Arc A770 16GB und Arc A750 im Test: Probleme
Intel Arc-Grafikkarten basieren auf einer brandneuen Architektur mit neuen Treibern. Hier erfahren Sie, wo es bei unseren Tests noch klemmt(e).
In diesem Artikel
- Seite 1 Arc A770 16GB und Arc A750 im Test: Spezifikation
- Seite 2 Arc A770 16GB und Arc A750 im Test: Probleme
- Seite 3 Arc A770 16GB und Arc A750 im Test: Benchmarks
- Seite 4 Arc A770 16GB und Arc A750 im Test: Lautheit, Verbrauch, Effizienz
- Seite 5 Arc A770 16GB und Arc A750 im Test: Zusammenfassung mit Fazit
- Seite 6 Bildergalerie
Man kann es nicht oft genug sagen: Mit dem Grafikkarten-Markteintritt von "Team Blau" starten alle Beteiligten bei null - nicht nur Intel, sondern auch Tester und Konsumenten. Hard- und Software sind brandneu. Unser Fokus bei den ersten Arc-Tests und -Artikeln lag daher klar auf Kompatibilität und Praxistauglichkeit. Denn obwohl Intel seit vielen Jahren Treiber für Prozessor-interne Grafikeinheiten schreibt, konnte für die komplett neue Architektur nicht einfach das Vorhandene übernommen werden. Und das ist gut so, denn Intels Treiber genießen nicht den besten Ruf. Das Software-Team stand somit vor der schwierigen Aufgabe, große Teile des Gaming-relevanten Codes neu zu schreiben. Dabei ist es unumgänglich, Prioritäten zu setzen und diese nacheinander abzuarbeiten. Das bedeutet aber auch, dass eigentlich selbstverständliche Dinge vielleicht noch fehlen oder nicht aus dem Stand funktionieren.
Nach unserem Test der Arc A380 mit 50 Spielen hat sich Intel einiger Probleme angenommen, viele sind aber weiterhin offen. Beim Test der Arc A770 und A750 stießen wir auf weitere Wehwehchen, welche allesamt an Intels Treiber-Team weitergegeben wurden - und dieses reagierte prompt mit einem kompetenten Update des Review-Treibers. Version 3435 vom 2. Oktober behebt die "Worst Ten" der von den Testern gemeldeten Probleme und macht damit einen deutlich ausgefeilteren Eindruck als der am 30. September bereitgestellte Treiber mit der Endung 3433. Doch auch hiermit läuft noch nicht alles rund - Arc-Frühkäufer sollten sich auf jeden Fall auf mehr oder minder lästige Probleme einstellen. Eine Liste der von uns auf Arc beobachteten und noch offenen Kinderkrankheiten (die Auflistung behobener Probleme sparen wir uns):
Halo Infinite: Offenbar Probleme bei der Speicherverwaltung; schwache Performance auf A770 16GB, unvollständige Grafik bei A750 8GB und A380 6GB.
Quake 2 RTX: Full HD stürzt reproduzierbar ab, alle anderen Auflösungen funktionieren.
Spider-Man Remastered: Grafikfehler bei Raytracing-Reflexionen sowie nach Aktivierung von HBAO+ und FSR 2.0.
Psychonauts 2: Unter DirectX 11 wird das Wasser ohne Cube Maps (und möglicherweise andere Feinheiten) dargestellt.
F1 2021 (DX12): ASSAO fehlerhaft, schwärzt große Teile des Bildes.
Red Dead Redemption 2: Stottert deutlich unter DirectX 12 (Vulkan läuft prima).
God of War (DX11): Hauptmenü ruckelt stark - das eigentliche Spiel nicht.
3DMark Port Royal (DX12): Flackern an bestimmten Stellen des Tests.
Elex 2 und Serious Sam Siberian Mayhem (beide DX11): Konstant niedrige Bildraten.
The Witcher 3 (DX11): Stottert sicht- und fühlbar (aber nicht so stark wie RDR2).
Etwas, das bei Radeon und Geforce Seltenheit hat, sind Warnmeldungen von Spielen, dass der Treiber veraltet sei - zumindest für alle Zocker, die mindestens alle paar Wochen ein Update aufspielen. Diese Meldungen sind in der Regel starr, die Spiele fragen beim Start spezielle Versionsnummern ab. Der Intel-Treiber meldet selbstverständlich eine andere Ziffernfolge und das Spiel ist unglücklich - funktioniert in der Regel aber trotzdem einwandfrei. Intel ist auf die Zusammenarbeit mit Spiele-Entwicklern (Developer & Tech Relations) angewiesen. Dass diese längst stattfindet, gab Intel bereits mehrfach zu Protokoll. Es bleibt abzuwarten, inwiefern bestehende Spiele für Arc-GPUs fit gemacht werden, denn nicht jeder Titel steht noch im Entwicklungsfokus. Nur Patches können engstirnige Abfragen nach Feature Flags oder besagte Treiber-Versionsnummern adressieren.
Unser Fazit vom August bleibt daher vorerst bestehen. Wer um 2001 eine Kyro-Grafikkarte genutzt hat, kennt das möglicherweise: Stellenweise trifft man auf Grafikfehler oder unerwartet niedrige Bildraten, insgesamt kommt man aber gut klar. Die Arc-Reviews haben einige Dinge durch geballtes Feedback beschleunigt und fleißige Nutzer, die Bug Reports an Intel übermitteln, werden dafür sorgen, dass die verbreitetsten Fehler rasch aus der Welt geschafft werden. Wir gehen davon aus, dass neue Spiele tendenziell besser laufen werden als Bestands-Software, da sowohl deren Entwickler als auch Intel aktiv darauf hinarbeiten.
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Die Leistung bei DirectX9 und 11 ist natürlich mies. Aber zum einen wird sich da hoffentlich auch noch was tun. Zum anderen sind das halt auch ältere Spiele. Und die braucht ja niemand mit 300 fps.
Die Abhängigkeit von Resizable BAR könnte aktuell zum größten Problem werden, wenn Intel GPUs an den Massenmarkt verkaufen will. Mit langfristigem Blick auf künftige Generationen wird sich das aber zunehmend erledigen.
Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich bin kein Intel Fanboy, liebe meine Ryzen CPU und kaufen werde ich die Intel GPUs auf absehbare Zeit nicht. Da spricht alleine schon der hohe Stromverbrauch im Idle dagegen. Aber überrascht und angetan bin ich schon.
Ansonsten noch ist die Karte aber nicht hier raus, und wird voraussichtlich auch durch den aktuellen Euro/Dollar Kurs + Steuern über 400€ kosten und vom Leistungsbereich irgendwo bei einer 3060/2070S landen. Es wird sich noch zeigen müssen, ob Intel zukünftig mit ihren GPUs mehr als die Bastler/Hardware Fans anlocken kann.
Mal abwarten, wenn sich das Treiberteam ordentlich ins Zeug legt ist es gut möglich, dass in einem halben Jahr die Karten eine wirklich ernstzunehmende Konkurrenz darstellen! Dann fehlt nur noch die 9er Generation, über eine gute Alternative zur überteuerten 4080 16GB würde ich mich freuen!
Für den Artikel.
Einen nicht minder großen Hut ziehe ich vor Intel.
Das kann was werden. Ich bin euphorisch.
Kleinere Studios die eventuell irgendwann auf 3 Gpu Hersteller hin optimieren müssen, sehen das möglicherweise anders, aber eine Bruchlandung sieht anders aus.
Wäre das Geld etwas lockerer würde der Nerd in mir eine A770 bestellen.