Intel Arc: A380 lässt mit AV1 die Muskeln spielen gegen H.264 bei AMD und Nvidia
Den zunehmend an Bedeutung gewinnenden AV1-Codec beherrschen Intels neue GPUs komplett, während AMD und Nvidia hier noch das Nachsehen haben.
Die Spiele-Performance und Treibersituation brachen Intels neuer Desktop-Grafikkarte Arc A380 in Tests bekanntlich das Genick, doch ein Feature stach als besonders positiv hervor: Das AV1-Encoding. Der quelloffene und lizenzfreie Videocodec der Alliance for Open Media gewinnt immer mehr an Bedeutung und Verbreitung bei YouTube, Netflix und Co., wobei eine bessere Komprimierungsleistung mit bis zu 50 Prozent kleineren Dateigrößen im Vergleich zum lange Zeit dominierenden H.264-Codec geboten wird.
Dabei wird das Decoding zur Wiedergabe entsprechender Inhalte auch bereits unter anderem von Nvidias und AMDs aktuellen Grafikkarten unterstützt, nicht aber das Encoding zum Erstellen, was erst mit Geforce RTX 4000 und Radeon RX 7000 im Herbst erwartet wird, auch wenn es bei AMD hier zuletzt Zweifel gab. Dementsprechend hat Intel zumindest in diesem Bereich derzeit noch technisch die Nase vorne, wie auch ein aktueller Test des YouTube-Kanals "EposVox" offenbart.
Intel trumpft mit AV1 auf
Hier hat man Intels neuen AV1-Encoder gegen eine Reihe von H.264-Encodern getestet, darunter Intels eigene Quick-Sync-Technologie, Nvidias NVENC, AMDs AMF und softwarebasierte H.264-Encoder, wie dem der beliebten Streaming-Programm Open Broadcaster Software (OBS). Die Tests wurden mit 3,5 Mbit/s, 6 Mbit/s und 8 Mbit/s unter Verwendung des VMAF-Benchmarking-Tools von Netflix durchgeführt, das die Videoqualität mit einem Punktesystem von 0 bis 100 analysiert (sehr schlecht bis sehr gut).
Der neue Intel-Encoder erreichte hierbei 83 Punkte bei 3,5 Mbit/s und 90 Punkte bei 6 Mbit/s - die höchste Punktzahl vor allen H.264-Encodern bei diesen Bitraten. Der Nvidia NVENC-Encoder erzielte derweil eines der niedrigsten Testergebnisse: 71 Punkte bei 3,5 Mbit/s und 85 Punkte bei 8 Mbit/s. Der AMD AMF-Encoder lag nahe bei Nvidia, während Intels Quick Sync-Encoder für Alder Lake mit 76 und 87 Punkten bei den gleichen Bitraten besser abschnitt.
Damit ist Intels neuer AV1-Encoder 16 Prozent "besser" als die Nvidia NVENC- und AMD AMF-Encoder, berichtet Tomshardware.com bezugnehmend zu den Testresultaten. Nahe an die AV1-Ergebnisse kam derweil das x264-VerySlow-Software-Encoder-Preset von OBS mit 78 Punkte bei 3,5 Mbps und 88 Punkten bei 6 Mbps, das aber sehr ressourcenintensiv und nicht für Echtzeit-Transcoding geeignet ist. Ähnlich sieht es mit CPU-Encoding via SVT-AV1 aus, das aber optisch noch besser abschneidet.
AV1 wird entlasten
Die größten Gewinne durch Intels AV1-Encoding zeigen sich unterdessen bei den 3,5 Mbit/s-Ergebnissen, da sowohl Nvidias als auch AMDs Encoder bei 6 Mbit/s mit fast der Hälfte der Bitrate übertroffen werden konnten. Bei Bitraten von mehr als 6 Mbit/s scheint die Leistung jedoch abzunehmen, da bei 8 Mbit/s nur eine um 2,2 Prozent bessere Bildqualität erreicht wird als bei 6 Mbit/s.
Nichtsdestotrotz ist zu erwarten, dass Bitraten erheblich sinken werden, wenn Streaming-Plattformen weiter auf AV1 umstellen, woraus weniger Bandbreitenbedarf bei gleicher Qualität wie H.264 für die Zuschauer resultiert, als auch weniger Belastung für das Internet. Natürlich bleiben wie eingangs bereits erwähnt auch noch AMDs und Nvidias AV1-Lösungen abzuwarten.

Ohne Internet oder Firmenrechner wo nichts installiert werden darf bleiben somit außen vor.
Der AV1 macht das Rennen, wenn man natürlich alleine startet...
Das ist so, als wenn man Battlefield Vietnam mit Battlefield V in einen Grafikvergleich schickt!
Warum verkauft Intel eigentlich nicht die A380 als AV1 Extension-Card? Geil für Streamer mit einer richtigen Grafikkarte