edition nur mit einem grell-weiß leuchtenden Arc-Logo an der Oberseite aufwartet und ansonsten dunkel bleibt, punktet die Arc A770 Limited Edition mit einer aufwendigen ARGB-Aufwertung. Die Beleuchtung der Lüfter sowie des durchgehenden Lichtstreifens an der Kühlerseite kann auf Wunsch angesteuert werden. Hierfür ist das beliegende Kabel, das an einen USB-Header auf dem Mainboard angeschlossen wird, in Kombination mit einem Intel-Tool notwendig. Doch genug zur Optik, kommen wir nun zur Leistung des Kühldesigns.
Lautheit und Temperaturen
Fan Stop, Zero Fan oder wie auch immer man die Funktion nennen mag, welche die Lüfter der Grafikkarte im Leerlauf stilllegt: Intels Limited-Editions beherrschen dieses Kunststück, um lautlos zu agieren. Dabei gibt es laut unseren Tests jedoch ein kleines Problem. Damit die Lüfter abschalten, muss die Temperatur der GPU gering sein - wird ein festgelegter Schwellenwert erreicht, beginnen die Propeller mit ihrer Arbeit. Je höher die Abwärme der Komponenten, desto schneller und nachhaltiger passiert das. Die uns vorliegenden Muster der Intel Arc A770 LE und Arc A750 LE sind zwar in der Lage, ihre Lüfter kurz nach dem Betriebsstart des Rechners stillzulegen, laufen aber bei typischer Desktop-Nutzung durchgängig mit aktiver Belüftung. Was zunächst negativ klingt, ist es nicht zwingend, denn Intels Lüfter(steuerung) lässt die Rotoren niedertourig laufen, was das Beste beider Welten vereint - geringe Temperatur bei minimaler Lautstärke, wie die folgende Tabelle offenbart:
| Arc A770 LE | Arc A750 LE | RTX 3070 FE | RTX 2070S FE | RX 6800 MBA | RX 6700 XT MBA | RX 5700 XT MBA | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Lautheit (50 cm Entfernung) | |||||||
| Leerlauf (Desktop) | 0,1 Sone | 0,1 Sone | 0,0 Sone | 1,1 Sone | 0,0 Sone | 0,0 Sone | 0,1 Sone |
| 2 LCDs (UHD + FHD) | 0,1 Sone | 0,1 Sone | 0,0 Sone | 1,1 Sone | 0,0 Sone | 0,0 Sone | 0,2 Sone |
| UHD-Youtube-Video | 0,1 Sone | 0,1 Sone | 0,0 Sone | 1,1 Sone | 0,0 Sone | 0,0 Sone | 0,2 Sone |
| Gaming (Maximum) | 2,5 Sone | 2,6 Sone | 1,9 Sone | 2,2 Sone | 2,5 Sone | 2,4 Sone | 3,6 Sone |
| Worst-Case Load | 2,8 Sone | 2,8 Sone | – | – | – | – | – |
Messung aus 50 Zentimeter Entfernung lotrecht zur Lüfternabe mittels Neutrik Cortex NC10. Störgeräusche wie Spulenfiepen fließen in das Messergebnis mit ein. Referenzkarten unter sich.
Gibt man einer Arc A770 oder A750 in der jeweiligen Limited Edition etwas zu tun, verhält sie sich wie jede andere Grafikkarte: Steigende Erwärmung führt zu schrittweise erhöhter Lüfterdrehzahl. Da die Arc A770 und A750 weitestgehend die gleiche Hardware, das gleiche Strombudget und das gleiche Kühlsystem aufweisen, werden sie auch vergleichbar warm und laut. Interessanterweise erreicht unser Sample der Arc A770 in den allermeisten Situationen sowohl geringere Temperaturen als auch, daraus resultierend, eine etwas geringere Lautheit. Störend werden die Intel-Grafikkarten zu keiner Zeit: Die maximale Lautheit bei anhaltender, hoher Spiele-Last beträgt 2,6 Sone - PCGH-typisch im schallarmen Raum gemessen - bei rund 1.900 Lüfterumdrehungen pro Minute. Die Temperaturen liegen dabei im mittleren 70er- bis niedrigen 80er-Bereich. Apropos: Wer die Vitalwerte seiner Arc-Grafikkarte im Auge behalten möchte, muss derzeit auf den MSI Afterburner verzichten, denn das Tool ist noch nicht mit Arc kompatibel. CapFrameX, Hwinfo und Arc Control inkl. dessen Overlay (Tastenkombination Alt+O) leisten jedoch schon jetzt gute Dienste. Auch gemäßigtes Tuning ist bereits im Arc-Kontrollzentrum möglich (Kernspannung, GPU-Power, Kerntakt, Lüfterleistung). Anbei die Sensor-Informationen der zum Test aktuellen Hwinfo-Version mit Höchstwerten der Arc A770 LE und Arc A750 LE:
Spulenrasseln respektive -fiepen ist bei modernen Gaming-Grafikkarten immer, aber in deutlich unterschiedlicher Ausprägung zu hören. Intels Arc-A7-Grafikkarten stimmen in diesen Chor mit ein, auffällig sind die Spulengeräusche aber nicht. Bei üblichen, zweistelligen Bildraten ist ein leises Zischen wahrnehmbar, bei vierstelligen Bildraten (welche man mittels Framelimit vermeiden sollte) schließlich ein Fiepen, das schlimmstenfalls ~0,2 Sone laut wird.
Leistungsaufnahme
Alle Arc-Grafikkarten der A7-Reihe arbeiten mit einer Board-Power von 225 Watt. Diese Angabe beinhaltet alle Verbraucher, darunter die GPU, 8 oder 16 GiByte VRAM, Spannungswandlung, Lüfter und RGB-Beleuchtung, und wird von Intel als ein "Peak"-Wert bezeichnet. Im Arc-Kontrollzentrum - der Treiber-Schaltzentrale - lässt sich die GPU-Power anpassen, nicht aber die komplette Board-Power. Den letztgenannten Weg beschreitet Nvidia, deren Geforce-Grafikkarten stets die Gesamt-Leistungsaufnahme überwachen. Änderungen an der Power beziehen sich hier stets auf das ganze Board, nicht nur die GPU. Egal, ob Arc A770 16GB, Arc A770 8GB oder Arc A750, die GPU-Power beträgt 190 Watt. Dieser Wert wird in Spielen nicht immer ausgereizt - je besser ein Titel jedoch optimiert ist und je höher die Auflösung, desto öfter arbeitet die Grafikkarte mit 190 Watt GPU-Power.
PCGH misst die Leistungsaufnahme von Grafikkarten seit August 2020 mithilfe des Power Capture Analysis Tool, um Feinheiten optimal zu erfassen. Wie immer bildet die folgende Tabelle die Maximalwerte aller Grafikkarten ab. Wer eine gute Belüftung im Gehäuse vorweisen kann, nur in Full HD spielt oder bevorzugt mit Framelimits unterwegs ist, wird sowohl eine geringere Leistungsaufnahme als auch geringere Lautheit zu Gesicht bekommen.
Sehen wir uns nun an, wie es um die Leistungsaufnahme der Arc-Grafikkarten bestellt ist. Die Kurzfassung der Ergebnisse lautet: nicht gut, nicht konkurrenzfähig - aber auch nicht völlig aus dem Weltraum. Intel hat es versäumt, den Arc-A7-Grafikkarten einen angemessen niedrigen Power-State mitzugeben, anders lässt sich die hohe Leistungsaufnahme beim Nichtstun und bei Niedriglast nicht erklären. Die Abwärme zwischen 42 Watt (A750 @ Leerlauf) und 55 Watt (A770 @ Youtube) führt zu besagter Lüfteraktivität. Intel gibt auf Nachfrage zu Protokoll, dass man von diesem Verhalten wisse und an effizienteren Leerlaufmodi arbeite. Ein Zeitfenster für die Umsetzung (in Treiberform) gibt es jedoch nicht.
| Arc A770 LE | Arc A750 LE | RX 6700 XT MBA | RTX 3070 FE | RTX 3060 | RX 6650 XT | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Leerlauf (Desktop) | 47 Watt | 42 Watt | 7 Watt | 10,5 Watt | 11,5 Watt | 6 Watt |
| Dual-Display (UHD + FHD) | 49 Watt | 44 Watt | 32 Watt | 15 Watt | 18,5 Watt | 24 Watt |
| UHD-Youtube-Video | 55 Watt | 50 Watt | 33 Watt | 17 Watt | 17,5 Watt | 26 Watt |
| Gaming (MAXIMUM) | 230 Watt | 226 Watt | 218 Watt | 221 Watt | 171 Watt | 181 Watt |
| Control (WQHD + RT) | 226 Watt | 223 Watt | 210 Watt | 218 Watt | 170 Watt | 178 Watt |
| Anno 1800 (Full HD) | 224 Watt | 198 Watt | 216 Watt | 219 Watt | 170 Watt | 178 Watt |
| Framelock @ 60 Fps (FHD)** | 123 Watt | 118 Watt | 85 Watt | 51 Watt | 69 Watt | 50 Watt |
| 3DMark XeSS Test | 226 Watt | 222 Watt | – | – | – | – |
| CP2077, FHD, RT + FSR UQ | 224 Watt | 210 Watt | – | – | – | – |
| Doom Eternal, WQHD | 226 Watt | 223 Watt | – | – | – | – |
| Elex 2, FHD | 151 Watt | 136 Watt | – | – | – | – |
| Elden Ring, WQHD | 199 Watt | 178 Watt | – | – | – | – |
| Mexodus EE, WQHD | 227 Watt | 223 Watt | – | – | – | – |
| Quake 2 RTX, WQHD | 225 Watt | 222 Watt | – | – | – | – |
**Anmerkung: 2022er-Grafikkarten unter Psychonauts 2 gemessen, die älteren noch mit Wolfenstein Youngblood. Werte daher nicht 1:1 vergleichbar; nur zu Vergleichszwecken, um die Leistungsaufnahme bei Teillast zu zeigen.
Energie-Effizienz
Abschließend möchten wir anhand der gewonnenen Daten die Energie-Effizienz skizzieren. Dafür setzen wir die Leistungsindizes (Rasterizing & Raytracing) in Relation zur real erreichten Leistungsaufnahme, um den Wert "Watt pro Indexpunkt" (Wpi) zu erhalten. Wir unterstellen der Einfachheit halber eine konstante Auslastung aller Grafikkarten, welche tatsächlich erst ab WQHD/1440p gegeben ist. Dabei gilt selbstverständlich: weniger ist besser! Werfen wir zunächst einen Blick auf den regulären Leistungsindex: AMDs Radeon RX 6650 XT erreicht mit 180 Watt ansehnliche 3,83 Wpi, während die Geforce RTX 3060 mit 170 Watt auf 4,02 Wpi kommt. Intels Arc A770 16GB liegt mit 225 Watt und 4,64 Wpi abgeschlagen auf Platz 3, während die Arc A750 mit rund 220 Watt magere 4,94 Wpi erreicht. Mit anderen Worten: Die Radeon RX 6650 XT geht beim normalen Gaming um circa 22 Prozent effizienter mit der Energie um als die Arc A750.
Beim Raytracing steht insbesondere Arc besser da, ohne dass sich die Leistungsaufnahme ändert - der "Energie-Deckel" greift bei allen Workloads. Wenig verwunderlich wirkt sich das auf die Effizienzwertung aus: Die Arc A770 16GB rangiert hier bei zum Rasterizing gleichwertigen 4,68 Wpi, die A750 verschlechtert sich auf 5,53 Wpi. Nvidias Geforce RTX 3060 lässt interessanterweise ebenfalls Federn, ihre Effizienz sinkt auf 4,22 Wpi. Die Radeon RX 6650 XT bildet aufgrund der massiv schlechteren Raytracing-Leistung mit 5,88 Wpi das Schlusslicht. Wie Sie sehen, spielt der Workload eine große Rolle bei der Effizienzbetrachtung. Nvidia liefert im Gegensatz zu den Mitbewerbern eine konstante, wenngleich nicht fantastische Energie-Effizienz.
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Die Leistung bei DirectX9 und 11 ist natürlich mies. Aber zum einen wird sich da hoffentlich auch noch was tun. Zum anderen sind das halt auch ältere Spiele. Und die braucht ja niemand mit 300 fps.
Die Abhängigkeit von Resizable BAR könnte aktuell zum größten Problem werden, wenn Intel GPUs an den Massenmarkt verkaufen will. Mit langfristigem Blick auf künftige Generationen wird sich das aber zunehmend erledigen.
Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich bin kein Intel Fanboy, liebe meine Ryzen CPU und kaufen werde ich die Intel GPUs auf absehbare Zeit nicht. Da spricht alleine schon der hohe Stromverbrauch im Idle dagegen. Aber überrascht und angetan bin ich schon.
Ansonsten noch ist die Karte aber nicht hier raus, und wird voraussichtlich auch durch den aktuellen Euro/Dollar Kurs + Steuern über 400€ kosten und vom Leistungsbereich irgendwo bei einer 3060/2070S landen. Es wird sich noch zeigen müssen, ob Intel zukünftig mit ihren GPUs mehr als die Bastler/Hardware Fans anlocken kann.
Mal abwarten, wenn sich das Treiberteam ordentlich ins Zeug legt ist es gut möglich, dass in einem halben Jahr die Karten eine wirklich ernstzunehmende Konkurrenz darstellen! Dann fehlt nur noch die 9er Generation, über eine gute Alternative zur überteuerten 4080 16GB würde ich mich freuen!
Für den Artikel.
Einen nicht minder großen Hut ziehe ich vor Intel.
Das kann was werden. Ich bin euphorisch.
Kleinere Studios die eventuell irgendwann auf 3 Gpu Hersteller hin optimieren müssen, sehen das möglicherweise anders, aber eine Bruchlandung sieht anders aus.
Wäre das Geld etwas lockerer würde der Nerd in mir eine A770 bestellen.